EURO STOXX 50 aktuell Euro Stoxx 50: Dieser Gegenangriff kann klappen … muss aber nicht.

News: Aktuelle Analyse des EURO STOXX 50 Index

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EURO STOXX 50
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Zum EURO STOXX 50

Der Start in den Mai schien ein kapitaler Fehlstart zu werden. Kräftige Abgaben, charttechnisch negative Signale: Der Optimismus geriet ins Wanken. Doch die Bullen entschieden sich zur Gegenwehr beim Euro Stoxx 50. Das kann funktionieren – aber ein Selbstläufer ist das nicht.

Der Beginn eines neuen Handelsmonats ist eine Art Lackmus-Test für das bullische Lager. Normalerweise bedeutet ein gesundes, bullisches Umfeld, dass die vielen passiven Anleger ihren Fonds und ETFs zur Monatswende einen Teil ihres Gehalts überweisen. Und die geben dieses frische Geld dann umgehend in den Markt. Bleibt das aus, ist etwas faul. Und ein solches Signal ausbleibenden Kapitalnachschubs kann dazu führen, dass ein Aufwärtstrend in sich zusammenfällt wie ein Kartenhaus. Vor allem dann, wenn er genau das ist, ein Kartenhaus, weil die Hoffnungen der Trader die Fakten längst überholt haben und man damit auf einem fragilen Gerüst großer Erwartungen balanciert.

Genau diesen Eindruck gewann man am Dienstag, als nach einem verhaltenen ersten Handelstag am Montag kräftiger Abgabedruck aufkam, der darüber hinaus keine Entsprechung auf der Nachrichtenseite hatte. Die Mutmaßung, dass den institutionellen Investoren wie Fonds, Hedgefonds, ETFs, Versicherungen oder Pensionskassen womöglich nicht nur relativ wenig frisches Kapital zugeflossen sein könnte, sondern es sogar zu Abflüssen gekommen ist, war naheliegend. Aber bisweilen taktieren die großen Adressen auch nur.

Man schaut sich an, was die Konkurrenz tut. Verkaufen die ein wenig, tut man es auch, weil man als Verwalter großer Summen zwar die eigenen Zu- und Abflüsse sieht, aber nicht die der anderen. Daher neigt man dazu, einem Impuls in dieser Anfangsphase eines Monats zügig zu folgen. Vor allem, wenn dadurch negative charttechnische Signale auftreten. Sie sehen im Chart des Euro Stoxx 50 auf Tagesbasis, dass das kräftige Minus des Dienstags die zuvor mehrfach getestete und dabei immer einigermaßen gut verteidigte 20-Tage-Linie ebenso durchbrach wie die November-Aufwärtstrendlinie. Das alleine dürfte den Druck durch ausgelöste Stop Loss-Verkaufsorders intensiviert haben. Aber jetzt könnte sich dieser Abwärts-Ruck als Bärenfalle entpuppen.

Der Euro Stoxx 50 startete am Mittwochmorgen ansatzlos durch und holte die Kursverluste des Vortages komplett wieder auf. Kommt jetzt also statt eines Korrektur-Impulses der Ausbruch nach oben?

Möglich ist es, sicher ist es aber erst, wenn es passiert ist. Denn was wir nicht wissen: Haben viele der institutionellen Investoren erst einmal nur taktiert, ihr frisches Kapital in der Hinterhand gehalten und greifen jetzt mit einem dicken Kapitalpolster an? Oder war der Kapitalzufluss tatsächlich mager und einige große Adressen bestreiten den Gegenangriff nur mit ihrer traditionell dünnen Kapitalreserve, so dass sie auf Anschlusskäufe normaler Trader angewiesen wären, um diesen Konter zum Erfolg zu führen?

Den aktuellen Kurs und Chart des EURO STOXX 50 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Daher würde es sich anbieten, dem Braten noch nicht zu trauen. Der Euro Stoxx 50 muss über dem bisherigen Jahres-Verlaufshoch bei 4.041 Punkten schließen, um diesen Gegenangriff erfolgreich zu gestalten. Würde das klappen, hätte der Index umgehend wieder Luft nach oben. Aber bevor das bisherige Hoch nicht geknackt wurde, kann sich diese Attacke der Bullen jederzeit noch als Fehlschlag erweisen. Sollte der europäische Leitindex das Dienstags-Tief bei 3.919 Punkten auf Schlusskursbasis unterschreiten, wäre der Weg nach unten frei, noch ist also Vorsicht geboten.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des EURO STOXX 50 Index

Ein kurzer „Schwächeanfall“ zum Wochenstart wurde in der zweiten Wochenhälfte großenteils aufgeholt. Die Bullen verteidigten beim Euro Stoxx 50-Index bereits die erste relevante Unterstützung effektiv. Aber wie lange kann dieser Sturmlauf noch gutgehen?

