DAX Prognose DAX: Jetzt kommt es auf drei Chartmarken an … und alle sind nahe!

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Der DAX rutschte gestern bis auf sechs Punkte an seine 200-Tage-Linie heran. Sie und zwei Zwischentiefs vom Juli und August stellen für die Bullen eine Klippe dar, über der sie per Donnerstag bereits mit anderthalb Beinen hingen. Das könnte heute ein heißer Tanz werden!

Zum Handelsschluss des Donnerstags lag die 200-Tage-Linie bei 15.543 Punkten. Das Zwischentief vom August befindet sich bei 15.469 Zählern, das des Julis bei 15.456 Punkten. Alle drei Unterstützungen liegen damit in unmittelbarer Reichweite. Ein brenzliges Szenario, dass das bullische Lager natürlich vermeiden wollte – aber damit scheiterte, nachdem der DAX gleich dreimal in den vergangenen sechs Wochen nicht an der 16.000er-Marke vorbeikam.

Das Problem ist, dass sich der Index im Fall des Bruchs dieser drei Chartmarken kurzfristig selbständig machen könnte wie ein Lkw mit versagender Bremse an einem Abhang. Denn dass es ausgerechnet die runde 16.000 war, an welcher der DAX seit dem 10. August schon dreimal nach unten drehte, kann an der psychologischen Relevanz einer runden Chartmarke liegen oder daran, dass diese Linie die große „Trompeten-Formation“, dieses im Chart auf Tagesbasis zu sehende, nach rechts offene Dreieck, in der Mitte teilt. Aber egal welche der beiden Varianten wichtiger ist:

DAX: Tages-Chart vom 21.09.2023, Kurs 15.571,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 21.09.2023, Kurs 15.571,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

In beiden Fällen wird deutlich, dass die Bären und oder diejenigen, die einfach nur aussteigen wollen, jetzt eine ernstzunehmende Größe sind. Und da stellt sich das Bullen-Lager natürlich die Frage: Und wie stark sind wir?

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das wird sich in dem Moment zeigen, wenn diese Chartmarken getestet werden, was bereits heute möglich wäre. Denn natürlich weiß man nie, wer außer einem selbst gerade überlegt, solche Unterstützungen mit eigenem Kapitaleinsatz aktiv zu verteidigen. Es könnten so viele mit derart massiven Barmitteln sein, dass der DAX aus dieser Zone wie eine Rakete nach oben herausschießt. Oder so wenige, dass man von den jetzt noch nervöser gewordenen potenziellen „Aussteigern“ und den mutiger werdenden Bären sofort überrannt wird. Das macht diese Ausgangslage für heute interessant genug, um den DAX durchweg im Auge zu behalten, zumal:

DAX: Monats-Chart vom 21.09.2023, Kurs 15.571,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 21.09.2023, Kurs 15.571,86 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wenn diese „Trompeten-Formation“ weiterhin im Fokus der Bären steht, dann eben auch ihre untere Begrenzungslinie, die mittlerweile bis auf 15.110 Punkte nach unten gelaufen ist. Ein lukratives Kursziel im Fall eines Durchbruchs, zumal dort dann schon fast die nächste, mittelfristig wichtige Unterstützungszone zwischen 14.816 und 15.060 Punkten erreicht wäre.  

Eine US-Vorlage, die nach dem Intraday-Abwärts-Reversal im Anschluss an die US-Notenbankentscheidung am Mittwoch für den Donnerstag mit erneuten, kräftigen Verlusten daherkommt und die Sorge vor den Folgen lange hoch gehaltener Leitzinsen geben den Bären seitens der Rahmenbedingungen Rückenwind. Und das wissen auch die Bullen, von denen manch einer auch wegen der nicht gerade unwesentlichen Tatsache, dass der Euro Stoxx 50, der zu einem Drittel aus DAX-Aktien besteht, seine 200-Tage-Linie bereits unterboten hat, wohl höchst nervös in den Handel geht.

