NASDAQ 100 Prognose Nasdaq: Langsam macht sich Panik breit – das sind jetzt mögliche Kursziele

News: Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

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NASDAQ 100
ISIN: US6311011026
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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur NASDAQ 100
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In diesem Jahr ist der technologielaste Nasdaq 100 bereits um über 30% gefallen und langsam ist unter den Anlegern etwas Panik zu spüren. Nach der Notenbanksitzung war die Hoffnung groß, dass mit dem jüngsten Zinsschritt die Zinssorgen ein wenig in den Hintergrund rücken würden. Kurzfristig war das nach der FED-Sitzung von Mittwoch zwar der Fall, doch die Ernüchterung folgte im gestrigen Handel.

Die US-Indizes verloren teils massiv an Wert und so setzt sich die Folge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs vorerst fort. Die Lage bleibt weiterhin prekär und ein Ende der Talfahrt ist zumindest aus momentaner Sicht noch nicht zu erkennen.

Den aktuellen Kurs und Chart des NASDAQ 100 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wo sind nun mögliche Umkehrpunkte und wie weit könnte der Index noch fallen? Zum einen hätten wir hier eine nicht uninteressante Unterstützungslinie vor uns, welche bereits drei Mal in Folge als Support innerhalb der aktiven Abwärtsbewegung gehalten hat. Diese könnte rund um die Marke von 11.000 Punkte einige Bullen hinter dem Kamin hervorlocken.

Im Wochenchart wäre das nächste Zielniveau bei rund 10.800 Punkten zu finden. Hier befindet sich zum einen der 200-Wochen-Durchschnitt und zum anderen die 61.8% Fibonacci-Marke, gemessen vom Tief des Corona-Crashs aus dem Jahr 2020. Dies ist eine bedeutende Ebene und könnte im Laufe der kommenden Woche vielleicht wieder für etwas Rückenwind sorgen.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 16.06.2022 Kurs: 11.127,57 Kürzel: Nasdaq | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des NASDAQ 100 Index

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Die letzten Wochen waren ein echtes Lehrstück. Ein Paradebeispiel dafür, wie Bärenmärkte verlaufen und wie abrupt das Sentiment drehen kann.

Panik / Kaufpanik

Von Ende März bis Mitte Mai ging es massiv abwärts, am Ende herrschte regelrechte Panik.
Alle Angst-Indikatoren erreichten Mitte Mai ein Maximum und Anleger waren außerordentlich bärisch positioniert.

Es folgte, was unweigerlich passieren muss. Binnen kürzester Zeit legten die großen Indizes wie der S&P500 um rund 10% zu.
Unter Anlegern brach regelrechte Kaufpanik aus, schließlich will keiner die nächste Rallye verpassen.

Das ist keine Interpretation meinerseits, sondern Fakt. Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, dass derartig stark steigende Kurse durch ein Überhang an Nachfrage nach Aktien zustande kommt und durch nichts Anderes.

Am Donnerstag war die Party allerdings plötzlich zu Ende. An nur einem Tag verloren S&P500 sowie Nasdaq 100 rund zweieinhalb Prozent.
Plötzlich herrscht wieder Panik.

Schlauberger gibt es genug…

Gründe dafür findet man im Nachhinein immer. Mal ist es eine Erleichterung beim Thema X, dann zunehmende Sorgen beim Thema Y.

In der Realität wären Anleger gut beraten, diesen tagesaktuellen Themen und den Überschriften in den Medien möglichst wenig Beachtung zu schenken.
Denn egal um welches Thema es sich auch handelt, man muss eine Sache verstehen:

Börsenkurse sind nicht linear mit diesen Themen verknüpft. Dass bedeutet, dass sich weder gute noch schlechte politische oder wirtschaftliche Nachrichten unmittelbar auf Kurse auswirken müssen, vor allem nicht unmittelbar.
Teilweise reagiert die Börse überhaupt nicht oder mit Verzögerung. Bei anderen Themen kommt es zu Überreaktionen.  

Wer auf der Basis dieser Themen Anlageentscheidungen trifft, fährt damit selten gut. Es fühlt sich richtig und intuitiv an das zu tun und es hört sich auch immer besonders klug an, wenn Journalisten darüber schreiben.
Wenn all das so zielführend ist, warum sind all jene, die so handeln dann keine Börsenmillionäre?

