Dow Jones Prognose Dow Jones: Lange geht das für die Bullen nicht mehr gut

News: Aktuelle Analyse des Dow Jones Index

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Dow Jones
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Dass die Argumente für die Super-Rallye des Dow Jones vor allem auf Wunschdenken basieren, wissen viele, wenngleich nicht alle, die da gerade kaufen. Die, die es wissen, agieren vor allem auf chart- und markttechnischer Ebene. Wie ist die Lage des Dow in dieser Hinsicht?

Dass die Inflation weiterhin ein Gefahrenpunkt ist und die US-Notenbank daher mit größter Wahrscheinlichkeit nicht von ihrem auch immer wieder bestätigten Kurs abweichen wird, wissen die meisten US-Investoren. Dass man den Notenbankern glauben sollte, wenn sie von einer wachsenden Rezessionswahrscheinlichkeit und anstehenden Problemen für den Arbeitsmarkt sprechen, auch. Trotzdem fehlen dem Dow Jones, vom Rekordhoch aus gerechnet, weniger als zehn Prozent, um dieses wieder zu erreichen. Aber man muss ja auch nicht zwingend Luftschlösser bauen, um momentan beim US-Index-Flaggschiff Long zu sein.

Viele, auch und gerade die computergesteuerten Handelsprogramme, agieren rein auf chart- und markttechnischer Ebene. Aber das heißt nicht, dass immer weiter gekauft würde, solange der Index steigt. Wäre es so einfach, würden Rallyes ja nie enden. Das tun sie aber. Werfen wir einfach mal einen Blick auf ein paar dahingehend interessante technische Indikatoren und lassen die Rahmenbedingungen bei dieser Analyse komplett außen vor. 

Den aktuellen Kurs und Chart des Dow Jones sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Beide Charts zeigen den Dow Jones seit Jahresbeginn. Der eine ist der, den wir üblicherweise zeigen. Hier sehen wir, dass der Index seine mittelfristige Abwärtstrendlinie längst bezwungen hat und per Freitagabend auch das Rallye-Hoch vom August hauchdünn überboten hat.

Die nächste Widerstandszone wäre jetzt der Bereich 35.492/35.824 Punkte. Und das wäre dann auch die letzte Widerstandszone vor dem Rekordhoch, das Anfang des Jahres bei 36.953 Punkten erzielt wurde. Damit ist die Rallye jetzt schon größer als die vom Sommer, als man schon einmal dachte, die Inflation wäre vom Tisch … und die dann zu neuen Jahrestiefs führte. Und diesmal?

Trader, die rein charttechnisch agieren, dürften jetzt erst einmal sehen wollen, dass dieses August-Hoch auch wirklich signifikant überwunden wird und nicht nur so knapp wie zum Freitagabend. 200 Punkte obendrauf, und das wäre erledigt, dann könnte man, würde man sich ausschließlich auf das Chartbild an sich stützen, die 35.492/35.824 Punkte-Zone in Angriff nehmen. Aber die wenigsten Trader und erst recht so gut wie keine Handelsprogramme ignorieren markttechnische Indikatoren.

In dieser Hinsicht sehen wir, dass der im ersten Chart mit eingeblendete RSI-Indikator die überkaufte Zone erreicht hat. Das passiert selten. Und wenn, dann ist eine Seitwärtsbewegung hoch wahrscheinlich, eine schärfere Korrektur wäre zumindest einzukalkulieren.

Dow Jones: Tages-Chart mit RSI-Faktor vom 25.11.2022, Kurs 34.347,03 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Im August, vor dem letzten größeren Baisse-Schub des Dow, sah der RSI ähnlich aus. Aber sehen wir uns zusätzlich noch den zweiten Chart an:

Hier haben wir zwei weitere Indikatoren, die ich normalerweise nicht abbilde. Zum einen sehen wir unten den Chaikin Volatility Indikator, der vergleichbar funktioniert wie der VIX, der die Volatilität des marktbreiten S&P 500 abbildet und sogar eigenständig handelbar ist.

Dow Jones: Tages-Chart mit Chaikin Volatility vom 25.11.2022, Kurs 34.347,03 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Immer dann, wenn dieser die Volatilität abbildende Indikator unter 25 rutscht, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen oberen Wendepunkt. So wie jetzt.

