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Die besten Aktien, mit denen Sie 2021 von einer Erholung der Cannabis Aktien profitieren könnten

Marihuana bzw. Cannabis Aktien gehörten an der Börse in den letzten Jahren zu den absoluten Überfliegern. Kein Wunder, denn in immer mehr Regionen der Welt wird Cannabis, zumindest zu medizinischen Zwecken, legalisiert. Auch Deutschland zählt dazu sowie immer mehr Bundesstaaten der USA. Auf die große Party bei den Marihuana Aktien folgte ab 2019 jedoch der große Kater, so dass die Branche sich gerade durch Übernahmen und Zusammenschlüsse neu sortiert. Die Zeichen stehen weiterhin auf Wachstum: Der weltweite Umsatz der legalen Cannabis Industrie stieg im vergangenen Jahr 2020 auf 21 Mrd. USD, was einem starken Anstieg um +48 % entspricht. Kommt nach dem Biden-Wahlsieg nun 2021 eine zweite, nachhaltigere Aufwärtswelle bei den Cannabis-Aktien?

Einblick in den Cannabis-Sektor 2021: Kommt eine neue Boom-Welle?

Nach unserer ersten Analyse im Herbst 2017 entwickelten sich unsere Marihuana Aktien für 2018 allesamt herausragend. In der Spitze legten die Aktien von Aphria um bis zu +180 %, Aurora Cannabis um +200 % und Canopy Growth sogar um +330 % zu. Mehrmals hatten wir Ihnen in der Nähe der Höchststände bei allen Aktien zu Gewinnmitnahmen geraten, denn die Risiken nahmen mit steil ansteigenden Kursen stetig zu. Das war goldrichtig, denn sämtliche Aktien der Cannabis Branche wurden von einer starken Korrektur erfasst und verloren zwei Drittel oder sogar noch mehr an Wert. In unserer Liste der besten Cannabis Aktien hatten wir das mittlerweile von Tilray übernommene Unternehmen Aphria durch die unserer Meinung nach aussichtsreichere Cronos-Aktie ersetzt.

Bei den Cannabis-Aktien trennt sich die Spreu gerade vom Weizen

Bis Februar 2021 erfolgte bei den Cannabis-Aktien eine erneute Kursrallye, die sich allerdings als Strohfeuer entpuppte. Richtig nachhaltig konnte sich kaum eine der Marihuana-Aktien wieder erholen, so dass sich bei den Anlegern mittlerweile Ernüchterung breit gemacht hat. Nach dem Anfangshype, in dem jede Aktie der Branche blind gekauft wurde, trennt sich dadurch nun die Spreu vom Weizen, denn nur die nachhaltigsten Geschäftsmodelle werden die harte Selektion überstehen.

Gibt es die ersten nachhaltig profitablen Unternehmen, so dürfte das Segment für Anleger wieder interessant werden. Einige alte Hasen unter den Anlegern können sich bestimmt an den Neuen Markt bzw. die Internetblase erinnern: Von den zahlreichen gegründeten Unternehmen setzten sich damals nur die überlebensfähigsten und größten durch, während die meisten kleinen Firmen wieder von der Bildfläche verschwanden. Die „Überlebenden“ des Internethypes wie Amazon oder Ebay konnten in den Folgejahren immense Kursgewinne einfahren, dazu kamen Neugründungen wie Google, Facebook oder Netflix. Dieses Szenario könnte auch für die Cannabisbranche beispielhaft sein, wenngleich diese ungleich kleiner ist.

Cannabis-Hype 2018: Getränkehersteller und Tabakfirmen witterten das große Geschäft

Der große Marihuana-Aktien-Hype dessen Höhepunkt im Jahr 2018 lag, wurde auch durch das starke Interesse zahlreicher großer Spirituosenhersteller angeheizt.

Die Getränkehersteller witterten das große Geschäft mit Lifestyle-Getränken, die den psychoaktiven Stoff THC enthalten. Allen voran der Getränkeriese Constellation Brands, der beispielsweise hinter der Bier-Marke Corona steht. Der Konzern erwarb in mehreren Tranchen eine Beteiligung von 43 % am Marktführer Canopy Growth. Doch auch Konzerne wie Diageo (z.B. Johnnie Walker und Smirnoff), die Großbrauerei Molson Coors, Nova Scotia Liquor oder Heineken ließen damals große Pläne für den Cannabismarkt verlauten und schmiedeten entsprechende Allianzen mit Cannabis-Anbietern. Sogar Coca-Cola äußerte zum damaligen Zeitpunkt öffentlich Überlegungen Getränke mit Cannabidiol (CBD) auf den Markt bringen zu wollen. CBD wirkt beruhigend und hat im Gegensatz zum Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) keine berauschende Wirkung. Mittlerweile sind die Erwartungen an Cannabis-Getränke nicht mehr so hoch und im Vergleich zu der Goldgräberstimmung 2018 deutlich gedämpft.

Und auch die schwächelnde Tabakbranche griff nach dem Strohhalm Cannabis. So übernahm der Marlboro-Hersteller Altria für 1,8 Mrd. USD einen Anteil von 45 % am Cannabis-Unternehmen Cronos, das dabei mit mehr als 4,5 Mrd. CAD bewertet wurde.

Die besten Cannabis Aktien: Kanada erlaubt Cannabis als Genussmittel | LYNX Online Broker

Aktuelle rechtliche Situation: Kanada erlaubt Cannabis als Genussmittel

Im Blickpunkt der Anleger stand lange Zeit vor allem Kanada. Dort war die medizinische Nutzung bereits seit 2001 legal und seit Oktober 2018 ist nun auch das „Kiffen“ offiziell erlaubt. Kanada ist damit der erste G7 Staat und nach Uruguay das zweite Land, in dem Haschisch auch zum privaten Genuss freigegeben wurde. Prognosen zufolge sollte sich der kanadische Marihuana-Markt durch die Legalisierung mittel- bis langfristig mehr als verzehnfachen. Möglicherweise ist diese Prognose jedoch ein wenig zu optimistisch gewesen.