… Könner hingegen wenig

Und warum verhalten sich die wenigen Investoren, die den Markt nachweislich über Jahrzehnte hinweg geschlagen haben, nicht so?

Am Ende müssen uns diese Fragen und ihre ernüchternden Antworten zu dem Schluss bringen, dass man den Markt eben nicht timen kann.
Und wer dem jeweils vorherrschenden Marktrend hinterherrennt, wird ständig auf dem falschen Fuß erwischt.

Wenn man erfolgreich langfristig investieren möchte, bleibt einem also nichts anderes übrig als antizyklisch zu handeln.

Wie gesagt, es ist kein Zufall, dass all die Investoren, die den Markt nachweislich über Jahrzehnte hinweg geschlagen haben, kein Market Timing betreiben.
Der eigentliche Schlüssel zum Börsenerfolg ist es, herausragende Unternehmen zu identifizieren, investiert zu bleiben, Crashs als Gelegenheit wahrzunehmen und für sich zu nutzen.

Lassen Sie sich nicht von der allgemeinen Stimmung anstecken.

Wo könnte es derzeit Schnäppchen geben?

Das gilt sowohl für den Markt als Ganzes, aber auch für Sektoren und Branchen.

Genau die Sektoren und Branchen, die die Mehrheit gerade nicht haben möchte, ist langfristig am interessantesten, dort findet man die Schnäppchen.

Denn die Sektoren, die gerade in Mode und beliebt sind, ändern sich ständig. Jeder Sektor steht mal an der Spitze und ist dann wieder Schlusslicht.

Auf Sicht von einem Jahr stehen Rohstoff- und Energiewerte sowie Versorger ganz oben. Diese Sektoren wurden also gekauft und Anleger haben sich hier positioniert.
Am stärksten gefallen sind zyklische Konsumgüter, Kommunikation, Immobilien sowie Technologiewerte.

Chart vom 10.06.2022 - Kurs: 12.269 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.06.2022 – Kurs: 12.269 Kürzel: NDX – Wochenkerzen
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Im Hightech-Bereich agierende Bullen dürften aufgeatmet haben: Der Nasdaq 100 hat am unteren Ende seines Abwärtstrendkanals ein Doppeltief ausgebildet und nach oben gedreht. Die Frage ist, wie weit der Aufwärtsimpuls kommt. Aktuell steht es Spitz auf Knopf, denn …

… nachdem das kleine Zwischenhoch des „hängenden“ (das rechte Tief liegt etwas niedriger) Doppeltiefs bei 12.573 Punkten überboten wurde, tat sich der technologielastige Index schon gleich an der nächsten Charthürde schwer. Das Tief vom Mai 2021 bei 12.967 Zählern erwies sich als knifflig. Zwar sah es am Donnerstag so aus, als würde man seine Kräfte bündeln, um diese Hürde nach ein paar Tagen Getändel unterhalb der Linie mit Schwung bezwingen wollen. Aber am Freitag ging alles, was am Donnerstag gewonnen wurde, punktgenau wieder verloren.

Und damit nicht genug, sitzt der Index dadurch auf dieser Nackenlinie des Doppeltiefs auf und die zuvor überverkaufte Situation bei den schneller reagierenden markttechnischen Indikatoren (hier im Chart der Stochastik-Oszillator) ist längst abgebaut, so dass die Short-Seller, würden sie jetzt erneut attackieren, wieder Spielraum nach unten hätten.

Das theoretische Potenzial nach oben wäre zwar verlockend, immerhin verläuft die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals momentan bei 14.200 Punkten und damit gut 13 Prozent über dem Schlusskurs des Freitags. Aber eine Aufwärtsbewegung in einem übergeordneten Abwärtstrend braucht vor allem eines:

Expertenmeinung: Erfolge. Und das regelmäßig. Nur so kann es gelingen, die Short-Seller, sprich die Bären, auf Distanz zu halten und die Käufer immer wieder neu zu motivieren, eine Charthürde nach der anderen anzugehen, obwohl der Trend gegen sie läuft. Und da geht es nach diesem präzisen Abverkauf der Vortagesgewinne am Freitag schon um die Wurst.