Darüber hinaus ist der Kursverlauf selbst in diesem Chart von den sogenannten „Bollinger-Bändern“ umgeben. Sie arbeiten auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten bzw. der Beobachtung, dass sich die Gauß’sche Normalverteilung oft auch an der Börse wiederfindet. Das obere und untere Band der Bollinger-Bänder, sind eine mathematische Ableitung des mittleren Bandes, das einen gleitenden Durchschnitt darstellt. Da diese Bänder dadurch mit dem Kurs mitlaufen, ist es selten, dass das untere oder obere Band einen Trendimpuls unmittelbar stoppt, diese Bänder verhalten sich eher wie Gummibänder. Interessant ist da etwas anderes: Länger als vier bis fünf Wochen läuft ein Kurs so gut wie nie unmittelbar an einem der beiden Außenbänder, egal, ob die Bewegung auf- oder abwärts führt. Dann pflegt der Kurs normalerweise zumindest an das mittlere Band zurück zu laufen. Und der Dow Jones läuft jetzt bereits seit fast fünf Wochen am oberen Band.

Fazit: Trader, die rein chart- und markttechnisch agieren, dürften so langsam anfangen, ihre Long-Positionen abzubauen oder gar auf Short zu drehen. Um trotzdem eine Korrektur zu verhindern, müssten die „Luftschloss-Akteure“, die einfach nur auf Basis der Erwartung von bald wieder sinkenden Zinsen, einer ab jetzt harmlosen Inflation und dem schnell wiederbelebten Wirtschaftswachstum kaufen, solche Gewinnmitnahmen auffangen bzw., um den Trend intakt zu halten, überkompensieren. Da es nach einer so langen Rallye unwahrscheinlich ist, dass diese Klientel ihr Kaufvolumen jetzt noch deutlich erhöht … bzw. überhaupt erhöhen kann … lässt sich festhalten: Das wird nicht mehr allzu lange gutgehen mit dieser Super-Rallye.

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Vorherige Analysen des Dow Jones Index

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Wer dachte, die Juli/August-Rallye des Dow Jones sei kaum zu überbieten, stellt jetzt fest: Doch, das geht, es passiert gerade. Der Dow lief durch massive Charthürden, als wären sie gar nicht da. Und das, obwohl die Argumente der Bullen höchst dünn sind. Wie kann das sein?

Es ist schon bemerkenswert, dass die Super-Rallye am 13. Oktober nach den US-Inflationsdaten für September ihren Anfang nahm, obwohl diese Daten keineswegs gut ausgefallen waren. Aber Sie sehen im Chart, dass der Dow Jones damals zunächst massiv eingebrochen war. Erst kurz nach der Eröffnung des regulären Handels schossen die Kurse nach oben und erreichten den gewaltigsten Kursanstieg seit langem. Nicht, weil man eine Stunde nach Vorlage der Verbraucherpreise auf einmal dachte, die seien ja gar nicht super-bärisch, sondern super-bullisch. Sondern weil es darum ging zu verhindern, dass das bisherige, Ende September entstandene Jahrestief fiel. Es war eine Rettungsaktion, mehr nicht. Aber wie wir sehen: eine immens erfolgreiche.

Dow Jones: Monats-Chart vom 11.11.2022, Kurs 33.747,86 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Und auch die am letzten Donnerstag vorgelegten Oktober-Inflationsdaten waren nicht gut. Weniger schlecht als erwartet, das wohl. Aber sie waren kein Signal dafür, dass die Inflation effektiv in die Defensive gedrängt worden wäre … was einige Notenbanker-Kommentare auch unterstrichen. Doch die Trader schienen sich darum nicht zu scheren, werteten die Zahlen bullisch und erreichten so den Ausbruch über die flachere der beiden zu Jahresbeginn etablierten Abwärtstrendlinien.

Aus einem klaren, bärischen Signal in Form des Bruchs des Prä-Corona-Hochs und der 1.000-Tage-Linie Ende September wurde dadurch eine beeindruckende Rallye und eine massive Bärenfalle. Jetzt wäre das August-Hoch bei 34.281 Punkten das nächste Kursziel, darüber ginge es schon um die Region um 35.500 Punkte als letzte größere Widerstandszone vor dem Allzeithoch. Wer wollte da noch bärisch denken, geschweige denn, es sein?

