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Welche Aktien könnten 2026 Potenzial haben?

12 exklusive Top-Aktientipps für 2026 von den LYNX-Experten
von Wendelin Probst, Ronald Gehrt und Achim Mautz
28.01.2026 | 18:45 Uhr

Die drei Analysten nutzen in diesem Artikel unterschiedliche Schwerpunkte zur Aktienanalyse und Auswahl der Titel: Wendelin Probst fokussiert sich auf Fundamentaldaten wie Wachstum, Innovation und Marktstellung, ergänzt um Konjunktur- und Chartaspekte. Ronald Gehrt kombiniert Fundamentalanalyse mit chart- und markttechnischen Faktoren, wobei auch wirtschaftspolitische Entwicklungen einfließen. Achim Mautz hingegen setzt fast ausschließlich auf Technische Analyse mit klassischen Chartmustern und Trendindikatoren. 

Marktausblick 2026: Aktien im Fokus unserer Experten

Das Jahr 2025 verlief für Aktienanleger mit einem zweistelligen Plus erneut sehr erfreulich, sodass nun bereits das dritte positive Börsenjahr in Folge verzeichnet wurde. Nachdem es im Frühjahr zunächst sehr turbulent zuging und die Kurse – ausgelöst durch Donald Trumps Zollpläne – stark ins Rutschen kamen, erholte sich der Aktienmarkt rasch und kletterte im Jahresverlauf auf neue Rekordstände. Der DAX-Index beendete das Jahr bei 24.490 Punkten und erzielte damit ein beachtliches Jahresplus von +23 %.

Doch was könnte uns im Jahr 2026 erwarten? Zu Jahresbeginn dominieren (geo)politische Themen wie Venezuela, Iran und Grönland die Nachrichten. Dabei scheint der US-Präsident seine Interessen-Politik rigoros durchzusetzen, auch wenn er dabei mit seinen Verbündeten auf Konfrontationskurs geht. Doch unabhängig davon, ob es im Jahr 2026 auch an der Börse etwas ruppiger zugeht, oder ob die Kurse abermals deutlich zulegen, es wird auch in diesem Jahr Branchen und Unternehmen geben, die von den aktuellen Trends und Entwicklungen profitieren. Doch welche Werte könnten sich als die besten Aktien 2026 herauskristallisieren?

Um Antworten auf die Fragen zu erhalten, haben wir unsere Experten auch in diesem Jahr nach den möglichen Top-Aktien des Jahres gefragt. Unsere spekulativen Aktienempfehlungen für das Jahr 2026 haben allesamt eine spannende „Story“, sodass unsere Experten mögliche Potenziale für steigende Aktienkurse sehen. Deshalb denken wir, dass es sich für Sie lohnen könnte, diese aussichtsreichen Aktien näher anzusehen. Lesen Sie hier die exklusiven Aktien Tipps von unseren Experten – vielleicht ist ja unter den von uns vorgestellten potenziellen Gewinner-Aktien 2026 ein Geheimtipp für Sie dabei.

Risikoinformation
Anlegen ist riskant. Ihr Verlust kann Ihre Einlage übersteigen. Die in diesem Artikel vorgestellten Aktien dienen ausschließlich als Beispiel. Sie sind keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Bitte beachten Sie, dass bei Investitionen am Kapitalmarkt Kursbewegungen große Schwankungen beim eingesetzten Kapital bewirken können, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Wir empfehlen, dass Sie sich vor einer Investition am Kapitalmarkt gut über die Funktionsweise von Produkten und die Risiken informieren, z. B. in den Dokumenten zur Risikoaufklärung, welche Sie hier finden.

Sie suchen einen Broker, der Ihnen den weltweiten Handel mit unzähligen Aktien – und somit auch den 12 Top-Aktien unserer Experten – ermöglicht? Dann informieren Sie sich hier über LYNX, den Aktien Broker.

Inhalt

Die besten Aktientipps 2026 von Wendelin Probst

Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:
Diamondback Energy

Aktientipp 2:
Roku

Aktientipp 3:
Dave

Aktientipp 4:
Globus Medical

Aktientipp 1: Diamondback Energy: Profitabler Öl-Produzent

Mein erster Tipp für 2026 ist die Aktie von Diamondback Energy (ISIN: US25278X1090 – Symbol: FANG – Währung: USD). Das texanische Unternehmen

fokussiert sich auf die Förderung von Öl und Gas im ergiebigen Permischen Becken in Texas und New Mexico. Seit der Gründung im Jahr 2007 und dem Erwerb erster Förderrechte hat sich Diamondback Energy rasant entwickelt und erzielt mittlerweile – auch dank einiger Übernahmen – Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil liegt in den sehr niedrigen Förderkosten. Dadurch kann Diamondback selbst bei schwachen Öl- und Gaspreisen profitabel bleiben. Steigen die Energiepreise, wirken die niedrigen Kosten wie ein Turbo: Cashflow und Gewinne wachsen überdurchschnittlich. Das verschafft dem Management Spielraum für Dividenden, Aktienrückkäufe und Übernahmen.

Hebel auf steigende Ölpreise

In den vergangenen drei Jahren legten die Umsätze im Schnitt um 17 % pro Jahr zu. Die Gewinne litten jedoch unter sinkenden Ölpreisen und gingen um -15 % p.a. zurück. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 erwarten Marktexperten einen übernahmebedingten Umsatzanstieg von +36 % auf 15,04 Mrd. USD sowie einen Gewinnrückgang um -23 % auf 12,82 USD je Aktie. Für 2026 wird bei einem Umsatz von 13,96 Mrd. USD (-7 %) ein Gewinn in Höhe von 110,65 USD (-17 % %) je Aktie veranschlagt. Diese Schätzungen basieren allerdings auf den zum Jahreswechsel sehr niedrigen Ölpreisen. Sollte der Ölpreis deutlich zulegen, so dürften die Schätzungen rasch Makulatur sein. Bei einer Produktion von aktuell ca. 500.000 Barrel/Tag lässt sich gut ausrechnen, wie sich beispielsweise ein Preisanstieg pro Barrel um 10 oder 20 USD auswirken würde. Aktuell bezahlt Diamondback Energy eine Quartalsdividende von 1,00 USD, sodass die Aktie auf eine Dividendenrendite von 2,6 % kommt.

Experten Tipps: Kursentwicklung der Diamondback Energy Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Diamondback Energy Aktie: Chart vom 23.01.2026, Kurs: 154,02 USD, Kürzel: FANG | Quelle: TWS

Die Diamondback-Energy-Aktie markierte Mitte 2024 ein Allzeithoch von 214,50 USD und konsolidiert seitdem. Die Stimmung ist am Öl-Markt aktuell extrem bärisch und die spekulativen Wetten auf steigende Notierungen sind so gering wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Deshalb spricht aus Sentiment-Sicht einiges für eine Trendwende – auch weil sich die meisten anderen Rohstoffe bereits in Aufwärtstrends befinden. Falls sich die Ölpreis-Schwäche jedoch über das komplette Jahr 2026 hinziehen sollte, so dürfte sich die Aktie eher unterdurchschnittlich entwickeln. Aus antizyklischer Sicht könnte es dennoch sinnvoll sein, sich zu einem Zeitpunkt im Ölmarkt zu positionieren, an dem die meisten anderen Anleger sehr skeptisch sind. Dafür bietet sich aufgrund der vorteilhaften Kostenstruktur beispielsweise die Diamondback Energy Aktie an.

Aktientipp 2: Roku – Das Betriebssystem für Streaming-TV

Mein zweiter Tipp ist die Aktie von Roku (ISIN: US77543R1023 – Symbol: ROKU – Währung: USD), einem Profiteur des weltweiten Streaming-Booms. Ursprünglich startete das Unternehmen als Hersteller einfacher Streaming-Sticks, hat sich jedoch im Laufe der Jahre zu einer zentralen Software-Plattform entwickelt, die heute als Betriebssystem für modernes Fernsehen fungiert. Über Roku bündeln Nutzer Inhalte aller großen Streaming-Anbieter wie beispielsweise Netflix, Disney+, Amazon Prime Video, Apple TV, Paramount Plus und YouTube auf einer Plattform und können zusätzlich auf kostenlose, werbefinanzierte Filme und Serien des „Roku Channels“ zugreifen. Das Roku-Betriebssystem ist in vielen Smart-TVs bereits integriert oder wird über kompakte Streaming-Sticks genutzt. Roku fungiert dabei als zentrale Schnittstelle zwischen Zuschauern, Streaming-Diensten und Werbekunden, die gezielt und datenbasiert adressiert werden können. Die Erlöse des Unternehmens stammen vor allem aus Werbung, Lizenzgebühren sowie Umsatzbeteiligungen an Streaming-Abos.

Erfolgreicher Sprung in die Gewinnzone

In den vergangenen drei Jahren wuchs der Umsatz im Schnitt um rund 15 % pro Jahr. Die Gewinnschwelle wurde erst kürzlich überschritten. Für das vergangene Jahr 2025 rechnen Analysten mit einem Umsatz von rund 4,7 Mrd. USD (+14 %) und erstmals einem positiven Jahresergebnis von 0,33 USD je Aktie. Für 2026 werden bereits 5,34 Mrd. USD Umsatz (+14 %) und ein Gewinn von 1,31 USD je Aktie erwartet – ein deutlicher Ergebnissprung.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Roku Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Roku Aktie: Chart vom 23.01.2026, Kurs: 106,33 USD, Kürzel: ROKU | Quelle: TWS

Bis vor Kurzem wurde von einigen Analysten bezweifelt, ob Roku jemals nachhaltig profitabel sein würde. Doch mit dem erfolgreichen Break-even scheint der Sprung in die Gewinnzone nun geglückt zu sein. Dies spiegelt sich auch in der Aktienkursentwicklung, die seit Anfang 2025 einen klaren Aufwärtstrend zeigt. Roku etabliert sich zunehmend als zentrales Betriebssystem für Video-Streaming und kontrolliert damit einen entscheidenden Zugang zu Nutzern, Inhalten und Werbebudgets. Analysten der Investmenthäuser Wedbush und Jefferies trauen der Aktie für 2026 daher besonderes Potenzial zu und erwarten steigende Margen und Gewinne. Für spekulative Anleger, die vom langfristigen Wandel im TV- und Werbemarkt profitieren wollen, könnte Roku eine sehr spannende Aktie sein.

Aktientipp 3: Dave – Einzigartige Erfolgsgeschichte im FinTech-Sektor

Dave (ISIN: US23834J2015 – Symbol: DAVE – Währung: USD) ist ein US-FinTech mit Sitz in Los Angeles, das 2017 gegründet wurde und eine vollständig mobile, KI-gestützte Banking-Plattform anbietet. Ziel des Unternehmens ist es, Verbrauchern in den USA eine einfache und deutlich günstigere Alternative zum klassischen Bankkonto bereitzustellen. Besonders attraktiv ist das App-basierte Banking für jüngere Nutzer sowie für Menschen mit eingeschränktem Zugang zu traditionellen Banken.

Anstelle eines teuren Filialnetzes setzt das Unternehmen auf eine schlanke App-Lösung, digitale Prozesse und Automatisierung. Dadurch entstehen erhebliche Skaleneffekte, die Kosten sparen und schnelle Entscheidungen ermöglichen. Zum Leistungsspektrum gehören ein digitales Girokonto, kurzfristige Gehaltsvorschüsse von bis zu 500 USD, Budget- und Ausgabenanalysen sowie ein intelligenter Überziehungsschutz. Das Produkt- und Serviceangebot wird stetig ausgebaut und soll auch um Beratungsleistungen ergänzt werden. Herzstück der Plattform ist die sogenannte CashAI Engine, welche die Zahlungsströme der Nutzer analysiert und auf dieser Basis das individuelle Kreditrisiko bei Kleinkrediten bewertet. Seit Kurzem setzt Dave auf ein transparentes Gebührenmodell mit einer monatlichen Pauschale von 5 USD, die alle wesentlichen Services abdeckt.

Steigende Gewinne ermöglichen Aktienrückkäufe

In den vergangenen drei Jahren wuchs der Umsatz im Durchschnitt um rund +33 % pro Jahr. Seit 2024 ist das Unternehmen profitabel und verzeichnet steigende Gewinne. Für das letzte Geschäftsjahr 2025 rechnen Analysten mit einem Umsatzanstieg um +55 % auf 537 Mio. USD sowie einem Gewinn von 13,32 USD (+154 %) je Aktie. Für 2026 wird ein weiteres Umsatzwachstum auf 626 Mio. USD (+17 %) erwartet, während der Gewinn je Aktie nur leicht auf 13,41 USD steigen soll. Seit dem Erreichen der Gewinnschwelle nutzt das Unternehmen freie Mittel, um eigene Aktien zurückzukaufen.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Dave Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Dave Aktie: Chart vom 23.01.2026, Kurs: 182,37 USD, Kürzel: DAVE | Quelle: TWS

Dave zählt zu den bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten im FinTech-Sektor und das spiegelt sich auch an der Börse wider: Die Aktie befindet sich in einem starken Aufwärtstrend, der allerdings von starken Schwankungen begleitet wird. Ende 2023 notierte der Kurs der Aktie noch bei rund 5 USD, bevor er innerhalb von etwa anderthalb Jahren um knapp +6.000 % (!) auf Spitzenwerte von bis zu 286 USD anstieg. Seither konsolidiert die Aktie. Das skalierbare, profitable Geschäftsmodell macht Dave für große Banken oder Zahlungsdienstleister zu einem attraktiven, potenziellen Übernahmekandidaten. Risiken bestehen dahingehend, dass der Markt für Finanzapps sehr umkämpft ist und sich digitale Trends und Nutzerpräferenzen mitunter relativ rasch ändern. Deshalb und aufgrund der hohen Volatilität (Schwankungsbreite) ist die Aktie ein sehr spekulatives Investment, das nicht für Anleger mit schwachen Nerven geeignet ist. Gelingt es jedoch weiterhin, die Erwartungen der Analysten so eindrucksvoll zu schlagen wie zuletzt, so dürften neue Höchstkurse nur eine Frage der Zeit sein.

Aktientipp 4: Globus Medical – Hightech-Roboterchirurgie als Gamechanger

Globus Medical (ISIN: US3795772082 – Symbol: SPOT – Währung: USD) mit Hauptsitz in Audubon (Pennsylvania) gehört zu den weltweit bedeutenden Medizintechnikunternehmen im Bereich des menschlichen Bewegungsapparates. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Wirbelsäulenchirurgie. Globus Medical entwickelt Hightech-Operationsroboter, Implantate sowie digitale Bildgebungssysteme (Hard- und Software), mit denen operative Eingriffe präziser, minimalinvasiver, schneller und sicherer werden. Die Lösungen kommen bei Wirbelsäulenerkrankungen, orthopädischen Eingriffen, Gelenkreparaturen und weiteren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zum Einsatz. Und das funktioniert offenbar so gut, dass manche Ärzte die intelligenten Systeme auf Plattformen wie TikTok oder YouTube „live aus dem OP“ vorstellen und das System loben. Ist ein System von Globus Medical einmal in einem Krankenhaus oder Wirbelsäulenzentrum installiert, so könnte das Unternehmen zusätzlich zu den Anschaffungskosten mit wiederkehrenden Erlösen aus Implantaten und Instrumenten rechnen.

Aktie seit dem Börsengang im Aufwärtstrend

In den vergangenen drei Jahren wuchs der Umsatz im Durchschnitt um rund 50 %, während die Gewinne um etwa 21 % zulegten. Dabei spielte allerdings auch die Übernahme des Wettbewerbers NuVasive im Jahr 2023 für 3,1 Mrd. USD eine Rolle. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 rechnen Analysten mit einem Umsatz von 2,91 Mrd. USD (+15 %) und einem Gewinn von 3,84 USD je Aktie (+26 %). Für 2026 werden 3,15 Mrd. USD (+8,5 %) Umsatz sowie ein Ergebnis von 4,20 USD je Aktie (+9 %) erwartet.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Globus Medical Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Globus Medical Aktie: Chart vom 23.01.2026, Kurs: 92,52 USD, Kürzel: GMED | Quelle: TWS

Seit dem Börsengang im Jahr 2012 zu 12 USD befindet sich die Globus Medical Aktie in einem stabilen langfristigen Aufwärtstrend, der die Erfolgsgeschichte widerspiegelt. Das Medizintechnik-Unternehmen könnte sich zu einem echten Gamechanger entwickeln, denn es profitiert von der strukturell alternden Weltbevölkerung, der zunehmenden Verbreitung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen sowie dem Trend zu minimalinvasiven und robotergestützten Eingriffen. Analysten sehen das Unternehmen trotz der Konkurrenz größerer Anbieter wie z.B. dem Mazor-System von Medtronic oder Mako von Stryker stark positioniert, um vom Wachstum im enormen Markt für Wirbelsäulenimplantate und chirurgische Robotik überdurchschnittlich zu profitieren. Es bestehen also aus unserer Sicht sehr gute Aussichten, dass das Unternehmen seinen Erfolgsweg beibehalten kann und damit auch die Aktie ihren langfristigen Aufwärtstrend fortsetzt.