Jetzt geht es also ans Eingemachte … der heutige Tag bzw. die nächsten Handelstage könnten, egal, ob den Bullen die Verteidigung gelingt oder die Bären durchbrechen, die Richtung für mehrere Wochen vorgeben!

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Vorherige Analysen des DAX Index

Erst vor sechs Wochen wurde ein neues Rekordhoch erzielt, die DAX-Bullen wähnten sich unbesiegbar. Heute stehen sie auf einmal mit dem Rücken zur Wand. Zwar gelang es am Freitag, den DAX von der Schlüssel-Support-Linie fernzuhalten. Aber viel mehr auch nicht.

Grundsätzlich war der Freitag ja durchaus bemerkenswert. Der DAX startete im Plus, fiel dann deutlich zurück und konnte zum Handelsende doch wieder in die Gewinnzone laufen. Aber das Plus zum Vortag betrug gerade einmal 0,14 Prozent. Damit ändert man eine kritische Gesamtsituation nicht wirklich. Und aktuell ist sie kritisch, zumindest für die bullische Seite.

Der Chart zeigt, dass es nach der Rallye zum Juli-Ultimo nicht mehr gelang, eine auch nur ansatzweise vergleichbare Aufwärtsbewegung zuwege zu bringen. Zwei Versuche, den deutschen Leitindex wieder in Fahrt zu bekommen, wurden humorlos bei 16.000 Punkten abverkauft. Dort, wo sich die Mitte der auffälligen „Trompeten-Formation“ befindet, diesem nach rechts offenen Dreieck, das oft ein Vorbote deutlich zunehmender Volatilität ist, die sich dann über kurz oder lang in einem dynamischen Ausbruch entlädt. Und so, wie sich das Chartbild darstellt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX nach unten aus der Formation herausläuft, derzeit größer.

Aber innerhalb der Formation findet sich ein Supportbereich, der noch deutlich relevanter für das Wohl und Wehe des DAX ist. Dass das bullische Lager sehr genau weiß, wo diese Klippe verläuft, über die man auf keinen Fall kippen will, sah man am Freitag. Aber den Index auf Distanz zu halten, ist nicht genug. Der DAX müsste schnell und eindeutig dort nach oben hinaus, wo er zuletzt zweimal scheiterte: über 16.000 Punkte.

Gelingt das nicht, wäre der Ausbruch nach unten vermutlich nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Denn die Bären wissen nun mal auch, wo dieser „Punkt X“ liegt. Und momentan scheinen sie grundsätzlich das stärkere und/oder entschlossenere Lager darzustellen. Um welche Zone es geht, zeigt sich klar im Chart auf Tagesbasis:

DAX: Tages-Chart vom 08.09.2023, Kurs 15.740,30 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 08.09.2023, Kurs 15.740,30 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Alles dreht sich um die Tiefs vom Juli und August, die jetzt mit der in diese Region vorgedrungenen 200-Tage-Linie zwischen 15.456 und 15.482 Punkten einen Schlüssel-Support bilden. Dass man versucht, solche Zonen nicht einfach preiszugeben, sondern zu verteidigen, ist normal. Daher ist es nicht unbedingt überraschend, dass man begann, die Verluste hurtig aufzukaufen, als der DAX diesem Bereich bis auf unter 100 Punkte nahekam. Auch und gerade, weil der durch die vielen in ihm gelisteten DAX-Aktien eng mit deutschen Leitindex verbundene Euro Stoxx 50 diese Linie am Freitag sogar unmittelbar testete und verteidigen musste.

Aber solange es jetzt nicht schnell gelingt, Abstand zu diesem Bereich aufzubauen, kann der eigentliche Test jederzeit doch noch anstehen. Zumal man den Eindruck gewinnt, dass die großen Akteure am Terminmarkt, die bis Juli unübersehbar bestrebt waren, die Abrechnung der Derivate am oberen Ende der Handelsspanne zu erzwingen, das schon im August nicht mehr taten: Da war das untere Ende der Range angezeigt. Und die nächste Abrechnung steht an diesem Freitag an, ohne dass bislang seitens des Terminmarkts Zug nach oben zu sehen war.