Wer sich ansieht, was seit dem Herbst zusammen mit den Käufen an positiven Erwartungen in den europäischen Leitindex eingeflossen ist, mag die Stirn runzeln. Schließlich dachte man, als Anfang November die große Kaufwelle begann, dass die Corona-Problematik angesichts der damals ersten, fertiggestellten Impfstoffe im Frühjahr erledigt sei und durch die massive Flutung der Märkte mit Geld eine Phase immensen Wachstums losgetreten würde, das die Wirtschaftsleistung vor der Corona-Phase überbieten würde. Es kam anders. Aber die Kurse steigen trotzdem weiter. Natürlich mögen da viele erwarten und manche auch gegen den Trend der Kurse darauf setzen, dass diese Hoffnungsblase über kurz oder lang in sich zusammenfällt.

Würde der Aktienmarkt immer streng objektiv und logisch reagieren, wäre das im Prinzip richtig. Aber dass es nicht längst passiert ist, unterstreicht ja, dass es mit Objektivität und Logik nicht weit her ist. Die Kurse folgen dem Zustrom frischen Geldes. Und dieses Geld, das stetig neu an den Markt kommt, folgt Hoffnungen und nicht zuletzt Gier. Beides sind Emotionen, gegen die man mit Logik nicht ankommt. Der Spruch „die Hausse nährt die Hausse“ hat schon etwas für sich. Denn je weiter die Kurse steigen, desto sicherer fühlen sich viele Akteure, kaufen weiter und glauben, sich den Seitenblick auf die weit unter den Kursen zurück gebliebene Realität schenken zu können.

Eine solche Aufwärtsbewegung kann nur durch zwei Aspekte gestoppt werden. Entweder, weil dem Markt das frische Geld ausgeht, die ersten ihre Gewinne mitnehmen, erste, kurzfristige Supportlinien dadurch fallen und eine Verkaufslawine aus Stop Loss-Verkäufen und/oder unmittelbaren Gewinnmitnahmen beginnt. Oder durch eine wirklich dramatisch negative Wendung im Bereich der Rahmenbedingungen, die imstande ist, dem Gros der Anleger klarzumachen, dass es keinen Sinn mehr hat, Hoffnungen einfach auf der Zeitachse nach vorne zu schieben. Bislang sehen wir weder noch.

Das ist keine Garantie dafür, dass der Euro Stoxx 50 wirklich und auch noch bald das Kursziel erreicht, das er sich durch den Break über die Jahreshochs 2008, 2015 und 2020 erkämpft hat, nämlich das bisherige Rekordhoch des Index aus dem Jahr 2007 bei 4.573 Punkten, aber:

Dass der Rücksetzer zu Beginn der vergangenen Woche gleich an der 20-Tage-Linie gestoppt wurde und umgehend wieder Kaufinteresse aufkam, obwohl die untere Begrenzung des keilförmigen Aufwärtstrendkanals bei 3.929 und die wichtige Unterstützung in Form des Jahreshochs 2020 bei 3.867 Punkten nahe gelegen hätten, ist ein Zeichen, dass die Bullen sich bislang nicht Bange machen lassen. Solange sich dieses Bild weiter zeichnen lässt, sehen die Bären hier kein Land. Wichtig wäre aber, sich nicht blind darauf zu verlassen, dass diese Aufwärtsbewegung immer weitergeht, das Ziel 4.573 Punkte zwingend erreichen müsste.

Sich konsequent abzusichern, wäre dringend anzuraten, derzeit wäre das 2020er-Hoch bei 3.867 Zählern dafür ein guter Ankerpunkt. Denn irgendwann wird es eben doch dazu kommen, dass zu viele bemerken, dass die Leiter, auf der sie immer höher klettern, wackelt.

Vor gut einer Woche näherte sich der Euro Stoxx 50 der runden Marke von 4.000 Punkten – zum ersten Mal seit Januar 2008. Doch es scheint, als wäre die Hürde nicht leicht zu überwinden. Was steckt dahinter?

Scheuen die Bullen beim Euro Stoxx 50 etwa vor der runden Marke von 4.000 Punkten zurück? Möglich wäre es schon, immerhin hat der Index jetzt den höchsten Level seit über 13 Jahren erreicht. Die Kombination aus ungewohnter Höhenluft und „magischen“ runden Marken kann da schon zu Gewinnmitnahmen verleiten. Aber ein Blick in den Terminkalender macht klar: Wahrscheinlicher wäre es, dass die übermorgen anstehende Abrechnung der Index-Optionen an der Terminbörse die Rallye bremst. Wenn für die Bullen nichts schiefgeht, wäre das also nur ein kurzfristiger Hemmschuh.