Chart vom 03.06.2022, Kurs 12.548,03 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Wenn diese Erholungsbewegung weitergehen soll, muss der Nasdaq 100 in den kommenden Tagen überzeugend über dieses Mai 2021-Tief bei 12.967 Punkten hinaus. Gelingt das, wäre aus rein charttechnischer Sicht erst einmal Luft bis 13.725 Zähler, wo mit dem Januar-Tief die letzte nennenswerte Charthürde vor der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals wartet.

Möglich wäre es, sich durch diese bislang nicht genommene Hürde hindurch zu beißen. Aber das muss, mit Blick darauf, dass der Index jetzt wieder auf die Nackenlinie des Doppeltiefs zurückgeworfen wurde, schnell gehen. Ansonsten wäre ein erneuter Test der unteren Begrenzung des Kanals, derzeit auf gleicher Höhe mit dem bisherigen Jahres-Verlaufstief bei knapp 11.500 Punkten, die deutlich wahrscheinlichere Szenario-Variante der kommenden Wochen.

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Die Mehrheit der Anleger hat aufgegeben und das ist nur verständlich. Wenn man die ganzen Hiobsbotschaften liest, warum sollte man da Aktien halten?

Der Krieg in der Ukraine hat einen Ölpreisschock ausgelöst, die Inflation weiter befeuert und dementsprechend steuern wir auf eine Rezession zu.

Also raus aus Aktien, die Kurse werden noch viel tiefer fallen.

So einfach ist es leider nicht

Dass die meisten Anleger so reagieren, kann man nachvollziehen. Das ist intuitiv und es löst eine regelrechte Erleichterung aus, wenn man nicht mehr investiert ist.

Man atmet auf, endlich ist die Sache durchgestanden. Es ist zwar auch nicht gerade optimal, bei einer Inflation von gefühlten 10% in Cash umzuschichten, aber im Gegensatz zu der Inflation sieht man die Verluste nicht wirklich.
Die Zahl auf dem Konto verändert sich schließlich nicht.

Leider ist die Börse aber nicht intuitiv und bestraft emotionales Verhalten. Wenn Börse so einfach wäre, würde sie die Mehrheit reich machen. In Wirklichkeit verdient aber eine kleine Minderheit das große Geld.

Das Problem ist, dass 95% aller Anleger, die sich so verhalten, am Ende den Einstieg verpassen werden.
Jeder denkt, dass ihm das nicht passieren wird, wird es aber.

Alle Statistiken und einfache mathematische Überlegungen beweisen es.

Wir alle wissen, dass die absolute Mehrheit (95%+) an der Börse schlechter abschneiden als der breite Markt, also der jeweilige Markt, auf dem sie sich bewegen.

Für die meisten von uns dürfte das der Dax oder der S&P500 sein.

Chuck Akre

Und dann gibt es diese Giganten wie Chuck Akre, einen der erfolgreichsten Investoren unserer Zeit und der letzten Jahrzehnte.

Akre Management wurde 1989 gegründet und hat den Markt seitdem um Längen geschlagen, das gilt für den gesamten Zeitraum ebenso wie auch für die letzten fünf oder zehn Jahre.
Das Erstaunlichste daran ist, dass ihm das ohne „Big Tech“ gelungen ist.

Man fragt sich unweigerlich, wie das möglich ist. Diese Frage hat Akre selbst in einer Vielzahl von Interviews und Artikeln beantwortet:
Compounding.

Hinter diesem Begriff versteckt sich der Zinseszins und die Idee, absolute Top-Unternehmen zu kaufen und das Geld dann für sich arbeiten zu lassen. Buy & Hold.

Nichtstun

Derzeit ist beispielsweise Mastercard die größte Position im Fonds. In das Portfolio aufgenommen wurde die Position 2010.
Seitdem wurden keine nennenswerten Anpassungen vorgenommen.

So ähnlich sieht es bei den anderen Investments auch aus. Kaufen, liegen lassen. Im Endeffekt befinden sich heute mehrheitlich dieselben Aktien im Portfolio wie vor zehn Jahren.

Das wichtigste ist aber, dass keinerlei Market Timing betrieben wird. Chuck Akre hat seine Positionen weder 2008 noch 2020 oder 2022 ausgedünnt.