Das ist dem bärischen Lager ebenso klar wie der Umstand, dass diese Mini-Plus des Freitags die Unruhe bei den Bullen eher nicht verringert haben dürfte. Sie hätten den Vorteil, nicht verteidigen zu müssen, sondern angreifen zu können, um im Erfolgsfall auf eine Stampede der Bullen durch einen dann vermutlich deutlich zu kleinen Notausgang hoffen zu können. Diesen Bereich 15.456 zu 15.482 Punkte sollte man jetzt nicht aus den Augen lassen!

DAX: Monats-Chart vom 08.09.2023, Kurs 15.740,30 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 08.09.2023, Kurs 15.740,30 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Der August wird zwar im Minus enden. Aber es hätte weitaus übler ausgehen können, wenn der DAX nicht Mitte des Monats oberhalb entscheidender, mittelfristiger Unterstützungen nach oben gedreht hätte. Könnte das den Schwung bringen, um die bisherigen Hochs anzugehen?

Rein aus charttechnischer Sicht sieht es für die Bullen durchaus verheißungsvoll aus. Der DAX drehte noch klar oberhalb der unteren Begrenzung der sogenannten Trompeten-Formation, d.h. einem nach rechts offenen Dreieck, wieder nach oben. Auch die darüber liegende 200-Tage-Linie wurde nicht angesteuert, es gelang vielmehr, auf Höhe des Juli-Verlaufstiefs (15.456 Punkte) die Kurve zu kriegen. Die markttechnischen Indikatoren auf Tagesbasis, am Tief bereits überverkauft, generierten positive Signale.

Und dass der Index sein Korrekturtief ausgerechnet am Tag der Abrechnung am Terminmarkt sah und der Verkaufsdruck unmittelbar danach verschwand, deutet an, dass auch das bärische Lager unter den großen Akteuren der Terminbörse derzeit nicht an einem Ausbruch nach unten interessiert ist. 

Und der Weg nach oben wäre grundsätzlich erst einmal frei. Um 16.060 Punkte würde sich zwar ein leichter Widerstand finden. Aber die „dicken“ Hürden beginnen erst bei 16.331 Zählern, auf Höhe des ersten der drei Zwischenhochs innerhalb der Trompeten-Formation.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass alle drei Zwischenhochs Ausflüge über die vorherige Bestmarke von 16.290 Zählern waren und alle drei letzten Endes scheiterten. Wollte man also darauf setzen, dass der DAX jetzt einen neuen Anlauf auf neue Rekorde unternimmt und dieser Anstieg diesmal nachhaltig wäre, hieße das:

Expertenmeinung: Man müsste davon ausgehen, dass dem Index ein starker Aufwärtsschub unter grundsätzlich kritischen, um nicht zu sagen, bärischen Rahmenbedingungen gelingt. Die Käufer müssten also ignorieren, dass wir immer mehr in eine Klemme geraten, in der zu viel Inflation, aber zu wenig Wachstum zu einer Stagnation führen, die durch massiv bremsende, hohe Leitzinsen über eine längere Zeitspanne aufrechterhalten wird.

Die gestern vorgelegten Vorab-Berechnungen zur deutschen Inflationsrate zeigen es ja: Da geht weit weniger in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der EZB voran, als die meisten das noch vor ein paar Monaten erwartet hatten. Zugleich bleibt die Verbraucherstimmung, das zeigten der deutsche GfK-Konsumklimaindex am Dienstag und die Eurozone-Verbraucherdaten vom Mittwoch, am Boden.