Expertenmeinung: In solchen Situationen sollte man eines nie außer Acht lassen: Diese Rallye wurde nicht von allen Tradern getragen. Was wir hier sehen, ist eine seit Wochen anhaltende Dominanz der Käufer. Aber was ist mit den Short-Sellern, den Bären? Sind die ins bullische Lager übergelaufen? Das wäre dann anzunehmen, wenn die Rahmenbedingungen wirklich bullisch wären. Aber zu viele Quartalsbilanzen zeigten, dass der wirtschaftliche Druck in den USA, mehr als bislang hierzulande, auch bei vielen Großunternehmen angekommen ist. Die Wahlen konnten den Markt nicht wirklich beleben, wie es im November 2020 der Fall war. Und die Inflation ist, ob die Bullen das glauben wollen oder nicht, noch lange nicht besiegt. Aber wenn genauer nachdenkt, ahnt man, wo die Bären abgeblieben sind:

In Deckung, in Lauerstellung, aber jederzeit sprungbereit. Wenn man sieht, dass das Momentum so immens ist, hat es keinen Zweck, sich dagegenzustellen. Erfahrene Trader wissen, wie lange und intensiv sich blinde Hoffnung gegen negative Fakten stemmen kann. Man wartet deshalb, bis den Käufern die Kraft ausgeht, erst dann geht man zum Gegenangriff über. Und so bullisch der Ausbruch über diese flachere der beiden Abwärtstrendlinien an sich auch ist: Genau auf so etwas warten die Bären. Warum?

Weil da die letzten, die noch unüberlegt zu hohe Leerverkaufspositionen hielten, aus dem Markt gedrückt wurden. Weil durch dieses Signal so ziemlich die letzten gekauft haben dürften, die nach einer solchen Super-Rallye noch nicht Long gegangen sind, obwohl sie es (in Unkenntnis oder einfach trotz der negativen Rahmenbedingungen) vorhatten. Jetzt könnten dem Markt also langsam die Käufer ausgehen. Jetzt könnten Short-Attacken Erfolg haben und imstande sein, mit einem Rebreak der beiden Abwärtstrendlinien eine kapitale Bullenfalle zu generieren. Achten Sie auf die Kreuzunterstützung aus der steileren der Abwärtstrendlinien, der 200-Tage-Linie und der steilen Oktober-Aufwärtstrendlinie um 32.500 Punkte. Wenn diese Zone fällt, sind die momentan unsichtbaren Bären wieder da!

Dow Jones: Tages-Chart vom 11.11.2022, Kurs 33.747,86 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX
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Normalerweise läuft das Index-Flaggschiff Dow Jones in viel ruhigeren Bahnen als der Nasdaq 100. Der Dow ist Heimat der Value-Aktien und der Investoren, die Nasdaq Heimat der Growth-Aktien und der Trader. Aber auf einmal ist es der Dow, der davonzieht. Was passiert da?

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Die Performance des Dow Jones betrug im Oktober 13,95 Prozent, die des Nasdaq 100-Index nur 3,96 Prozent. Das ist ein völlig untypisches Bild. Schließlich beherbergt der Dow Jones mehrheitlich große Unternehmen aus klassischen Branchen, deren Umsatz- und Gewinnentwicklung eher träge verläuft, während der Nasdaq 100 die Heimstatt der Publikumslieblinge und Wachstumsraketen wie Apple, Amazon, Netflix, Nvidia, Tesla und vielen mehr ist.

Langfristig hat der Nasdaq 100 den Dow Jones daher in der Performance dramatisch abgehängt. Gerechnet vom Monatsultimo des Oktobers lag die Performance des Dow Jones in den vergangenen zehn Jahren bei 150 Prozent, die des Nasdaq 100 aber bei 330 Prozent. Und jetzt so etwas. Warum läuft der Dow Jones gerade so viel besser als der Nasdaq 100, von dem man eigentlich eine Outperformance erwarten sollte?

Expertenmeinung: Weil massiv Kapital in das umgeschichtet wird, was man vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 abschätzig „Old Economy“ nannte. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist es gerade diese Trägheit bei Umsatz und Gewinn, die dazu führt, dass immer mehr Anleger die Dow Jones-Aktien als eine Art „sicheren Hafen“ ansehen, weil sie unterstellen, dass die Unternehmensgewinne hier weniger weit und schnell fallen als bei den Wachstumsaktien im Nasdaq 100.

