DAX Prognose 2019 - aktuelle DAX Entwicklung und Ausblick | LYNX Online Broker
Content

DAX Ausblick: Wie entwickelt sich der DAX 2021?

In dieser DAX Prognose analysieren wir, ob deutsche Aktien in Zeiten des Corona-Virus auch 2021 attraktiv für neue Investments sind und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX-Index in den kommenden sechs bis zwölf Monaten rechnen können. Wir schauen uns mögliche DAX Kursziele an und wagen einen DAX Ausblick.

Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

Rückblick auf das Jahr 2020: Corona-Crash und anschließende Kurserholung

Das Jahr 2020 verlief für die Aktienmärkte – bedingt durch die Corona-Krise – außergewöhnlich turbulent. Nach einem positiven Start ins Jahr und Höchstständen im Februar löste die große Unsicherheit bezüglich der rapide um sich greifenden Covid-19-Pandemie einen Crash der weltweiten Aktienindizes aus. Die meisten Börsen verloren durch Panikverkäufe der Anleger innerhalb weniger Wochen -30 % bis -40 % an Wert. Der DAX-Index brach von einem Rekordhoch bei ca. 13.800 Punkten bis Mitte März um -40 % auf 8.256 Zähler ein. Sehr beeindruckend verlief die anschließende Kurserholung, denn trotz einer schweren wirtschaftlichen Rezession stiegen die Kurse der meisten Aktien stetig und erreichten vielfach sogar neue Bestmarken. Insbesondere Technologieaktien profitierten von einer Digitalisierungswelle, aber auch Branchen wie Pharma & Biotech oder grüne Energien brachten zahlreiche Krisengewinner mit beeindruckenden Kursanstiegen hervor. Der DAX, der mit einem Punktestand von 13.249 Punkten ins Jahr gestartet war, notierte am Jahresende 2020 immerhin gut +3% höher, bei 13.719 Zählern.

Berücksichtigt man die Unsicherheiten und hohen konjunkturellen Belastungen durch die Corona-Krise und den starken Kurseinbruch im ersten Quartal, so nahm die DAX Entwicklung im Jahr 2020 aus Anlegersicht doch noch einen sehr erfreulichen Verlauf.

Jährliche DAX Entwicklung von 2016 bis 2020

JahrPerformance
2016+6,87 %
2017+12,51 %
2018-18,26 %
2019+25,48 %
2020+3,55%

Corona-Krise führt zu scharfem DAX-Einbruch

Mitte Januar 2020 notiert der DAX nach neuen Rekordhochs von 14.131 Punkten wieder bei ca. 13.800 Punkten. Doch wie geht es nun weiter? Droht ein nochmaliger Börseneinbruch oder steigen die Kurse in unvermindertem Tempo weiter?

Welche globalen Themen bestimmen die DAX-Richtung im Jahr 2021?

Derzeit beherrscht vor allem ein Thema die Börse: Die Corona-Virus-Pandemie. Während vielen Unternehmen ein harscher konjunktureller Gegenwind entgegenweht, gibt es auch Branchen wie Technologie, Biotech oder Lebensmitteleinzelhandel, die von der Krise profitieren. Und so ist es kein Wunder, dass sich der Aktienmarkt zweigeteilt entwickelt. Während die Kurse von Technologieunternehmen z.B. Software- oder Internetanbieter neue Höchstkurse erreichen, entwickeln sich Werte aus kriselnden Branchen wie Reise, Touristik, Modeeinzelhandel oder Automobile eher schwach. Nach dem Wahlsieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl dürften die Anleger nun verstärkt auf den Regierungskurs des neuen US-Präsidenten blicken. Da die Demokraten nun in beiden Parlamentskammern, d.h. sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat eine knappe Mehrheit haben, kann Biden durchregieren und Gesetzesvorhaben mit Zustimmung der eigenen Partei in die Tat umsetzen.

Der Erfolg der weltweiten Impfkampagnen gegen das Coronavirus dürfte besonders stark im Blickpunkt der Anleger stehen. Aktuell wird allgemein davon ausgegangen, dass sich die Pandemie durch großangelegte Massenimpfungen eindämmen lässt und die negativen Folgen entsprechend abebben. Falls sich aber herausstellen sollte, dass der Impfschutz gegen das Virus nur temporär, also beispielsweise 6 bis 8 Monate wirkt, oder falls neue Virus-Mutationen auftreten, gegen die entwickelte Impfstoffe wirkungslos sind, so dürfte sich die Corona-Krise noch einmal erheblich verschärfen.

