Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Das ist eine herbe Enttäuschung: Der Effekt des am Montag von der Expertenkommission vorgestellten „Gaspreisdeckels“ verpufft, die Wacker Chemie-Aktie hat den dadurch initiierten Kursanstieg wieder verloren – und rutscht wieder auf eine charttechnische Schlüsselmarke zu.

Über 50 Euro hatte die Wacker Chemie-Aktie binnen eines Monats verloren. Mit der unmittelbar positiven Reaktion auf die Vorschläge der von der Regierung eingesetzten Expertenkommission zur Reduzierung der Last auf Privathaushalte und Industrie durch die extrem gestiegenen Gaspreise ließ sich vermuten, dass es mit dem Abwärtsdruck erst einmal vorbei wäre. Immerhin benötigt gerade die Chemiebranche viel Gas für die Produktion. Die vorgeschlagene Deckelung von 70 Prozent des 2022er-Gasverbrauchs bei 7 Cent pro Kilowattstunde ab Januar 2023 und bis Ende April 2024 dürfte den Unternehmen auch eine spürbare Hilfe sein.

Aber wenn man sich den Chart der Wacker-Aktie ansieht, kommt man nicht um die Erkenntnis herum, dass so viele Marktteilnehmer trotzdem denken, dass diese Aktie noch weiter fallen müsste, dass die Chance auf einen Befreiungsschlag nach oben erst einmal dahin ist. Zwar liegt selbst das niedrigste aller Analysten-Kursziele mit 104 Euro auf und nicht unter dem derzeitigen Kursniveau. Aber der Hintergrund, mit dem dieses Kursziel von 104 Euro ausgegeben wurde, wirkt wie eine Anfeuerung für das bärische Lager. Wieso?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dieses momentan tiefste aller Kursziele bei 104 Euro wurde von den Analysten der US-Investmentbank J.P. Morgan ausgegeben und dabei erst Ende September von zuvor bereits gesenkten 126 Euro erneut nach unten genommen. J.P. Morgan begründet dieses Kursziel damit, dass die Gewinnmargen von Wacker Chemie ebenso wie bei der Chemiebranche insgesamt von zwei Seiten unter Druck geraten: Durch eine sinkende Nachfrage nach den Produkten einerseits und durch die markant höheren Kosten durch die energieintensive Produktion. Und ob die Regierung den Vorschlag der Expertenkommission so umsetzt und wie viel Druck das bei Wacker von der Kostenseite nimmt, weiß man ja noch nicht. Das wird sich am 27. Oktober wohl klarer erkennen lassen, dann stehen die Quartalsergebnisse von Wacker Chemie im Terminkalender … und mit ihnen wird man mit einem aktualisierten Ausblick auf das laufende, idealerweise auch auf das kommende Quartal rechnen können.

Für die bullische Seite ist der Abverkauf der kurzen, positiven Reaktion auf die Vorschläge zum „Gaspreisdeckel“ höchst brenzlig, für das Bären-Lager dafür umso verlockender. Der Wochenchart zeigt, wie nahe sich die Aktie jetzt an einem mittelfristig entscheidenden Support befindet. Wacker hatte Ende September bei 100,80 Euro erst einmal wieder nach oben gedreht. Aber das nicht nur, weil dort eine psychologisch relevante, runde Marke liegt, sondern auch, weil dieser Bereich um 100 Euro in den vergangenen Jahren mehrfach als markante Wendemarke diente. Das Jahreshoch 2019 lag bei 98,22, das Jahrestief 2021 bei 102,60 Euro.

Würde dieser Bereich mit Schlusskursen unter 98 Euro fallen, läge die nächste Unterstützung von mittelfristiger Bedeutung erst im Bereich 75/76 Euro. Hier steht jetzt also eine Entscheidung an … und mit der dürften die Trader nicht warten, bis die Wacker-Quartalsbilanz am 27. Oktober ansteht.

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 11.10.2022, Kurs 104,60 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX
Firmendepot für Kapitalgesellschaften

Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
T-Hoch
T-Tief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.