In der Anfangszeit kämpfte die junge Branche auf dem kanadischen Markt mit einigen Problemen. So gab es zeitweise Überkapazitäten und Lagerbestände, die zum Teil sogar vernichtet werden mussten. Auch zu wenige lizensierte Verkaufsstellen, und Regelwerke für Lebensmittel und Getränke sowie die durch den starken Konkurrenzdruck sinkenden Gewinnspannen machten den Unternehmen zu schaffen. Auch der nach wie vor florierende Schwarzmarkt ist für die Branche ein Problem. Laut Statistiken konnte nach der Legalisierung erst rund ein Drittel des illegalen Handels in behördlich kontrollierte Kanäle umgeleitet werden. Daher blieben die Umsätze der meisten Unternehmen zunächst hinter den hochfliegenden Erwartungen zurück, während die Lagerbestände in die Höhe schnellen. Experten erwarten, dass es unter Umständen noch Jahre dauern könnte, bis sich Angebot und Nachfrage auf dem kanadischen Markt eingespielt haben.

Nordamerika nimmt Vorreiterrolle bei der Legalisierung von Cannabis ein

Doch nicht nur im 38 Mio. Einwohner Land Kanada, auch in den USA legalisieren immer mehr Bundesstaten Marihuana, so dass Nordamerika bei der Legalisierung von Cannabis weltweit die Vorreiterrolle einnimmt. In den USA ist beispielsweise der Konsum von Marihuana seit 2018 auch im bevölkerungsreichsten Bundesstaat Kalifornien sowie in Michigan, Nevada, Maine, Massachusetts und Vermont legal. Zuletzt kamen nach dem Wahlsieg des Demokraten Joe Biden auch noch New Mexico, Virginia und Connecticut hinzu. Damit ist der straffreie Genuss von Cannabis mittlerweile in achtzehn US-Bundesstaaten möglich. In insgesamt 37 Bundesstaaten ist zumindest der Konsum zu medizinischen Zwecken bereits erlaubt.

Cannabis wurde auf Bundesebene trotzdem von den US-Behörden bislang noch als völlig illegale Droge betrachtet. Doch dies könnte sich unter der Biden-Regierung bald ändern. Die Vizepräsidentin Kamala Harris kündigte – entgegen ihrer eigenen Überzeugung – bereits an, Marihuana-Konsum auch auf Bundesebene entkriminalisieren zu wollen. Das US-Repräsentantenhaus sprach sich in einer Gesetzes-Abstimmung Ende 2020 bereits dafür aus. Im von Republikanern dominierten Senat dürfte der Entwurf jedoch erst einmal durchfallen.

Unabhängig davon unterstehen Drogenvergehen jedoch ohnehin der Gesetzgebung der Bundesstaaten, so dass es diesen freisteht, vom Bundesrecht abzuweichen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich von unterschiedlichen Regulierungen. Etliche Bundesstaaten haben den Besitz kleiner Mengen Cannabis mittlerweile zumindest entkriminalisiert.

Karte zum rechtlichen Status von Cannabis in den USA | Online Broker LYNX
Lokal_Profil, Map of US state cannabis laws, CC BY-SA 2.5

Wachstumspotenzial von Cannabis-Aktien: US-Markt verspricht immenses Marktpotenzial

Langfristig verspricht der US-Markt das höchste Wachstumspotenzial. Allein dort lag das Volumen für legales Marihuana im vergangenen Jahr 2020 bei 17,5 Mrd. USD – ein Wachstum von +46 %. Insgesamt schätzen Analysten, dass die Cannabis-Industrie in den USA im bestmöglichen Fall bis zum Jahr 2030 bis auf 75 Mrd. USD anschwellen könnte.

Bevölkerung befürwortet Legalisierung von Cannabis

Laut einer landesweiten Umfrage, die das Institut Gallup seit mehreren Jahrzehnten durchführt, sprachen sich Ende 2020 über 68 % der befragten US-Bürger für eine Legalisierung von Cannabis in den USA aus – so viele wie nie zuvor. Im ersten Umfragejahr 1969 waren nur 12 % der amerikanischen Bevölkerung für eine Cannabis-Freigabe. Für eine medizinische Zulassung stimmten der Quinnipiac University zufolge sogar neun von zehn Befragten.

Marihuana Befürwortung in der Bevölkerug -Die besten Cannabis Aktien | LYNX Online-Broker

Die Steuereinnahmen durch Cannabis sprudeln

Die Bundesstaaten profitieren von der Freigabe: Neben zahlreichen Arbeitsplätzen und Cannabis-Touristen sprudeln vor allem die Steuereinnahmen. Seit den ersten legalen Cannabis Verkäufen im Jahr 2014 wurde bereits ein kumuliertes Steueraufkommen in Höhe von 8 Mrd. USD erzielt. Allein im letzten Jahr 2020 lagen die Steuereinnahmen der Bundesstaaten bei insgesamt 2,7 Mrd. USD. Dabei erzielte allein das bevölkerungsreiche Kalifornien zusätzliche Einnahmen in Höhe von 1 Mrd. USD, eine Steigerung von +62 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Bundesstaat Colorado verwendete seine Steuereinnahmen in Höhe von 400 Mio. USD um das öffentliche Schulsystem zu verbessern und auch Oregon und Kalifornien stecken einen Teil der Gelder in Bildung und Sozialprogramme. In der kommenden Dekade sollen dazu nochmal mindestens 13,7 Mrd. USD dazukommen, die ans US-Finanzministerium gehen. Dazu kommen im selben Zeitraum geschätzte 1 Mrd. USD an Einsparungen für wegfallende Gefängnisaufenthalte. Außerdem rechnet das Analysehaus entlang der Wertschöpfungskette mit rund 400.000 zusätzlichen Jobs. Allein in Kalifornien wurden bereits 80.000 Stellen geschaffen, die laut einer Studie von ICF International ein Einkommen von 3,5 Mrd. USD erzielen.