Große Akteure würden versuchen, den Euro Stoxx 50 bis Freitag nicht nennenswert über die 4.000er-Marke laufen zu lassen, wenn dort Derivate-Positionen existieren, die dann ideale Gewinne einbringen, wenn der Index zwar am oberen Ende der Handelsspanne seit der letzten Abrechnung am 19. März notiert, nicht aber über 4.000 Punkte läuft.

Dass das denkbar ist, lässt sich an der hohen Zahl offener, übermorgen auslaufender Call-Optionen mit Basis 4.000 Punkten erkennen. Wer diese Calls an andere Akteure verkauft hat, sprich als Stillhalter fungiert, würde ordentlich zur Kasse gebeten, wenn diese Call-Optionen am Freitagmittag auf einmal einen echten Wert ausweisen sollten.

Ob das der einzige Grund ist, wieso der europäische Leitindex momentan vor dieser Hürde zurückscheut, ist nicht sicher zu ermitteln, zumal Derivate-Strategien großer Adressen meist verschiedene Derivate in einer komplexen Struktur miteinander kombinieren. Aber was, wenn es so wäre? Dann käme es auf den Start in die kommende Woche an, wenn das Thema Terminbörsen-Abrechnung vom Tisch ist.

Dass sich die Bullen beim Euro Stoxx 50 in Relation zu den konjunkturellen Rahmenbedingungen weit aus dem Fenster gelehnt haben, wissen nicht nur die Bären, sondern auch sie selbst. Dass sie trotzdem stur Long gehen und bleiben, macht klar: Die Fakten außerhalb der Börsensäle spielen derzeit eine geringere Rolle als der Trend bzw. die Charttechnik. Und damit wird die Sache wieder relativ einfach. Ob der Euro Stoxx 50 nach der Abrechnung der Index-Optionen durch die 4.000 geht oder aber abdreht und eine größere Korrektur startet, weiß man zwar nicht vorher. Aber die Charts zeigen, wo die Punkte liegen, unter denen man sich umgehend überlegen sollte, auf der Long-Seite die Segel zu reffen:

Egal, ob man sich den Index auf Tages- oder auf Monatsbasis ansieht, es springt ins Auge, welcher Bereich von den Bullen gehalten werden muss, um die Rallye aufrechtzuerhalten. Es ist der Bereich zwischen 3.836 und 3.900 Punkten, bestehend aus den Jahreshochs 2015 und 2020 sowie den beiden Zwischenhochs der ersten Jahreshälfte 2008. Ein Bereich, der aktuell zusätzlich durch die Oktober 2020-Aufwärtstrendlinie verstärkt wird.

Solange diese Zone hält, wäre die Long-Seite weiterhin die richtige. Fällt sie, kann es angesichts der allen bewussten Schere ziwschen Kursen und Rahmenbedingungen schnell sehr ungemütlich für Akteure werden, die eisern auf der Long-Seite ausharren wollen.

Pünktlich zum Quartalsultimo hat der Euro Stoxx 50 auf dem höchsten Niveau seit 2008 geschlossen: ein immens bullisches Signal. Aber es ist eines auf Bewährung, noch ist Vorsicht geboten!

Man könnte diesen Ausbruch des Euro Stoxx 50 einfach nur erfreut zur Kenntnis nehmen, immerhin ist der Index jetzt an zwei äußerst markanten Widerständen, konkret an den Jahreshochs 2015 und 2020 im Bereich 3.836/3.867 Punkte, vorbeigekommen. Dadurch wurde ein Kursniveau erreicht, das letztmalig im Januar 2008 gesehen wurde. Und zugleich wurde dadurch das Tor in Richtung 4.500 Punkte aufgestoßen, erst dort warten die nächsten, mittelfristig bedeutsamen Widerstände. Das wäre ein Aufwärtspotenzial von knapp 15 Prozent, für einen Index wirklich nicht zu verachten.

Aber so eindeutig positiv ist dieser Ausbruch eben nicht – zumindest noch nicht. Da genau hinzuschauen, hat nichts mit Pessimismus, sondern mit Vorsicht zu tun. Und schaut man genauer hin, stellt man zwei Dinge fest:

Zweieinhalb Wochen lang hing der Euro Stoxx 50 an der Widerstandslinie bei 3.867 Punkten fest, dem Jahreshoch 2020, das unmittelbar vor dem Corona-Crash im Februar 2020 ausgebildet wurde. Mit dem Start in die neue Woche gelang auf einmal der Ausbruch, am Montag knapp, am Dienstag eindeutig. Das ist auf den ersten Blick bullisch und kann auch durchaus zu Anschlusskäufen führen.

