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Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die SAP-Aktie, zwischen Herbst 2022 und Anfang 2025 das Super-Zugpferd des DAX zur aktuell am schlechtesten performenden Aktie seit der Jahreswende würde? Und das, obwohl die vorgelegte 2025er-Bilanz eigentlich gut ausfiel!
„SAP erreicht Umsatzziele und übertrifft Ausblick für Betriebsergebnis (Non-IFRS) und Free Cashflow für das Gesamtjahr 2025.“ Mit dieser Aussage begann die Mitteilung zu den Ergebnissen des vierten Quartals sowie des Gesamtjahres 2025. Und in der Tat, die Zahlen sahen gut aus:
Der Umsatz legte im Gesamtjahr nicht währungsbereinigt um acht, währungsbereinigt um elf Prozent zu. Damit kam man auf 36,8 Milliarden Euro. Im Schnitt hatten die Analysten 36,9 Milliarden erwartet. Das lag also marginal unter der Konsenprognose. Doch die Margen entwickelten sich besser als gedacht, so dass trotzdem ein Nettoergebnis von 7,49 Milliarden Euro erreicht wurde, komfortabel über der Analysten-Schätzung von 7,07 Milliarden.
Natürlich mag es Marktteilnehmer geben, für die es trotzdem noch ein wenig mehr hätte sein müssen. Und natürlich könnte man monieren, dass im Software-Bereich in Sachen Wachstum nicht mehr viel los ist und SAP immer abhängiger vom Cloud-Sektor wird. Aber wie kann alleine das einen derart kapitalen Kurseinbruch auslösen? Da muss doch noch mehr gewesen sein? War der Ausblick auf 2026 womöglich ein Grund zur Besorgnis?
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Expertenmeinung: Eher nicht, denn SAP sieht für das angelaufene Geschäftsjahr ein solides Gewinnwachstum zwischen 14 und 18 Prozent. Damit läge man gut im Bereich der bisherigen Experten-Schätzungen. Und dass SAP zudem noch ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von zehn Milliarden Euro über zwei Jahre avisierte, unterstreicht: Im Unternehmen selbst ist man mit der Situation zufrieden.
Doch es fiel auf, dass als unmittelbare Reaktion auf die Bilanz neben vier neuen oder bestätigten Kurszielen von Analysten, die mit 270, zweimal 290 und einmal sogar 320 Euro meilenweit über dem aktuellen Kurs hereinkamen und allesamt mit „Kaufen“ einstuften, am Nachmittag die DZ Bank ihr Kursziel von 210 deutlich auf 150 Euro kappte und (wie schon zuvor) den Verkauf empfahl. Bislang ein Ausreißer unter den Analystenmeinungen, aber etwas anderes fiel gestern auf:
Nach der Bilanz von Microsoft vom Vorabend geriet die gesamte Software-Branche unter Druck. Microsoft selbst fiel am Donnerstag ebenfalls kräftig und scheint eine Art Sogwirkung ausgelöst zu haben. Der Grund dafür kann einer sein, der für die bereits seit einiger Zeit auffällige Underperformance der Software-Branche zumindest mit verantwortlich, wenn nicht sogar entscheidend war: Man fürchtet, dass die KI in absehbarer Zeit vieles, was die Software-Unternehmen heute entwickeln und liefern, ersetzen wird. Ob es wirklich so kommt, ist natürlich offen, aber so ganz abwegig ist diese Befürchtung nicht. So gesehen:
Ja, der Selloff bei SAP als Reaktion auf solide Zahlen und einen guten Ausblick war grundsätzlich überzogen. Aber wenn man sich überlegt, wie extrem hartnäckig und vor allem aus reinen Hoffnungen aufgebaut die KI-Hausse ausgefallen ist, sollte man einkalkulieren, dass die „dunkle Seite“ dieses KI-Hypes, sprich der Vorgriff auf den Druck, der von der KI-Entwicklung auf den Software-Sektor ausgehen könnte, nicht minder stur betrieben wird, was hieße:
Die SAP-Aktie hätte jetzt zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 23 auf Basis der unternehmenseigenen 2026er-Gewinnprognose eine Bewertung, die so günstig wäre wie seit Jahren nicht mehr. Aber dieser „Spuk“ eines Software-Sterbens sitzt unübersehbar fest im Sattel. Sich da gegen den Trend zu stemmen, wäre brandgefährlich; man sollte idealerweise abwarten, bis der Sturm sich etwas legt und die Aktie Widerstände überwindet, die normalerweise von den Bären verteidigt würden.
Ein Indiz dafür wäre ein mit Schlusskursen über 182 Euro gelungener Wiedereintritt in den durch diesen gestrigen Kursrutsch nach unten verlassenen mittelfristigen Abwärtstrendkanal. Und auch dann wäre die Aktie nur wieder im Abwärtstrendkanal drin und keineswegs tatsächlich bullisch, und damit erst einmal nur ein interessantes Ziel für risikofreudige, kurzfristige Trader!

Quellenangaben: Bilanz 2025, 29.01.2026: https://www.sap.com/investors/de/financial-documents-and-events/recent-results.html
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/SAP.DE/analyst-insights/
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