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Hohe Zinsen mit US-Staatsanleihen? Alles, was Sie über T-Bills und Co. wissen sollten

Wie Sie mit US-Staatsanleihen 4 % Zinsen und mehr erzielen könnten.
von Wendelin Probst
10.02.2026
US-Staatsanleihen - T-Bills, T-Notes, T-Bonds und TIPS | Online Broker LYNX
In den USA gibt es auf Staatsanleihen mehr Zinsen als in Deutschland – bei allen Laufzeiten. So kommt eine zehnjährige US-Anleihe in den USA aktuell auf eine Verzinsung von 4,23 %, während Staatsanleihen mit derselben Restlaufzeit in Deutschland auf gerade mal 2,85 % Rendite kommen. Das ist ein deutlicher Unterschied von 1,38 Prozentpunkten.

In diesem Artikel sehen wir uns für Sie an, ob und wann es für Privatanleger Sinn machen könnte, einen Teil ihres Vermögens in US-Staatsanleihen zu investieren.

Inhalt

Was sind US-Staatsanleihen?

US-Staatsanleihen sind Wertpapiere, die von der US-Regierung ausgegeben werden, um Schulden zu finanzieren. Während der Laufzeit bezahlen die USA als Gläubiger in der Regel halbjährlich Zinsen, einen sogenannten Kupon, bis die Anleihe bei Fälligkeit komplett, d. h. zum Nennwert, getilgt wird.

Kurzfristige US-Staatsanleihen mit Ursprungslaufzeiten von weniger als einem Jahr werden als sogenannte T-Bills (Treasury Bills) bezeichnet. Für diese sogenannten Nullkuponanleihen fallen zwar keine Zinszahlungen an, aber weil die Papiere unter dem Nennwert ausgegeben werden, erwirtschaften sie trotzdem eine Rendite. Aufgrund des extrem geringen Ausfallrisikos werden T-Bills in den USA oft zur Bestimmung des kurzfristigen risikolosen Zinssatzes herangezogen. Während in den USA T-Bills mit einer Laufzeit von 3 Monaten sehr beliebt sind, werden Staatsanleihen mit einer Laufzeit von weniger als 12 Monaten in Deutschland gar nicht erst ausgegeben. Wer vergleichbare deutsche Staatsanleihen sucht, kann jedoch auf Anleihen mit einer entsprechenden Restlaufzeit blicken.

Länger laufende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von bis zu 10 Jahren werden als T-Notes (Treasury Notes) bezeichnet. US-Anleihen mit Laufzeiten von 20 oder 30 Jahren heißen T-Bonds (Treasury Bonds).

Wenn Sie mehr zum Thema Anleihen und deren Funktionsweise wissen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel Anleihen Vergleich: Anleihen und Anleihen ETFs.

Weitere Zinssenkungen in den USA erwartet – aber …

Die Federal Reserve, kurz Fed, gibt als wichtigste Notenbank der Welt in Sachen Geldpolitik den Takt vor. Die anderen Notenbanken, wie die Europäische Zentralbank (EZB), folgen dem vorgegebenen Kurs dann meist mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung. Um die hohen Inflationsraten in den Griff zu bekommen, wurden die Zügel in Sachen Geldpolitik bis Mitte 2023 deutlich straffer angezogen als in den Jahren zuvor. Doch nachdem die Fed den Leitzins im Juli 2023 auf eine Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent erhöht hatte, war das Zinshoch erst einmal erreicht. Nachdem sich der überhitzte Arbeitsmarkt abgekühlt hatte und auch der Inflationsdruck nachließ, wurden die Zinsen bis Dezember 2025 wieder um -1,0 Prozentpunkte auf 3,50 bis 3,75 Prozent gesenkt.

Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer indes den Nachfolger des von US-Präsident Donald Trump in Ungnade geratenen Fed-Präsidenten Jerome Powell. Sofern der Senat die Personalie bestätigt, dürfte ab Mai der von Trump gewünschte frühere Fed-Direktor Kevin Warsh die Amtsgeschäfte übernehmen. Warsh galt früher als Befürworter einer restriktiven Geldpolitik und setzte sich für höhere Zinsen ein, um die Inflation niedrig zu halten. In den vergangenen Monaten übernahm er jedoch zunehmend die Positionen der Trump-Regierung ein und sprach sich für weitere Zinssenkungen aus. Ob Warsh jedoch – wie von Trump gewünscht – auch die längerfristigen Zinsen auf ein niedrigeres Niveau bringen kann, bleibt abzuwarten.

Die meisten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Fed – die Zinsen im Jahr 2026 unter neuer Führung weiter senken wird, wenn auch nur moderat. Der allgemeine Marktkonsens geht für 2026 derzeit lediglich von zwei weiteren Zinsschritten à 25 Basispunkte aus. Die US Investmentbank J.P. Morgan hingegen erwartet für 2026 mittlerweile keine weiteren Zinssenkungen. Denn zum einen verbesserte sich die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt und zum anderen gibt es weiterhin hohen Preisdruck. Sollte sich eine neue Inflationsdynamik entwickeln, so könnte mittelfristig auch wieder Zinsdruck in die andere Richtung entstehen. Die Analysten von J. P. Morgan können sich deshalb für 2027 wieder eine erste Zinserhöhung vorstellen.

Welche US-Staatsanleihen gibt es?

Da der Schuldner jeweils die US-Regierung ist, unterscheiden sich die US-Staatsanleihen nur nach Laufzeiten. Und hier gibt es in den USA ein breites Spektrum von 3 Monaten Laufzeit bis zu 30-jährigen Papieren. In der folgenden Tabelle sehen Sie die gängigsten Laufzeiten und deren aktuelle Rendite:

Laufzeiten und Renditen von
US-Staatsanleihen

LaufzeitRendite am 09.02.2026
3 Monate 3,66 %
6 Monate3,60 %
12 Monate 3,42 %
2 Jahre 3,51 %
5 Jahre 3,77 %
10 Jahre 4,23 %
30 Jahre 4,87 %
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T-Bills aktuell am lukrativsten

Aus reinen Renditeaspekten heraus erscheinen T-Bills mit einer Laufzeit von 30 Jahren derzeit am lukrativsten. Dass diese Laufzeit mit 4,81 % aktuell die höchste Verzinsung aufweist, liegt daran, dass die Marktteilnehmer für diesen langen Zeithorizont große Zinsunsicherheiten einpreisen und deshalb einen Aufschlag verlangen. Am wenigsten Rendite bekommen Anleger derzeit für einjährige Laufzeiten, denn die Marktteilnehmer gehen zunächst eher von fallenden Zinsen aus. Denn normalerweise entschädigt ein kontinuierlich ansteigender Zinssatz für die geringere Flexibilität und das höhere Risiko der Gläubiger.

Was Anleger beim Kauf von US-Staatsanleihen beachten sollten

Wenn Sie sich für den Kauf von US-Staatsanleihen entscheiden, sollten Sie die folgenden Faktoren unbedingt beachten.

Faktor Nummer 1: Der USD-Wechselkurs

Bei den Risiken ist natürlich an erster Stelle das Währungsrisiko zu nennen. Denn wenn der US-Dollar im Vergleich zum Euro nachgibt, dann sinkt im selben Verhältnis auch der Wert aller in USD notierten Anlagen. Sieht man sich die Historie der EUR/USD-Wechselkursschwankungen an, so wird schnell klar, dass es immer wieder Kursveränderungen von 5 bis 10 % innerhalb weniger Monate gibt. Wechselkursverluste drohen vor allem dann, wenn viel Kapital aus den USA in andere Währungsräume abfließt. Ein Renditevorteil von ein bis zwei Prozentpunkten rückt so rasch in den Hintergrund.

Allerdings können die Wechselkurse im umgekehrten Fall Vorteile bringen. So wirkt ein steigender USD wie ein Renditeturbo für US-Staatsanleihen, die dadurch zusätzlich an Wert gewinnen. Aus diesem Grund machen US-Staatsanleihen in erster Linie für Anleger Sinn, die entweder einen steigenden USD erwarten oder aus anderen Gründen einen Teil ihres Guthabens in USD diversifizieren möchten.