Ein neuer Industriezweig entsteht

Durch die voranschreitende Legalisierung bzw. Entkriminalisierung entstand mit Forschung, Medizin, Anbau, Verarbeitung, Vertrieb und Konsum eine milliardenschwere Branche, die aktuell trotz hohen Investitionen noch in den Kinderschuhen steckt. Auf der einen Seite winken den Unternehmen hohe Einnahmen, auf der anderen Seite lassen sich wechselnde Gesetzeslagen und Risiken zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht wirklich überblicken. Investitionen in die Cannabis-Branche versprechen daher durchaus hohes Gewinnpotenzial, sind aber auch mit extrem großen Unsicherheiten und hohen Risiken verbunden. Anleger sollten daher stets nur einen geringen Depotanteil setzen und wenn dann in große, bereits etablierte Unternehmen investieren.

Cannabis-Aktien nach wilder Achterbahnfahrt in der Krise

Der Global Cannabis Stock Index stieg zwischen Oktober 2017 unter wildesten Schwankungen um +430 % auf ein Blasenhoch von 174 Zählern. Durch die teils wilden Spekulationen konnte man im Hinblick auf die Pflanze fast sagen, die Spekulation trieb seltsame Blüten… Anschließend folgte was kommen musste: Der Absturz. Unter heftigsten Kursausschlägen fiel der Marihuana Index schließlich unter 17 Zähler – eine glatte Zehntelung von den Höchstständen gerechnet. Zwischenzeitlich hat sich der Index bis Februar 2019 wieder auf bis zu 92 Punkte erholt, liegt jedoch aktuell wieder bei 55 Punkten und spiegelt damit erneut die Ernüchterung wider, die angesichts der vorangegangenen Blase in der Branche herrscht.

Tilray mit Nasdaq-IPO: Kursexplosion in luftige Höhen mit anschließendem Absturz

Den „Vogel abgeschossen“ hatte in der dem Absturz vorausgegangenen Boomphase das kleine kanadische Unternehmen Tilray. Während in Kanada und anderen Ländern bereits etliche Marihuana-Aktien atemberaubende Höhenflüge erlebten, wagte Tilray im Juli 2018 als erstes Unternehmen den Gang an die US-Börse Nasdaq. Die Aktie wurde zu 17 USD ausgegeben und erreichte nach wenigen Wochen in der Spitze 300 USD. Das entsprach einem Bewertungsniveau von sage und schreibe 28 Mrd. USD. Der Kurs sackte in Folge stetig ab und fiel im Zuge des Corona-Crashs weit unter den IPO-Preis bis auf 2,43 USD. Aktuell hat sich die Aktie – auch dank der Übernahme des Konkurrenten Aphria – wieder auf 16 USD versechsfacht. Gemäß den Bedingungen des Deals erhielten die Aphria-Aktionäre pro Aphria-Aktie ca. 0,84 Tilray-Aktien. Nach der Übernahme beträgt der Börsenwert satte 7,2 Mrd USD. Die Bewertung von Tilray ist damit allerdings weiterhin sehr ambitioniert, denn das Unternehmen weist im Vergleich zu den Wettbewerbern einen hohen Verschuldungsgrad auf. Andere Unternehmen der Branche sind ähnlich hoch oder höher bewertet, haben aber zum Teil durch den Einstieg großer Partner enorme Mengen an Bargeld auf dem Bankkonto und sind kaum pleitegefährdet. Die Aktie von Tilray sollte weiterhin gemieden und nervenstarken Zockern vorbehalten werden.

Das sollten Sie beim Handel mit Cannabis Aktien beachten

Vorsicht vor Pump-and-Dump-Betrug

Auch wenn sich die Wachstumsaussichten für die meist noch sehr kleinen Unternehmen der jungen Marihuana-Branche insgesamt stetig verbessern, sollten Sie bei Aktieninvestments weiterhin sehr vorsichtig sein: Besonders beim Thema Marihuana fielen viele Betrügereien nach dem „Pump-and-Dump-Schema“ (Aufpumpen und Abladen) auf. Dabei werden Aktien von wertlosen, kleinen Firmen mit viel PR und Jubelmeldungen gezielt in die Höhe getrieben. Mit teils deutschsprachigen (!) Pressemeldungen sowie in bekannten Diskussionsforen wird dazu gezielt für diese angeblichen Geheimtipps mit unglaublichem Kurspotenzial „getrommelt“. Dass die Geschichten dahinter frei von PR-Profis erfunden wurden, können sich viele Anleger nicht vorstellen. Denn auch die aufwändig erstellten Internetseiten, Pressemeldungen und Kaufempfehlungen wirken sehr professionell.

Bei wertlosen Firmen spielt jeder Aktienverkauf 100% Gewinn in die Taschen der Betrüger

Für unterstützende „Dienstleistungen“ ein paar Aktien abzugeben macht sich für die Hintermänner der Betrügereien bezahlt: Denn wenn wertlose oder fast wertlose Firmen künstlich auf eine millionenschwere Bewertung aufgepumpt werden, bedeutet jeder einzelne Aktienverkauf an Anleger bis zu 100% Gewinn – egal zu welchem Kurs verkauft wird. Sind alle Aktien mit PR und gekauften Kaufempfehlungen unters Volk gebracht, so ebbt das Trommelfeuer der PR-Meldungen ab und die Aktien streben ihrem eigentlichen Wert bei null entgegen.