DAX Prognose: Aktien weiterhin nicht unattraktiv

Sehen wir uns für unsere DAX Prognose zunächst das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ ca. 16 % der DAX Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX Entwicklung beeinflussen. Diese stehen stets unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber schnell ihre Mittel ab. Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen oder (Staats)Anleihen sind negativ verzinst und daher weiterhin völlig unattraktiv. Außerdem schwebt über den festverzinslichen Anlageformen das Damoklesschwert einer anziehenden Inflationsrate, denn auch der Geldwertverlust spielt bei der Rendite neben der Verzinsung natürlich ebenfalls eine große Rolle. Andere Alternativen gibt es kaum, denn Immobilien sind für die allermeisten Anleger zu illiquide und der Goldmarkt ist gemessen an den gewaltigen Anlagesummen, die am Kapitalmarkt bewegt werden, geradezu mikroskopisch klein.

Obwohl sich der DAX innerhalb der letzten elf Jahre vom Tief bei 3.589 Punkten Anfang 2009 bis Anfang 2021 auf 14.131 Punkte mit einem Kursanstieg um mehr als +290% fast verdreifacht hat, sind Aktien also zumindest attraktiver als andere Anlageklassen.

DAX Bewertung mit KGV 20 nicht günstig, aber es fehlen Anlagealternativen

Ist die DAX Bewertung aufgrund der Corona-Krise und den starken Kursanstiegen nach dem Crash nicht schon zu hoch?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Die Experten-Schätzungen für das aktuelle DAX Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Jahr 2021 gehen recht weit auseinander und liegen zwischen 15 und 19, im Mittel also bei etwa 17. Damit sind die deutschen Blue-Chips im historischen Vergleich nicht mehr ganz günstig bewertet. Durchschnittlich liegt das DAX-KGV bei ca. 15. Ein DAX-KGV von 17 besagt, dass die 30 Werte im Durchschnitt 17-mal mehr kosten, als die erwarteten Nettogewinne der DAX-Konzerne im Jahr 2020. Im Jahr 2000 wurde beim DAX kurzzeitig ein Rekord-KGV von 33,7 erreicht, mehr als der doppelte Wert des langjährigen Durchschnitts. Da 10jährige Bundesanleihen gleichzeitig rund 5 % Rendite abwarfen, setzte damals ein massives Umschichten in Staatsanleihen ein, der Rest der Geschichte dürfte Ihnen bekannt sein. Eine Diskrepanz im Rendite-Vergleich der Anlagealternativen wie im Jahr 2000 liegt heute nicht vor. Zwar haben einige DAX-Werte ihre Dividende deutlich gekürzt oder gestrichen, aber für viele Anleger ist eine kleine Rendite immer noch besser als Minuszinsen. Aktien sind also im historischen Vergleich zwar eher teuer als billig, es gibt allerdings auch keine ernsthaften Anlagealternativen.

Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt noch immer alternativlos

Der Rendite-Ausblick der alternativen Investments ist weitaus weniger attraktiv als für Aktien. Pro Jahr „ein bisschen Geld“ mit Staatsanleihen zu verlieren war und ist für viele Großanleger paradoxerweise immer noch attraktiver, als ihr Geld in vergleichsweise renditestarken Dividendenpapieren mit langfristigem Gewinnsteigerungspotenzial anzulegen. Dennoch ist Geldanlage immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Doch auch wenn deutsche Aktien derzeit krisenbedingt nicht mehr günstig bewertet sind: Für einen DAX Ausblick reicht es nicht aus, sich (eindimensional) das historische Bewertungsniveau von Aktien zu betrachten, sondern es müssen (multidimensional) immer auch die zur Verfügung stehenden Alternativ-Optionen in Relation gesetzt und betrachtet werden.