Aber es ist auffällig, dass diese Dynamik ausgerechnet zum Quartalsultimo aufkam, ohne dass die Nachrichtenlage die Käufe zwingend hätte auslösen müssen. Der Gedanke, dass das „Window Dressing“ der institutionellen Investoren wie Fonds oder Hedgefonds für diesen Kursanstieg entscheidend war, drängt sich da schon auf. Und diese gezielte, werbewirksame Optimierung der Performance hat eben den Stichtag des Quartalsendes zum Ziel – den heutigen Tag.

Wird das Ziel erreicht, hieße das, dass durch die gezielt vorangetriebene Performance besonders viel frisches Kapital der Sparer zufließt, das dann den Anstieg weiter treiben soll. Das gelingt oft. Aber keineswegs immer.

Der zweite Aspekt, der auffällt, ist im Chart auf Tagesbasis zu sehen: Mit diesem Ausbruch sind zwar mittel- und langfristige Widerstände überboten, ein kurzfristiger Widerstand aber gerade erst erreicht worden. Der Euro Stoxx 50 ist genau an die obere Begrenzungslinie des keilförmigen, im November etablierten Aufwärtstrendkanals herangelaufen.

Diesen Widerstand könnten die Bullen ebenfalls niederringen, den Index aus diesem Trendkanal nach oben hinausdrücken. Aber bevor man sich da entspannt zurücklehnt, sollte man genau beobachten, ob die so souverän wirkende Stärke auch über die ersten Tage des neuen Quartals anhält, d.h. das unmittelbare Ziel des „Window Dressing“ überlebt. Auf der Long-Seite am Ball zu bleiben, ist bei einem solchen Chartbild eine klare Sache. Sich aber für den Fall der Fälle relativ eng abzusichern, ebenfalls. Die kurzfristig entscheidende Supportzone besteht aus der 20-Tage-Linie und der unteren Begrenzung dieses bullischen Keils im Bereich 3.810/2.820 Punkte. Knapp darunter einen Stop Loss Long zu platzieren, dürfte kein Fehler sein!

Der Euro Stoxx 50 steht jetzt aus chart- und markttechnischer Sicht am Anschlag. Trotzdem weiter zu steigen, ist nicht unmöglich, aber schwierig. Was jetzt gelingen muss … und was nicht schiefgehen darf.

Der Index hat der zunehmenden Inflationsangst getrotzt. Ebenso den Enttäuschungen hinsichtlich des Impffortschritts, der Voraussetzung dafür, dass das Wachstum in nächster Zeit wieder anziehen könnte. Viele eher verhaltene Unternehmensperspektiven konnten die Käufer nicht aufhalten. Aber jetzt könnte sich doch die Schwerkraft zu Wort melden. Denn der europäische Leitindex hat bedeutsame charttechnische Hürden angesteuert, ist aus markttechnischer Sicht überkauft und ist jetzt eines Zugpferdes beraubt worden: der Sogwirkung des „dreifachen Hexensabbats“.

Am Freitag ging diese Abrechnung der Futures und Optionen auf die Indizes und der Optionen auf Aktien über die Bühne. In Aufwärtstrends ziehen diese Termine die Kurse gemeinhin. Und in der Tat ist der Euro Stoxx 50 im Vorfeld dieser Abrechnung kräftig gestiegen, begann dann aber schon während der Abrechnung der Derivate zu wackeln. Ein schlechtes Zeichen?

Ein Warnsignal ist es allemal. Vor allem, weil den Bullen ausgerechnet da die Puste auszugehen scheint, wo es entscheidend wäre, noch einmal richtig zuzulangen. Denn die jetzt erreichten Widerstände zu bezwingen, die überkaufte Markttechnik abzuschütteln, wäre zwar möglich. Aber nur, wenn jetzt noch einmal Gas gegeben würde.

Sie sehen im Chart auf Wochenbasis, dass der Index genau an das Jahreshoch 2020, das „Prä Corona“-Hoch, bei 3.867 Punkten herangelaufen war. Zugleich wurde dadurch die obere Begrenzung des Ende Oktober begonnenen, keilförmigen Aufwärtstrendkanals fast erreicht. Und der Stochastik-Oszillator ist, wie in den Charts unten jeweils mit eingeblendet, auf beiden Zeitebenen in der überkauften Zone angekommen.