Market Timing

Auf der Webseite von Akre Capital findet man viele interessante Artikel (Link). Hier ein Auszug aus dem letzten Artikel „Why Compounding is so Difficult“.

How many billionaires are there in the United States? There is no definitive count. Most estimates put the number well below 1,000–with 927 being by far the highest estimate we have seen. Whatever the precise number, given the power of compounding, there should be many times the number of billionaires in this country than there are today. Assuming a 10% annualized rate of return in the stock market over the last 100 years, a family needed to invest $72,000 in 1922 and then simply leave it alone to have around $1 billion in 2022. We have no idea how many families had that kind of money to invest in the stock market back in 1922, but whatever the number, we believe it was much larger than the number of present-day billionaires.

What happened to all those could-have-been billionaires? Why do more investors not reap the benefits of compounding? We believe the reason has surprisingly little to do with recessions, depressions, wars, financial crises, political crises, rising interest rates, inflation, stagflation, a global pandemic, or most adverse macroeconomic events. The stock market’s return over the past 100 years includes all of these terrible things. Yet, the stock market still compounded wealth to the point where every $1 invested in the S&P in 1922 and left untouched would have become nearly $13,800 in 2022! Our conclusion: it is not adverse macro events that derail compounding; it is investors’ reactions to them. In short, investor behavior derails compounding.

Examples of such counterproductive behavior are well known to all of us: trying to sell before the next recession, trying to buy just before the next bull market, “repositioning” portfolios based on what is supposed to do better in the new paradigm, dumping stocks during a downturn, which deprives oneself of the means to eventually recover. People do these things because they are intuitive, because these actions appear rational in the face of heightened concern and uncertainty. This is precisely why compounding over the long term is so challenging and rare: it demands counter-intuitive and seemingly irrational behavior.

Warum sollte es einfach sein?

Sie müssen sich entscheiden, ob Sie sich wie die Mehrheit verhalten möchten oder nicht.
Ich habe mich vor Jahren dagegen entschieden.

Entweder zieht man eine Sache konsequent durch und wird dafür belohnt oder eben nicht.

Um mit den Worten von Charlie Munger zu schließen:
„Why should it be easy to do something that, if done well, will make your family rich for life?“.

Er weiß wovon er spricht. Berkshire wäre nur das nächste Beispiel in einer ganzen Reihe von Investoren, die den Markt um Längen geschlagen haben.
Der Witz daran ist, dass sie im Kern alle dieselbe Strategie verfolgen: Value-Investing mit einem Anlagehorizont von vielen Jahren oder gar Jahrzehnten.

Man muss das Rad nicht neu erfinden.

Chart vom 25.05.2022 - Kurs: 11.769 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.05.2022 – Kurs: 11.769 Kürzel: NDX – Wochenkerzen

Am Dienstag hatte ich vor Börsenstart in den USA noch getitelt „Plötzlich steigt alles“.
Und der Handel hat sich dann auch so gestaltet.

Das ist das Problem an Crashphasen. Es kommt zu einem wilden hin und her. Massive Verlusttage und Rallyes wechseln sich ab.

Dilemma

Statistisch gesehen finden die größten Tagesgewinne während Crashphasen statt.
Das stellt Anleger vor ein großes Dilemma.

Wer nicht dazu bereit ist, während fallender Kurse in den Markt einzusteigen, verpasst zwangsweise diese Aufwärtsbewegungen.
Das bringt gleich mehrere Probleme mit sich.

Entweder müssen Anleger dann den steigenden Kursen hinterherlaufen und riskieren damit genau im falschen Moment zu kaufen, oder sie verpassen die ganze Rallye.
Und leider wird Ihnen niemand mit Exaktheit sagen können, wo der genaue Wendepunkt liegt.

Zwei Seiten der Medaille

Ich denke, dass gerade sehr viele Anleger mit genau diesem Problem kämpfen. Der S&P500 ist kurzerhand um mehr als 5,5% in die Höhe gesprungen, beim Nasdaq100 sind es sogar 7,5%.

All das ist keine Überraschung, auch nicht, dass der Nasdaq 100 in der Erholung stärker abschneidet, als der S&P500.
Schließlich sind Technologiewerte besonders hart abgestraft worden.