Quellen:
Yahoo Finance: Analysten-Schätzungen (23.01.2026); https://finance.yahoo.com/
Diamondback Energy IR-Webseite (23.01.2026); https://www.diamondbackenergy.com/investors
Roku IR-Webseite (23.01.2026); https://www.roku.com/investor
Barron`s: Roku stock is a top pick for 2026 at 2 Wall Street firms. Here’s why. (23.01.2026); https://www.barrons.com/articles/roku-stock-price-prediction-2026-d1ccd0e9
Dave IR-Webseite (23.01.2026); https://investors.dave.com/
Globus Medical IR-Webseite (23.01.2026); https://www.investors.globusmedical.com/

Die besten Aktientipps 2026 von Ronald Gehrt

Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:
L’Oréal

Aktientipp 2:
Symrise

Aktientipp 3:
Münchener Rück

Aktientipp 4:
Knorr-Bremse

Aktientipp 1: L’Oréal – Beeindruckend robust in schwierigem Fahrwasser

Das Börsenjahr 2026 startet mit einer Reihe an Risikofaktoren. Die geopolitische Entwicklung ist kaum vorhersehbar, die Bereiche am Aktienmarkt wie KI und Rüstung, die 2025 die Kurstreiber stellten, scheinen problematisch teuer bewertet und in Bezug auf Investments außerhalb der Eurozone ist das Währungsrisiko präsenter als üblich. Daher fokussiere ich mich in diesem Jahr auf Aktien in einem robusten Geschäftsumfeld in der Eurozone, die im Vorjahr kaum beachtet wurden, dadurch eine lukrative Bewertung aufweisen und damit aus meiner Sicht gute Chancen haben, sich 2026 erfreulich zu entwickeln. Eine dieser Aktien ist die des Kosmetikkonzerns L‘Oréal (ISIN: FR0000120321 – Symbol: OR – Währung: EUR).

Experten-Tipps: Kursentwicklung der L'OréalAktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
L’Oréal Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs: 387,25 EUR, Kürzel: OR | Quelle: TWS

L’Oréal wird gerne mit den Luxusgüterkonzernen Hermès, Kering und LVMH gleichgesetzt, was aber nur zum Teil richtig wäre. Denn hier geht es mit renommierten Marken wie Garnier, Ralph Lauren, Lancome oder Vichy nicht um Luxusartikel, sondern um qualitativ hochwertige Pflege- und Kosmetikprodukte, die zwar hochpreisig sind, aber dennoch für viele Kunden zu deren täglichem Bedarf gehören. Und anders als bei außerordentlichen Anschaffungen in Bereichen wie Handtaschen, Schmuck oder exklusiver Mode neigt man hier eben nicht so schnell dazu, solche Produkte von der Kaufliste zu streichen. Genau dieser Unterschied dürfte entscheidend dafür gewesen sein, dass sich L’Oréal in den vergangenen zwei Jahren auffallend besser schlug als die Luxusgüter-Konzerne:

Während die mit stagnierenden und teilweise auch deutlich nachgebenden Umsätzen zu kämpfen hatten, stieg der Umsatz ebenso wie der Gewinn bei L’Oréal weiter. Langsamer zwar als in den besonders starken Jahren 2021 bis 2023, aber es ging voran … wobei im Rahmen der aktuellsten, vorliegenden Bilanzdaten für die ersten drei Quartale 2025 auffiel, dass der Umsatz in Nordamerika trotz der Zoll-Problematik nur um 1,2 Prozent zurückging – diese Stabilität ist beachtlich.

Zugleich notiert die Aktie selbst ein gutes Stück unter dem im ersten Halbjahr 2024 erreichten Rekordhoch (461,85 Euro). Die Folge: Die vor ein, zwei Jahren noch kritisch teure Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis liegt derzeit für den von den Analysten im Schnitt geschätzten 2025er-Gewinn bei knapp 30. Das ist zwar immer noch nicht billig, aber die Robustheit, mit der sich L’Oréal in dem aktuell schwierigen Konsumumfeld präsentiert, bietet eine taugliche Basis für weiteres Wachstum und damit auch gute Chancen für eine erfreuliche Entwicklung der Aktie im Jahr 2026.

Aktientipp 2: Symrise – Stabiles Geschäftsumfeld und günstige Bewertung – zwei Pluspunkte für 2026

Symrise (ISIN: DE000SYM9999 – Symbol: SY1 – Währung: EUR) ist ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen, die in der Nahrungsmittel- und der Kosmetikindustrie eingesetzt werden. Die im DAX notierte Aktie bewegt sich seit Herbst 2024 in einem Abwärtstrend. Damit wäre sie eigentlich erst einmal kein klassischer Einstiegskandidat, aber in diesem Fall basiert der deutliche Abstieg des Aktienkurses nicht darauf, dass dem Unternehmen der Gewinn weggebrochen wäre, was vom Kauf abhalten sollte, im Gegenteil: Der Unternehmensgewinn legte in den vergangenen Jahren stetig zu. Der Knackpunkt, welcher die Aktie deutlich unter Druck setzte, war die Bewertung.

Symrise gehörte jahrelang zu denjenigen Aktien im DAX, die irrational teuer bewertet waren. Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) lag hier zwischen 30 und 50, obwohl der Gewinn nur moderat zulegen konnte. Ein KGV von 20 bis 25 wäre da angemessen gewesen, aber solange der Trend der Aktie nach oben wies, störten sich die Anleger nicht daran. Es brauchte eine Initialzündung, um das zu ändern – und die kam im vergangenen Jahr dergestalt, dass Symrise ein geringeres Wachstum als zuvor avisiert melden musste. Entscheidend dabei ist aber: Es ist immer noch Wachstum da. Und jetzt ist die Bewertung über das KGV nicht mehr zu teuer, für die 2025er Konsens-Gewinnschätzung liegt es gerade einmal bei 19. Und damit wird Symrise zu einem interessanten Depot-Kandidaten.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Symrise Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Symrise Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs: 73,14 EUR, Kürzel: SY1 | Quelle: TWS

Aber man sollte im Hinterkopf haben, dass die jetzt günstig wirkende Bewertung den Abwärtstrend genauso wenig umgehend beenden müsste, wie die zu hohe Bewertung die bis Oktober 2024 währende Hausse stoppte. Daher sollte, wer darüber nachdenkt, hier zeitnah zuzugreifen, im Hinterkopf haben, dass das verbleibende Abwärtspotenzial nicht zwingend jetzt schon ausgereizt sein müsste. Auf Sicht eines Jahres sehe ich indes gute Chancen, dass Symrise sich als Investment auszahlen und so manche, derzeit zu teure Aktie ausstechen könnte.

Aktientipp 3: Münchener Rück – „Grundsolide“ könnte 2026 zum Zugpferd werden

Es ist auffällig, wie schwach die Aktien der Versicherungsbranche ins Jahr 2026 gestartet sind. Offenbar har so manche große Adresse diese Branche bei der Neuausrichtung der Portfolio-Schwerpunkte zur Jahreswende von der Kaufliste genommen. Dies und der Umstand, dass der Aktienkurs jetzt, Ende Januar, gerade um mittelfristig relevante Unterstützungen ringt, würde die Aktie der Münchener Rück (ISIN: DE0008430026 – Symbol: MUV2 – Währung: EUR) als potenziellen Aktientipp eigentlich ausschließen. Aber durch den bisherigen Kursabstieg vom im vergangenen Mai bei 292,60 Euro markierten Verlaufsrekord ist ein Risikoaspekt, der Käufe zuvor riskanter machte, deutlich gemindert: die Bewertung.

Die Aktie des Rückversicherungskonzerns weist derzeit für den Schnitt der 2026er Analysten-Gewinnprognosen ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 10,4 aus. Das liegt am unteren, günstigen Ende der Bewertung der vergangenen zehn Jahre. Und auch, wenn die Experten derzeit erwarten, dass der über Jahre konstant gestiegene Gewinn pro Aktie in diesem Jahr weniger deutlich zulegt: Einen Gewinnanstieg erwartet man eben dennoch – und bislang spricht nichts dafür, dass die Analysten mit dieser Erwartung falsch liegen. Neben der beeindruckenden Konstanz des Wachstums lockt die Aktie auch noch mit einer weit überdurchschnittlichen Dividendenrendite, die für die letzte, im Frühjahr 2025 vorgenommene Ausschüttung knapp vier Prozent betragen hatte.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Münchener Rück Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Münchener Rück Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs: 510,80 EUR, Kürzel: MUV2 | Quelle: TWS

Zwischen Herbst 2022 und Sommer 2025 bewegte sich die Münchener-Rück-Aktie in einem Nonstop-Aufwärtstrend, geführt von der im Chart auf Wochenbasis mit eingeblendeten 200-Tage-Linie. Die jetzt laufende Korrekturphase hat diesen Trend zwar gebrochen. Aber ein niedrigerer Kurs bei auch für 2026 erwartet höheren Gewinnen bedeutet eben nur: Jetzt liegt die Bewertung dieser grundsoliden Aktie günstiger. Und diese Solidität des Konzerns kann in einem von großer Unsicherheit geprägten Gesamtmarkt durchaus zu einem Zugpferd werden, sobald Investoren Kapital aus hochspekulativen Aktien in die „bodenständigen“ Titel umschichten, weil ihnen bei den volatilen Aktien der Boden zu heiß wird. Wann das passiert und ob der Kurs der Münchener Rück-Aktie vorher noch ein Stück weiter nachgibt, ist nicht vorhersehbar. Aber dass es so kommt, ist aus meiner Sicht der Dinge wahrscheinlich genug, um diese Aktie zu einer meiner Favoriten für 2026 zu machen.

Aktientipp 4: Knorr-Bremse – Chancen durch das Infrastruktur-Programm?

Knorr-Bremse (ISIN: DE000KBX1006 – Symbol: KBX – Währung: EUR), diese MDAX-Aktie mit dem etwas sperrigen Namen, scheint in einem ziemlich langweiligen Geschäftsfeld aktiv zu sein: Man stellt her, was der Name suggeriert, nämlich Bremssysteme sowie andere technische bzw. sicherheitstechnische Komponenten für Straßen-Nutzfahrzeuge einerseits und Schienenfahrzeuge andererseits. In den letzten zehn Jahren ging es mit Umsatz und Gewinn für das Unternehmen zwar unter dem Strich voran, aber es war ein stetiges Auf und Ab, das nicht gerade spannend daherkam. Doch jetzt hat dieser Bereich für die kommenden Jahre Wachstumspotenzial, denn:

Die Bundesregierung will nicht nur massiv in den Verteidigungssektor, sondern auch und noch mehr in den Bereich der Infrastruktur investieren. Und das heißt: Mehr Geld für die Straße, mehr Geld für die Schiene und damit Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten bei Nutz- und Schienenfahrzeugen bzw. die Notwendigkeit, bestehende Systeme zu erneuern bzw. aufzurüsten.

Entsprechend positiv sind die Analysten für den Unternehmensgewinn des neuen Jahres eingestellt: Man sieht den Gewinn pro Aktie um gut 20 Prozent steigen, für 2027 liegt die Prognose im niedrigen Zehner-Prozentbereich. Aber anders als bei vielen Aktien aus dem Bausektor, die Gewinnsteigerungen auf Jahre hinaus längst vorab eingepreist haben, ist die Bewertung von Knorr-Bremse mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 21 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung der Experten noch eher günstig.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Knorr-Bremse Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Knorr-Bremse Aktie: Chart vom 22.01.2026, Kurs: 24,00 EUR, Kürzel: KBX | Quelle: TWS

Knorr-Bremse ist zwar seit Verkündung des großen Infrastrukturprogramms des Bundes Anfang 2025 schon gut gelaufen und zuletzt aus einer Dreiecksformation nach oben ausgebrochen. Aber das ist dennoch eher wenig im Vergleich zu den Kurssteigerungen, die wir bei Rüstungsaktien oder Bau-Aktien gesehen haben, so dass da auf Sicht eines Jahres meiner Ansicht nach noch genug Luft nach oben wäre, um sich diese Aktie genauer anzusehen.

Die besten Aktientipps 2025 von Achim Mautz

Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:
Eli Lilly

Aktientipp 2:
Advanced Micro Devices

Aktientipp 3:
Heico

Aktientipp 4:
Alphabet

Aktientipp 1: Eli Lilly – Player im globalen Gesundheitsmarkt

Mein erster Top-Wert für das Jahr 2026 stammt aus dem Pharmasektor. Eli Lilly (ISIN: US5324571083 – Symbol: LLY – Währung: USD) ist seit Jahren einer der dominierenden Akteure im globalen Gesundheitsmarkt und gilt aus meiner Sicht als klarer Branchenprimus im Bereich innovativer Medikamente. Besonders im Segment Diabetes und Adipositas hat sich der Konzern mit seinen Produkten eine außergewöhnlich starke Marktposition erarbeitet.

Während viele andere Pharmawerte in den vergangenen Jahren nur schleppend vorankamen oder sogar unter Druck gerieten, konnte Eli Lilly kontinuierlich neue Allzeithochs markieren. Genau diese Konstanz macht den Titel auch für 2026 interessant.

Pharma- und Gesundheitswerte zählen klassisch zu den defensiven Branchen, können in starken Marktphasen aber durchaus auch offensive Züge annehmen. Seit dem Herbst des Vorjahres befindet sich der Sektor wieder in einem klaren Aufwärtstrend. Insbesondere große Qualitätswerte mit hoher Visibilität bei Umsatz und Gewinn stehen bei institutionellen Investoren hoch im Kurs. Eli Lilly fungiert dabei einmal mehr als Taktgeber.

Eli Lilly überzeugt mit hohen zweistelligen Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn. Die Nachfrage nach den Kernprodukten bleibt hoch, gleichzeitig wird die Pipeline laufend erweitert. Zwar ist die Bewertung ambitioniert, doch der Markt ist bislang bereit, diese Prämie für Verlässlichkeit, Wachstum und Margenstärke zu bezahlen. Fundamental bleibt der Konzern einer der solidesten Wachstumstreiber im gesamten Pharmasektor (Quelle: koyfin.com).

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Eli Lilly Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Eli Lilly Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 1.038,40 USD, Kürzel: LLY | Quelle: TWS

Charttechnisch befindet sich Eli Lilly seit geraumer Zeit in einem mustergültigen Aufwärtstrend. Höhere Hochs und höhere Tiefs bestimmen das Bild. Rücksetzer wurden zuletzt konsequent an den gleitenden Durchschnitten aufgefangen. Solange diese Struktur intakt bleibt, bleibt der Trend klar bullisch. Solange sich die Aktie über dem wichtigen Supportbereich zwischen 977 und 1.000 USD halten kann, bleibe ich hier bei einer bullischen Gesamtbewertung.

Aktientipp 2: Advanced Micro Devices (AMD) – Herausforderer auf dem Chip-Markt

Der zweite Top-Wert für 2026 stammt aus dem Halbleitersektor. Advanced Micro Devices (ISIN: US0079031078 – Symbol: AMD – Währung: USD) ist seit Jahren einer der wichtigsten Herausforderer von Branchenriesen wie Nvidia und Intel. Nach einer sehr starken Phase folgte zuletzt eine ausgeprägte Korrektur, doch genau hier beginnt der Titel wieder, interessant zu werden.