Zum anderen werden die massiv gestiegenen Zinsen für nicht wenige Nasdaq 100-Schwergewichte zum Problem. Erstens, weil sie in der Regel deutlich höher verschuldet sind als die Dow Jones-Unternehmen und daher höhere Kosten für den Schuldendienst haben, die den Gewinn zusätzlich drücken. Zweitens, weil die immer lukrativeren, hohen Zinsen am Anleihemarkt nur bei den oft hohen Dividenden der Value-Aktien des Dow Jones eine Entsprechung finden.

Die Frage ist indes, wie man jetzt, nach dieser Rallye des Dow Jones, damit umgehen sollte. Noch mitziehen oder aber dagegenhalten? Eine knifflige Frage, die man vorsichtig beantworten muss. Tendenziell sollte man immer vorsichtig sein, wenn alle an der Börse dasselbe tun und ein solcher Prozess schon weit fortgeschritten zu sein scheint. Und wenn wir uns die beiden Charts im Vergleich ansehen, kommt man nicht umhin zu konstatieren:

Dow Jones: Chart vom 01.11.2022, Kurs 32.653,20 Punkte / 11.288,95 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Der Dow ist schon sehr weit gelaufen. Und da diese vermeintliche Stabilität der meisten Dow Jones-Aktien nicht heißt, dass nicht auch dort Druck auf den Unternehmensgewinn käme, steigt die Bewertung des Index durch diese Umschichtungen zügig in Richtung „zu teuer“, selbst dann, wenn sich die Konjunkturlage nicht weiter verschärfen würde. Außerdem ist der Index jetzt schon an den beiden übergeordneten Abwärtstrendlinien angekommen und auf markttechnischer Ebene überkauft. Da noch Long zu gehen, wäre daher in der Tat gewagt. Aber heißt das umgekehrt, dass einem auf der Short-Seite im Dow nichts passieren kann?

Nein, das heißt es nicht, weil man nie sicher sein kann, wie extrem eine solche Bewegung ausfällt. Sie kann heute vorbei sein, aber auch erst in ein oder zwei Monaten und auf weit höherem Niveau. Da hier mehr Emotionen als die Ratio eine Rolle spielen und Erstere mit Fortgang der Bewegungen immer mehr an Gewicht bekommen, darf man da nichts ausschließen. Und auch beim Nasdaq 100, der im Gegensatz zu Dow ein Bild des Elends ist (sofern man nicht Short ist), gilt das.

Ja, der ist alles, nur nicht überkauft und hängt immer noch in der Nähe der in beiden Charts dick violett hervorgehobenen 1.000-Tage-Linie fest. Aber diese Linie könnte er auch brechen, denn noch muss sich diese Schere zwischen Dow Jones und Nasdaq 100 nicht schließen. Sie wird es sicherlich, sobald die Zeichen wieder auf Wachstum, vor allem auf einem wachsenden Konsum, stehen. Aber bis dahin sollte man bei beiden Indizes vorsichtig sein und im Zweifel dem Trend folgen, ohne sich dabei aber durch Zukäufe einem höheren Risiko auszusetzen.

Wer dabei wäre, könnte beim Dow Jones Long und beim Nasdaq 100 Short bleiben, solange diese gegenläufigen Trends anhalten. Als „Trigger“, dass sich da etwas in Richtung eines Schleißens dieser so ungewöhnlichen Schere tut, wäre in beiden Fällen momentan ein Überkreuzen der in den Charts hellblau eingezeichneten 100-Tage-Linien interessant.

Nasdaq 100: Chart vom 01.11.2022, Kurs 32.653,20 Punkte / 11.288,95 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Reaktion der Wall Street auf die gestern veröffentlichten Konsumentenpreise war wenige Minuten nach deren Bekanntgabe alles andere als positiv. Die Preise waren im Monat September erneut um satte 8.2% gestiegen und somit sogar etwas mehr, als von Analysten erwartet. Die Futures gingen tiefrot in den Tag und auch der Dow Jones musste zur Eröffnung einige Federn lassen.