Sie erkennen diese Firmen meist daran, dass sie in den USA oder Kanada im OTC-Markt gelistet sind, d.h. nicht an einer regulierten Börse wie der NYSE oder der Nasdaq. Weil es sich zudem herumgesprochen hat, dass sich hierzulande besonders viele leichtgläubige Anleger finden lassen, gehört ein Zweitlisting in Deutschland zum Plan vieler Abzocker. Dieses Betrugsschema gibt es natürlich nicht nur im Cannabis-Bereich, sondern in nahezu jeder Boombranche, die eine Zeit lang von Anlegergeld überschwemmt wird.

Weiterhin große Kursschwankungen bei Cannabis Aktien vorprogrammiert

Bitte beachten Sie auch folgendes: Alle Prognosen zur Entwicklung des Cannabis-Marktes in den kommenden Jahren sind weiterhin mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. So lässt sich weder die Entwicklung des Angebots noch die tatsächliche Nachfrage der Konsumenten seriös schätzen. Da unzählige Anbieter auf den Markt drängen, steht in den Sternen wo der Weltmarktpreis für Cannabis sich schließlich einpendeln wird. Die hohen Erwartungen an die Branche haben sich bislang noch nicht erfüllen können. Im Gegenteil, durch die hohen Investitionen entstand zeitweilig ein hohes Überangebot an Marihuana, das auf die Preise drückte. Es herrschen weiterhin hohe Preisschwankungen und ein harter Verdrängungswettbewerb. Auch die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die Besteuerung können sich gemäß der politischen Stimmungslage schnell ändern und möglicherweise zu Verwerfungen und weiteren starken Kursschwankungen bei den Cannabis-Aktien führen.

Tipps für den Handel mit Cannabis Aktien: Setzen Sie für eine Turnaround-Spekulation auf etablierte First Mover im Cannabis Sektor

Nachhaltig von der Marihuana-Legalisierung profitieren werden vor allem Firmen, die bereits einige Jahre Erfahrung haben und sich im Markt schon jetzt positionieren und etablieren konnten. Wenn Sie jetzt, nach dem Absturz der zuvor heiß gelaufenen Aktien spekulativ investieren möchten, sollten Sie auf alle Fälle auch einen Anlagehorizont von mehreren Jahren haben. Zweifellos ist hier bereits im Jahr 2018 eine hochspekulative Blase geplatzt, denn Anleger stürzten sich zuvor blind auf jedes Unternehmen, das sich auch nur am Rande mit dem Thema Cannabis beschäftigt. Es folgte was kommen musste: Der dramatische Absturz der hochfliegenden Cannabis-Aktien.

Wenn Sie auf einen Turnaround bei den Marihuana-Werten setzen, so wählen Sie nur Aktien von besonders finanzstarken Unternehmen aus, die 2020 mindestens bereits Umsatzerlöse im zweistelligen, besser dreistelligen Millionenbereich erzielten. Neben einem liquiden Aktienhandel an der Heimatbörse sollten Sie zudem eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Mio. USD, besser 1 Mrd. USD voraussetzen. Planen Sie bitte mit ein, dass es bei einigen Unternehmen bei akutem Kapitalbedarf auch zu weiteren verwässernden Kapitalerhöhungen kommen kann.

Die besten Cannabis Aktien 2021 – Unsere Marihuana Aktien Tipps

Aufgrund der mittlerweile vollzogenen Marktöffnung kristallisierte sich vor allem Kanada als Dreh- und Angelpunkt der Branche heraus. Die kanadische Regierung erwartet, dass 4,6 Mio. Kanadier jährlich ca. 655.000 kg Cannabis konsumieren werden und dafür 4,5 bis 6,2 Mrd. CAD ausgeben. Davon ist das Marktvolumen derzeit zwar noch ein Stück entfernt, im zweiten Jahr wurden mit legalem Cannabis aber bereits immerhin 2,6 Mrd. USD umgesetzt, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 61 %. Da die rechtlichen Rahmenbedingungen in Kanada für Hersteller frühzeitig gelockert wurden und damit beispielsweise auch Bankfinanzierungen möglich waren, sind dort jedoch die größten Unternehmen der Branche entstanden.

Cannabis-Aktien Vergleich: Das sind die besten Marihuana-Aktien

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste mit 10 Marihuana-Aktien. Drei First Mover der Cannabis Branche mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.

Cannabis Aktien-Liste

AktieISINSymbolWährung
AmyrisUS03236M2008AMRSUSD
Arena PharmaceuticalsUS0400476075ARNAUSD
Aurora CannabisCA05156X1087ACBCAD
Canopy GrowthCA1380351009WEEDCAD
Cara TherapeauticsUS1407551092CARAUSD
CronosCA22717L1013CRONCAD
GW PharmaceuticalsGB0030544687GWPHUSD
Innovative Industrial PropertiesUS45781V1017IIPRUSD
OrganiGram HoldingsCA68620P1018OGICAD
Sundial GrowersCA86730L1094SNDLCAD

Beachten Sie jedoch, dass Cannabis-Aktien in den Jahren 2017 und 2018 einen regelrechten Hype erlebten, der in eine spekulative Blase mündete. Diese ist zwar mittlerweile geplatzt, aber es kann – so wie zuletzt Ende Februar 2021 – jederzeit weitere scharfe Kurs-Rücksetzer geben. Vor allem wenn das eine oder andere Unternehmen beispielsweise aufgrund des harten Wettbewerbs in eine finanzielle Schieflage gerät.

Cronos: Tabak-Riese Altria hält 45% Beteiligung

Cronos Group - Die besten Cannabis Aktien 2019

Der kanadische Cannabis-Hersteller Cronos (ISIN: CA22717L1013 – Symbol: CRON – Währung: CAD) ist mit Partnerschaften und Joint Ventures auf fünf Kontinenten aktiv. Unter anderem stellt das Unternehmen medizinische Produkte her, beispielsweise unter der Marke „Peace Naturals“. Daneben hat man aber auch Marken für den Freizeitkonsum im Portfolio wie „Cove“ und „Spinach“. In Deutschland arbeitet Cronos mit dem Distributor Pohl-Boskamp zusammen, der rund 10.550 deutsche Apotheken beliefert.