Halbleiter bleiben das Rückgrat zahlreicher Zukunftsthemen, von Künstlicher Intelligenz über Rechenzentren bis hin zu Automobil- und Industrieanwendungen. Der Sektor ist jedoch extrem zyklisch und stark von Marktstimmung geprägt. In Schwächephasen werden gerade Chipwerte oft überdurchschnittlich stark abverkauft, bieten im Gegenzug aber auch hohes Erholungspotenzial.

AMD profitiert weiterhin von steigender Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren und KI-fähigen Lösungen. Der Wettbewerb bleibt intensiv, doch der Konzern hat sich in wichtigen Marktsegmenten fest etabliert. Für 2026 erwarten Analysten wieder anziehendes Wachstum, insbesondere im Rechenzentrums-Geschäft. Fundamental ist AMD damit gut positioniert, wenngleich nicht ohne Risiken (Quelle: koyfin.com)

Experten-Tipps: Kursentwicklung der AMD-Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
AMD Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 231,38 USD, Kürzel: AMD | Quelle: TWS

Das Jahr 2025 lief bis zum November unglaublich gut und die Bullen hatten das Zepter fest in der Hand. Nach der Korrekturphase zeigte sich zuletzt eine klare Stabilisierung. Wichtige Unterstützungszonen zwischen 186 und 194 USD konnten verteidigt werden, und erste technische Erholungssignale sind sichtbar. Noch befindet sich der Trend in einer neutralen Phase, doch eine Rückkehr in eine bullische Struktur wäre bei weiteren höheren Hochs gut möglich.

Aktientipp 3: Heico – Hidden-Champion der Luft- und Raumfahrt?

Mit Heico (ISIN: US4228061093 – Symbol: HEI – Währung: USD) findet sich auch ein klassischer Qualitätswert unter meinen Favoriten für 2026. Das US-Unternehmen ist auf Komponenten und Dienstleistungen für die Luft- und Raumfahrt spezialisiert und agiert bewusst abseits des medialen Rampenlichts.

Die Luftfahrtindustrie profitiert von einer weiter steigenden Nachfrage nach Flugreisen sowie von hohen Wartungs- und Ersatzteilbedarfen. Während große Flugzeughersteller oft zyklisch und volatil sind, zeigen Zulieferer wie Heico deutlich stabilere Geschäftsmodelle. Auch die geopolitischen Unsicherheiten machen zudem den Bereich der Rüstungsindustrie für Investoren nicht gerade uninteressant.

Heico überzeugt durch kontinuierliches Umsatz- und Gewinnwachstum, hohe Margen und eine sehr konservative Unternehmensführung. Der Konzern wächst sowohl organisch als auch durch gezielte Übernahmen. Für 2026 rechnen Analysten erneut mit stabilen Zuwächsen – kein spektakuläres Wachstum, aber außergewöhnliche Verlässlichkeit (Quelle: koyfin.com)

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Heico Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Heico Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 352,55 USD, Kürzel: HEI | Quelle: TWS

Charttechnisch gehört Heico zu den ruhigeren, aber äußerst sauberen Trends an der Wall Street. Rücksetzer fallen meist moderat aus und wurden bislang rasch gekauft. Die Aktie zeigt seit Jahren Relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt, ein klassisches Qualitätsmerkmal. Zuletzt konnte die Aktie eine mehrmonatige Konsolidierungsphase nach oben verlassen. Dies spricht für eine mögliche Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends und für positive Dynamik.

Aktientipp 4: Alphabet – Bewährter Riese

Abschließend darf auch ein Mega-Cap nicht fehlen. Alphabet (ISIN: US02079K1079 – Symbol: GOOGL – Währung: USD) bleibt für mich auch 2026 ein Kernwert im Technologiesektor. Trotz der enormen Marktkapitalisierung gelingt es dem Konzern immer wieder, Wachstumsfelder erfolgreich zu besetzen.

Große Technologiewerte haben in den vergangenen Monaten zunehmend selektiv performt. Während einige Titel unter Druck gerieten, konnten sich andere durch klare Relative Stärke absetzen. Alphabet gehört klar zur zweiten Gruppe.

Das Kerngeschäft rund um Online-Werbung bleibt hochprofitabel. Gleichzeitig gewinnt das Cloud-Geschäft weiter an Bedeutung. Der zunehmende Einsatz von KI in Suche, Werbung und Infrastruktur bietet zusätzliches Potenzial. Alphabet verfügt zudem über eine außergewöhnlich starke Bilanz, was dem Konzern strategische Flexibilität verschafft.

Experten-Tipps: Kursentwicklung der Alphabet Aktie von Januar 2023 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
Alphabet Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs: 330,00 USD, Kürzel: GOOGL | Quelle: TWS

Alphabet befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend mit neuen Allzeithochs. Die Aktie wird sauber von gleitenden Durchschnitten getragen. Solange diese Struktur intakt bleibt, bleibt auch das technische Bild klar positiv. Im Wochenchart sieht die derzeitige Gesamtbewegung jedoch etwas überhitzt aus. Dies bedeutet, dass es jederzeit zur ein oder anderen stärkeren Zwischenkorrektur kommen kann, die jedoch den langfristigen Trendverlauf nicht gefährden sollte. Langfristinvestoren können sich aktuell vor allem den EMA9 im Wochenchart als guten Leitfaden zur Entwicklung der Aktie ansehen.

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Beste Aktien Liste (nach Performance YTD)

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Beste Aktien ISIN Symbol Currency Last trade price YTD 1W 1M 6M 1Y 5Y
Alphabet Inc. A US02079K3059 GOOGL USD 336,01 7,35 % 2,32 % 7,18 % 73,94 % 72,05 % 262,63 %
Diamondback Energy Inc US25278X1090 FANG USD 160,27 6,61 % 4,75 % 9,54 % 10,83 % -5,31 % 165,74 %
Symrise AG DE000SYM9999 SY1 EUR 72,96 5,71 % -0,60 % 7,01 % -16,64 % -28,85 % -29,58 %
Globus Medical, Inc. US3795772082 GMED USD 91,83 5,18 % -2,46 % 3,87 % 69,12 % -1,19 % 45,74 %
LOreal S.A. FR0000120321 OR EUR 384,05 4,87 % -0,92 % 5,41 % 2,09 % 4,70 % 28,62 %
Knorr-Bremse AG DE000KBX1006 KBX EUR 98,95 3,72 % 1,12 % 4,76 % 13,67 % 38,39 % -10,78 %
Heico Corporation US4228061093 HEI USD 331,11 2,32 % -4,79 % -1,11 % 2,22 % 40,82 % 179,58 %
Advanced Micro Devices, Inc. US0079031078 AMD USD 252,74 18,01 % 1,18 % 17,56 % 51,82 % 121,37 % 188,78 %
Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG DE0008430026 MUV2 EUR 508,00 -9,93 % -1,24 % -9,87 % -11,96 % -4,48 % 124,08 %
Roku Inc US77543R1023 ROKU USD 100,84 -7,05 % -3,28 % -10,03 % 11,90 % 22,47 % -75,04 %
Eli Lilly & Co. US5324571083 LLY USD 1.023,80 -4,73 % -5,07 % -5,01 % 25,98 % 27,18 % 387,25 %
Dave Inc. US23834J2015 DAVE USD 174,89 -21,01 % -5,97 % -23,70 % -17,94 % 87,45 %

Aktientipps 2025

Auswertung zum Jahresende 2025

Das Jahr 2025 verlief für Aktienanleger mit einem zweistelligen Plus erneut sehr erfreulich, sodass nun bereits das dritte positive Börsenjahr in Folge verzeichnet wurde. Nachdem es im Frühjahr zunächst sehr turbulent zuging und die Kurse – ausgelöst durch Donald Trumps Zollpläne – stark ins Rutschen kamen, erholte sich der Aktienmarkt rasch und kletterte auf neue Rekordstände. Ab dem Spätherbst setzte dann eine Konsolidierung ein, deren Rücksetzer sich jedoch in Grenzen hielt.

Unterm Strich stieg der deutsche DAX 40 Index von 19.923 Punkten am Jahresstart bis Silvester um ca. +23 % auf 24.490 Punkte. Das Jahrestief lag bei 19.923 Zählern, während das Hoch bei 24.611 Punkten markiert wurde.

Die US-Börsen zeigten sich ebenfalls von ihrer starken Seite. Als treibende Kraft kristallisierte sich vor allem der Nasdaq 100 Index heraus, der im vergangenen Jahr um starke +20 % zulegen konnte. Die treibenden Kräfte hinter dem Anstieg waren einmal mehr die sogenannten Magnificent 7. Darunter werden die 7 Big Tech Aktien Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla zusammengefasst.

In den Vorjahren hatte der Tech-Index mit + 54 % und +25 % sogar noch höhere Gewinne verzeichnet. Der marktbreite S&P 500 Index konnte im Jahresverlauf 2025 um immerhin +16 % auf 6.845 Zähler zulegen. Besondere Stärke zeigten abermals Aktien aus dem Bereich KI (Künstliche Intelligenz). Daneben glänzten auch Gold- und Silberwerte aufgrund der starken Preisrallye bei Edelmetallen.

Die Kapitalmarktexperten von LYNX hatten Ihnen Anfang des Jahres jeweils ihre vier Favoriten für das Börsenjahr 2025 präsentiert. Sehen wir uns an, welche Performance Ronald Gehrt, Achim Mautz und Wendelin Probst mit ihren jeweiligen Favoriten im Börsenjahr 2025 erzielen konnten.

Das sind die Gewinner-Aktien 2025 (maximale Performance)

PositionAktie
1.Oklo Aktie (+678,2 %)
2.Pan American Silver Aktie (+164,6 %)
3.Celsius Holdings Aktie (+130,7 %)
4.Rambus Aktie (+106,9 %)
5.Spotify Aktie (+67,4 %)

Die besten Aktientipps 2025 von Wendelin Probst

Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

Pan American Silver

Aktientipp 2:

Celsius Holdings

Aktientipp 3:
Duolingo

Aktientipp 4:

Spotify

Aktientipp 1: Pan American Silver – Weltgrößte Silberreserven

Mein erster Tipp für 2024 ist die Aktie von Pan American Silver (ISIN: CA6979001089 – Symbol: PAAS – Währung: CAD). Dabei handelt es sich um ein Bergbauunternehmen mit Sitz in Kanada und Bergbauaktivitäten in Lateinamerika. Das im Jahr 1994 gegründete Unternehmen betreibt u. a. in Mexiko, Peru, Bolivien, Argentinien und Kanada Silberminen. 2023 lag die Produktionsmenge bei 20,4 Mio. Unzen. Hinzu kamen 0,9 Mio. Unzen Gold sowie als weitere Nebenprodukte Zink, Blei und Kupfer. La Colorada in Mexiko ist die größte Mine des Unternehmens. Im Jahr 2023 kamen mit der Übernahme von Yamana Gold vier lukrative Minen in Südamerika hinzu. Das Unternehmen verfügt über die weltweit größten Silber-Ressourcen in Höhe von mehr als 1 Mrd. Unzen und liegt damit deutlich vor dem größten Silberproduzenten der Welt Fresnillo mit 0,7 Mrd. gemessenen und angezeigten Unzen. Pan American Silver kommt bei einem Aktienkurs von ca. 21,11 USD auf eine Marktkapitalisierung von ca. 7,6 Mrd. USD.

Im Geschäftsjahr 2023 steigerte Pan American Silver den Umsatz – teils übernahmebedingt – um starke +53 % auf 2,32 Mrd. USD. Dabei wurde das Ergebnis je Aktie von -1,62 USD im Vorjahr auf -0,32 USD je Aktie verbessert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 erwarten Marktexperten einen Umsatz in Höhe von 2,85 Mrd. USD (+23 %) sowie ein positives Ergebnis in Höhe von 0,85 USD je Aktie. Für 2025 wird bei einem Umsatz von 2,96 Mrd. USD (+4 %) dann ein Gewinn in Höhe von 1,78 USD (+109 %) je Aktie veranschlagt.

Die Pan American Silver Aktie markierte Ende 2008 ein Allzeithoch von 44,10 USD. Zwar lief die Aktie in den Jahren 2011, 2020 und 2021 noch mehrmals in Richtung dieses Hochs, fiel jedoch ein ums andere Mal wieder zurück. Da sich der Silbermarkt seit Jahren in einem Defizit befindet und die Nachfrage – beispielsweise für Solarmodule und Elektroautos – weiter steigt, stehen die Chancen gut, dass sich der Silberpreis – und damit auch die Aktie von Pan American Silver – positiv entwickeln wird. Die Aktie könnte potenziell zu den Gewinnern des Jahres 2025 gehören.

Update zur Jahresmitte

Die Pan-American-Silver-Aktie konnte vom charttechnischen Ausbruch des Silberpreises profitieren und startete einen von relativ hohen Kursschwankungen begleiteten Aufwärtstrend. Das Hoch von Anfang Juni bei 29,66 USD markiert ein starkes Plus von +40,5 %. Aktuell notiert der Wert nur minimal unterhalb dieser Marke. Vor wenigen Wochen wurde die Übernahme des kleineren Konkurrenten MAG Silver bekannt gegeben. Dieser hält eine 44-%-Beteiligung an der mexikanischen Juanicipio-Mine, die zusammen mit dem Silberkonzern Fresnillo betrieben wird. Dadurch erschließt sich Pan American Silver weiteres Wachstumspotenziale. Auch die Analystenschätzungen wurden angepasst. Der Marktkonsens liegt für dieses Jahr mittlerweile bei nurmehr 3,26 Mrd. USD Umsatz (+16 %) und 1,61 USD (+104 %) Gewinn je Aktie. Dass der Gewinn nicht noch deutlicher steigt, ist den Kosten der MAG-Silver-Übernahme geschuldet. Die Aktie bleibt weiterhin für mögliche Einstiege spannend.

Aktientipp 2: Celsius Holdings – Turnaround-Chance

Mein zweiter Tipp ist die Aktie von Celsius Holdings (ISIN: US15118V2079 – Symbol: CELH – Währung: USD). Der weltweite Fitness- und Gesundheitstrend ist ungebrochen und hat eine enorme Wachstumsdynamik. Das Unternehmen hat mit seinen gesunden Trendgetränken und klinisch erprobten Sportgetränken der Marke Celsius bis 2023 jahrelang hohe zweistellige Zuwachsraten erzielt und ist in den USA hinter Red Bull und Monster Energy bereits der drittmeistverkaufte Energy-Drink. Die Sportgetränke, die in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden, beschleunigen offiziellen Studien zufolge den Fettabbau und bekamen somit eine gesundheitsfördernde Wirkung bescheinigt. Dabei verwendet Celsius in seinen Getränken ausschließlich natürliche Zutaten wie Grüntee-Extrakt, Ingwerwurzeln und Guaranasamen-Extrakt. So gäbe es nach dem Genuss der Getränke keinesfalls nur einen kurzfristigen Energiepush mit anschließender Müdigkeit, sondern einen anhaltenden Leistungsschub. Dies fiel auch dem Getränkeriesen PepsiCo ins Auge, der sich im Jahr 2022 für 0,55 Mrd. USD ca. 8,5 % der Aktien schnappte und eine Vertriebskooperation vereinbarte. Allerdings war der Konkurrent von Coca-Cola offenbar zu optimistisch und bestellte bis Mitte 2024 zu hohe Mengen der Energydrinks. Die Anpassung des Lagerbestands führte ab dem dritten Quartal zu Belastungen und einem Umsatzrückgang. Dennoch blieb die Nachfrage nach Celsius-Produkten bis jetzt hoch und so dürften die Umsätze im Jahr 2025 wieder zweistellig zulegen.

In den letzten 3 Jahren stieg der Umsatz im Schnitt um starke +85 %. Für das Jahr 2023 meldete Celsius Holdings eine Umsatzverdopplung auf 1,32 Mrd. USD. Dabei wurde je Aktie ein Ergebnis von 0,77 USD (Vorjahr -0,88 USD) erzielt. Für 2024 rechnen Analysten aufgrund der Pepsi-Lageranpassung nur mit einem Wachstum von +3 % auf 1,36 Mrd. USD Umsatz sowie einem Gewinnrückgang um -13 % auf 0,69 USD je Aktie. Für das Jahr 2025 liegt der Analystenkonsens bei 1,58 Mrd. USD (+16 %) Umsatz und 0,95 USD (+38 %) Gewinn je Aktie. Wenn man bedenkt, dass die Umsätze im Jahr 2017 noch bei mickrigen 36 Mio. USD lagen, ist dies – trotz der Pepsi-Enttäuschung im Jahr 2024 – noch immer beachtlich.