Faktor Nummer 2: Die Zinsentwicklung

Anleihegläubiger verzeichnen immer dann Kursgewinne, wenn Zinsen fallen, und Kursverluste, wenn Zinsen steigen. Derzeit sind noch etwas niedrigere Zinsen das wahrscheinlichere Szenario. Allerdings sind weitere Zinssenkungen durch die Fed bereits in die Marktzinsen eingepreist, sodass sich erwartungsgemäße Zinsschritte kaum auf die Preisentwicklung auswirken würden. Doch je nachdem, wie sich die Inflationsrate entwickelt, dürfte die Kurve in nächster Zeit in die eine oder andere Richtung zeigen. Aufwärtsdruck auf die Zinsen und Anleihen könnte allerdings auch von anderer Seite kommen. Beispielsweise dann, wenn große Gläubiger der USA wie China – so wie das zuletzt der Fall war – im großen Stil US-Staatsanleihen verkaufen. Kursveränderungen während der Laufzeit sind bei Anleihen allerdings nur für Anleger relevant, die ihre Papiere nicht bis zur Endfälligkeit halten möchten. Denn mit dem Kauf einer festverzinslichen Anleihe steht die Rendite bis zum Ende der Laufzeit fest. Dies spricht dafür, dass Anleger trotz etwas geringerer Renditen eher auf kürzere Laufzeiten, beispielsweise bis 2 Jahre, schielen sollten. Anleihen mit längeren Laufzeiten hingegen verzeichnen bei Zinsänderungen höhere Kursschwankungen, denn jede Renditeanpassung wird bis zur Tilgung im Kurs reflektiert.

Faktor Nummer 3: Die leidige US-Schuldenobergrenze

Regelmäßig gab es im US-Kongress in den letzten Jahren heftige Schlagabtausche zwischen Demokraten und Republikanern zur US-Schuldenobergrenze. Dabei gibt es immer wieder die Befürchtung, dass der US-Regierung ohne eine Einigung das Geld ausgehen könnte. Meist erfolgt dann in letzter Sekunde oder nach einem vorübergehenden sogenannten Government-Shutdown doch noch eine Einigung, denn einen Staatsbankrott möchte dann wohl doch niemand verantworten. Im Jahr 2025 wurde die Schuldenobergrenze zuletzt auf 41,1 Bio. USD angehoben, aber eine längerfristige Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Deshalb entzog Ende 2023 auch die Ratingagentur Moody’s den USA die Spitzennote von AAA, so wie es die anderen großen Ratingagenturen aufgrund der lähmenden Schulden- und Haushaltsstreitigkeiten bereits getan hatten. Im US-Kongress wurde zwar jedes Mal ein großer Zirkus veranstaltet, aber ein tatsächlicher Zahlungsausfall war und ist eigentlich nur schwer vorstellbar. Allen Kongressabgeordneten ist klar, welche Schockwellen eine Pleite der USA nicht nur an den Finanzmärkten verursachen würde. Deshalb ist das Risiko durch die Schuldenobergrenze aus unserer Sicht überschaubar. Dies sieht übrigens auch Anleihen-Starinvestor Bill Gross so, der vor allem kurzlaufende US-Staatsanleihen, also T-Bills, zum Kauf empfiehlt. Spannend dürfte dieses Thema bei den Mid-Term-Kongresswahlen in diesem Jahr werden, denn dann könnten sich die Mehrheitsverhältnisse in Kongress und Senat ändern. Dank einer Mehrheit in beiden Parlamentskammern kann die Trump-Regierung Beschlüsse und Gesetze problemlos durchsetzen. Dadurch, dass für Haushaltsgesetze im Senat jedoch 60 von 100 Stimmen benötigt werden, kam es zuletzt immer wieder zu vorübergehenden Shutdowns der US-Regierung, zuletzt Anfang Februar.

