Die Infineon Technologies AG - einer der weltweit führenden Halbleiterhersteller

Infineon – geplante Cypress-Übernahme belastet den Aktienkurs

Das Unternehmen Infineon Technologies AG ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Anbieter von Halbleiterlösungen. Mit seinen Produkten begleitet das Technologieunternehmen auch die globalen Megatrends demographischer und sozialer Wandel, Klimawandel und Ressourcenknappheit, Urbanisierung und digitale Transformation. Das Halbleitergeschäft basiert auf vier Haupttrends, nämlich der Energieeffizienz, der Mobilität, der Sicherheit und dem Themenbereich Internet der Dinge & Big Data.

Infineon ist in die vier Divisionen Automotive, Industrial Power Control, Power Management & Multimarket und Digital Security Solutions untergliedert und hat rund 40.100 Mitarbeiter, davon 17.400 in Europa, 18.800 in Asien-Pazifik und 3.900 in Amerika. Insgesamt verteilen sich diese Mitarbeiter auf 35 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und 17 Fertigungsstandorte. Der Konzern weist 26.850 Patente im Gesamtportfolio auf, hat seinen Sitz im bayerischen Neubiberg bei München und wird seit 2012 von CEO Reinhard Ploss geleitet.

Bereich Automotive besonders umsatzstark

Der Bereich Automotive ist mit 43 Prozent Umsatzanteil ein Schwergewicht in Bezug auf den Gesamtumsatz des Konzerns. Mit diesem Konzernbereich nimmt Infineon global den zweiten Platz ein. Die Divisionen Power Management & Multimarket und Digital Security Solutions haben weltweit betrachtet jeweils die führende Marktposition erobert. Das Produktangebot von Infineon umfasst zum Beispiel Mikrocontroller, intelligente Sensoren, Sende- und Empfangs-ICs für Hochfrequenz und Radar und mehr. Im Hinblick auf den künftig wohl steigenden Bedarf von Lösungen für Elektrohybrid- und Elektrofahrzeuge fertigt Infineon führende und innovative Halbleiterlösungen für deren Antriebsstrang. Mithilfe der Infineon-Produkte können Leitungsverluste minimiert, Stromeinsparungen maximiert und die Gesamtleistung erhöht werden.

Details zur Infineon Aktie

Die Wertpapiere der Infineon Technologies AG sind Namensaktien. Es gibt nur Stammaktien oder American Depositary Receipts (ADR). Das Grundkapital beträgt 2.274.829.428 EUR und ist in 1.137.414.714 Aktien untergliedert – das entspricht 2,00 EUR je Anteilsschein. Der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse und der NYSE fand am 13. März 2000 statt und das Handelssymbol lautet IFX. Die Aktie ist unter anderem in den DJ Stoxx 600 und in den DAX einbezogen. Die größten Aktionäre sind mit 5,99 Prozent BlackRock Inc., mit 5,74 Prozent die Allianz Global Investors GmbH und mit 3,14 Prozent das Königreich Norwegen mittels der Norges Bank. Die Meldedaten stammen vom 31. Mai 2019. In den letzten fünf Jahren konnte die Aktie um rund 64 Prozent an Wert zulegen, während zum Beispiel der DAX im Vergleichszeitraum um rund 20 Prozent zulegte. Das Wertpapier ist demnach ein klarer Outperformer. Der Markt bewertet den Konzern zum Zeitpunkt dieser Analyse mit 16,94 Mrd. EUR. Die Aktien kosteten via Xetra in den letzten 52 Wochen 25,76 EUR im Hoch und 14,43 EUR im Tief.

Aktuelle Analysen

Seit Jahresbeginn finden sich insgesamt 22 Analysen mit einer Kurszielangabe. Der höchste Wert stammt von der UBS und von der Bank of America, die am 3. Juni 2019 ein Kursziel von jeweils 25,00 EUR veröffentlichten. Den niedrigsten Wert wiesen die Analysten von Bankhaus Metzler und von Exane BNP aus, die am 4. Juni und 5. Juni 2019 jeweils ein Kursziel von 15,00 EUR publizierten. Das Durchschnittskursziel der 22 Analysen beträgt 20,08 EUR. Die Aktie ging zum Zeitpunkt dieser Analyse mit einem Kurs von 14,89 EUR aus dem Xetra-Handel.

Langfristige Chartanalyse der Infineon Aktie

Mit dem Blick auf die vergangenen fünf Handelsjahre der Aktie von Infineon zeigte sich seit Ende Oktober 2014 ein sehr sauberer Aufwärtstrend, der aus dem Kursbereich um die Marke von rund 7,00 Euro bis auf fast 26,00 Euro hinauf lief. Erst im Oktober 2017 fing der Wert an, etwas zu „zucken“ und brach mehrfach um mehrere Euro ein, erholte sich jedoch bis Mitte 2018 immer wieder. Diese Höhenflüge sind jedoch längst vorbei. Seit rund einem Jahr herrscht ein Abwärtstrend vor. Dieser bekam in den vergangenen fünf Wochen einen weiteren Move hinzu. Somit rangiert die Aktie aktuell mehr als zehn Euro unter den Bewegungshochs nahe der Marke von 15,00 Euro.