Parallel zur Geschäftsentwicklung ging es auch für den Aktienkurs steil nach oben. Die Celsius-Aktie, die im Herbst 2019 (splitbereinigt) zu 1,80 USD emittiert wurde, erreichte im Sommer 2024 ein Allzeithoch von 98,85 USD, ehe der Wert in einen steilen Abwärtstrend fiel und alle Gewinne seit Mitte 2022 wieder abgab. Doch die Erfolgsgeschichte dürfte trotzdem noch nicht zu Ende sein. Die Internationalisierungsstrategie dürfte Celsius Holdings dank der Unterstützung von PepsiCo in den kommenden Jahren wieder deutlich steigende Umsätze und Gewinne bescheren. Bei einem aktuellen Aktienkurs von knapp 28,93 USD wird das Unternehmen an der Börse mit rund 6,8 Mrd. USD bewertet. Dieses Bewertungsniveau scheint trotz des Dämpfers im Jahr 2024 sehr fair. Es ist auch denkbar, dass PepsiCo sich den Kursrückgang zunutze macht und ein Angebot für eine Komplettübernahme abgibt. Bei der Celsius-Aktie sollte jedoch auch weiterhin mit etwas stärkeren Kursschwankungen gerechnet werden.

Update zur Jahresmitte

Die Turnaround-Spekulation um Celsius Holdings ist bislang voll aufgegangen. Ausgehend von Kursen unter 30 USD legte der Wert in der Spitze bereits um +63,3 % auf 47,24 USD zu. Die Aktie notiert aktuell nur unwesentlich unterhalb ihres bisherigen Jahreshochs. Der Grund für die starke Entwicklung ist eine deutliche Verbesserung der Wachstumsaussichten. Dazu trägt vor allem die im April abgeschlossene 1,65 Mrd. USD schwere Übernahme der rasant wachsenden Lifestyle-Getränkemarke Alani Nu bei. Die Marke ist als gesunder Wellnessdrink vor allem bei jungen Frauen sehr beliebt. Im ersten Quartal wuchsen die Einzelhandelsumsätze von Alani Nu um satte +88 %. Zwar fallen bei Celsius die Analystenschätzungen für den Gewinn 2025 mit 0,83 USD je Aktie übernahmebedingt um 12 Cent geringer aus als noch zu Jahresbeginn, aber dafür soll der Umsatz nun dank der Alani-Nu-Übernahme um satte +60 % auf 2,17 Mrd. USD zulegen. Die internationale Expansion wird ebenfalls planmäßig vorangetrieben, erst kürzlich wurde der Markteintritt in den Niederlanden angekündigt. Auch wenn die Kernmarke Celsius aktuell eine Schwächephase durchmacht, haben sich die Wachstumsaussichten durch die Ausweitung des Markenportfolios stark verbessert. Entsprechend ist die Aktie weiterhin attraktiv.

Aktientipp 3: Duolingo – Sprachen lernen mit KI

Die KI-basierte Lernplattform Duolingo (ISIN: US26603R1068 – Symbol: DUOL – Währung: USD) bietet über die gleichnamige App Sprachkurse an. Unter den angebotenen Fremdsprachen sind alle weltweit wichtigen Sprachen sowie einige exotische Sprachen. Über soziale Medien wie TikTok oder Instagram hat sich die Duolingo-App rasant verbreitet und ist so innerhalb kurzer Zeit zur weltweit erfolgreichsten Sprachlern-App aufgestiegen. Mittlerweile werden auch Musik- und Mathekurse angeboten.

Wer sich für 12,99 USD im Monat oder 83,99 USD im Jahr einen Premiumzugang leistet, der bekommt im Gegensatz zu Gratisnutzern keine Werbeanzeigen zu sehen und hat zahlreiche weitere Zusatzfunktionen. Zuletzt verfügten bereits 8,6 Mio. der insgesamt 113 Mio. monatlichen Duolingo-Nutzer über ein Bezahlabo, im Vergleich zum Vorjahr ein starkes Plus von +47 %. Duolingo nutzt Künstliche Intelligenz (KI), damit die Nutzer beispielsweise nur die für sie am relevantesten Lerninhalte üben. Ein KI-basierter virtueller Gesprächspartner, der sich dem Niveau des Lernenden anpasst, soll zukünftig noch effizienteres Sprachenlernen ermöglichen.

In den letzten drei Jahren stiegen die Umsätze im Schnitt um +45 %. Gewinne schreibt das Unternehmen allerdings erst seit dem Jahr 2023. Konkret wurde im Jahr 2023 ein Umsatz in Höhe von 531 Mio. USD sowie ein Gewinn in Höhe von 2,32 USD je Aktie erzielt. Für das abgeschlossene Jahr 2024 rechnen Analysten mit einem Umsatzwachstum von +40 % auf 743,5 Mio. USD sowie mit einem Gewinn je Aktie von 4,42 USD (+91 %). Für 2025 werden 963 Mio. USD Umsatz (+30 %) und 5,76 USD (+30 %) Gewinn je Aktie erwartet.

Die Duolingo-Aktie befindet sich seit Anfang 2022 in einem starken Aufwärtstrend. Das Unternehmen dürfte dank der innovativen App und des smarten Geschäftsmodells in den kommenden Jahren stark wachsen und ist auch ein potenzieller Übernahmekandidat für größere Internetkonzerne. Denn die Firma ist ein echter Profiteur der Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Die Aktie könnte deshalb auch 2025 wieder zu den Gewinnern gehören.

Update zur Jahresmitte:

Auch die Duolingo-Aktie entwickelte sich in der ersten Jahreshälfte 2025 sehr stark. Ausgehend von 336,72 USD kletterte die Aktie der KI-basierten Sprachlern-App um bis zu +62 % auf 544,93 USD, bevor eine Korrektur einsetzte. Aktuell notiert der Wert bei 411,26 USD, deutlich darunter. Der App-Anbieter profitiert von einer wachsenden Nachfrage für KI-basierte Lernprogramme. Zudem beschleunigt die Nutzung generativer KI die Entwicklung des eigenen Angebots: Innerhalb der letzten 12 Monate brachte Duolingo fast 150 neue Sprachkurse auf den Markt – mehr als in den zwölf Jahren zuvor zusammen. Die Marktprognosen wurden im ersten Quartal deutlich geschlagen, sodass auch die Investmentbanken und Analysten ihre Schätzungen erhöht haben. So könnte in diesem Jahr mit einer Steigerung um mehr als ein Drittel bereits an der Umsatzmarke von 1 Mrd. USD gekratzt werden. Und auch der Gewinn je Aktie dürfte mit prognostizierten 6,11 USD (+ 49 %) deutlich höher ausfallen als ursprünglich erwartet. Solange die operative Entwicklung derart überzeugend verläuft, bleibt die Aktie ein Top-Investment.

Aktientipp 4: Spotify – Führender Musikstreaming-Dienst aus Schweden

Spotify (ISIN: LU1778762911 – Symbol: SPOT – Währung: USD) bietet seit dem Jahr 2008 eine digitale Audio-Plattform zum Hören von Musik, Podcasts und Hörbüchern an. Mittlerweile verfügt das schwedische Unternehmen über eine Bibliothek aus über 100 Mio. Einzeltiteln, die auf Smartphones, Tablets, PCs oder TV-Geräten abgespielt werden können. Zum Ende des dritten Quartals 2024 kam der vor Apple und Amazon weltweit beliebteste Audio-Streaming-Dienst bereits auf über 626 Mio. aktive Nutzer. Von diesen wiederum haben 246 Mio. ein bezahltes Abo abgeschlossen, während 393 Mio. User die abgespeckte, werbefinanzierte Mitgliedschaft nutzen. Spotify baut wie Duolingo auf das sogenannte Freemium-Modell. Von den Einnahmen, die das Unternehmen generiert, gehen mehr als zwei Drittel an die Rechteinhaber, der Rest bleibt in der eigenen Kasse.

In den letzten drei Jahren steigerte Spotify seine Umsätze im Schnitt um +14 % pro Jahr. Dabei wurden allerdings noch immer Verluste geschrieben. Trotz des Listings an der US-Börse NYSE wird in EUR bilanziert. Für 2024 liegt der Marktkonsens bei einem Umsatzwachstum von +18 % auf 15,6 Mrd. EUR. Dabei soll erstmals auf Jahresbasis ein Gewinn von 5,91 EUR (Vorjahr: -2,15 EUR) je Aktie geschrieben werden. Für 2025 erwarten die Analysten im Mittel 17,9 Mrd. EUR (+15 %) Umsatz und 9,32 EUR (+71 %) Gewinn je Aktie.

Nach dem Börsengang, der im Jahr 2018 zu 132 USD erfolgte, verdreifachte sich die Spotify-Aktie bis Anfang 2021 auf 387,44 USD, bevor der Wert in eine zweijährige Talfahrt überging. Diese endete erst Ende 2022 bei ca. 69 USD. Dadurch, dass beständig rote Zahlen geschrieben wurden, wuchsen Zweifel am Geschäftsmodell der Schweden. Doch seit Anfang 2023 ist der Trend wieder nach oben gerichtet, was in erster Linie auf die stark verbesserten Geschäftsaussichten und den für 2024 sehr wahrscheinlichen Break-even zurückzuführen ist. Die Aktie erreichte zuletzt ein neues Allzeithoch von 506,47 USD. Auf dem aktuellen Kursniveau von 468,93 USD ist die Aktie zwar schon ambitioniert bewertet, aber die Marktstellung ist dafür ähnlich stark wie bei Netflix im Bereich Video-Streaming.

Update zur Jahresmitte:

Die Spotify-Aktie konnte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 ebenfalls mit einer äußerst starken Kursentwicklung glänzen. Seit Anfang Januar legte der Wert der schwedischen Audiostreaming-Plattform in der Spitze um bis zu +67,4 % auf 785,00 USD zu. Aktuell notiert die Spotify-Aktie nur -2 % unter dieser Marke. Bei Spotify überzeugte zuletzt vor allem das starke Wachstum der Bezahl-Abos. Neue Produkte verstärken die Kundenbindung, sodass Analysten von einer steigenden Profitabilität ausgehen. Für 2025 wird seitens der Marktexperten aktuell ein Umsatz in Höhe von 17,82 Mrd. USD erwartet, wobei der Gewinn bei 8,96 USD liegen soll. Beide Prognosen liegen etwas unterhalb der Anfang 2025 in Aussicht gestellten Werte. Doch daran stören sich die Marktteilnehmer nicht, weil das überraschend hohe Nutzerwachstum dafür für die kommenden Jahre stärker steigende Umsätze und Gewinne verspricht. Doch auch wenn es sich um einen klaren Marktführer à la Netflix handelt, ist die Aktie nach den starken Anstiegen mittlerweile jedoch sehr sportlich bewertet. An starken Tagen könnte durchaus über (Teil-) Gewinnmitnahmen nachgedacht werden.

Die besten Aktientipps 2025 von Ronald Gehrt

Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

Sartorius Vz.

Aktientipp 2:

Mercado Libre

Aktientipp 3:
Nordex

Aktientipp 4:

Evotec

Aktientipp 1: Sartorius Vz. – Geduld dürfte sich auszahlen

Während der DAX im vergangenen Jahr deutlich über dem langjährigen Durchschnitt stieg, gehörte die Medizintechnik-Branche zu den großen Verlierern. Doch hier ist nicht nur Geduld gefragt, diese sollte sich mittelfristig auch lohnen. Denn der Medizintechnik-Sektor ist ein Wachstumsmarkt, der wohl auch über Jahre hinaus einer bleiben wird. Und Sartorius Vz. (Symbol: SRT3 – ISIN: DE0007165631 – Währung: EUR), 2024 zweitstärkster Verlierer im DAX hinter Bayer, ist einer der führenden Vertreter dieses Sektors.

Ein guter Teil des seit Ende 2021 laufenden Abwärtstrends basierte darauf, dass die vorherige Super-Hausse völlig überzogen war und zu einer absurd teuren Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis führte. Hinzu kam, dass die Käufer nicht einkalkuliert hatten, dass die Lieferengpässe nach den Corona-Lockdowns zwar kurzzeitig zu gewaltigen Umsatz- und Gewinnmargen-Steigerungen führten, aber eben auch zu randvollen Lagern bei den Kunden.

Diese Überbewertung ist aber mittlerweile abgebaut, jetzt ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für eine Aktie dieser Branche wieder normal … für die derzeitige Situation zumindest. Doch jetzt hat man, nachdem man zuvor nach oben übertrieben hatte, eine ganze Menge an Krise eingepreist, die sich so gar nicht mehr materialisieren müsste.

Sartorius hatte im Rahmen der im Oktober vorgelegten Ergebnisse des dritten Quartals 2024 angedeutet, dass sich die Nachfrage zusehends stabilisiert habe. Erste Analysten sehen die Aktie wieder positiver. Der Markt für Labor- und Medizintechnik, in dem Sartorius eine herausragende Position einnimmt, wird über die Jahre weiter wachsen … und die noch 2023 und 2024 übervollen Lagerbestände der Abnehmer, die auf die Nachfrage drückten, werden sukzessiv leerer. Selbst wenn China als sehr wichtiger Markt nicht, wie schon länger und bislang vergebens erhofft, zeitnah deutlich durchstarten sollte, wird sich die Situation für das Unternehmen wieder verbessern. Nur sollte man nicht darauf wetten, dass das sofort passiert.

In Sartorius zu investieren braucht, anders als in den Hausse-Jahren 2020/2021, diesmal Geduld. Die Bodenbildung, in der sich die Vorzugsaktie seit Beginn der zweiten Jahreshälfte 2024 befindet, kann sich hinziehen, könnte sogar auf eine tiefere Ebene verlagert werden … aber sie muss es nicht. Hier bieten sich zwei Optionen an: Entweder man beginnt bereits jetzt, sich sukzessiv einzukaufen, oder man wartet ab, bis ein Ausbruch über 300 Euro die erfolgreiche Beendigung der Bodenbildung und den Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie signalisiert.

Update zur Jahresmitte:

Es bleibt auch per Ende Juni dabei: Bei der Sartorius Vorzugsaktie muss man als Anleger zwar Geduld mitbringen, die aber könnte sich auszahlen. Die Ergebnisse des ersten Quartals waren ermutigend, der Medizin- und Labortechnikspezialist sah eine Verbesserung in Bezug auf die Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und einen belebten Auftragseingang. Die Aktie notiert gegenüber der Empfehlung Anfang Januar kaum verändert, die Bodenbildung geht weiter. Auch die Empfehlung bleibt dieselbe wie im Januar: Entweder, man kauft sich Schritt für Schritt bei der Sartorius-Aktie ein oder man wartet darauf, dass die 2021er-Abwärtstrendlinie, an der die Aktie zwischenzeitlich erneut abgedreht hatte, überboten wird … wobei das jetzt bereits mit Schlusskursen über 250 Euro gelungen wäre.

Aktientipp 2: MercadoLibre – Wachstum wie am Schnürchen

MercadoLibre (Symbol: MELI – ISIN: US58733R1023 – Währung: USD) ist eine eBay ähnliche Handels- und Auktionsplattform, die den Großraum Lateinamerika abdeckt und neben der Handelsplattform auch als Zahlungsdienstleister agiert. Im Gegensatz zu eBay hat MercadoLibre aber keine Probleme in Sachen Wachstum. Im Gegenteil: Umsatz und Gewinn legen hier seit Jahren wie am Schnürchen zu.

Dadurch ist zwar die Bewertung der Aktie über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) mit aktuell 50 für die 2024er-Gewinnschätzung der Analysten deutlich höher als die von eBay, aber angesichts des bislang konstanten Wachstums wäre auch eher ein Vergleich mit amazon.com angemessen, wo das KGV, ebenfalls für die 2024er-Gewinnschätzung pro Aktie, derzeit mit 42 nicht allzu viel niedriger ist. Zumal die Experten für das angelaufene Jahr 2025 bei MercadoLibre mit weiterem Wachstum des Gewinns rechnen, der das KGV auf aktuellem Kursniveau bis auf 40 drücken würde.

