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Die momentane 2022er-Performance der Evotec-Aktie liegt bei ca. -60 Prozent. Das wirkt, als würde bei diesem deutschen Biotech-Unternehmen eine ganze Menge schieflaufen. Doch im Gegenteil, bei Evotec läuft es durchaus nach Plan. Was ist aber dann mit der Aktie los?

Evotecs Umsatz legte im ersten Halbjahr um solide 24 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 zu. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kam zwar von 36,2 auf 33,6 Millionen Euro zurück, aber das lag weniger an gestiegenen Kosten als daran, dass Evotec viel investiert und die sogenannten Meilenstein-Zahlungen, die Erfolgsprämien der Partnerunternehmen, nicht regelmäßig kommen. Außerdem hielt Evotec am 11. August, als diese Halbjahreszahlen gemeldet wurden, an der bisherigen EBITDA-Prognose von 105 bis 120 Millionen für das Gesamtjahr fest und hob die Umsatzprognose leicht an.

Hinzu kommt, dass die US-Tochterfirma Just – Evotec Biologics, die Anfang 2021 einen Auftrag vom US-Verteidigungsministerium erhielt (was die Evotec-Aktie damals bis fast 44 Euro nach oben katapultierte), am 20. September meldete, aus dem Pentagon einen Anschlussauftrag erhalten zu haben. Dessen Volumen von maximal 50 Millionen US-Dollar ist nicht gigantisch und würde sich ohnehin über einige Zeit verteilen. Aber es zeigt: Hier läuft weiterhin alles richtig, negative Entwicklungen sind bislang nicht bekannt. Und auch, wenn man es nicht ausschließen kann, wäre es doch überraschend, wenn die am 9. November anstehenden Ergebnisse des dritten Quartals das auf den Kopf stellen würden.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Evotec Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Diese Gemengelage führt dazu, dass die Analysten die Aktie mehrheitlich positiv sehen, das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit um 31,50 Euro und damit über 80 Prozent über dem momentanen Kursniveau. Zudem wäre Evotec als forschendes Biotech-Unternehmen doch eigentlich gegen Inflation und einen schwachen Konsum einigermaßen gefeit. Warum also wird die Aktie immer weiter verkauft?

Ein Argument kann sein, dass die großen Pharmaunternehmen, die das Gros von Evotecs Partnerprojekten stellen, durch die rezessive Tendenz der Weltwirtschaft so unter Druck geraten, dass sie im Bereich Forschung und Entwicklung zu sparen beginnen, viele potenzielle Projekte nicht zustande kommen und dadurch bei Evotec die Auftragslage ins Wanken gerät. Das könnte sein, muss es aber nicht. Da es seitens Evotec in dieser Hinsicht noch keine Hinweise gibt, ist das nur eine Vermutung. Was hieße: Man hat hier eigentlich schon ein „Worst Case“-Szenario eingepreist.

Aber ob diese Argumentation wirklich dahintersteckt, ist nicht sicher, denn Evotec ist eine Aktie, die von kurzfristigen Tradern rege gehandelt wird. Hier wird oft und lange einfach ohne Ansehen der Rahmenbedingungen à la Hausse und à la Baisse getradet. Ob die Aktie auf das jeweilige Kurslevel überhaupt hingehört, ist den Tradern egal. Aber solange keine neuen Nachrichten vom Unternehmen deutlich machen, dass man besser daran täte, hier nicht mehr Short zu sein, kann dieser Abstieg grundsätzlich weitergehen. Bis wohin?

Das ist natürlich nie sicher eingrenzbar, aber der Chart auf Wochenbasis zeigt, dass die Aktie bereits auf einen Level abgesunken ist, den man zuletzt Ende 2018 sah und sogar auf Wochenbasis markttechnisch überverkauft ist. Das kann den Spielraum nach unten reduzieren. Aber wer nicht in ein fallendes Messer greifen will, sollte gerade bei einer solchen von Tradern dominierten Aktie besser zuwarten, bis zumindest ein Anstieg über 20,16 Euro, das Tief vom Frühjahr, gelungen ist und andeutet, dass die Trader auf der Short-Seite zum Rückzug geblasen haben.

Evotec Aktie: Chart vom 12.10.2022, Kurs 16,635 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX
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