Das gibt uns eine recht gute Idee davon, wie die Erholung oder Rallye verlaufen wird, wenn dieser Bärenmarkt final zu Ende ist.
Die Chancen stehen gut, dass die gescholtenen Technologie- und Wachstumswerte plötzlich wieder zu Outperformern werden.

Daher bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass sich langfristige und antizyklische Investoren derzeit vor allem im Nasdaq umschauen sollten:
Es herrscht Panik. Mein Rat

Die Mehrheit liegt falsch.

Die Masse der Anleger hat es wie immer nicht verstanden und macht das Gegenteil, das zeigen die Bewegungen am ETF-Markt eindeutig.
Nach wie vor erleben wir Mittelabflüsse im Technologie-Sektor, vor allem im Invesco QQQ Trust, der den Nasdaq 100 abbildet.

Gekauft werden hingegen vor allem Anleihen, aber auch der S&P500.

Die Sippe der Fondsmanager verhält sich übrigens genauso. Eine weltweite Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern spricht Bände.

Demnach sind die Profis so bärisch wie seit Mai 2020 nicht mehr.

Der Cash-Anteil wurde deutlich erhöht und erreicht inzwischen ein Niveau wie beispielsweise im Dezember 2008, Juni 2012, Oktober 2016 und im April 2020.
Vielleicht fällt Ihnen ein Muster auf.

Besonders pessimistisch ist man bei Technologie-Aktien, sie wurden stark untergewichtet. Im Gegenzug hat man bei Rohstoffen, Versorgern & Co. zugeschlagen.

Das bestärkt mich enorm in meiner Einschätzung, dass gerade Technologieaktien am interessantesten sind.
Wenn die Mehrheit der Anleger diesen Sektor aus den Depots geworfen hat oder untergewichtet und dasselbe für Fonds gilt, ist das die beste Grundlage für zukünftige Outperformance.

„Stocks aren’t cheap and popular at the same time.“

Chart vom 18.05.2022 - Kurs: 12.564 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 18.05.2022 – Kurs: 12.564 Kürzel: NDX – Wochenkerzen

Es herrscht Panik, anders kann man es nicht ausdrücken. Aber wen wundert es? Inzwischen notieren 87% aller in den USA notierten Aktien unter ihrem 50-Tagesschnitt und 82,7% unter ihrem 200-Tagesschnitt.

Die absolute Mehrheit aller Aktien befindet sich also im Crash-Modus.

Extreme Angst

Der Fear & Greed Index hat gestern auf „extreme Angst“ umgeschlagen. Mit einem Wert von 20 sind wir zwar noch nicht am absoluten Tiefpunkt, aber nicht mehr weit entfernt.

ETFs verzeichnete im vergangenen Monat zum ersten Mal seit August 2019 Abflüsse und in den letzten Tagen dürfte sich das fortgesetzt haben.

Anleger werfen also auf breiter Basis das Handtuch, vor allem im Tech-Sektor.

Der Nasdaq 100 müsste inzwischen um satte 37% zulegen, um wieder die Höchststände zu erreichen.
Beim S&P500 sind es fast 20%.

Der Dax, nicht gerade als Outperformer bekannt, hält sich relativ gut. Der deutsche Leitindex müsste um 21% steigen.

Viele Anleger inzwischen Short?

Gleichzeitig zeigen die Daten vom US-Optionsmarkt, dass sich immer mehr Anleger bärisch positionieren.
Die Handelsvolumina für Puts sind exorbitant höher als die für Calls.

Wir erreichen also langsam Extremwerte, was den Pessimismus angeht. Das muss nicht bedeuten, dass wir das finale Tief bereits gesehen haben.
Die Wahrscheinlichkeit einer größeren Gegenbewegung wird aber von Tag zu Tag wahrscheinlicher.

Die Zeit für antizyklische Investoren könnte gekommen sein. Vor allem im Tech-Sektor gibt es inzwischen eine Vielzahl von Aktien, die attraktiv bewertet sind.