Altria geht Milliardenbeteiligung an Cronos ein

Umsatzmäßig gehört Cronos zwar noch nicht zur ersten Riege der Cannabisunternehmen, kommt aber dennoch auf eine Marktkapitalisierung von rund 3 Mrd. USD. Zu einer deutlich höheren Bewertung war im Dezember 2018 Marlboro-Hersteller Altria bei Cronos eingestiegen. Der Tabakkonzern übernahm für 1,8 Mrd. USD einen Anteil von 45 % am Unternehmen, was einer Bewertung von ca. 4,5 Mrd. USD entspricht. Zudem erhielt Altria die Option, für gut eine Milliarde USD weitere etwa 10 % aufzustocken und so mit 55 % die Mehrheit an den Kanadiern zu übernehmen. Altria wagte damit unter den Tabak-Schwergewichten als erstes den Einstieg in den boomenden Cannabis-Markt.

Expansion wird vorangetrieben

Außerhalb der USA hatte Cronos im vergangenen Jahr das Cronos Device Labs eröffnet, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel, das sich auf Verdampfer konzentriert. Die Einrichtung wurde von Altria Israel übernommen. Außerdem wurde vor wenigen Wochen für 110 Mio. USD ein 10,5 % Anteil am US-Cannabis Unternehmen PharmaCann übernommen. PharmaCann betreibt in den USA sechs Produktionsstätten und verfügt als vertikal integriertes Unternehmen auch über 23 offizielle Ausgabestellen, die unter dem Markennamen Verilife firmieren. Das Investment in PharmaCann soll die Expansionspläne des Unternehmens in den USA beschleunigen.

Hoher Verlust im Geschäftsjahr 2019

Im Jahr 2020 erzielte Cronos einen Umsatzanstieg um +97 % von 24 Mio. USD im Jahr 2019 auf 46,7 Mio. USD. Die investitionsbedingten Kosten und Abschreibungen lagen deutlich darüber und führten zu einem Verlust von rund 147 Mio. USD (Vorjahr: 114 Mio. USD). Dabei mussten unter anderem Pflanzen und Lagerbestände in Höhe von 26 Mio. USD aufgrund des hohen Wettbewerbsdruck abgeschrieben werden.

Unterm Strich fiel ein Verlust in Höhe von 60,3 Mio. USD oder 0,21 USD je Aktie an, nachdem im Vorjahr aufgrund einer Neubewertung der von Altria gehaltenen Warrants ein Gewinn in Höhe von 1,2 Mrd. USD bzw. 3,33 USD je Aktie angefallen war. Mit diesem Ergebnis wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Begründet wurden die schwächeren Ergebnisse mit anhaltendem Preisdruck, gestiegenen Ausgaben, Abschreibungen auf Lagerbestände, sowie einer Berichtigung des Geschäftsberichts 2019.

Weiterhin gut aufgestellt dank hohem Cash-Bestand

Positiv ist bei Cronos der enorme Bestand von Cash und Kurzfristanlagen in Höhe von knapp 1,1 Mrd. USD, der aus der Beteiligung von Altria resultiert. Damit ist zum einen die Aktie gut mit Cash unterfüttert, denn der Cash-Anteil pro Aktie liegt umgerechnet bei mehr als 3 USD, das Netto-Eigenkapital pro Aktie beträgt sogar 4,85 USD. Bei einem aktuellen Aktienkurs von ca. 8 USD ist die Aktie daher zu rund 60 % mit Eigenkapital unterfüttert. Durch die hohen Barreserven hat das Unternehmen nicht nur bessere Karten im Konkurrenzkampf, sondern auch einen genügend großen Spielraum, um weiter zu expandieren.

Kaufchance: Aktie weiterhin auf interessantem Kursniveau

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Cronos Aktie von Juli 2018 bis juli 2021 | Online Broker LYNX

Die Aktie von Cronos ist nach einem Anstieg auf 15,83 USD im Februar wieder im Korrekturmodus. Auf dem aktuellen Level von 8 USD ist die Aktie mittlerweile angemessen bewertet. Für mittel- bis längerfristige Käufe sollten Rücksetzer in den Bereich 7 USD bis 7,50 USD abgewartet werden. Im Bereich knapp über 5 USD befindet sich eine wichtige charttechnische Unterstützung. Darüber hinaus bietet die Unterfütterung der Aktie mit Eigenkapital/Cash eine gute Absicherung gegen übermäßige Kursverluste. Das Management agiert bislang sehr umsichtig und vermeidet im Gegensatz zu anderen Cannabis-Firmen „verrückte Deals“. Mit Altria im Rücken könnte die Aktie mittel- bis langfristig durchaus wieder Kurse im Bereich 10 USD bis 12 USD anpeilen. Die Aktie ist unter den drei vorgestellten Werten unser Favorit für einen nachhaltigen Rebound (Kurserholung).

Canopy Growth Corporation: Der Weltmarktführer


Die besten Cannabis Aktien: Top Cannabis Aktie Platz 2: Canopy Growth | LYNX Online Broker

Eine zweistellige Anzahl lizensierter Produktionsstätten für Marihuana besitzt die Canopy Growth Corporation (ISIN: CA1380351009 – Symbol: WEED – Währung: CAD) mittlerweile. Das Unternehmen ist mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 8,7 Mrd. USD derzeit der größte börsennotierte Marihuana-Konzern, der sich gleichzeitig auch als Weltmarktführer in den Bereichen Medizin und Freizeitkonsum bezeichnet. Auch das Unternehmen aus Smiths Falls in Ontario profitiert besonders von der Marktöffnung in Kanada und sicherte sich nach eigenen Angaben knapp ein Fünftel des Marktvolumens. Neben Nordamerika ist das Unternehmen bereits in zahlreichen weiteren Ländern, wie z.B. Australien, Spanien, Brasilien, Chile, Deutschland, Dänemark, Tschechien oder Jamaika aktiv. Im Jahr 2019 vollzog Canopy Growth die Übernahme der deutschen C3 Cannabinoid Compound Company, der größten pharmazeutischen Cannabis-Firma in Europa, für rund 226 Mio. Euro.