Negativzinsen & Politik-Unsicherheit: Mit Staatsanleihen drohen Verluste

Werfen wir also einen Blick auf den im Vergleich zum Aktienmarkt rund dreimal größeren Staatsanleihenmarkt – der einzigen wirklichen Anlagealternative für Großanleger. Um es gleich vorweg zu nehmen, der Anleihenmarkt ist zur Geldanlage weiterhin absolut unattraktiv.

Staatsanleihen kein sicherer Hafen mehr

Und das ist nicht nur dem unverantwortlichen, rekordhohen Verschuldungsgrad der westlichen Industrienationen geschuldet. Auch die teilweise chaotisch anmutenden und zunehmend unberechenbaren politischen Verhältnisse und Handelsstreitigkeiten tun ihr Übriges, um das Vertrauen in die Politik und damit auch in staatliche Investments zu schmälern. Doch es gibt weitere Gründe, die Staatspapiere unter Druck setzen: Da die massiven Kaufprogramme der Zentralbanken früher oder später auslaufen, fallen zukünftig die mit Abstand größten Anleihen-Käufer weg. Auch oder gerade weil Anleihen lange Zeit als „Safe Haven“ (sicherer Hafen) galten: Es ist durchaus fraglich, ob auch nach der erwarteten Beendigung der Zentralbank-Eingriffe überhaupt noch genügend Anleihenkäufer zur Stelle sein werden, um das enorme Angebot auf dem aktuellen Renditeniveau aufzunehmen. Als sicheren Hafen würden wir Staatsanleihen also selbst zu Zeiten des Corona-Virus nicht mehr betrachten.

Wehe die Inflationsrate zieht an…

Die Nachfrage nach den aktuell negativverzinsten Staatspapieren wird erheblich zurückgehen, sobald sich beispielsweise – getrieben von steigenden Inflationserwartungen – höhere Zinsen ankündigen. Denn um ein steigendes Zinsniveau abzubilden, müssen die Kurse von Staatsanleihen fallen, da die Anpassung an das steigende Renditeniveau nur über sinkende Kursnotierungen erfolgen kann. Ende 2020 waren weltweit Anleihen im Volumen von mehr als 15 Billionen US-Dollar negativ verzinst, in Europa werfen drei Viertel aller Staatsanleihen negative Renditen ab. Nur Großanleger wie Versicherungen oder Pensionskassen, die gesetzlich dazu gezwungen sind, kaufen die negativ verzinsten Papiere. Hohe Verluste drohen dann, wenn steigende Inflationsraten auch noch die letzten Käufer vertreiben. Wenn zudem der Druck auf die Zinsen steigt, dann dürfte es für Anlegergläubiger extrem ungemütlich werden. Ausgehend von den Negativzinsen drohen dann möglicherweise prozentual zweistellige Verluste.

Auf solche Kursverluste haben natürlich die wenigsten Großanleger Lust, die spätestens bei der kommenden Zinswende massiv Anleihen verkaufen werden. Da der Anleihenmarkt den Aktienmarkt vom Volumen her bei Weitem übertrifft geht es um immense Summen. Dieses aus dem Anleihenmarkt fließende Kapital muss dann natürlich trotzdem weiterhin Rendite erzielen und angelegt werden. Und einiges Kapital wird dabei auch den Weg an die Börse finden, denn auch Immobilien und Gold können sich als verbleibende Anlageklassen nicht als ernstzunehmende Konkurrenten qualifizieren.

Immobilien: Illiquide und im Umfeld steigender Zinsen zunehmend unattraktiv

Immobilien haben nach den Preissteigerungen der vergangenen Jahre, sowie durch die steigenden Zinsen zuletzt erheblich an Attraktivität eingebüßt. Da diese überwiegend fremdfinanziert werden, lasten steigende Zinsen sehr schnell auf der für viele Finanzinvestoren ohnehin zu illiquiden Anlageform. Mit jedem Basispunkt den die Kreditzinsen für Immobiliendarlehen mehr kosten, verringert sich auch das potenzielle Investitionsvolumen d.h. die Finanzkraft der Käufer. Spätestens in einem Umfeld steigender Zinsen werden Investments in Immobilien dann also immer unattraktiver. Dazu kommt, dass sich die Käufersuche im Fall eines geplanten Ausstiegs nicht nur bei Großprojekten oft jahrelang hinzieht. Bei Aktien, Anleihen oder Gold gibt es hingegen stets einen Marktpreis zu dem gekauft und verkauft werden kann.