DAX: Tages-Chart vom 30.08.2023, Kurs 15.891,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 30.08.2023, Kurs 15.891,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Aber wer daraufhin schlussfolgert, dass auf dem DAX deshalb zwingend ein zu schwerer Deckel lastet, muss nicht, kann aber eine Besseren belehrt werden, nicht umsonst heißt es: An der Börse ist nichts unmöglich. Denn letztlich kommt es ja nicht darauf an, was die Käufer angesichts der Gesamtsituation eigentlich tun müssten, sondern was sie tatsächlich tun. Und da nicht allzu viele die nötigen Fachkenntnisse haben, um die Hartnäckigkeit dieser Klemme zu erkennen, kann man keineswegs ausschließen, dass viele einfach ihren Hoffnungen und dem kurzfristigen Trend folgen und der DAX alleine deswegen, ohne Begleitung durch positive Rahmenbedingungen, weiter anzieht.

Wie geht man damit um, wenn man sich auf Basis eines unvorhersehbaren und emotional dominierten Anlegerverhaltens entscheiden müsste, beim DAX Long oder Short zu sein? Der sinnvollste Weg wäre, gar nicht erst zu versuchen herauszubekommen, was zahllose Marktteilnehmer morgen und übermorgen tun könnten … schließlich wissen die meisten von ihnen das selbst noch nicht. Dem Trend zu folgen, ist daher die sinnvollere Alternative. Und das hieße:

Ob man nun auf diesem eher dünnen Eis Long investiert sein möchte oder nicht, ist von der persönlichen Risikobereitschaft abhängig. Aber auf jeden Fall sollte man das nicht ohne Stoppkurse tun … und die sollten dort liegen, wo ein Short-Trade in dieser Situation frühestens zu überlegen wäre:

Knapp unterhalb des letzten Zwischentiefs und der leicht darunter, bei aktuell 15.435 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie. Denn sollte diese Linie kurzfristig doch noch angesteuert werden und brechen, wird klar, dass das Prinzip Hoffnung beim DAX nicht mehr verfängt … und dann wäre auch der Moment gekommen, in dem die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der deutsche Leitindex diese Trompeten-Formation nach unten verlässt. Aber eben erst dann.

DAX: Monatschart vom 30.08.2023, Kurs 15.891,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 30.08.2023, Kurs 15.891,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Die Lage ist absolut nicht so, wie sich die Bullen das vorgestellt hatten. Daher wundert es nicht, dass der DAX von seinem am 31.7. markierten Verlaufsrekord zurückkommt. Die Frage ist, wie weit. Denn es gibt eine Schlüsselzone, die halten muss, sonst wird es ungemütlich.

Der Ölpreis steigt wieder. Der erhoffte Wachstumsmotor China springt nicht an. Der Konsum bleibt schwach. Die Teuerung ist bislang zu hoch, um auf eine Entlastung durch steigende Zinsen zu hoffen. Mehr Branchen, als vor einigen Monaten noch vermutet, laufen schlecht. Und die Anleiherenditen sind hoch genug, um eine ernsthafte Konkurrenz für Aktien zu werden, sobald letztere anfangen zu kippen und damit die scheinbare Gewissheit, dass man mit Aktien trotzdem mehr verdient als mit Anleihen, eliminieren.

Dem steht nur der Trend entgegen: Solange der DAX insgesamt noch als bullisch zu beurteilen ist, werden die meisten Marktteilnehmer zumindest ihre Positionen halten. Aber wo liegt der Punkt, an dem der DAX eben nicht mehr bullisch wäre?

Expertenmeinung: Dahingehend finden sich aus charttechnischer Sicht mehrere Chartmarken, aktuell stechen vor allem drei Punkte heraus. Gut möglich, dass eine nennenswerte Zahl an Anlegern erst unruhig wird und beginnt, Positionen abzustoßen, wenn alle drei unterboten wären. Das Problem aus Sicht des bullischen Lager ist jedoch: Diese drei Chartmarken liegen relativ nahe beieinander … und sie sind nicht mehr allzu weit entfernt.