Horrende Verluste: Besserung (hoffentlich) in Sicht

Im Geschäftsjahr 2019/20 schwächte sich das dreistellige Wachstum der Vorjahre deutlich ab: Die Umsätze kletterten um +37 % von 399 Mio. CAD auf 547 Mio. CAD. Die Verluste wurden dabei jedoch aufgrund von Abschreibungen und Restrukturierungskosten massiv ausgeweitet und lagen 2019/20 bei gigantischen 1,7 Mrd. CAD. Netto lag der Verlust je Aktie bei -2,39 CAD, immerhin besser als die im Vorjahr gemeldeten -3,80 CAD je Aktie. Analysten hatten 552 Mio. CAD Umsatz und einen Verlust von 3,12 CAD je Aktie erwartet. Immerhin hat das Unternehmen trotz einiger Schulden rund 2,3 Mrd. CAD auf dem Bankkonto. Damit sollte das Unternehmen eigentlich finanzkräftig genug sein, um die Gewinnzone nachhaltig zu erreichen. Im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 dürfte CEO David Klein an seiner Aussage gemessen werden, wonach im zweiten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres mit einem positiven Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) geplant wird. Ursprünglich war dieses Ziel für das Gesamtjahr 2021/22 ausgegeben worden. Zur Erreichung des Ziels sollen auch Kosteneinsparungen in Höhe von 150 bis 200 Mio. CAD in den kommenden beiden Jahren beitragen.

Milliardeninvestment durch Spirituosenhersteller Constellation Brands

Weiterhin spannend ist die Partnerschaft mit Constellation Brands, einem weltweit marktführenden Unternehmen bei alkoholischen Getränken, welches z.B. die international bekannte Biermarke Corona vermarktet, die natürlich nichts mit dem gleichnamigen Virus zu tun hat. Im Zuge der Kooperation beteiligte sich Constellation Brands in mehreren Schritten mit knapp 39 % am Unternehmen und tätigte dafür ein stolzes Investment in Höhe von 5 Mrd. CAD. Die Beteiligung war dem Getränkeriesen einen satten Aufschlag von mehr als 50 % auf den damaligen Aktienkurs wert. Mit den enormen Mittelzuflüssen wurde die Position als Weltmarktführer weiter gestärkt und ausgebaut, wenngleich dabei längst nicht alles nach Plan lief und die optimistischen Planungen deutlich verfehlt wurden. Noch in diesem Jahr sollen insgesamt sechs Getränke auf den US-amerikanischen Markt gebracht werden. In Kanada kontrolliert Canopy dank der Unterstützung durch Constellation Brands bereits drei Viertel des Marktes für mit Cannabis infundierte Getränke. Die Menge an THC in den Getränken soll, eigenen Angaben zufolge, eine leichte Hochstimmung hervorrufen, die mit Wein oder Bier vergleichbar ist, ohne jedoch den damit verbundenen Kater-Effekt am nächsten Tag.

Mehrheitsbeteiligung möglich

Über die Beteiligung hinaus sicherte sich Constellation Brands ca. 140 Mio. Warrants mit dem Recht diese in eine entsprechende Anzahl Aktien umzuwandeln. So können weitere 88,5 Mio. Aktien erworben werden. Werden alle Warrants gewandelt, so würde der Anteil von Constellation Brands zu einer Mehrheitsbeteiligung von bis zu 56% und der Getränkeriese hätte endgültig das Sagen bei Canopy Growth. Von dem Ausübungsrecht machte Constellation Brands Anfang Mai 2020 zum ersten Mal Gebrauch und erhöhte die Beteiligung zu einem auf 13 CAD geminderten Ausübungspreis von 38 % auf 38,6 % der Anteile. Beim aktuellen Aktienkurs von ca. 28 CAD dürfte es für den Getränkekonzern nur eine Frage der Zeit sein, die restlichen Warrants in Aktien umzuwandeln. Da keine Eile geboten ist, dürfte man sich bei Constellation Brands mit der Entscheidung Zeit lassen und zunächst die operative Entwicklung abwarten.

Warrant: Unterschiede zur Call Option

Ein Warrant entspricht in der Funktionsweise einer Call-Option, die dem Inhaber das Recht gibt, ihn aber nicht verpflichtet, eine Aktie innerhalb einer bestimmten, meist längerfristigen Laufzeit zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Im Gegensatz zu Optionen, werden Warrants als Finanzierungsinstrument oder um Beteiligungen zu ermöglichen direkt von den betreffenden börsennotierten Unternehmen herausgegeben. Meist werden Warrants als Bonus gratis ausgegeben, um eine Kapitalerhöhung, Anleiheemission oder Beteiligung schmackhafter zu machen. Im Falle einer Umwandlung in Aktien fließt der festgesetzte Kaufpreis direkt dem Unternehmen zu. Dieses gibt zu diesem Zweck neue Aktien aus. Durch die Wandlung von Warrants in Aktien erhöht sich daher die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien, so dass es – wie bei einer normalen Kapitalerhöhung – zu einem entsprechenden Verwässerungseffekt kommt. Dies ist bei Derivaten wie Optionen nicht der Fall.