Wer mehr zu Immobilieninvestments lesen möchte, dem empfehlen wir unsere Artikel „Die besten offenen Immobilien-Fonds für Privatanleger“ und Die besten REITs.

Goldmarkt für eine echte Anlagealternative viel zu klein

Der Goldmarkt hingegen ist im Vergleich zu Aktien- und Anleihenmärkten vor allem zu klein. Schätzungen zufolge wurden weltweit bislang nur etwas über 165.000 Tonnen Gold gefördert. Auch wenn Sie dieses Beispiel vielleicht schon kennen: Zu einem Würfel gegossen, hätte dieser mit allem jemals produzierten Gold der Welt einer Kantenlänge von gerade einmal ca. 20 Metern. Die Hälfte des produzierten Goldes ist bereits zu Schmuck verarbeitet oder kommt in der Industrieproduktion zum Einsatz. Zehntausende weitere Tonnen lagern in den Tresoren der Zentralbanken, so dass folglich der Großteil des Goldes vom Markt ist. Um beispielsweise nur 1 % der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien- und Staatsanleihen in Gold anzulegen, müssten beim aktuellen Goldpreis über 40.000 Tonnen oder rund ein Viertel der bislang geförderten Goldmenge erworben werden. Daher kommt auch dieser Markt – im Gegensatz zu Früher – für die allermeisten Großanleger und Fonds mit Milliardenvermögen nicht für nennenswerte Investments in Frage.

Goldpreis steigt bei negativen Realzinsen und bei extremer politischer Unsicherheit

Das bedeutet natürlich nicht, dass Gold als Investment für Sie unattraktiv ist. Da das Metall per se keine Rendite generiert und zudem nicht unerhebliche Lager- und Sicherungskosten produziert, steigt der Goldpreis deshalb vor allem dann, wenn die Realzinsen negativ sind d.h. wenn die Zinsen durch die Inflationsrate quasi „aufgefressen“ werden. Denn dann macht es durchaus Sinn, die Lagerkosten in Kauf zu nehmen und auf Wertsteigerungen beim gelben Edelmetall zu setzen. Daneben fungiert Gold in Extremsituationen auch immer wieder als „Hedge gegen Regierungspolitik“ oder gegen geopolitische Krisen. Im Jahr 2020 zog der Goldpreis stark an, eine Preisentwicklung, die vor allem durch die wirtschaftliche und politische Unsicherheit rund um die Corona-Pandemie begründet sein dürfte. Auch wenn Gold im Bereich von 2.000 USD etwas heiß gelaufen war und anschließend deutlich zurückfiel, sind die Aussichten für das gelbe Edelmetall, das aktuell bei etwa 1.800 USD notiert, mittel- bis langfristig weiterhin gut.

Die besten Gold Aktien 2021

Knapp +27 % legte der Goldpreis im Jahr 2020 auf USD-Basis zu und knüpfte damit an die positive Performance des Vorjahres an. In diesem Artikel stellen wir Gold-Aktien vor, die von einem Anstieg des Goldpreises profitieren könnten.

Privatanleger nutzen den Corona-Crash zum Neueinstieg

Doch nicht nur Großanleger werden weiterhin Aktien kaufen. Auch viele Privatanleger haben den Crash zum Neueinstieg genutzt, denn viele von ihnen waren am Börsenaufschwung der letzten Jahre nicht oder nur geringfügig beteiligt. Grund waren neben der Flut von Krisen und Negativnachrichten oft Bedenken, ob sich der Bullenmarkt nicht langsam dem Ende entgegen neigt. In der Regel endet ein langjähriger Aufwärtstrend jedoch nicht sang- und klanglos, sondern erst dann, wenn zu viele unerfahrene Anleger an die Börse drängen und Aktien ein allgemeines Gesprächsthema sind. Diese werden schließlich von steigenden Kursen und entsprechender Berichterstattung in den Medien angelockt, werfen alle Vorsicht über Bord und wollen zuletzt auch noch ihr Stück vom Kuchen haben. Doch dann wird es meist gefährlich. Nach den starken Kursanstiegen seit den Crash-Tiefs ist der deutsche Aktienmarkt mittlerweile etwas überhitzt, so dass es jederzeit auch stärkere Kursschwankungen oder eine deutliche Korrektur geben könnte. Dies würde die Stimmung dämpfen.