Charttechnisch sieht das aktuelle Bild wenig einladend für Käufe aus, der Druck auf der Abwärtsseite scheint recht stark zu sein. Als wichtige Marken für einen eventuellen Turnaround gelten aus aktueller Sicht die Widerstände von rund 16,50 Euro und 18,00 Euro. Unterhalb können Kaufgedanken als recht aggressiv gelten, ab 16,50 Euro wird es etwas interessanter und oberhalb von 18,00 Euro kann eine erneute Aufnahme des vorherigen Aufwärtstrends als durchaus realistisch eingestuft werden. Als eine Bremse der aktuellen Abwärtsbewegung könnten die Unterstützungen 14,00 Euro und eventuell auch 12,00 Euro dienen. Eventuelle Trendwechsel-Anzeichen in tieferen Regionen wären gegebenenfalls ebenfalls interessant für Käufe, eine erneute Analyse sollte jedoch definitiv durchgeführt werden.

Infineon – Fundamentaldaten 2018

Bei der Infineon Technologies AG wird jeweils zum 30. September gemäß IFRS in Euro (EUR) bilanziert. Im Geschäftsjahr 2018 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 7,599 Mrd. EUR. Im Geschäftsjahr 2017 lag der Gesamtumsatz noch bei 7,063 Mrd. EUR. Die wichtigste Umsatzregion ist mit 1,921 Mrd. EUR China, gefolgt von Deutschland mit 1,171 Mrd. EUR. In den USA erzielte der Konzern einen Umsatz von 719 Mio. EUR und in Japan 534 Mio. EUR. Das wichtigste Segment ist mit einem Umsatzanteil von 3,284 Mrd. EUR das Segment Automotive gefolgt von den Segmenten Power Management & Multimarket mit 2,318 Mrd. EUR und Industrial Power Control mit 1,323 Mrd. EUR.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug 1,411 Mrd. EUR und der Jahresüberschuss wurde mit 1,075 Mrd. EUR testiert. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,95 EUR je Anteilsschein. Die Gesamtdividende für 2018 betrug 0,27 EUR, was zu einer Ausschüttungssumme von 305,0 Mio. EUR führte. Der Konzern wies für 2018 liquide Mittel in Höhe von 732,0 Mio. EUR aus. Das Eigenkapital lag bei 6,446 Mrd. EUR, das gezeichnete Kapital wurde bei 2,274 Mrd. EUR und die Gesamtverbindlichkeiten bei 4,433 Mrd. EUR angegeben. Die Bilanzsumme betrug 10,879 Mrd. EUR. Das Unternehmen beschäftigte im Geschäftsjahr 2018 40.098 Mitarbeiter. Übrigens: Infineon hat im Geschäftsjahr 2018 836 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung investiert.

Bilanzprognose für das Geschäftsjahr 2019

Aufgrund der geplanten Übernahme von Cypress werden die Prognosen möglicherweise nochmals auf den Kopf gestellt. Da es bis zum Zeitpunkt dieser Analyse noch nicht klar ist, ob die Übernahme auch zustande kommt, werden die bis dato bekannten Konsensschätzungen hier ausgewiesen. Auf die Besprechung der Prognose für 2020 wird aufgrund der immensen Auswirkungen einer möglichen Cypress-Übernahme an dieser Stelle verzichtet.

Für das Geschäftsjahr 2019 geht man von einem Umsatz von 8,00 Mrd. EUR aus, einem EBITDA von 2,19 Mrd. EUR und einem EBIT von 1,27 Mrd. EUR. Der Gewinn je Aktie könnte bei 0,91 EUR zu veranschlagen sein. Die Dividende könnte um einen Cent auf 0,28 EUR je Anteilsschein angehoben werden. Noch ist fraglich, inwieweit sich diese Prognosen halten lassen werden.

Cypress-Übernahme

Die Infineon Technologies AG bietet für die Cypress Semiconductor Corp. (NASDAQ: CY) 23,85 USD je Anteilsschein. Dies entspricht einem Unternehmenswert in Höhe von 9,0 Mrd. EUR. Die Konzernleitung geht von Kostensynergien von 180 Mio. EUR jährlich bis zum Jahr 2022 aus und rechnet auch langfristig mit mehr als 1,5 Mrd. EUR an Umsatzsynergien jährlich. Die Transaktion soll bereits ab dem ersten vollen Jahr wertsteigernd sein. Konzernchef Ploss zufolge erschließen sich durch die Übernahme große zusätzliche Wachstumspotenziale in den Bereichen Automobil, Industrie und Internet der Dinge.

Neben Synergieeffekten und einem breiteren Leistungsspektrum sowie besserem Zugang zu weiteren nordamerikanischen Kunden darf auch das Thema Forschung und Entwicklung nicht unterschätzt werden. Durch die Übernahme würde Infineon nämlich auch seine Position im Bereich der Forschung und Entwicklung im Silicon Valley deutlich ausbauen. Ist die Übernahme vollzogen, wird Infineon zur Nummer Acht im globalen Ranking der Chip-Hersteller.

Termine

Der Konzern publiziert vermutlich am 1. August 2019 den Quartalsbericht für das dritte Quartal 2019, das Datum ist jedoch noch nicht endgültig.

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