Im Zuge der Corona-Jahre sahen wir bei der Aktie eine immense Übertreibungsphase, die aber, als die Inflation und Lieferengpässe das Bild massiv eintrübten, ausgiebig korrigiert wurde. Seit man in der zweiten Jahreshälfte 2022 dann feststellte, dass das Wachstum bei MercadoLibre dadurch nicht nennenswert gebremst und erst recht nicht gestoppt wurde, ist der Kurs in einem seither wohl kaum gefährdeten Aufwärtstrend unterwegs.

Dieser im Sommer 2022 etablierten Aufwärtstrendlinie nähert sich die Aktie derzeit an. Auslöser der laufenden Korrekturbewegung waren die Ergebnisse des dritten Quartals, die ausnahmsweise mal die Prognosen verfehlt hatten. Doch während der Kurs zurücksetzt, bleiben die Analysten mit ihren Kurszielen bullisch: 20 der 24 die Aktie regelmäßig beobachtenden Experten sehen MercadoLibre als kaufenswert an, das durchschnittliche Kursziel liegt per 8. Januar bei 2.285 US-Dollar.

Update zur Jahresmitte:

Seit der ersten Vorstellung Anfang Januar hat die Aktie der mittel- und südamerikanischen Online-Plattform gut 40 Prozent zugelegt. Bemerkenswert ist, dass die im US-Index Nasdaq 100 gelistete Aktie im Zuge des massiven Einbruchs der Aktienmärkte Anfang April ihre übergeordnete 2022er-Aufwärtstrendlinie stark verteidigte. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass die Analysten mitziehen, was die Hausse angeht. Lag das durchschnittliche Kursziel Anfang Januar noch bei 2.285 US-Dollar, findet man sich da aktuell bei 2.765 US-Dollar wieder. Allerdings ist die Aktie teuer bewertet. Durch den jüngsten Rallye-Schub ist das Kurs-/Gewinn-Verhältnis wieder auf 50 gestiegen. Grundsätzlich bleibt Mercadolibre haltenswert. Den Stoppkurs sollte man an der mittelfristigen, derzeit bei 1.800 US-Dollar verlaufenden und sukzessiv mitsteigenden Trendlinie orientieren. Teilgewinnmitnahmen in Phasen, in denen die Aktie nach einem starken Schub markttechnisch überkauft ist, könnten aber nicht schaden.

Aktientipp 3: Redcare Pharmacy – Auf dem Weg zu soliden Gewinnen

Redcare Pharmacy (Symbol: RDC – ISIN: NL0012044747 – Währung: EUR) ist eine im MDAX notierte, niederländische Online-Apotheke (bis 2023 firmierte das Unternehmen unter dem Namen “Shop Apotheke”). Online-Apotheken haben sich als starke Konkurrenz zu den Vor-Ort-Apotheken entwickelt und weisen seit Jahren stetiges Kunden- und Umsatzwachstum aus, da sie in der Regel deutlich günstiger anbieten können als die Apotheke um die Ecke, weil sie deutlich weniger Personal- und Raumkosten tragen müssen. Ein Faktor, der das Wachstum des vor allem in der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) operierenden Unternehmens über Jahre bremste, war der Umstand, dass der Erwerb verschreibungspflichtiger Medikamente in Deutschland auf dem Online-Weg nicht möglich war und der Kunde daher das Rezept per Brief einsenden musste. Ein Weg, der kompliziert und im Fall, dass das Medikament unmittelbar benötigt würde, zu langsam ist. Das ist jedoch seit 2024 vorbei.

Das sogenannte E-Rezept ermöglicht es dem Kunden, ein Rezept online an die Redcare Pharmacy zu übersenden. Damit ist diese Hürde beseitigt. Zwar muss sich auch dieser Bereich erst einmal etablieren, aber die Zahlen, die die Online-Apotheke für das dritte Quartal 2024 vorgelegt hatte, zeigen eine dynamische Wachstumskurve in diesem Segment, während zugleich auch das bisherige Geschäft solide weiter zulegt. Trotzdem wird bisher nur operativ Geld verdient, aber noch nicht auf Netto-Basis. Was sich allerdings, auch die Analysten sehen das so, relativ bald ändern dürfte.

Warum korrigiert die Aktie dann aber derzeit so deutlich? Basis dieser seit November laufenden Korrektur ist, dass eine gezielte Ausweitung der Marketingausgaben mit dem Ziel, den Marktanteil im Bereich E-Rezept zügig und nachhaltig zu vergrößern, den Weg hin zur schwarzen Null auf Netto-Basis verzögern wird. Hinzu kommt die Meldung, dass die Drogeriemarktkette „dm“ ebenfalls in das Geschäft mit den Online-Medikamenten einsteigen will und so ein weiterer Konkurrent in den Markt drängt. Aber:

In einem wachsenden Markt mit diesen nicht eliminierbaren Vorteilen gegenüber den Präsenz-Apotheken sind höhere Ausgaben heute die Basis für höhere Gewinne in der Zukunft. Die Aktie wird wohl volatil bleiben und könnte womöglich auch die derzeitige Aufwärtstrendlinie brechen, aber auf Sicht eines Jahres wird diese „schwarze Null“ näher rücken und damit eine gute Chance bieten, dass die derzeitige Skepsis erneutem Optimismus und die laufende Korrektur einem neuen Aufwärtsimpuls weichen wird.

Update zur Jahresmitte:

Bei Redcare Pharmacy kamen in den vergangenen Wochen Zweifel darüber auf, ob die wichtige Wachstumssparte verschreibungspflichtiger Medikamente wirklich so effektiv laufen wird, wie man das in der Vergangenheit unterstellt hatte. Hauptpunkt der Skepsis ist eine anstehende technische Umstellung bei der Methodik, über die man ein Rezept online an eine Online-Apotheke wie Redcare Pharmacy weiterleiten kann. Zwar scheint die Skepsis eher übertrieben zu sein, zumal im laufenden Quartal nur ein Analyst die Aktie negativ einstufte und das Kursziel bei 94 Euro verortet hat (wo wir den Kurs auch gerade sehen), während alle anderen Analysten mit Kurszielen zwischen 170 und 214 Euro bullisch blieben. Aber das Chartbild ist jetzt negativ. Erst wenn der Kreuzwiderstand aus Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie durch Schlusskurse über 130 Euro bezwungen wurde, wäre Redcare Pharmacy wieder ein Kauf, darunter sollte man die Aktie eher meiden.

Aktientipp 4: Schlumberger – Zu viel Skepsis macht die Aktie „billig“

Schlumberger (Symbol: SLB – ISIN: AN8068571086 – Währung: USD) ist das weltweit größte Unternehmen im Bereich von Dienstleistungen, Spezialgeräten und Strategien rund um das Thema Erdölexploration und Erdölförderung. Ein Sektor, der in den kommenden Jahrzehnten vermutlich deutlich an Bedeutung einbüßen wird. Aber auch ein Sektor, der heute und in den kommenden Jahren weiter noch unentbehrlich ist. Zumal das im US-Index S&P 500 gelistete Unternehmen mit seinen um die 100.000 Mitarbeitern auch schon durch einzelne Übernahmen wie die des norwegischen Unternehmens Aker Carbon Capture ein Bein im ökologischen Bereich aufbaut.

Derzeit steht die Aktie unter einer Art Dauerdruck, weil die Investoren unterstellen, dass die Ölindustrie ihre Investitionen aufgrund der wachsenden und effektiven Konkurrenz gegenüber erneuerbaren Energien senken wird, da die Ölnachfrage nicht – wie noch vor einigen Jahren vermutet – stetig zunehmen dürfte. Dabei übersieht man aber leicht, dass innovative Technik und eine mit ihr einhergehende, höhere Effizienz gerade in diesem Umfeld entscheidend sind … und Schlumberger das nötige Equipment dafür anzubieten hat. Und dass die Kunden Innovation und neue Strategien nachfragen, schlägt sich durchaus in den Zahlen nieder.

Während der Aktienkurs „schrumpft“, wächst Schlumbergers Umsatz, ausgenommen die schwierigen Corona-Jahre, bislang sehr stetig, das gilt ebenso für den Gewinn pro Aktie. Das führt dazu, dass die Aktie über das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der durchschnittlichen Analystenschätzung für den Gewinn pro Aktie 2024 bei gerade einmal 11,6 liegt … halb so hoch wie 2021 und 2022 und ein gutes Stück niedriger als per Ende 2023, als diese Messgröße bei 18 lag.

Die Aktie wirkt also „billig“ … und wenn die Analysten Recht behalten, ist sie das auch und hat entsprechend Luft nach oben. 32 Experten beobachten Schlumberger regelmäßig, 28 von ihnen sehen die Aktie als einen Kauf an, nur vier raten zu „Halten“, keiner zum Ausstieg. Das durchschnittliche Kursziel spricht für sich: das liegt momentan bei 55,50 US-Dollar. Und selbst das derzeit niedrigste aller Kursziele bei 46 US-Dollar würde noch ein gutes Stück über dem derzeitigen Kursniveau der Aktie liegen. Schlumberger, 2024 einer der großen Verlierer im S&P 500, hätte daher 2025 das Potenzial, eine kräftige Erholung zurück auf einen normalen Bewertungslevel zu zeigen.

Update zur Jahresmitte:

Die Aktie des Spezialisten im Bereich Ölexploration und Ölförderung Schlumberger blieb auch in der ersten Jahreshälfte 2025 in ihrem seit Sommer 2023 laufenden Abwärtstrend. Doch auch die Argumente für die Aktie sind unverändert: Der Gewinn wird seitens der Analysten gegenüber 2024 stabil gesehen, die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis ist jetzt schon auf 10,8 gefallen und damit noch niedriger als Anfang des Jahres. Und die Analysten bleiben weiter bullisch: 26 von 30 aktuell die Aktie überwachenden Experten sehen Schlumberger als kaufenswert an, vier raten zum Halten, keiner zum Ausstieg. Es bleibt dabei: Für mittel- und langfristige Anleger könnte Schlumberger mit der auffällig niedrigen Bewertung und einer – das sei zur ursprünglichen Analyse noch ergänzt – für US-Verhältnisse üppigen Dividende von gut drei Prozent hochinteressant sein. Man könnte hier warten, bis der Abwärtstrendkanal überboten wurde, aber wer einen langen Atem hat, könnte sich hier auch sukzessiv in schwache Phasen hinein eine Position zusammenkaufen.

Die besten Aktientipps 2025 von Achim Mautz

Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

Oklo

Aktientipp 2:

Vistra

Aktientipp 3:

Rambus

Aktientipp 4:

Intapp

Aktientipp 1: Oklo – Günstige und umweltfreundliche Kernenergie

Mein erster Tipp für das Jahr 2025 ist die Nuklear-Aktie Oklo (Symbol: OKLO – ISIN: US02156V1098 – Währung: USD). Das Unternehmen ist ein Start-up im Bereich der Kernenergie, das sich auf die Entwicklung von kleinen modularen Reaktoren (SMRs) spezialisiert hat. Diese Reaktoren sollen im Vergleich zu traditionellen Kernkraftwerken schneller, kostengünstiger und umweltfreundlicher Energie erzeugen. Das Unternehmen hat auch das Interesse großer Technologiekonzerne wie Amazon, Microsoft und Alphabet geweckt, die zuverlässige Energiequellen für ihre Rechenzentren suchen.

Die gesamte Branche wurde zum Ende des vorigen Jahres regelrecht gehypt. Anfang Oktober ging nämlich nicht nur die Oklo Aktie durch die Decke, auch andere Titel der Branche wie NuScale Power (SMR) oder NANO Nuclear Energy (NNE) konnten im selben Zeitraum ordentlich zulegen. Auch das Handelsvolumen der einzelnen Titel ist enorm gestiegen, was wohl auf die Beteiligung einiger größerer Investoren schließen lässt.

Die Betrachtung aus Fundamentalsicht kann man bei Oklo eher außer vor lassen, da aktuell hier so ziemlich alles nur auf Fantasie und Erwartungen aufgebaut ist, denn Umsätze generiert das Unternehmen bisher noch keine. Die jetzige Phase ist vergleichbar mit den Zukunftshoffnungen in die Wasserstofftechnologie vor einigen Jahren. Diese konnten damals allerdings nicht erfüllt werden.

Die Aktie ist bekannt für überaus starkes Momentum. Meist bilden sich kurzfristige Trends, welche die Kurse teils innerhalb weniger Tage steil nach oben katapultieren, und leider gilt dies auch für die Gegenrichtung. Wer nicht bereit ist, Stopps zu setzen, sollte meines Erachtens die Finger von diesem Titel lassen. Die Aktie befindet sich aktuell in einer bullischen Trendphase.

Update zur Jahresmitte:

Bereits Ende 2024 war erkennbar, dass sich im Bereich der Nuklearenergie ein neuer Sektor auftat, welchen die Anleger besonders interessant fanden. Es waren insbesondere die Hersteller von kleinen modularen Reaktoren, welche die Fantasie der Marktteilnehmer anregten. Neben NuScale Power (SMR) zählte ich dabei vor allem das Unternehmen Oklo (OKLO) zu den potenziell spannenden Kandidaten. Die Aktie hat seit meiner damaligen Einschätzung bereits mehr als +150 % an Wert zugelegt. Auch die anderen Titel der Branche zogen deutlich an. Wieder einmal zeigt sich, dass die richtige Branche zum richtigen Zeitpunkt ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Thema Aktienkauf sein kann. Oklo bleibt aus meiner Sicht weiterhin eine der interessantesten Aktien für das Gesamtjahr 2025.

Aktientipp 2: Vistra Corp – Ein Allrounder im Energiesektor

Vistra (Symbol: VST – ISIN: US92840M1027 – Währung: USD) ist ein integriertes Einzelhandels- und Stromerzeugungsunternehmen. Neben dem Verkauf von Strom und Erdgas an Privatkunden, kleine Unternehmen sowie Gewerbe- und Industriekunden ist Vistra auch in weiteren Bereichen tätig: Stromerzeugung, Energiegroßhandel und -einkauf, Rohstoffrisikomanagement, Brennstoffproduktion und Brennstofflogistikmanagement. Insgesamt verfügt Vistra über eine installierte Erzeugungskapazität von etwa 41.000 Megawatt.

Mit dem rasant wachsenden Strombedarf von Rechenzentren steht der Energiesektor vor beispiellosen Herausforderungen. Die Internationale Energieagentur prognostiziert einen drastischen Anstieg des Energieverbrauchs, befeuert durch KI-Trainingsprozesse und Krypto-Mining. Der Siegeszug der Künstlichen Intelligenz scheint aktuell eine neue Ära eingeleitet zu haben.

Im letzten Geschäftsjahr ist der Umsatz von Vistra von 13,7 Mrd. USD um 7,7 % auf 14,8 Mrd. USD gestiegen. Dabei entwickelte sich der Gewinn von -1,2 Mrd. USD im Vorjahr auf positive 1,5 Mrd. USD. Am 08.11.2024 meldete Vistra die Zahlen für das 3. Quartal, das am 30.09.2024 endete. Der Umsatz lag im Ergebniszeitraum bei 6,3 Mrd. USD (+53,9 % im Vergleich zum Vorjahresquartal). Der Gewinn konnte mit 1,9 Mrd. USD (+276,1 % im Vergleich zum Vorjahresquartal) noch stärker zulegen.

Die Aktie selbst zeigt immer wieder starke Trendschübe, gefolgt von Rücklaufphasen. Kürzlich ging es gerade wieder dynamisch über die grüne Trendlinie nach oben. Aktuell notiert die Aktie knapp unterhalb des Allzeithochs von 168,67 USD, doch kann auch diese Hürde genommen werden, könnte dies den Kurs der Aktie wieder deutlich nach oben lenken.