Insgesamt betrachtet stehen die Chancen für mittel- bis langfristig weiter steigende Aktienkurse jedoch immer noch relativ gut. Und weiter steigende Aktienkurse sind natürlich auch für die DAX Entwicklung positiv.

Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen

Viele Anleger sind überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Das ist aber – so wie wir es aktuell in der Corona-Krise erleben – ein Irrtum, denn historisch betrachtet ist dies zwar meistens, aber keineswegs immer der Fall. Aktienkurse steigen vor allem dann, wenn die Mehrheit der Anleger fallende Kurse erwartet oder sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen oder politischen Nachrichtenlage mit Aktien-Investments unwohl fühlt.

An der Börse passiert bekanntlich meist das Gegenteil von dem was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Natürlich wird ein langjähriger Aufwärtstrend immer wieder durch überschaubare Zwischenkorrekturen wie 2018 oder wie in 2020 durch den Corona-Crash unterbrochen. Trotzdem stehen die Chancen gut, dass Aktien – mit einigen erwartungsgemäßen Schwankungen – weiter steigen werden. Unternehmensanteile sind vor allem in politisch unsicheren Zeiten die bessere Alternative zu Gold. Möglicherweise könnte sich sogar eine Geldflucht in privatwirtschaftliche Anlageformen entwickeln.

DAX-Aktien als „Hedge“ für ein mögliches Euro-Aus

Angesichts der Corona-Krise sowie häufigeren Spannungen und Unstimmigkeiten unter den EU-Partnern und Euro-Ländern, ist sogar ein Euro-Aus nicht ganz unvorstellbar. Für den (dennoch sehr unwahrscheinlichen) Fall, dass die europäische Währungsunion tatsächlich auseinanderfällt, sind Besitzer von Immobilien, Gold und natürlich auch Aktien exzellent geschützt. Denn Investoren werden für diese Vermögensformen immer einen fairen Marktwert bekommen – unabhängig von der Währung. Bei Anleihen und Spar- und Bankguthaben hingegen sind Sie bei möglichen Währungsreformen auf die von Politikern festgelegten Wechselkurs- und Umrechnungsverhältnisse angewiesen – und diese können, wie die Geschichte lehrt, durchaus auch ungünstig für Anleger ausfallen. DAX-Aktien sind somit ein guter und gleichzeitig liquider Schutz vor einem Euro-Aus und Währungsturbulenzen.

Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und Populismus in der Politik: Sondersituation für Aktien

Das politische Klima der wichtigsten Wirtschaftsnationen war viele Jahre lang auf internationaler Ebene meist relativ harmonisch und von verbesserten Handelsbeziehungen, Marktöffnungen (Stichwort Freihandel) und Zusammenhalt geprägt. Seit der Brexit-Entscheidung und der Trump-Wahl im Jahr 2016 wurde offensichtlich, dass der Wind gedreht hat und seitdem eher in Richtung Protektionismus, Abgrenzung, Autoritarismus und Populismus wehte. Politikern und Regierungen zu vertrauen fällt vielen Bürgern und Bürgerinnen deshalb zunehmend schwerer als zuvor. Auch Investoren sind deshalb immer weniger gewillt, Ihr Kapital freiwillig in die ohnehin schon niedrig verzinsten Papiere hoch verschuldeter Staaten anzulegen. In negativ verzinste Staatsanleihen wie zehnjährige Bundesanleihen mit ca. -0,5 % Verzinsung investiert nur, wer keine andere Möglichkeit hat und beispielsweise gesetzlich dazu gezwungen ist.

Dies führt für Aktien zu einer Sondersituation, da es schlichtweg an echten liquiden Investmentalternativen fehlt. Die Entscheidungsgründe in Aktien zu investieren sind daher nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Von einer Flucht von staatlichen in private Assets zu sprechen ist möglicherweise noch etwas früh, aber dazu könnte es durchaus kommen. Kurzfristig ist der Markt zwar überhitzt, aber mittel- bis langfristig dürfte der DAX Index, dessen 30 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, weiterhin vom Anlagenotstand der Investoren und der Geldflut der Zentralbanken profitieren. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX Ausblick aber auch noch das längerfristige Chartbild an.