Es geht zunächst um das letztere markante Zwischentief, das im Juli bei 15.456 Punkten ausgebildet wurde. Dann käme die 200-Tage-Linie bei momentan 15.360 Zählern. Und zuletzt die untere Begrenzungslinie der Trompeten-Formation, diesem nach rechts offenen Dreieck, bei aktuell 15.270 Punkten. Der DAX hätte derzeit also noch 400 Punkte Spielraum nach unten, bevor man ein markant negatives Signal unterstellen müsste.

DAX: Monats-Chart vom 17.08.2023, Kurs 15.676.90 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monats-Chart vom 17.08.2023, Kurs 15.676.90 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Mit diesen 400 Punkten könnte es grundsätzlich bereits getan sein, da könnten dann viele unterstellen, dass der Index genug korrigiert hat und wieder zugreifen. Käme es so, müsste man als vornehmlich Long ausgerichteter Anleger erst einmal nichts tun. Aber es ist wichtig zu wissen, was passieren könnte, wenn es anders kommt. Denn nur, wer gewarnt ist, reagiert schnell und richtig zugleich.

Was oft unterschätzt wird, ist der psychologische Effekt von Unterstützungszonen, die für massiv gehalten werden und dann wider Erwarten brechen. In solchen Situationen, in denen man auf dem falschen Fuß erwischt wird, pflegt all das, was man aufgrund des nach oben weisenden Trends an negativen Rahmenbedingungen ausgeblendet hat, umgehend wieder ins Blickfeld zu geraten. Und da gäbe es eben so einiges, siehe oben, was einen bullischen Trader nervös und zum Ausstieg bereit machen würde, sobald diese Zone erst einmal bricht.

Die nächste Unterstützungszone darunter wäre der Bereich 14.816/15.048 Punkte. Auch das wäre dann kein weiter Weg mehr, aber es ist nicht absehbar, ob dieser Bereich dann sicher hält. Wenn die jetzt in Reichweite gekommene Zone 15.270 zu 15.456 Zähler unterboten wurde, ist nach unten nichts auszuschließen, die sollte man also jetzt im Auge behalten.

DAX: Tages-Chart vom 17.08.2023, Kurs 15.676.90 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 17.08.2023, Kurs 15.676.90 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Dass Kurse ihre 200-Tage-Linie testen und kreuzen, ist zwar normal. Aber beim DAX war das zuletzt etwas, womit kaum jemand rechnete. Das letzte Mal, dass er diese Linie touchierte, war im November 2022. Und noch liegt sie ein gutes Stück tiefer als der Index … noch?

Der gleitende Durchschnitt der letzten 200 Handelstage gilt aus mittel- und langfristiger Perspektive als eine Art Scheidemarke zwischen bullisch und bärisch. Dabei kommt es zwar sehr darauf an, wie sich der mittelfristige Trend exklusive dieser Linie darstellt, wenn es um die Frage geht, ob man den Test dieser Linie als Warn- und ihren Bruch als Verkaufssignal ansieht. Aber da hätten die Bullen beim DAX nicht unbedingt einen Vorteil, denn:

Wir sehen im Chart, dass der Index eine „Trompeten-Formation“ ausgebildet hat, ein nach rechts offenes Dreieck. Höhere Hochs, zugleich aber auch tiefere Tiefs, das indiziert eine zunehmende Volatilität, die jederzeit zu einem sehr starken Impuls führen kann. Und nachdem der deutsche Leitindex gerade erst zu Monatsbeginn am oberen Ende der Formation abgeprallt ist, weil es erneut nicht gelang, ein neues Rekordhoch zu behaupten, nimmt er gerade Kurs auf die untere Linie … und die kreuzt sich jetzt mit der 200-Tage-Linie. Was heißt:

DAX: Tageschart vom 08.08.2023, Kurs 15.774,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 08.08.2023, Kurs 15.774,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Sollte diese momentan bei 15.270 Zählern verlaufende Linie fallen, würde zugleich auch diese Trompeten-Formation nach unten verlassen. Einerseits eine Unterstützung, die Substanz hat. Andererseits eine große Verlockung für das bärische Lager. Wie geht das aus?