Die Tatsache, dass die aktuelle US-Regierung die Schulden weiter exzessiv erhöht, könnte den Druck auf die Preisentwicklung mittelfristig weiter steigern und so auch die Fed früher oder später wieder unter Zugzwang setzen. Dies würde dann vor allem länger laufende US-Staatsanleihen unter Druck bringen.

Wie kaufe ich eine US-Staatsanleihe?

Sofern ein Brokerkonto für den Handel von Anleihen freigeschaltet ist, können Anleger US-Staatsanleihen erwerben. Jede US-Staatsanleihe, die emittiert wird, hat eine eigene ISIN, sodass keine Verwechslung erfolgen kann. Zwei Beispiele: Eine Anleihe, die am 15.08.2033, also in siebeneinhalb Jahren, fällig wird, notiert bei einem Kupon von 3,875 % aktuell bei ca. 98,84 % des Nennwerts. Daraus errechnet sich eine Rendite von 4,05 %. Eine Ende Dezember 2026 fällige Nullzins-Anleihe notiert aktuell bei 97,01 % und kommt damit auf eine Rendite von 3,52 %. Anleger sollten allerdings beachten, dass Anleihen immer im Nominalwert geordert werden. Notiert eine Anleihe beispielsweise bei 93 %, so bedeutet eine Ordergröße von 10.000 USD einen tatsächlichen Kaufbetrag von 9.300 USD. Die Mindeststückelung beträgt bei allen US-Papieren 100 USD, sodass eine Order stets über volle 100 USD lauten muss, also beispielsweise über 4.500 USD oder 7.200 USD.

Fazit: Währungsrisiken und Laufzeiten beachten

Investments in US-Staatsanleihen sind grundsätzlich nur für Anleger interessant, die beispielsweise zur Diversifizierung oder in Erwartung eines schwachen Euros im USD-Bereich anlegen wollen. Denn andernfalls würden die Renditeunterschiede zu deutschen oder anderen europäischen Staatsanleihen rasch durch stärkere Wechselkursbewegungen überlagert. Bei der Fälligkeit würden wir aktuell auf kurzfristige Laufzeiten von maximal 2 Jahren setzen. Bei diesen ist zum einen die Rendite einigermaßen attraktiv und zum anderen sind die Kursrisiken sehr überschaubar und kommen auch nur dann zum Tragen, wenn vor der Fälligkeit verkauft wird.

Quellen:
Bloomberg: Bill Gross Advises Buying T-Bills to Bet Debt-Ceiling Issues Will Be Resolved (09.02.2026); https://www.bloomberg.com/news/articles/2023-05-08/gross-advises-buying-t-bills-to-bet-debt-ceiling-issues-resolved#xj4y7vzkg
Reuters: Trump wants low long-term yields. Warsh’s Fed won’t be much help (09.02.2026); https://www.reuters.com/markets/us/trump-wants-low-long-term-yields-warshs-fed-wont-be-much-help-2026-02-03/
NBC News: Trump signs bill to end government shutdown (09.02.2026); https://www.nbcnews.com/politics/congress/house-path-end-government-shutdown-tuesday-dhs-trump-rcna257138
J.P. Morgan: What’s the Fed’s next move? (09.02.2026); https://www.jpmorgan.com/insights/global-research/economy/fed-rate-cuts
Bloomberg: Rates & Bonds (09.02.2026); https://www.bloomberg.com/markets/rates-bonds

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Wendelin Probst ist seit 1998 an der Börse aktiv und schreibt als Finanzjournalist seit mehr als 20 Jahren für verschiedene Finanzmedien. Nach dem Finanzwirtschafts-Studium und einem Praktikum bei der Börse München war er zunächst als Investor Relations Manager für mehrere deutsche Prime-Standard-Aktiengesellschaften tätig, bevor er sich 2007 als Tradingexperte und Finanzjournalist selbstständig machte. Seine Expertise liegt im Bereich Wachstums- und Technologieaktien, die er nach fundamentalen und charttechnischen Aspekten analysiert.

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