DAX Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend dank neuer Allzeithochs intakt

Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Index zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahreschart ist zunächst ein langfristiger Aufwärtstrend erkennbar. Von etwa 4.966 Punkten im Tief, ging es bis Januar 2020 auf bis zu 14.131 Zähler, ein stattlicher Zuwachs von +185 %. Da der DAX als Performance-Index im Gegensatz zu fast allen Leitindizes auch Dividenden berücksichtigt, müssen die hohen Zuwächse im internationalen Vergleich zwar in Relation gesetzt werden, aber auch ohne Gewinnausschüttungen bleibt (beim weniger beachteten DAX-Kursindex) in der Spitze ein ordentliches Plus von +126 %.

Übrigens: Während der DAX-Performance-Index Anfang 2021 ein deutliches neues Allzeithoch über der bisherigen Bestmarke von Januar 2018 erzielte, fehlten dem DAX-Kursindex zum selben Zeitpunkt zu einem neuen Kursrekord noch rund 5 %. Die Diskrepanz entspricht folglich den DAX-Dividenden 2018 bis 2020. Der langfristige Aufwärtstrend des DAX-Performance-Index ist nach dem Erzielen neuer Allzeithochs wieder intakt, beim DAX-Kursindex steht ein neues Hoch zur Bestätigung eines fortgesetzten Aufwärtstrends noch aus.

Hier sehen Sie beide Indizes im Vergleich:

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Performance-Index (mit Dividenden)

DAX Prognose und Entwicklung mit Ausblick - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Entwicklung DAX Performance-Index von Januar 2011 bis Januar 2021 | Online Broker LYNX

DAX Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX Kurs-Index (ohne Dividenden)

DAX Prognose und Entwicklung mit Ausblick - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Entwicklung DAX Kursindex von Januar 2011 bis Januar 2021 | Online Broker LYNX

Entwicklung DAX Performance-Index vs. Entwicklung Dax-Kursindex – der feine Dividenden-Unterschied

DAX Prognose und Entwicklung mit Ausblick - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: Entwicklung DAX Performance-Index und DAX-Kursindex im direkten Vergleich | Online Broker LYNX

DAX – Mittelfristige Performance

Bei der Betrachtung des 4-Jahres-Charts fällt auf, dass sich der DAX Performance-Index aktuell exakt im Bereich des Zwischenhochs von Anfang 2020 aufhält. Vor allem im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX 30 Werte weit hinterher. Nun kommt es darauf an, dass das neue Allzeithoch in den kommenden Wochen und Monaten verteidigt wird, denn ansonsten könnte aus charttechnischer Sicht doch nochmal ein stärkerer Rücksetzer drohen. In diesem Fall würde man von einem Fehlausbruch sprechen.

Lehrbuchmäßig wäre es, wenn der DAX das Jahreshoch 2020 von knapp 13.800 Zählern zunächst wieder deutlich unterschreitet, bevor es eine neue Aufwärtsbewegung auf neue Höchststände gibt. Anleger, die von fallenden Kursen ausgehen, wären dann auf dem falschen Bein erwischt worden. Mittel bis langfristig betrachtet hängt das charttechnische Gesamtbild für 2021 in erster Linie davon ab, ob der Chartausbruch auf neue Allzeithochs durch neue Kursanstiege und neue Hochs bestätigt wird, oder ob an dieser Stelle Schwäche einsetzt und das Umfeld für Aktien wieder schwieriger wird. Anleger sollten daher flexibel auf das Marktgeschehen reagieren. In Zeiten des Corona-Virus schadet es sicher nicht, Positionen mit (ausreichend weiten) Stopps abzusichern.