Expertenmeinung: So etwas vorhersagen zu wollen, wäre schlichtweg albern. Immerhin weiß jeder einigermaßen erfahrene Trader, dass man schon gut dabei ist, wenn man zur Mittagszeit abschätzen kann, ob der DAX zum Handelsende höher oder tiefer steht. Und hier sprechen wir von einer Kreuzunterstützung, die zum einen noch nicht einmal erreicht ist und auf die zum anderen absolut alle Marktteilnehmer schauen. Wie stark da die Lager der Verteidiger, der Angreifer und vor allem das Lager derer ist, die passiv bleiben und einfach hoffen, dass passiert, was im Sinne ihrer eigenen Positionierung ist, das ist unmöglich vorhersehbar. Doch letzten Endes muss man auch nicht wissen, was in ein paar Tagen oder Wochen sein wird. Wichtig ist nur:

DAX: Monatschart vom 08.08.2023, Kurs 15.774,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 08.08.2023, Kurs 15.774,93 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wenn es um diese Zone geht, geht es um die Wurst, das kann nicht nur charttechnisch zur Basis einer Rallye zurück über 16.000 oder aber eines beschleunigten Abverkaufs unter die 15.000er-Marke werden. Das wird auch darüber entscheiden, ob man noch eine Zeitlang ausblendet, dass die Kurse deutlich besser sind als die Lage oder aber, wenn der DAX nach unten aus der „Trompete“ herausrutscht, die zuvor so effektiv ausgeblendeten „Problemzonen“ zurück ins Bewusstsein gelangen.

Dass es trotz der Rallye zum Monatsultimo mehr Verkäufe als Käufe zum Start in den August gab, dürfte die Stimmung ohnehin schon angeschlagen haben. Dass sogar gut ausgefallene Quartalsergebnisse bei so mancher Aktie keine Käufe nach sich zogen, auch. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX diese momentan ja noch etwa 500 Punkte entfernte 200-Tage-Linie nach langer Zeit mal wieder testen wird.

Aber entscheidend ist nicht der Test an sich, sondern wie er ausgeht. Und wenn man sich daran erinnert, dass es der Bruch der 200-Tage-Linie war, der die Verkäufe bei Abwärtsbewegungen wie 1987, 2000 oder 2008 in eine Lawine verwandelte, kann man nur raten: Behalten Sie diese Linie im Auge, auch und gerade, wenn sie einem ersten Test standhalten sollte, denn das würde ihre Relevanz noch erhöhen!

Am Mittwochnachmittag hatte der DAX noch auf der 16.000er-Marke aufgesetzt, gestern kratzte er auf einmal am bisherigen Verlaufsrekord bei 16.427 Punkten. Was war in der Zwischenzeit passiert, das den Index so befeuern konnte? Die Antwort fällt problematisch aus:

Gar nichts. Die US-Notenbanksitzung blieb für die Wall Street ohne Effekt, denn letztlich wurde da getan und kommuniziert, was man hätte erwarten können. Was die EZB anging, lief es nicht anders: Der Leitzins wurde wie allseits vermutet um erneute 0,25 Prozent angehoben und die weiteren Maßnahmen offen gelassen. Die EZB wird, ebenso wie die „Fed“, bei den nächsten Sitzungen jeweils anhand der dann vorliegenden Datenlage entscheiden, was zu tun ist. Andeutungen, dass es da dann auch zu Zinssenkungen kommen könnte, blieben aus … was aber auch niemand ernsthaft hätte erwarten können.