Um eine Korrektur zu verhindern, müsste der Euro Stoxx 50 also nicht nur über das 2020er-Jahreshoch, sondern über diesen Keil nach oben hinaus, dazu bräuchte es Schlusskurse mindestens über 3.900 Punkten. Wobei die Bullen das Problem haben, dass diese obere Keil-Linie zügig steigt, man also auch danach zum Steigen verdammt wäre, um dieser Formation zu entkommen. Das wird in diesem außerhalb des reinen Tradings problematischen Umfeld nicht gerade einfach.

Wenn es misslingt, hier noch einmal richtig durchzustarten, wird es auf die untere Begrenzung dieser Keilformation ankommen, die derzeit zusammen mit der 20-Tage-Linie eine Art doppeltes Rückgrat der Aufwärtsbewegung bildet. Diese beiden Linien verlaufen heute bei 3.753 und 3.766 Punkten. Würde diese Zone eindeutig durchbrochen, läge die nächste potenzielle Auffangzone von mittelfristiger Relevanz erst im Bereich 3.400/3.451 Punkte, konsequente Stoppkurse auf der Long-Seite wären daher jetzt ratsam!

Der Euro Stoxx 50 Kurs legte am Donnerstag den vierten Tag in Folge zu. Aber aus charttechnischer Sicht ist der entscheidende Punkt erst jetzt erreicht. Gelingt es, den aktuell angesteuerten Kreuzwiderstand zu überwinden, wäre noch einiges an Spielraum vorhanden. Wenn nicht, könnte es für die Bullen schnell ungemütlich werden.

Die gestrige EZB-Sitzung war angetan, einige besorgte Akteure zu beruhigen. Allerdings fiel das leicht, denn wer sich aktuell Sorgen um Renditeanstieg und Inflation macht, will nur zu gerne beruhigt werden. Die EZB veränderte weder die Zinssätze noch das Volumen der Anleihekäufe und demonstrierte damit eine Politik der ruhigen Hand. Was die Zinskurven und die Wechselkurse angehe, werde man das intensiv beobachten. Und in Sachen Inflation sei es normal, dass die kurzfristig noch ein wenig anziehe, wegen der kurzfristig preistreibenden Wirkung des großen US-Konjunkturprograms einerseits und der steigenden Ölpreise andererseits. Das wirkte, als gebe es keinerlei Grund zu handeln.

Ob man damit richtig liegt, wird sich zwar erst in zwei, drei Monaten anhand der dann vorliegenden Teuerungsraten und dem Renditenniveau der längeren Laufzeiten am Anleihemarkt zeigen. Aber bis dahin hätten die Bullen am Aktienmarkt eben noch Zeit, Boden gutzumachen. Sollten die Anleiherenditen nicht kurzfristig wieder Fahrt nach oben aufnehmen, könnte dieses Thema damit kurzfristig in den Hintergrund treten. Worum sich die Bullen jetzt kümmern müssen, ist vielmehr charttechnischer Natur. Denn der europäische Leitindex hat jetzt gleich zwei nicht unwesentliche Charthürden erreicht.

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass sich der EuroStoxx 50 seit einiger Zeit in einer aufsteigenden Keilformation bewegt, dessen obere Begrenzung sich jetzt mit dem „Prä Corona“- und Jahreshoch 2020 bei 3.867 Punkten zu einem Kreuzwiderstand vereint. Im Gegensatz zum DAX hat der europäische Leitindex den Level, mit dem der gesamte Abriss der Kurse im Zuge der Panik-Verkäufe vor einem Jahr ausgeglichen wäre, also noch nicht überboten.

Würde der Ausbruch nach oben eindeutig gelingen, würde sich das für die Bullen aus rein charttechnischer Sicht lohnen, denn wirklich markante Widerstände würden dann erst, Sie sehen es im langfristigen Chart auf Monatsbasis, im Bereich 4.500/4.570 Punkte warten. Der Index ist in Schlagdistanz, der Ausbruch über 3.867 Punkte wirkt wie ein Katzensprung.

Aber Verkäufer pflegen sich nicht vorher lauthals anzukündigen. Erst, wenn diese doppelte Hürde mindestens um einen Prozentpunkt auf Schlusskursbasis überboten wäre, ließe sich der Befreiungsschlag als signifikant ansehen. Für den Fall, dass nicht gelingt, was per Donnerstagabend so leicht scheint, wäre ein Stop Loss Long knapp unter 3.700 Punkten in jedem Fall eine Überlegung wert.