Teure Kaufoption für Acreage Holdings wird umgewandelt

Mitte 2019 hatte Canopy Growth bekannt gegeben, dass man für 300 Mio. USD eine Option zum Kauf des Wettbewerbers Acreage Holdings für einen Milliardenbetrag erworben hatte. Die Option sollte nur dann gelten, wenn die USA auf Bundesebene Produktion und Verkauf von Cannabis legalisieren würden. Der Deal wurde zu Recht hart kritisiert und war sicher auch ein Grund für den Abgang des Ex-CEOs Bruce Linton. Nachdem die Marktkapitalisierung von Acreage zwischenzeitlich auf weniger als 150 Mio. USD abfiel, gelang es dem neuen CEO David Klein den Deal neu zu verhandeln. Der Kaufpreis der Option wurde auf 37,5 Mio. USD gemindert und direkt an die Aktionäre von Acreage ausbezahlt, insgesamt 0,30 USD je Acreage-Aktie. Dafür bekommt Canopy Growth bei einer Marktöffnung in den USA allerdings nur 70 % von Acreage zu einem Preis von 0,305 eigenen Aktien je Acreage-Aktie. Nach dem Biden-Wahlsieg ist die Transaktion nun recht wahrscheinlich geworden. Auch auf anderer Ebene gibt es bereits Kooperationen mit Acreage. So wollen die beiden Firmen auch gemeinsam die cannabishaltigen Getränke von Canopy Growth in den USA vermarkten.

Nach der Gewinnmitnahme-Idee wird die Aktie langsam wieder interessant

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Canopy Growth Aktie von Juli 2018 bis juli 2021 | Online Broker LYNX

Die Aktie gehörte mit einer Kursverzehnfachung von unter 7 CAD im Sommer 2017 auf Höchstkurse von 70 CAD zu den großen Gewinnern des Marihuana-Hypes. Die Aktie schoss nach dem Milliardeninvestment durch Constellation Brands auf neue Allzeithochs und zog damals fast die gesamte Branche mit nach oben. Nachdem wir Ihnen den Wert im Herbst 2017 erstmals zu 15 CAD und später zu 22 CAD zum Kauf vorgestellt hatten, rieten wir Ihnen aufgrund des starken Kursanstieges im September 2018 und im April 2019 bei einem Aktienkurs von rund 70 CAD zu Gewinnmitnahmen und im März 2020 zu einem Wiedereinstieg bei 15 CAD. Mittlerweile hat sich die Aktie bereits wieder auf 28 CAD erholt und wäre für langfristig orientierte Anleger beispielsweise bei einem Rücksetzer in den Bereich 25 CAD nicht uninteressant.

Nur für sehr langfristig orientierte, risikobewusste Anleger geeignet

Canopy Growth verfügt als mittlerweile unangefochtener Weltmarktführer weiterhin über ausreichende Finanzreserven und wird wohl auch in den kommenden Jahren sehr stark wachsen. Dennoch ist die Bewertung mit 11 Mrd. CAD weiterhin sehr ambitioniert trotz der verbesserten Geschäftsentwicklung und dem erwarteten großangelegten US-Markteintritt. Die gute Marktpositionierung, das komfortable Finanzpolster von aktuell immer noch 2,3 Mrd. CAD an Barmitteln, sowie die starke Partnerschaft mit Constellation Brands rechtfertigen jedoch einen Aufschlag gegenüber der Konkurrenz. Trotzdem ist es allenfalls für sehr langfristig orientierte Anleger spekulativ interessant, die Aktie bei Schwäche zu kaufen und so darauf zu setzen, dass Canopy Growth vom neuen CEO David Klein weiter auf Kurs in Richtung Profitabilität gebracht wird.

Marihuana – Entsteht ein neuer Milliardenmarkt? | Doku

Schauen Sie in dieser Dokumentation hinter die Kulissen des immer weiter wachsenden Marihuana-Marktes und erfahren Sie warum gerade Deutschland einen wichtigen Stellenwert für Marihuana Unternehmen hat. Wir haben mit den CEOs der größten Unternehmen gesprochen und Experten befragt, um Ihnen dieses spannende Umfeld für Investitionen näher vorzustellen.

Aurora Cannabis Inc. – Verlierer des harten Wettbewerbs

Mit Aurora Cannabis Inc. (ISIN: CA05156X8843 – Symbol: ACB – Währung: CAD) ist auch die dritte betrachtete Aktie in Kanada beheimatet. Der Hauptfokus von Aurora liegt wie bei allen drei vorgestellten Unternehmen auf dem nordamerikanischen Markt. Aber auch in Länder wie Deutschland, Italien und Australien wird Cannabis geliefert. Die Aurora-Aktie befindet sich seit Ende 2018 – mit einer kurzen Unterbrechung Anfang 2021 – im Abwärtstaumel. Anfang 2020 wurde eine Aktienzusammenlegung (Reverse-Split) im Verhältnis 1:12 durchgeführt. Je 12 Aktien wurden zusammengelegt, damit die Aktie kein Pennystock mehr ist. Aktuell hat sich der Kurs, der Ende 2020 bis auf 3,71 USD abfiel bei ca. 8,50 USD eingependelt. Als Grund für die starke Kurserholung wird vor allem die Marktöffnungsfantasie in den USA nach dem Wahlsieg von Joe Biden gesehen. Trotzdem erwartet Gordon Johnson, Analyst bei GLJ Research, dass die Aktie über kurz oder lang auf Null fällt.