Doch dann kam die große Überraschung. Erstmals seit vielen Monaten erlebten wir etwas, was für den Gesamtmarkt ungemein wichtig ist. Die Indizes steckten die negativen Nachrichten weg und konnten bis zum Ende des Tages den Turbo zünden. Gerade solche Reaktionen sind es, die uns vermuten lassen, dass der Boden eventuell nahe sein könnte.

Expertenmeinung: Wenn sich negative Nachrichten nicht mehr negativ auswirken, dann ist dies ein positives Zeichen. Natürlich gibt es aktuell noch keine Garantie dafür, dass wir hier am Beginn eines Anstieges stehen, aber die Chancen hierfür stehen gar nicht mal so schlecht.

Das gestrige Tief bildet eine überaus wichtige Marke und sollte jetzt auch noch die eingezeichnete Widerstandslinie überwunden werden, könnte es die lang ersehnte Erholung geben. Zahlreiche Short-Seller sind bereits gestern unter Druck geraten und wir sahen eine Mischung zwischen Käufern und Leeverkäufern, welche ihre Positionen glattstellen mussten. Vielleicht doch etwas mehr als nur ein kurzer positiver Impuls.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 13.10.2022 Kurs: 30.038.70 Kürzel: INDU
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Ein Blick auf den Chart des Dow Jones macht klar, warum das bullische Lager zu Beginn des vierten Quartals zum Gegenangriff angetreten ist. Doch momentan sieht es sehr danach aus, als würden sie sich nicht durchsetzen können. Kommt es so, sähe der Chart noch übler aus.

Die Versuche, die über 1.700 Punkte ausmachende Rallye zum Start in den Oktober zu erklären, fielen ziemlich unglaubwürdig aus. Man setze angesichts der da eingelaufenen, schwachen Einkaufsmanagerindizes darauf, dass die US-Notenbank, die „Fed“, ihre Zinserhöhungen relativ bald beenden, ggf. sogar die Zinsen wieder senken wird, um eine Rezession zu verhindern. Das mochte glauben, wer wollte. Glaubwürdig war es nicht, denn:

Die „Fed“ hatte unzweideutig klargemacht: Die Zinsen werden weiter erhöht und bleiben oben, bis die Inflation definitiv wieder stabil in der Region um zwei Prozent angekommen ist. Und man werde die Zinsen auch nicht vorschnell wieder senken, denn genau das tat die „Fed“ in der Inflationsphase Anfang der Achtzigerjahre und vergrößerte die Probleme dadurch nur. Und kommt es zu einer Rezession, dann ist das eben so, die Inflationsbekämpfung hat Vorrang. Dass man dort einfach mal alles auf den Kopf stellen könnte, ist somit nichts, worauf Anleger in größerer Zahl ernsthaft setzen könnten. Aber was steckte denn sonst hinter diesen Käufen?

Expertenmeinung: Zum einen dürften da nicht gerade wenige Short-Seller Gewinne mitgenommen haben, denn die zweite Hälfte des dritten Quartals war von starken Kursverlusten geprägt, da blieb man natürlich erst einmal am Ball. Doch gerade Hedgefonds, die ihre Performance auf der Short-Seite für das dritte Quartal so hoch wie möglich über die Ziellinie bringen wollten, dürften den Beginn des neuen Quartals genutzt haben, um die Barreserven etwas hochzufahren oder die Portfolios ein wenig umzugestalten. Doch Short-Eindeckungen haben „kurze Beine“. Zumindest, solange das Umfeld dergestalt ist, dass man auf der Short-Seite einfach mehr zu gewinnen hätte. Und das ist weiterhin der Fall.

Zum anderen dürften einige große Adressen wie Fonds oder Pensionskassen, die fast „long only“ agieren und viel zu verlieren hätten, wenn der Bruch wichtiger Supportmarken immer mehr Anschlussverkäufe auslösen würden, versucht haben, eben diese Supportmarken zu verteidigen, indem sie ihre Reserven einsetzten. Dabei geht es um zwei wichtige Marken, die man im langfristigen Chart auf Monatsbasis gut sehen kann. Das ist erstens das Prä-Corona-Hoch vom Februar 2020 bei 29.569 Punkten, das im Juni noch gehalten hatte. Zweitens geht es um die 1.000-Tage-Linie bei aktuell 29.622 Punkten.