Update zur Jahresmitte:

Der Aufwärtstrend der Aktie wurde, so wie bei vielen anderen Titeln, im Bereich März/April durch die Strafzollproblematik der USA kurzfristig unterbrochen. Doch das Energieunternehmen konnte sich rasch erholen und befindet sich bereits wieder nahe seines bisherigen Allzeithochs. Die aktuelle Entwicklung stimmt positiv und es erscheint möglich, dass wir in der zweiten Jahreshälfte 2025 noch ein neues Hoch sehen könnten. Große Teile des Energiesektors, insbesondere die Stromerzeugung mittels Kernkraftwerke, befinden sich aktuell an der Wall Street im Aufwind.

Aktientipp 3: Rambus – Hersteller von Hochleistungs-Chips

Rambus (Symbol: RMBS – ISIN: US7509171069 – Währung: USD) ist ein Anbieter von Halbleiterlösungen, der Hochgeschwindigkeits- und Hochsicherheits-Computerchips anbietet. Zu den wichtigsten Produkten des Unternehmens gehören Speicherschnittstellenchips, die für hohe Geschwindigkeit und Effizienz entwickelt wurden. Die Schnittstellenstandards von Rambus verbessern die Kommunikation zwischen Prozessoren, Speichern und Beschleunigern – besonders wichtig für KI-Anwendungen, da eine effiziente Nutzung von Ressourcen in Rechenzentren ermöglicht wird.

Nach einem Einbruch im Sommer 2024 ging es bis in den Herbst volatil weiter. Mittlerweile arbeitet sich der Sektor mit steigender Tendenz nach oben – mit Größen wie NVIDIA oder Broadcom als Treiber. Nach unten ging es hingegen für ASML und auch AMD. Wenn die Anleger bei den abgestraften Werten wieder zugreifen, sind stärkere Ausschläge nach oben möglich – selbiges gilt allerdings auch in die andere Richtung.

Am 30.10.2024 meldete Rambus die Zahlen für das 3. Quartal, welches am 30.09.2024 endete. Der Umsatz lag im Ergebniszeitraum bei 145,5 Mio. USD (+38,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal) und der Gewinn bei 48,7 Mio. USD (-52,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal). Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des letzten Geschäftsjahres beträgt 18,2. Im Branchenvergleich ist die Aktie günstig bewertet.

Im Sommer 2024 ging es mit der Rambus-Aktie nach unten. Auf die Bodenbildungsphase folgte im November ein Kurssprung nach oben. Nachdem die Kurslücke geschlossen wurde, endete die Aufwärtsbewegung an der grünen Trendlinie. Der darauffolgende Rücksetzer führte die Notierungen bis an die 50-Tage-Linie. Danach ging es mit diesem gleitenden Durchschnitt wieder nach oben. Bei einem Ausbruch über 60 USD könnte sich weiteres Aufwärtspotenzial entfalten.

Update zur Jahresmitte:

Halbleiterwerte erwischte es im Zeitraum März/April besonders hart. Doch seit Mitte April gehört der Sektor wieder einmal zu den Gewinnern an der Wall Street. Die letzten Quartalsergebnisse bei Rambus fielen überzeugend aus. Der Gewinn je Aktie konnte im Vergleich zum Vorjahr um +34,8 % gesteigert werden, während der Umsatz mit einem Zuwachs von 41,4 % ebenfalls deutlich anstieg. Die Entwicklung stimmt positiv und so bleibe ich hier vorerst bei einer bullischen Gesamtbewertung.

Aktientipp 4: Intapp – Unternehmenssoftware auf KI-Basis

Intapp (Symbol: INTA – ISIN: US45827U1097- Währung: USD) ist ein globaler Anbieter von Lösungen auf Basis von künstlicher Intelligenz für Fachleute in Beratungs-, Kapitalmarkt- und Rechtsunternehmen. Mit der Leistung von Applied AI beschleunigen die speziell entwickelten vertikalen Software-as-Service-Lösungen (SaaS) von Intapp den Informationsfluss im gesamten Unternehmen. Es wird Fachwissen aktiviert, welches dem Unternehmen hilft, sich in einem hochkomplexen Ökosystem schneller anzupassen, wettbewerbsfähiger zu arbeiten und zeitnahe Erkenntnisse zu generieren.

Die Unternehmenssoftware-Branche wird von Größen wie Microsoft, Oracle, SAP und ServiceNow dominiert. Im Jahr 2024 haben Small Caps im Vergleich zu Large Caps unterdurchschnittlich performt. Nach einem Höhenflug im Vorjahr haben aber mittlerweile auch die Big-Player zurückgesetzt. Mit einer Marktkapitalisierung von etwas über 5 Mrd. US-Dollar gehört Intapp zu den kleineren Playern. Small Caps wie Intapp könnten 2025 vermehrt von den Anlegern aufgegriffen werden, da sie Nachholbedarf haben.

Das Unternehmen konnte in den letzten Jahren Umsatzwachstumsraten im 20-Prozent-Bereich melden, jedoch noch keine Gewinne verbuchen. Seitens der Analysten werden erst 2027 Gewinne erwartet. Intapp investiert stark in Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Marketing, um sein Wachstum voranzutreiben. Zwar wirken sich diese Investitionen noch negativ auf den Gewinn aus, sind für langfristiges Wachstum jedoch unverzichtbar.

Nach dem Anstieg im August 2024 unter außerordentlich hohem Volumen konnte die Aktie auf über 70 US-Dollar ansteigen. Als sich die Kurse zu weit von der 50-Tage-Linie entfernt hatten, sahen wir Rücksetzer. Nach dem jüngsten Test dieses gleitenden Durchschnitts ging es mit einem GAP-Up über die grüne Trendline. Dieses stark positive Signal hat das Potenzial, neue Käufer anzulocken.

Update zur Jahresmitte:

Der Aufwärtstrend des Softwareunternehmens endete im Februar dieses Jahres vorerst. Das Unternehmen zeigt zwar nach wie vor ein solides Wachstum, konnte sich jedoch dennoch nicht deutlich von den Abschlägen bis April dieses Jahres erholen. Intapp selbst würde erst wieder oberhalb des Bereiches von 59/60 USD wieder klare Kaufsignale liefern. Aktuell scheint der Bereich um die 200-Tage-Linie umkämpft, und es ist noch offen, ob die Bullen die Oberhand gewinnen können. Die Aktie wirkt daher weiterhin angeschlagen.

Beste Aktien 2025 Liste:

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Beste Aktien ISIN Symbol Currency Last trade price YTD 1W 1M 6M 1Y 5Y
MercadoLibre, Inc.   US58733R1023 MELI   USD 2.212,62 9,85 % 6,63 % 10,32 % -6,35 % 20,03 % 22,40 %
Sartorius AG – VZ DE0007165631 SRT3 EUR 258,80 4,52 % 2,78 % 5,46 % 35,28 % 3,64 % -33,09 %
Schlumberger Ltd. AN8068571086 SLB USD 49,70 29,49 % 6,36 % 31,52 % 40,12 % 17,63 % 118,56 %
Pan American Silver Corp. CA6979001089 PAAS USD 64,82 25,11 % 17,43 % 17,02 % 122,44 % 189,12 %
Rambus Inc. US7509171069 RMBS USD 114,19 24,27 % 5,74 % 21,34 % 81,69 % 81,34 % 467,54 %
Celsius Holdings, Inc. US15118V2079 CELH USD 54,54 19,24 % 0,28 % 19,63 % 16,94 % 111,64 % 152,10 %
Oklo Inc US02156V1098 OKLO USD 82,31 14,70 % -13,31 % 7,01 % 9,02 % 96,82 %
Intapp Inc. US45827U1097 INTA USD 39,25 -14,34 % 2,51 % -17,66 % -5,74 % -43,28 %
Duolingo Inc US26603R1068 DUOL USD 151,56 -13,64 % 0,93 % -16,57 % -58,37 % -53,88 %
Spotify Technology SA LU1778762911 SPOT USD 512,60 -11,73 % 1,61 % -12,28 % -26,04 % 0,43 % 52,10 %
Redcare Pharmacy NV NL0012044747 RDC EUR 58,80 -10,84 % -6,29 % -9,26 % -47,55 % -53,15 % -70,45 %
Vistra Corp US92840M1027 VST USD 158,81 -1,56 % -4,68 % -1,77 % -17,37 % -16,90 % 663,51 %

Aktientipps 2024

Auswertung zum Jahresende 2024

Nach einem sehr positiven Börsenjahr 2023 verlief das Jahr 2024 für die Aktienmärkte unterm Strich ähnlich gut. Ein starker Anstieg gleich zu Jahresbeginn setzte sich bis Mai fort, ehe die Luft in den Sommermonaten erst einmal raus war. Nach einer Konsolidierung kam es dann im Herbst zu einer erneuten, starken, von Euphorie getriebenen Börsenrallye, die durch den Wahlsieg von Donald Trump in den USA an Fahrt gewann. In den letzten Handelstagen des Jahres setzten dann Gewinnmitnahmen ein, die sich jedoch in Grenzen hielten.

Unterm Strich stieg der deutsche DAX 40 Index von 16.828 Punkten am Jahresstart bis Silvester um ca. +18 % auf 19.904 Punkte. Das Jahrestief lag bei 16.431 Zählern, während das Hoch bei 20.426 Punkten markiert wurde.

Die US-Börsen zeigten sich ebenfalls von ihrer starken Seite. Als treibende Kraft kristallisierte sich vor allem der Nasdaq 100 Index heraus, der im vergangenen Jahr um starke +25 % zulegen konnte. Die treibenden Kräfte hinter dem Anstieg waren einmal mehr die sogenannten Magnificent 7. Darunter werden die 7 Big Tech Aktien Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia und Tesla zusammengefasst.

Im Vorjahr hatte der Tech-Index mit + 54 % sogar noch höhere Gewinne verzeichnet. Der marktbreite S&P 500 Index konnte im Jahresverlauf 2024 um +23 % auf 5.881 Zähler zulegen. Besondere Stärke zeigten im Jahr 2024 Aktien aus dem Bereich (Künstliche Intelligenz) KI, während Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien eher zu den Verlierern des Jahres gehörten.

Die Kapitalmarktexperten von LYNX hatten Ihnen Anfang des Jahres jeweils ihre vier Favoriten für das Börsenjahr 2024 präsentiert. Sehen wir uns an, welche Performance Ronald Gehrt, Achim Mautz und Wendelin Probst mit ihren jeweiligen Favoriten im Börsenjahr 2024 erzielen konnten.

Das sind die Gewinner-Aktien 2024 (maximale Performance)

PositionAktie
1.Nvidia (+223,1 %)
2.Intuitive Surgical (+75,1 %)
3.Nordex (+65 %)
4.Agnico Eagle Mines (+70 %)
5.Eldorado Gold (+59 %)

Die besten Aktientipps 2024 von Wendelin Probst

Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

MongoDB

Aktientipp 2:

Airbnb

Aktientipp 3:
XP

Aktientipp 4:

Agnico Eagle Mines

Aktientipp 1: MongoDB – Datenbankspezialist mit Wettbewerbsvorteil

Mein erster Tipp für 2024 ist die Aktie von MongoDB (Symbol: AYX – ISIN: US02156B1035 – Währung: USD), einem Datenbankspezialisten mit Sitz in New York. Der Konzern hat eine cloudbasierte “Open-Source-Datenbank” entwickelt. In dieser Datenbank können Unmengen an Informationen und Daten aus einem Unternehmen gesammelt, verarbeitet und ausgewertet werden – eine Grundvoraussetzung für KI-Anwendungen.

Der entscheidende Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen, etablierten Datenbankanbietern wie Oracle oder Microsoft ist jedoch die einzigartige Technologie von MongoDB: Bisherige Datenbanksysteme basieren auf der mittlerweile veralteten SQL-Technik, während MongoDB auf der NoSQL-Technik basiert. Diese nicht-relationalen Datenbanken (NoSQL) haben bei der Verarbeitung von großen Datenmengen einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil. Daten sind über mehrere Server hinweg schnell integrier- und skalierbar. MongoDB bietet über die Datenbank hinaus auch zahlreiche KI-gestützte Analysemöglichkeiten und arbeitet kontinuierlich an der Nutzerfreundlichkeit. Auf diese Weise hat sich MongoDB in den letzten Jahren einen beachtlichen Wettbewerbsvorteil geschaffen.

Im Geschäftsjahr 2022/23 steigerte MongoDB den Umsatz um starke +47 % auf 1,28 Mrd. USD. Dabei wurde mit einem Ergebnis von 0,81 USD je Aktie (Vorjahr: -0,02 USD) die Gewinnzone erreicht. Für das laufende Geschäftsjahr 2023/24 erwarten Marktexperten einen Umsatz in Höhe von 1,66 Mrd. USD (+29 %) sowie ein Ergebnis in Höhe von 2,88 USD je Aktie. Für 2024/25 wird bei einem Umsatz von 2,02 Mrd. USD ‚(+22 %) dann ein Gewinn in Höhe von 3,25 USD je Aktie veranschlagt.

Die MongoDB-Aktie markierte Ende 2021 ein Allzeithoch von 590 USD, ehe es – so wie bei vielen Techwerten – zu einer rasanten Talfahrt kam. Diese endete Ende 2022 bei etwa 135 USD. Von dort ging es bis Ende 2023 wieder auf Kurse von mehr als 400 USD hoch, bevor eine erneute Konsolidierung einsetzte. Auf dem aktuellen Kursniveau von ca. 388 USD ist die Aktie zwar sehr ambitioniert bewertet, aber die einzigartige Technologie rechtfertigt einen satten Bewertungsaufschlag durchaus. Die Aktie, die gerade in den Nasdaq 100 Index aufgenommen wurde, könnte potenziell zu den Gewinnern des Jahres 2024 gehören.

Update zur Jahresmitte

Bis Mitte Februar kletterte die MongoDB-Aktie um knapp +22 % nach oben, ehe der Wert in eine heftige Korrektur fiel, in deren Verlauf sich die Aktie halbierte. Der Grund für die starken Kursverluste war eine überraschend schwache Geschäftsentwicklung, die das Unternehmen dazu veranlasste, die eigene Prognose etwas nach unten abzusenken. Dies erstaunte die Analysten, denn in der Vergangenheit gelang es MongoDB spielend, sämtliche Erwartungen zu schlagen. Der Marktkonsens liegt für dieses Jahr mittlerweile bei nurmehr 1,9 Mrd. USD Umsatz (+13 %) und 2,26 USD (-32 %) Gewinn je Aktie. Anleger sollten abwarten, bis sich die Geschäftsaussichten wieder aufhellen und sich eine neue Aufwärtsdynamik entwickelt.

Aktientipp 2: AirBnB – Führendes Reiseportal für Vermieter von Ferienunterkünften

Mein zweiter Tipp ist die Aktie von Airbnb (Symbol: ABNB – ISIN: US0090661010 – Währung: USD), einer weltweit führenden digitalen Plattform zur Vermittlung von privaten Zimmern und Ferienwohnungen an Reisende. Sowohl private als auch gewerbliche Vermieter können ihre Appartments, Zimmer, Ferienimmobilien oder ganze Häuser mit Fotos und allen wichtigen Infos zur Unterkunft und Umgebung auf Airbnb inserieren. Per Smartphone, Tablet oder Laptop können Angebote verglichen und passende Unterkünfte gebucht werden. Das Bewertungssystem erleichtert sowohl Gastgebern als auch Gästen zukünftige Buchungen. Für die Vermittlung und Abwicklung der Transaktion kassiert Airbnb eine Provision. Das Geschäftsmodell ist sehr gut skalierbar, denn ein großer Teil der Kosten ist variabel. Der Reisekonzern, der im Jahr 2008 in San Francisco gegründet wurde, kommt mittlerweile auf mehr als 1,5 Mrd. vermittelte Aufenthalte und mehr als 4 Mio. Gastgeber.

In den letzten 3 Jahren stieg der Umsatz im Schnitt um starke +47 %. Für das Jahr 2022 meldete AirBnB einen Umsatzanstieg von +40 % auf 8,4 Mrd. USD. Dabei wurde mit einem Ergebnis von 2,79 USD erstmals ein Gewinn erwirtschaftet. Für 2023 wird mit einem Umsatzwachstum von +17 % auf 9,85 Mrd. USD und einem Gewinn in Höhe von 8,12 USD je Aktie (+18 %) gerechnet. Im Jahr 2024 wird bei einem elfprozentigen Umsatzanstieg auf 10,98 Mrd. USD allerdings mit einem Gewinnrückgang auf 4,50 USD je Aktie gerechnet. Für das darauffolgende Jahr 2025 liegt der Analystenkonsens bei 12,34 Mrd. USD (+12 %) Umsatz und 4,96 USD (+10 %) Gewinn je Aktie.