4-Jahres-Chart DAX Performance-Index

DAX Prognose und Entwicklung mit Ausblick - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt?: DAX (Performance-Index) - Entwicklung von Januar 2017 bis Januar 2021 | LYNX Online Broker

DAX-Prognose 2021: 16.000 Punkte als mögliches DAX-Kursziel

Bestätigt der DAX den nachhaltigen Ausbruch auf neue Allzeithochs, so wäre aus charttechnischer und fundamentaler Sicht ein Kursniveau von 15.500 bis 16.000 Punkten innerhalb von 12 bis 18 Monaten ein realistisches DAX Kursziel. Dies würde einem Zuwachs von immerhin +12 % bis +16 % entsprechen. Deutsche Aktien wären dann zwar nicht mehr ganz günstig, aber der Anstieg wäre durchaus aus fundamentaler Sicht gerechtfertigt – vor allem dann, wenn die Corona-Pandemie nach einer erfolgreichen Impfkampagne abebbt. Aktien sind relativ zu allen anderen Alternativen betrachtet noch immer eindeutig die attraktivste Anlageklasse. Die DAX 30 Aktien versprechen daher auch im Jahr 2021 attraktive Renditen. Anleger könnten nach den Anstiegen der letzten Monate für Neueinstiege auch einen Rücksetzer von beispielsweise -5 % bis -10 % abwarten.

Interview mit Börsenexperte Robert Halver

Erfahren Sie vom Börsenexperten Robert Halver, ob sich der DAX trotz anhaltendem Handelskonflikt, der Schwellenländerkrise und den derzeitigen Schuldverhältnissen in Europa wieder erholen und womöglich neue Rekordstände aufbauen kann oder ob es zu einer nachhaltig gedrückten Stimmung bei den Anlegern kommt.

Noch mehr Prognosen

Ölpreis-Prognose 2021

Die Entwicklung der Ölpreise ist heutzutage für viele Investoren eine wichtigere Vorlage für die Richtung des weltweiten Wachstums, als es Konjunkturdaten oder die Trends am Anleihe- und Devisenmarkt sind. Eine Ölpreis-Prognose ist daher immer ein Abwägen zwischen Realität und Projektion, zwischen der echten Nachfrage und der Spekulation.

Sie möchten an der Börse investieren?

LYNX bietet Ihnen den Börsenhandel von Aktien und anderen Wertpapierklassen direkt an den Heimatbörsen an. Damit profitieren Sie von einem hohen Handelsvolumen und engen Spreads. Sie haben über LYNX außerdem die Möglichkeit Aktien leer zu verkaufen, um auch von fallenden Aktienkursen zu profitieren.

Profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von dem ausgezeichneten Angebot von LYNX, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

Sie möchten ausländische Aktienkurse in Euro umrechnen? Dann nutzen Sie unseren Währungsrechner für über 130 Währungen.

Das müssen Sie als Trader wissen!

  1. Die sechs wichtigsten Kaufsignale – Da muss man dabei sein
  2. Die fünf wichtigsten Verkaufssignale
  3. Money Management: Die wichtigste Disziplin für Trader
  4. Portfoliomanagement: So verwalten Sie Ihr Depot
  5. Strategien bei der Aktienauswahl: So finden Sie die besten Aktien für Ihr Depot

Artikelserie: Trading-Strategien – Nachhaltig erfolgreich traden

  1. Die besten Trading-Strategien
  2. Die Dividendenstrategie: Die besten Dividenden-Aktien
  3. Die Value-Strategie von Warren Buffett: Der nette Milliardär von nebenan
  4. Die Trendfolge-Strategie: Trading mit Systemen (1): Trendfolge-Indikatoren
  5. Die Bottom Fishing Strategie: Geduld wird belohnt
  6. Die Swing Trading-Strategie
  7. Gewinne mitnehmen – Die besten Strategien
  8. Gewinnoptimierungs-Strategie Pyramidisieren
  9. Die Momentum- oder auch Top/Flop-Strategie

Artikelserie: Die Technische Analyse – Lassen Sie Charts für sich arbeiten!

  1. Trends, Widerstände und Unterstützungen: Das Fundament jeder Analyse
  2. Trendwende- und Konsolidierungsformationen: Die wichtigsten Chartmuster in Trends
  3. Markttechnik: Mit diesen Indikatoren sind Sie komplett ausgerüstet
  4. Absicherung: Stoppkurse richtig setzen
  5. Candlestick-Charts: Was diese Charts alles können

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Wendelin Probst
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.