Dow Jones: Monats-Chart vom 07.10.2022, Kurs 29.296,79 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX

Beide Linien wurden zwar zum Quartalsultimo unterboten, aber nicht allzu weit. Die Zwei-Tage-Rallye zu Wochenbeginn genügte, um beide Linien zurückzuerobern. Aber was man sich erhofft hatte, blieb aus: Andere Anleger sprangen auf den Zug nicht auf. Im Gegenteil, die Abgaben setzten sofort wieder ein. Und mit dem am Freitag vorgelegten US-Arbeitsmarktdaten wurden die stark genug, um den Dow Jones-Index wieder deutlich unter beide Linien zu drücken. Grund:

Man weiß, dass sich die „Fed“ sehr eng am US-Arbeitsmarkt orientiert, um zu sehen, wie robust die Wirtschaft ist. Das ist zwar unklug, weil der Arbeitsmarkt der aktuellen Lage mehrere Monate hinterherhinkt und oft sehr verzerrte Bilder liefert, aber es ist eben so. Und dass diese neuesten Arbeitsmarktdaten eine von 3,7 auf 3,5 Prozent gesunkene Arbeitslosenquote zeigten, machte deutlich: Selbst wenn die „Fed“ nun doch eine Rezession verhindern und mit ihren Zinsanhebungen zurückhaltender werden wollte, wenn es eng wird: Mit diesen Zahlen hat sie einen „Beweis“, dass die US-Wirtschaft noch super-stabil daherkommt und könnte damit mit den Zinsanhebungen fortfahren, ohne diese abzuschwächen.

Damit ist der Versuch, aus dem Bruch von 1.000-Tage-Linie und dem Hoch von Anfang 2020 eine Bärenfalle zu machen, gescheitert. Und das kann wie ein Bumerang wirken, weil genau das den Bullen zeigt, dass Gegenwehr derzeit nichts bringt und die Bären erkennen, dass sie quasi unbesiegbar sind. Ein Bruch des bisherigen Jahres-Verlaufstiefs, das am 30. September bei 28.725 Punkten erreicht wurde, ist relativ wahrscheinlich; ein Test der unteren Begrenzung des im Chart auf Tagesbasis zu sehenden Abwärtstrendkanals, die heute bei 28.100 Punkten ankommen wird, zumindest gut möglich.

Dow Jones: Tages-Chart vom 07.10.2022, Kurs 29.296,79 Punkte, Kürzel INDU | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Erneut erlebte die Wall Street eine rabenschwarze Handelswoche. Die Hoffnung war groß, dass sich der Gesamtmarkt nach der US-Notenbanksitzung wieder beruhigen würde, doch exakt das Gegenteil war der Fall. Die Zinsen wurden abermals erhöht und dies wirkt wie Gift für die Börse, denn dem Markt wird weiterhin Geld entzogen.

Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich regelrecht den Boden unter den Füßen und rutschte mittlerweile sogar unter das Tief von Sommer dieses Jahres. Der Abverkauf hat seit Mitte September wieder Fahrt aufgenommen und die Bären scheinen nicht zu bremsen sein. Der Trend ist längst wieder in eine bärische Phase übergegangen. 

Expertenmeinung: Wohin die weitere Reise gehen wird, hängt nun ganz davon ab, wie wir mit den Tiefs von Juni dieses Jahres umgehen werden. Eine Rückeroberung dieser Ebene wäre als Kaufsignal zu sehen – zumindest kurzfristig. Gleichzeitig befindet sich der Markt in einer extrem überverkauften Situation, welche wir in dieser Art und Weise in diesem Jahr lediglich im Januar gesehen haben.

Ende Januar startete daraufhin eine starke Zwischenrallye. Exakt dies könnte auch in dieser Woche passieren. Hierbei könnte der Leitindex auf bis zu 31.000 Punkte steigen. Ob damit jedoch der Abwärtstrend gebrochen werden kann, ist mehr als fraglich. Kurzfristig sehe ich gute Chancen auf eine Rallye, aber mittelfristig bleibt die Lage weiterhin brandgefährlich.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 23.09.2022 Kurs: 29.590 Kürzel: INDU | Online Broker LYNX