Airbnb hat beste Aussichten, seine monopolartige Marktstellung bei der Vermittlung von privaten Unterkünften in den kommenden Jahren zu festigen, auch wenn der Konkurrent Booking mehr und mehr auch in diesen Bereich vordringt. Die Aktie, die Ende 2020 zu 68 USD an die Börse kam, erzielte ihr bisheriges Allzeithoch von knapp 220 USD wenige Monate nach dem IPO und fiel anschließend in eine Korrektur. Gegenwind kam zunächst durch die Corona-Pandemie und im Jahr 2022 durch den Bärenmarkt bei Tech-Aktien. Die Bewertung des Unternehmens ist aktuell mit ca. 90 Mrd. USD (Aktienkurs 140 USD) zwar durchaus ambitioniert, ist aber aufgrund der klaren Marktführerschaft und der guten Gewinnaussichten keineswegs überteuert.

Update zur Jahresmitte

Ende März erreichte die AirBnB-Aktie ein Hoch von 170 USD (+15 %). Doch seitdem befindet sich die Aktie der Vermittlungsplattform für private Unterkünfte in einem Abwärtstrend. Die Geschäftsentwicklung konnte nicht mit den hohen Erwartungen Schritt halten. Zuletzt machte dem Unternehmen offenbar vor allem eine schwächere Nachfrage in den USA und Änderungen im Konsumentenverhalten zu schaffen. Für 2024 erwarten die Analysten mit 11,04 Mrd. USD (+20 %) zwar dennoch einen leicht höheren Umsatz als noch zum Jahreswechsel, aber dafür wurden die Ergebnisprognosen im Schnitt um 0,26 USD auf 4,24 USD zurückgenommen. Ein Engagement drängt sich bei der Aktie aktuell nicht auf.

Aktientipp 3: XP – Wachstumsstarker brasilianischer Onlinebroker mit hoher Dividendenrendite

XP (Symbol: XP – ISIN: KYG982391099 – Währung: USD) ist der führende Onlinebroker für Aktien, Anleihen und Fonds in Brasilien. Die Onlinebank hatte Ende des dritten Quartals 4,4 Mio. aktive Kunden mit einem Vermögen von rund 220 Mrd. USD. CEO Thiago Maffra sagte im Oktober gegenüber Reuters, dass sein Unternehmen bereits 7 bis 8 % des brasilianischen Investmentmarktes hält, wobei 80 % von den fünf größten Banken des Landes gehalten werden. Erklärtes Ziel von XP ist es, alle großen Dickschiffe innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu überholen. Da die brasilianische Zentralbank die hohen Zinsen bereits um 150 Basispunkte auf 12,25 % gesenkt hat, wird das Klima für Aktien langsam wieder besser. Zuletzt sprang der brasilianische Bovespa Index bereits deutlich an, sodass es leichter werden könnte, Neukunden zu gewinnen. Um das Geschäftsmodell zu diversifizieren, baut XP sein Angebot an Dienstleistungen wie Kreditkarten, Pensionsplänen und Versicherungen aus. In diesem Bereich hat XP die Einnahmen seit 2021 auf 11 % Umsatzanteil verdreifacht.

Im Jahr 2022 stiegen die Kundeneinlagen und Umsätze trotz des Bärenmarktes deutlich an, während die Gewinne mit 6,25 Real (1,27 USD) im Vorjahresvergleich stabil blieben. Für 2023 erwarten die Analysten einen Gewinnanstieg von +14 % auf 7,20 Real (1,45 USD) je Aktie. Für 2024 liegen die Schätzungen bereits bei ca. 8,85 Real (1,78 USD). Im Jahr 2023 schüttete das Unternehmen Dividenden in Höhe von 1,315 USD aus, so dass die Dividendenrendite auf dem aktuellen Kursniveau bei attraktiven 5,8 % liegt. Sollten sich die Gewinne wie erwartet positiv entwickeln, so dürfte die Gewinnbeteiligung der Aktionäre weiterhin hoch bleiben.

Die XP Aktie war im Jahr 2019 zu 27 USD je Aktie an der Nasdaq gelistet worden. Bis Sommer 2021 kletterte der Wert auf sein bisheriges Allzeithoch bei 53,08 USD. Anschließend ging es gemeinsam mit vielen anderen Tech- und Wachstumsaktien auf Talfahrt, ehe im Frühjahr 2023 ausgehend von ca. 10,30 USD ein erneuter Aufwärtstrend startete. Mit der XP Aktie lässt sich hervorragend auf ein freundliches Aktienjahr 2024 setzen, denn bei steigenden Börsen dürften auch die Geschäfte des Onlinebrokers glänzend laufen. Die Aktie fällt allerdings in eine etwas spekulativere Kategorie und ist daher nicht unbedingt für konservative Anleger geeignet.

Update zur Jahresmitte:

Nach einem überschaubaren Anstieg auf 26,78 USD bewegte sich die XP-Aktie im Verlauf der ersten Jahreshälfte in einem stetigen Abwärtstrend und erreichte schließlich ein vorläufiges Tief von 15,24 USD. Die Marktexperten haben ihre Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr inzwischen von umgerechnet ca. 1,78 USD auf 1,46 USD je Aktie zurückgenommen. Damit ist die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,4 sehr moderat bewertet. Für das kommende Jahr 2025 liegt das erwartete KGV sogar bei niedrigen 10,4. Zuletzt gab es wieder leichte Aufwärtstendenzen, so dass sich bei dem dividendenstarken Wert möglicherweise eine Bodenbildung abzeichnen könnte. Nervenstarke Anleger sollten jedoch abwarten, bis sich ein eindeutiger neuer Aufwärtstrend aus höheren Hochs und Tiefs ausbildet. Die Aktie des brasilianischen Onlinebrokers bleibt weiterhin aussichtsreich, aber es muss mit großen Schwankungen gerechnet werden.

Aktientipp 4: Agnico Eagle Mines – Erstklassiger Goldproduzent zur Diversifikation

Der Goldpreis entwickelte sich in den letzten beiden Jahren trotz der enormen Inflationsdynamik eher seitwärts. Der Grund dafür war die straffe Geldpolitik der Notenbanken. Doch zum Jahresende 2023 hin gab es – auch aufgrund der zunehmenden globalen Krisen und geopolitischen Spannungen wie beispielsweise dem eskalierten Nahost-Konflikt – einen deutlichen Schub nach oben und Gold erreichte sogar knapp ein neues Allzeithoch, bis das gelbe Edelmetall wieder leicht zurückfiel. Doch damit befindet sich Gold in einer hervorragenden charttechnischen Ausgangslage für ein mögliches starkes Goldjahr 2024. Deshalb bleibt die Gold-Aktie Agnico Eagle Mines (Symbol: AEM – ISIN: CA0084741085 – Währung: USD) Bestandteil meiner vier Top-Empfehlungen für 2024. Dank der Übernahme von Kirkland Lake Gold verfügt das Unternehmen als mittlerweile drittgrößter Goldproduzent der Welt über 12 produzierende Goldminen, die sich in Kanada, Australien, Finnland und Mexiko befinden.

Im Jahr 2022 wurde bei einem übernahmebedingt starken Umsatzwachstum von 3,82 Mrd. USD um +50 % auf 5,74 Mrd. USD ein Gewinnrückgang von -31% auf 1,53 USD je Aktie verbucht. Dies lag unter anderem auch an den Kosten für die Kirkland-Übernahme. Agnico Eagle schüttet seit 1983 durchgehend eine Bardividende aus. Zuletzt wurde die Quartalsdividende von 0,35 USD auf 0,40 USD je Aktie erhöht, so dass die Aktie bei 1,60 USD Jahresdividende und einem aktuellen Aktienkurs von 51 USD auf eine attraktive Dividendenrendite von 3,1 % kommt. Das ist für einen Goldwert ein vergleichsweise hoher Wert. Neben einem Umsatz in Höhe von 6,54 Mrd. USD (+14 %), erwarten Analysten auf der Ergebnisseite für 2023 einen deutlich steigenden Gewinn von 2,06 USD (+35 %) je Aktie. Im Jahr 2024 soll bei Umsätzen in Höhe von 6,84 Mrd. USD (+5 %) ein Gewinn von 2,30 USD (+12 %) je Aktie erzielt werden. Bei starken Gold-Notierungen ist entsprechend auch mehr drin.

Die Agnico Eagle Mines Aktie entwickelte sich in den letzten Jahren unter größeren Schwankungen seitwärts. Falls es dem Goldpreis gelingt, ein nachhaltig höheres Preisniveau oberhalb von 2.000 USD zu etablieren, dann sollte Agnico Eagle Mines in erster Reihe davon profitieren. Denn dann würde sich eine entsprechende Hebelwirkung auf die Gewinne von Agnico Eagle Mines entfalten. Ein erstes Kursziel könnten die Hochs des Jahres 2022 bei ca. 67 USD darstellen. Eine erstklassige, dividendenstarke Gold-Aktie zur Diversifizierung im Depot zu haben, könnte sich für Anleger im Jahr 2024 bezahlt machen.

Update zur Jahresmitte:

Die Aktie von Agnigo-Eagle Mines entwickelte sich stark und konnte per Ende Juli in der Spitze um rund +42,2 % zulegen. Aktuell notiert der Goldwert mit 74,15 USD in Reichweite des Jahreshochs. Die starke Entwicklung ist zum einen auf die Rekordkurse beim Goldpreis, sowie auf eine Steigerung der Produktionsmenge zurückzuführen. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Analysten mittlerweile einen Umsatzanstieg auf 8,05 Mrd. USD (+21 %) sowie einen Gewinn von 3,69 USD (+65 %) je Aktie. Die Aktie kann an schwachen Tagen weiter zugekauft werden.

Die besten Aktientipps 2024 von Ronald Gehrt

Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

Sartorius Vz.

Aktientipp 2:

Bayer

Aktientipp 3:
Nordex

Aktientipp 4:

Evotec

Aktientipp 1: Sartorius Vorzugsaktie

Sartorius (Symbol: SRT3 – ISIN DE0007165631 – Währung: EUR) ist ein Vertreter der mit starken, mittelfristigen Wachstumsperspektiven versehenen Medizin- und Labortechnikbranche. Im Jahr 2023 verzeichnete dieser Sektor erheblichen Druck auf die Gewinnmargen, weil die Boomphase der beiden Vorjahre zu vollen Lagern bei den Kunden geführt hatte. Aber diese Korrektur einer vorherigen Übertreibung ist in einem Wachstumsmarkt eben immer eine Schwächephase auf Zeit. Das bietet mittelfristig Chancen für den Trader, zumal sich die Korrektur eben nicht nur auf Umsatz und Gewinn, sondern auch und gerade auf den Kurs der im DAX notierten Vorzugsaktie erstreckte.

Wir sehen im Fünfjahreschart auf Wochenbasis, dass die Aktie zwischen November 2021 und Ende Oktober 2023 fast genau zwei Drittel ihres Kurswerts eingebüßt hatte. Das war deutlich mehr als der Rückgang des Unternehmensgewinns – und das zu Recht. Denn die vorherige Hausse hatte die Sartorius-Aktie in eine Überbewertung geführt, die nur dann hätte Bestand haben können, wenn der Gewinn pro Aktie über mehrere Jahre hinweg wie auf Schienen weiter gestiegen wäre. Die Trader waren damals ebenso übertrieben optimistisch, wie sie jetzt pessimistisch sind.

Solche Situationen bieten Chancen für Anleger, die nicht auf eine schnelle Rallye über einige Tage und Wochen aus sind, sondern sich Aktien mit Perspektive für ein oder mehrere Jahre ins Depot legen wollen. 2024 könnte mit Blick auf die jetzt faire Bewertung und die Chance einer sich stabilisierenden Nachfrage im Verlauf des kommenden Jahres ein gutes Jahr für die Sartorius-Aktie werden.

Update zur Jahresmitte:

Bis zum März lief die Sartorius Vorzugsaktie (Symbol: SRT3 – ISIN DE0007165631 – Währung: EUR) weiter nach oben, in der festen Erwartung, dass die Nachfrage-Flaute in der Gesamtwirtschaft ebenso wie in der Medizintechnikbranche im Frühjahr/Sommer 2024 ausgestanden ist und vor allem der wichtige Markt China wieder Fahrt aufnehmen würde. Diese Hoffnungen platzten und führten zu erneuten Gewinnwarnungen bei Sartorius. Wer hier dabei ist und keinen Stoppkurs knapp unter die im April unterbotene Unterstützungslinie 292/293 Euro platziert hatte, könnte sich überlegen, die Aktie auch erst einmal weiter zu halten, denn die Grundaussage bleibt: Die Medizintechnik ist ein Wachstumsmarkt und auch, wenn sich die Wende bei Nachfrage und Margen hinzieht, ausbleiben wird sie nicht.

Aktientipp 2: Bayer

Die negativen Aspekte haben die Anleger bei Bayer (Symbol: BAYN – ISIN DE000BAY0017 – Währung: EUR) jetzt umfassend in den Kurs eingepreist, die Chancen aber nicht – so ließe sich die Lage im Dezember 2023 für die Aktie des Pharma-Riesen zusammenfassen. Dabei hatte das Jahr gut begonnen, im Februar war die Bayer-Aktie noch der Spitzen-Performer im DAX. Aber das blieb nicht so, denn die Erwartung, auf dessen Grundlage man zum Start ins Jahr 2023 zugegriffen hatte, erfüllte sich nicht: China als immens wichtiger Markt startete nicht durch, wie man das hoffte, nachdem Ende 2022 auch dort die großen Lockdowns ein Ende hatten. Und bislang ist die Nachfragesituation nicht nur dort, sondern weltweit eher schwach. Hinzu kamen vor allem im Herbst weitere Tiefschläge:

Bayer musste die Phase-III-Studie eines Medikaments erfolglos beenden, das man als zukünftiges „Blockbuster-Medikament“ eingeschätzt hatte. Und mit einem Urteil in den USA über eine Schadensersatz-Summe von gut 1,5 Mrd. US-Dollar wurden die Anleger daran erinnert, dass immer noch eine vierstellige Zahl an Klagen wegen der glyposathaltigen Unkrautvernichter der von Bayer übernommenen Monsanto anhängig und jederzeit imstande sind, tiefe Scharten in die Bilanz des Konzerns zu schlagen.

Was aber dieser massive Abverkauf der Aktie, der den Kurs zuletzt auf den tiefsten Stand seit 2006 gedrückt hat, nicht berücksichtigt, ist neben der immensen Substanz, die Bayer repräsentiert, auch die Entschlossenheit des Vorstands, aktiv gegenzusteuern. Eine Verschlankung der Führungsstruktur soll Entscheidungen beschleunigen und Kosten sparen, zugleich prüft man, ob eine Aufteilung des Konzerns in zwei oder sogar drei eigenständige Bereiche die Wettbewerbsfähigkeit verbessern würde.

Immer dann, wenn der Pessimismus immens ist, man aber bei nüchterner Betrachtung konstatieren darf, dass das so negativ beurteilte Unternehmen wohl zu den letzten gehören würde, die von einer Krise vom Kurszettel gefegt werden, wird eine solche Aktie für Anleger mit Geduld und Nerven spannend. Auf dieser so extrem gedrückten Kursbasis könnte sich Bayer im Jahr 2024 zu einem Gewinner entwickeln!

Update zur Jahresmitte:

Bislang ist der Druck, der seit der unseligen Übernahme von Monsanto auf der Bayer-Aktie (Symbol: BAYN – ISIN DE000BAY0017 – Währung: EUR) lastet, zwar nicht gewichen. Aber wir sehen seit März eine Bodenbildung mit Tiefs knapp unter 25 Euro, welche die Chance bietet, eine mittelfristige Plattform für eine Aufwärtswende zu werden. Da aber die Nachfrageflaute auch in der Pharmabranche derzeit noch anhält, bleibt es bei der Einschätzung: Hier geht es um ein mittelfristiges Investment, um Geduld und um Nerven. Hier würde ich auf jeden Fall, nicht zuletzt mit Blick auf die immense Substanz dieses Pharma-Riesen, vorerst engagiert bleiben.