Darunter hochprofitable und gestandene Konzerne, an deren Geschäft sich wenig ändern wird, selbst wenn es zu einer Rezession kommen sollte.
Und eine Sache sollte man sich auch immer wieder vergegenwärtigen:

Der Wert eines Unternehmens wird nicht dadurch bestimmt, was in den kommenden 2-3 Quartalen geschieht, sondern in den kommenden 10+ Jahren.
An der Börse wird das allzu oft vergessen.

Das Ende ist nah

Die Kurzsichtigkeit regiert, auf der Oberseite wie auf der Unterseite. Wer durch die Kursschwankungen hindurch blicken kann, kann sehr viel Geld verdienen.

Deshalb sollte man jetzt nicht blind kaufen und all sein Pulver verschießen, bei einigen Schnäppchen kann man aber langsam zugreifen.
Es sollte sich aber auch niemand einbilden, er könnte exakt das Tief treffen.

An einem gewissen Punkt muss man sich als antizyklischer Investor die Frage stellen, ob man nicht langsam einsteigt.
Wer geschickt agiert und schrittweise einsteigt, wird am Ende mit einem vernünftigen Einstiegskurs dastehen, egal wo das Tief dann wirklich liegen wird.

Die Mischung macht‘s

Nehmen wir zum Beispiel an, dass ein Anleger heute eine erste Tranche eines Nasdaq-100-ETFs bei 12.187 Punkten kauft.

Geht es noch eine Etage tiefer, könnte man bei rund 11.000 Punkten aufstocken und hätte dann je nach Stückelung des ETFs einen Mischkurs von 11.564 Punkten.
Es müsste also nicht viel passieren, bis man wieder im Plus ist.

Chart vom 10.05.2022 - Kurs: 12.187 Kürzel: NDX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.05.2022 – Kurs: 12.187 Kürzel: NDX – Wochenkerzen

Nehmen wir an, dass es noch eine Etage tiefer geht und wir das alte Hoch bei 9.725 Punkten ansteuern und dort abermals aufstocken können.
In diesem Szenario käme man auf einen Durchschnittskurs von 10.880 Punkten.

Wer die Positionsgröße mit den sinkenden Kursen erhöht, schneidet noch besser ab. Eine andere Möglichkeit ist, die Abstände zwischen den Nachkäufen zu verringern, je weiter es abwärts geht.

Am Ende muss man sich eigentlich nur überlegen, in welchen Abständen und mit wie vielen Tranchen man arbeiten möchte und wo man ein mögliches Tief ausmacht.

Eine steile These

Den Rest erledigen die Unternehmen langfristig von selbst, denn es dürfte ziemlich ausgeschlossen sein, dass die Nasdaq-100-Konzerne in 5 oder 8 Jahren nicht sehr viel mehr verdienen werden als heute.
Ich wage eine „steile“ These: Wir werden die bisherigen Allzeithochs wieder erreichen.

Über die Frage wie tief es zuvor gehen wird, kann man trefflich streiten, man kann sich die Zeit aber auch sparen. In Wirklichkeit weiß es aber keiner.

Eine Sache ist allerdings sicher: Wer zu lange zögert, ängstlich ist und stets auf noch tiefere Kurse hofft, wird das Tief mit Sicherheit verpassen.

Vielleicht ist es auch dienlich, die Sache in einen historischen Kontext zu setzen, um die Sache besser einordnen zu können.

Wie tief denn noch?

In der Finanzkrise büßte der Nasdaq 100 vom Hoch im Jahr 2007 bis zum absoluten Panik-Tief 2009 rund 54% ein.
Beim Crash 2020 waren es 31%.

Aktuell liegt das Minus bei 27%. Ausgehend von den Vorgängerhochs haben wir es also bereits mit einem bedeutenden Crash zu tun, wie er statistisch nicht oft auftritt.

Darüber hinaus war die Lage während der Finanzkrise weitaus dramatischer. Damals fehlte nicht mehr viel für eine komplette Kernschmelze der Finanzwelt.
Und 2020 war die Zukunft geradezu unabsehbar.

Was ich damit sagen will: Keiner sollte sich der Illusion hingeben und erwarten, dass der Nasdaq 100 ausgehend vom Hoch 70-80-90% verlieren wird.
Und falls das doch passieren sollte, wäre es wohl die Gelegenheit des Jahrhunderts.