Ansonsten gab es aber wenig zu jubeln, ausgenommen die überraschend stark ausgefallene, erste Berechnung des US-Bruttoinlandsprodukts des zweiten Quartals, das mit +2,4 Prozent deutlich höher lag als im Vorfeld erwartet, zugleich lag der Inflationsindex niedriger. Aber das als Argument für den Anlauf des DAX an das bisherige Verlaufshoch zu sehen, hätte gleich drei Haken:

Erstens war der DAX schon seit Handelsbeginn und damit weit vor Veröffentlichung der US-Daten rasant nach oben unterwegs. Zweitens kann man die US-Situation nicht einfach auf Europa übertragen. Und drittens blieb auch an der Wall Street der Jubel aus, anfängliche Gewinne trafen auf Verkaufsdruck, sogar an der von den euphorisch aufgenommenen Daten von Meta Platforms befeuerten Nasdaq tauchten Verkäufer auf.

Und die in den letzten Tagen ebenso wie gestern eingelaufenen Bilanzen von DAX-Unternehmen fielen gemischt aus, so dass man da in Sachen Rekordjagd kein wirklich schlüssiges Argument finden würde. Was also könnte die Triebfeder gewesen sein, den DAX, der am Mittwoch noch darum ringen musste, die runde 16.000er-Marke zu halten, jetzt an und idealerweise über sein bisheriges Allzeithoch zu treiben?

Expertenmeinung: Grundsätzlich muss man festhalten: Da relativ viele aktiv agierende Trader eher wenig auf die Rahmenbedingungen und Daten schauen, dafür aber umso mehr auf das charttechnische Bild, ließe sich bei einer solchen Attacke mit der Brechstange erhoffen, dass der DAX dann mit neuen Hochs schnell ein gutes Stück weiter steigt. Befeuert durch ausgelöste Stop Loss-Orders bei Short-Trades, die dann den Index treiben und durch auf den Zug aufspringende Trader, die auf ein solches markant bullisches Signal sofort reagieren. Und man hätte im Prinzip auch eine spannende Basis dafür, denn:

DAX Index: Wochenchart vom 27.07.2023, Kurs 16.406,03 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Wochenchart vom 27.07.2023, Kurs 16.406,03 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Heute um 14 Uhr stehen die Vorab-Daten zu den deutschen Verbraucherpreisen im Juli an. Und sollten die bullisch, sprich niedrig ausfallen, hätte man mit diesem Schlusskurs knapp über 16.400 Punkten die ideale Plattform für einen Ausbruch nach oben. Sollte es also bei der Inflation zu positiven Überraschungen kommen, kann es allemal etwas werden mit einem DAX über dem bisherigen Verlaufshoch von 16.427 Zählern, zumal man bereits ein bullisches Vorbild hätte: Der Euro Stoxx 50 war am Donnerstag bereits aus seiner Handelsspanne nach oben ausgebrochen.

Allerdings sollte man sich auch überlegen, wie weit die Käufe dann reichen könnten, bevor Abgabedruck einsetzt. Denn wer um 16.000 mit großem Kapitaleinsatz eine solche Rallye lostritt, tut das gemeinhin, um sofort, wenn die erhofften Käufe anderer Akteure die eigene Position in kurzer Zeit deutlich in die Gewinnzone getrieben haben, Kasse zu machen.

DAX Index: Tageschart vom 27.07.2023, Kurs 16.406,03 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 27.07.2023, Kurs 16.406,03 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Das Risiko einer Bullenfalle ist daher nicht zu unterschätzen, auch, wenn dieser Plan erst einmal aufgeht der DAX über 16.427 Punkten ins Wochenende gehen sollte. Nicht zuletzt, weil man im DAX-Chart eine sogenannte „Trompeten-Formation“ ausmachen kann (ein nach rechts offenes Dreieck), dessen obere Begrenzung bei aktuell um 16.550 Punkte eine ideale Basis wäre, um Trading-Gewinne mitzunehmen.

Und „gar nichts“ in Sachen zum Positiven veränderter Rahmenbedingungen … das ist als Basis für einen neuen, tragfähigen und weitreichenden Aufwärtsimpuls eben nicht gerade etwas, auf das man eine Burg bauen könnte, das wissen auch die meisten derjenigen, die gestern so entschlossen zugelangt haben.