Milliardendeals: (Zu) teure Übernahmen von CanniMed Therapeutics und MedReleaf

Der Grund für die Misere liegt vor allem in den zu teuren Übernahmen der Vorjahre. Im Jahr 2018 tätigte das Unternehmen gleich zwei Milliardenübernahmen. Zum einen übernahm man den kleineren nationalen Konkurrenten Cannimed Therapeutics für insgesamt 1,1 Mrd. CAD. Kurz danach wurde bereits das nächste Übernahmeziel ins Visier genommen: MedReleaf. Für die letztendlich erfolgreiche Übernahme des börsennotierten Produzenten wurden satte 3,2 Mrd. CAD in eigenen Aktien aufgeboten – zum damaligen Zeitpunkt die bislang größte Transaktion der Marihuana-Branche. Aus aktueller Sicht hat sich das Unternehmen damit deutlich „verhoben“.

Chefwechsel und Milliardenverlust im zweiten Quartal 2019/20

Im Jahr 2019/20 blieb das Geschäft stark hinter den Erwartungen zurück und wie bei Canopy Growth führte dies auch bei Aurora zu einem Chefwechsel. Mitgründer Terry Booth räumte seinen Platz und machte Platz für Miguel Martin. Dieser soll das Unternehmen mit Kosteneinsparungen wieder auf Kurs bringen. Fürs Gesamtjahr 2019/20 gab es Horror-Zahlen, die allerdings bereits vom Markt erwartet wurden. Zwar gelang eine Umsatzsteigerung von 271 Mio. CAD (ca. 206 Mio. USD) auf 323 Mio. CAD (ca. 245 Mio. USD), aber es wurde auch ein horrender Verlust in Höhe von -3,3 Mrd. CAD (ca. -2,5 Mrd. USD) gemeldet. Immerhin hatte das Unternehmen Mitte Mai 2021 nach einer Kapitalerhöhung rund 525 Mio. CAD auf dem Bankkonto.

Interview mit Cam Battley – CCO von Aurora Cannabis Inc.

Ambitionierte Wachstumspläne ad acta gelegt

Die ambitionierten Wachstumspläne und das längerfristige Produktionsziel von 570 Tonnen Cannabis sind erst einmal ad acta gelegt, für das Unternehmen geht es nach einigen Managementfehlplanungen eher ums finanzielle Überleben. Trotz herber Kursverluste bringt Aurora Cannabis weiterhin eine hohe Gesamtmarktkapitalisierung von aktuell 1,7 Mrd. auf die Börsenwaage. Das Management wollte zwar ursprünglich erreichen, dass Aurora Cannabis in Sachen Börsenwert zu Canopy Growth aufschließen und die weltweit führende Marktposition übernehmen kann. Doch dieses Ziel, das um jeden Preis erreicht werden sollte, ist längst außer Reichweite, das ist allen Beteiligten klar. Aus aktueller Sicht ist Aurora einer der Verlierer des harten Kampfs um den kanadischen Marihuana-Markt, das langfristige Überleben der Firma ist keineswegs sicher. Das kürzlich beendete Geschäftsjahr 2020/21 war vor allem von Umstrukturierungen und Kapitalbeschaffungsmaßnahmen geprägt.

Wir empfehlen weiterhin die Seitenlinie

Die besten Cannabis Aktien: Entwicklung der Aurora Cannabis Aktie von Juli 2018 bis juli 2021 | Online Broker LYNX

Auch bei Aurora Cannabis hatten wir Ihnen im Herbst 2018 Gewinnmitnahmen und die Seitenlinie angeraten, nachdem die Kurse dank eines US-Listings und Berichten zu einem Kooperations-Interesse des Getränkeriesen Coca-Cola Höchststände von ca. 195 CAD (Reverse-Split-bereinigt) erzielten.

Wir legten Ihnen nahe, Investments in Aurora Cannabis kritisch auf den Prüfstand zu stellen und Buchgewinne keinesfalls wieder dahinschmelzen zu lassen. Das war auch hier genau der richtige Ansatz, denn der Aktienkurs brach regelrecht ein und notierte zwischenzeitlich unter 4,00 USD (ca. 5,00 CAD). Aktuell hat sich der Kurs zumindest etwas auf 8,50 USD erholt. Von neuen Engagements in dem Wert raten wir weiterhin ab. Zum einen fehlt das dicke Cash-Polster wie bei Cronos und Canopy Growth und zum anderen lässt sich nicht absehen, ob die Restrukturierung tatsächlich gelingt. Etliche verwässernde Kapitalmaßnahmen drücken ebenfalls auf den Kurs. Wir empfehlen Anlegern angesichts der klaren Underperformance daher weiter die Beobachtung von der Seitenlinie. Die Aktie ist seit längerem kein Kauf mehr, möglicherweise droht früher oder später – falls das Investoreninteresse an Kapitalerhöhungen nachlässt – doch noch eine ernste finanzielle Schieflage.

Fazit: Konsolidierung auf dem Cannabis-Markt hält an

Der Cannabis-Markt entwickelt sich so wie es zu erwarten war: Nach der Goldgräberstimmung und dem Boom trennt sich in der Branche aktuell die Spreu vom Weizen und sämtliche Unternehmen befinden sich in einer von Übernahmen und Zusammenschlüssen geprägten Restrukturierungsphase: Während sich Firmen wie Aurora Cannabis klar erkennbar auf dem absteigenden Ast befinden, gelingt anderen Marktteilnehmern wie Canopy Growth, Cronos oder Tilray nach der Übernahme von Aphria offenbar eine Stabilisierung. Für Canopy und Cronos waren dabei mit Sicherheit die Milliardeninvestments von Constellation Brands bzw. Altria von entscheidender Bedeutung. Die Cash-Polster, die zumindest noch teilweise auf den Bankkonten liegen, könnten sich langfristig als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen. Rechnen Sie in der Marihuana-Branche weiterhin mit sehr volatilen Kursentwicklungen. Falls Sie solch ein hochspekulatives Investment tätigen wollen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Firma über ein ausreichendes Finanzpolster verfügt, um die zu erwartenden Verluste bis zum Erreichen der Gewinnschwelle auszugleichen.

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Interview mit Vic Neufeld – CEO von Aphria, Inc.

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