Aktientipp 3: Nordex

Wenn man in einem haussierenden Gesamtmarkt, wie wir ihn im Dezember 2023 erleben, Aktien finden will, die im Folgejahr eine gute Chance haben, zu Gewinnern zu werden, ist man auf dünnem Eis unterwegs, wenn man sich bei den Gipfelstürmern umschaut. Vor allem, wenn da schon sehr viel an großen Hoffnungen und Erwartungen eingepreist ist. Doch auch bei den Verlierern des Jahres muss man sehr aufpassen, denn oft stehen die zu Recht in einem insgesamt starken Markt im Abseits. Beim Windkraftanlagen-Hersteller Nordex (Symbol: NDX1 – ISIN DE000A0D6554 – Währung: EUR) aber steht die Chance, dass der Spruch „die Letzten werden die Ersten sein“ nicht so ganz abwegig ist. Denn während es mit den Perspektiven in Sachen Unternehmensgewinn aufwärts geht, geht es mit der Aktie derzeit noch weiter bergab.

Das Umfeld für die Errichtung neuer Windkraftanlagen ist in Deutschland in den letzten Jahren immer problematischer geworden, aber das Hamburger Unternehmen agiert weltweit und nicht regional. Und global gesehen ist die Windkraft ein Wachstumsmarkt und wird es vorerst wohl auch bleiben. Zwar ringen auch starke Konkurrenten wie die dänische Vestas um ihre Stücke am Kuchen. Aber der sukzessiv steigende Umsatz macht deutlich: Es geht voran. Was jedoch für den Gewinn weder 2022 noch 2023 galt. Der Grund ist jedoch einer, der sich langsam verflüchtigt:

In den vergangenen Jahren musste Nordex zuerst mit massiven Einschränkungen in der Corona-Phase und dann mit Materialengpässen und immens gestiegenen Preisen kämpfen. Das führte dazu, dass viele Aufträge eine negative Rendite abwarfen, kurz: man zahlte drauf. Diese die Gewinnmarge drückenden Aufträge sind aber mittlerweile zum Großteil abgewickelt. Im Zuge der im November vorgelegten Bilanz zum dritten Quartal lag die operative Gewinnmarge bereits wieder im positiven Terrain.

Der Weg zurück in die Gewinnzone mag angesichts des weiterhin schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds steinig sein, aber beschritten wird er mittlerweile. Dass die Aktie das bislang nicht honoriert, kann sich auch noch bis zum Jahresende fortsetzen, weil die Nordex-Aktie als einer der Verlierer des Jahres bis zur Abrechnung der Jahres-Performances der großen institutionellen Anleger unter Druck bleiben könnte. Aber das Jahr 2024 könnte für Nordex eine beeindruckende Wende bringen – die Voraussetzungen dafür sind zumindest gegeben.

Update zur Jahresmitte:

Nordex (Symbol: NDX1 – ISIN DE000A0D6554 – Währung: EUR) hat sich im ersten Halbjahr 2024 sehr gut entwickelt. Basis des Kursanstiegs: Nicht nur der Umsatz legte wie schon seit Jahren sukzessiv zu, in den ersten beiden Quartalen konnte der Windkraftanlagenhersteller auch endlich wieder eine positive Gewinnmarge vorweisen. Der im Dezember avisierte Weg zurück zu schwarzen Zahlen auf Netto-Basis geht also weiter … entsprechend hat sich das Bild der Anleger gegenüber der Nordex-Aktie deutlich zum Positiven gewandelt. Hier würde ich am Ball bleiben.

Aktientipp 4: Evotec

Evotec ist ein deutsches Wirkstoff-Forschungsunternehmen (Symbol: EVT – ISIN: DE0005664809 – Währung: EUR), das seit vielen Jahren steigende Umsätze verbucht und ebenso seit vielen Jahren „Stammkunde“ im Rahmen der Aktienempfehlungen ist. 2022 war sie nicht dabei, da erschien mir die Aktie viel zu heiß gelaufen … und sie da nicht zu empfehlen, erwies sich angesichts des immensen Abstiegs auch als richtig. 2023 war sie wieder auf der Empfehlungsliste … und auch, wenn der Gewinn nicht immens ausfiel, so hätte sich der Kauf Anfang 2023 doch gerechnet. Und 2024? 2024 würde sie erneut als potenzieller Gewinner in Betracht kommen, denn die gelungenen Zukäufe kleinerer Unternehmen zur Verbreiterung der Arbeitsbasis und die zahlreichen, oft langjährigen Kooperationen mit großen Pharmaunternehmen bieten eine solide Basis für konstantes, weiteres Wachstum.

Dass der Gewinn dabei in weit weniger ruhigen Bahnen läuft als der Umsatz, bedingt zwar, dass die Evotec-Aktie hoch volatil ist, aber das basiert auf der Unregelmäßigkeit der sogenannten „Meilenstein-Zahlungen“, die das Biotechunternehmen von den Projektpartnern bei erfolgreichem Abschluss von Arbeitsschritten erhält. Hier muss es dem Anleger um die übergeordnete, mittelfristige Richtung gehen: Evotec ist keine Aktie, die wie auf Schienen läuft. Sie schwankt stark … aber wer sich hier daran versucht, immer mal wieder in Korrekturbewegungen hinein einige Stücke einzusammeln, hat gute Chancen, am Ende des kommenden Jahres, vor allem aber auf mittel- und langfristiger Ebene deutlich höhere Kurse in der Aktie zu sehen.

Update zur Jahresmitte:

Wenige Wochen nach meiner positiven Analyse der Evotec-Aktie (Symbol: EVT – ISIN: DE0005664809 – Währung: EUR) überwand diese zuerst die mittelfristige Abwärtstrendlinie, um sofort danach dramatisch einzubrechen. Auslöser war der unerwartete und sofortige Rücktritt des langjährigen Vorstandschefs Lanthaler, der, wie sich aber erst später herausstellte, wegen nicht korrekt abgewickelter Transaktionen mit der Evotec-Aktie gehen musste. Es folgten Monate mit einem Interims-Chef. Und bislang bleibt die Frage offen, ob und wie stark der Abgang des langjährigen Chefs mitsamt seiner Erfahrung und seinen Connections Evotec zurückwerfen könnte. Per Ende Juli steht diese Frage weiterhin im Raum. Und damit ist die Basis, auf der die Empfehlung Ende Dezember erfolgte, nicht mehr vorhanden … diese Aktie würde ich jetzt nicht im Depot haben wollen. Denn auch, wenn das Geschäftsmodell weiterhin hervorragende Perspektiven hat, so ist die Lage für meinen Geschmack jetzt doch zu unübersichtlich.

Die besten Aktientipps 2024 von Achim Mautz

Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten

Aktientipp 1:

Eldorado Gold

Aktientipp 2:

Intuitive Surgical

Aktientipp 3:

Nvidia

Aktientipp 4:

Intra-Cellular Therapies

Aktientipp 1: Eldorado Gold (EGO)

Eldorado Gold (Symbol: EGO – ISIN: CA2849025093 – Währung: USD) ist eine der besten Goldaktien, gemessen an der Relativen Stärke gegenüber der Gesamtbranche. Das kanadische Bergbauunternehmen hat sich über weite Strecken hinweg wesentlich besser entwickelt als Branchenführer wie Barrick Gold oder Newmont Mining. Die besten Werte aus einem Sektor sind immer besonders interessant. Die Nachzügler sind selten ein gutes Investment.

Goldaktien sind natürlich weitestgehend von der Entwicklung des Goldpreises selbst abhängig. Dieser befindet sich seit dem Bruch der psychologisch wichtigen Marke bei 2.000 USD je Feinunze in einem bestätigten mittelfristigen Aufwärtstrend. Solange diese Ebene nicht nachhaltig nach unten verletzt wird, haben Goldaktien generell gute Karten, ihre Aufwärtsbewegung fortzuführen.

In den letzten drei Quartalen des Vorjahres hat das Unternehmen im Umsatz jeweils Wachstumsraten von +17 %, +7 % und +12 % erzielen können. Der Gewinn ist ebenfalls deutlich gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Interessant wird es im aktuellen Kalenderjahr. Analysten gehen in den kommenden Quartalen von einer durchschnittlichen Umsatzwachstumsrate im Bereich von rund +40 % aus. Der Gewinnanstieg sollte noch wesentlich höher ausfallen.

Auf längerfristiger Basis hat die Aktie gerade die Ebene bei rund 12 USD nachhaltig gebrochen. Der nächste größere Widerstand befindet sich bei rund 14.50 USD, den Zwischenhochs aus dem Jahr 2020. Sollten auch diese gebrochen werden, stünde einem weiteren Anstieg auf bis zu 25 USD nicht mehr viel im Wege.

Update zur Jahresmitte:

Der Goldpreis hat sich, wie erwartet, in diesem Jahr bislang positiv entwickelt und steht unmittelbar vor einem neuem Allzeithoch. Dementsprechend positiv hat sich auch die Branche der Goldaktien entwickelt.

Bei Eldorado Gold haben wir seit der Vorstellung ein Plus von über 37 % verbuchen können.

Aktientipp 2: Intuitive Surgical (ISRG)

Das US-amerikanische Medizinunternehmen Intuitive Surgical (Symbol: ISRG – ISIN: US46120E6023- Währung: USD) beschäftigt sich vor allem mit der Herstellung und dem Vertrieb von Roboter-Assistenten für die Chirurgie. Im Bereich der medizinischen Instrumente und Zulieferer ist der Konzern derzeit an der Wall Street gemessen an der Marktkapitalisierung mit 127,3 Milliarden USD die absolute Nummer 1. Erst Anfang Januar 2024 wurden die vorläufigen Zahlen für das letzte Quartal veröffentlicht, welche zu einem enormen Kurssprung nach oben führten.

Der Sektor selbst mag zwar als defensiv gesehen werden, doch im Bärenmarkt 2022 gab es auch hier deutliche Verluste. Dementsprechend ist auch eine positive Marktentwicklung unabdingbar, um eine gute Performance erzielen zu können. Aktuell befindet sich die Branche inmitten einer Trendwende, welche im November des vorigen Jahres begonnen hat. Zuvor gab es vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2023 herbe Verluste.

Für das Gesamtjahr 2023 soll sich der Umsatz laut Analysten auf 7,09 Milliarden USD belaufen und somit deutlich mit +13,95 % über dem Vorjahr liegen. Für 2024 ist mit einer durchschnittlichen Steigerung des Umsatzes von rund +14 % zu rechnen. Der Gewinn sollte sich ähnlich entwickeln und eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von +14,90 % bringen. Aus fundamentaler Sicht demnach eine recht solide Entwicklung.

Die Aktie selbst entwickelt sich seit Langem wesentlich besser als der zugrundeliegende Sektor. Aktuell steht diese kurz vor ihrem Allzeithoch, welches im Jahr 2021 bei 369,69 USD gebildet wurde. Sollte dieser Widerstand gebrochen werden, wären im Chart keine weiteren Hürden vorhanden. Dies könnte den Kurs der Aktie über Monate hinweg deutlich nach oben katapultieren.

Update zur Jahresmitte:

Auch der Medizinkonzern konnte seit Jahresbeginn ein sattes Plus von über +30 % erzielen. Zuletzt starke Quartalsergebnisse im Juli sorgten abermals für einen kräftigen Kurssprung. Hier passt weiterhin sowohl die fundamentale als auch die charttechnische Lage.

Aktientipp 3: Nvidia (NVDA)

Die Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz hat im Vorjahr insbesondere Chipaktien in die Höhe schnellen lassen. Der Branchenleader ist und bleibt dabei Nvidia (Symbol: NVDA – ISIN: US67066G1040 – Währung: USD) und nach wie vor ist zu sehen, dass der Titel die Branche anführt. Auch der Ausbruch zu Beginn des Jahres über die psychologisch wichtige Marke bei 500 USD verweist auf die Relative Stärke der Aktie, welche früher ein neues Hoch als die Nasdaq bilden konnte. Solange es hier zu keinen negativen Überraschungen bei den Quartalsergebnissen kommt, bleibt das Unternehmen wohl auch weiterhin der Branchenführer.

Die Branche selbst befindet sich längst schon auf neuen Allzeithochs und verfügt über einen hohen Beta-Faktor. Dies bedeutet, dass der Sektor sich meist bei Aufwärtstendenzen der Börsen wesentlich stärker entwickelt als der Gesamtmarkt. Leider gilt das Gleiche auch für Korrekturen. Geht es an der Wall Street nach unten, finden sich meist Titel wie Nvidia, AMD oder auch Broadcom unter den größten Verlierern. Dies sind übrigens auch meine 3 Top-Favoriten für den Chipsektor.

Wenn es um das Thema Wachstum geht, dann ist Nvidia ganz vorn mit dabei. Im abgelaufenen Geschäftsjahr, die Zahlen für das vierte Quartal werden Ende Februar veröffentlicht, soll der Umsatzanstieg satte +118 % ausmachen. Auch für das aktuelle Geschäftsjahr soll es mit einem Plus von +54 % weiter steil nach oben gehen. Der Gewinn je Aktie entwickelt sich sogar noch dynamischer. Im abgelaufenen Quartal werden sich Anleger über einen Gewinnsprung von rund +266 % freuen dürfen. Für 2024 erwarten Analysten ebenfalls ein kräftiges Plus in der Höhe von +62 %.

Mit dem Bruch der psychologisch wichtigen Marke bei 500 USD hat Nvidia Tür und Tor für weitere Anstiege geöffnet. Das nächste Kursziel liegt vorläufig bei 600 USD, der nächsten wichtigen runden Zahl. Solange die Aufwärtsbewegung an der Nasdaq anhält, wird der Chiphersteller wohl weiterhin den Sektor anführen. Angekommen an neuen Allzeithochs, gibt es derzeit keine Widerstände mehr.

Update zur Jahresmitte:

Dass vor allem der Bereich Künstliche Intelligenz einen wichtigen Faktor in der aktuell nach wie vor positiven Entwicklung der Wall Street spielt, ist allgemein bekannt. Nvidia konnte auch 2024 bislang überzeugen und lieferte als Top Wert ein Plus von über +130%.

Aktientipp 4: Intra-Cellular Therapeutics (ITCI)

Pharmaunternehmen sind immer wieder interessant, wenn es um Investments in defensive Sektoren geht. Angeführt wird die Branche seit langem vor allem von Unternehmen wie Eli Lilly und Amgen. Andere bekannte Namen wir Pfizer oder Johnson & Johnson mussten in den letzten Monaten doch einige Federn lassen. Gemessen an der Marktkapitalisierung gehört Intra Cellular Therapeutics (Symbol: ITCI – ISIN: US46116X1019 – Währung: USD) mit 6,6 Milliarden USD eher zu den kleineren Werten der Branche, zeigt aber seit geraumer Zeit Relative Stärke gegenüber vielen Mitstreitern.

Intra-Cellular ist auf niedermolekulare Arzneimittelbehandlungen für neurologische Erkrankungen wie Alzheimer spezialisiert, indem es auf intrazelluläre Signale im Zentralnervensystem abzielt. Sein Hauptmedikament, Caplyta, ist zur Behandlung von Schizophrenie und Erkrankungen im Zusammenhang mit bipolaren Störungen bei Erwachsenen zugelassen.

Die Branche befindet sich, so wie viele andere auch, seit November des vorigen Jahres im Höhenflug. Zuletzt gab es nach einer gesunden Konsolidierung im Januar neuen Aufwind, welcher insbesondere vom Branchenprimus Eli Lilly getragen wurde. Aktuell sehen wir hier sowohl mittel- als auch langfristig einen klaren und eindrucksvollen Trend nach oben.

Intra Cellular Therapeutics liefert seit vielen Quartalen nahezu dreistellige Umsatzwachstumsraten, kann jedoch noch keine Gewinne verbuchen. Dies ist im Bereich der Pharma- und Biotechnologieunternehmen jedoch nichts Unübliches. Auch für 2024 werden seitens von Analysten keine Gewinne erwartet.

Nach starken Anstiegen in den letzten Monaten bildete sich zuletzt im Januar eine konstruktive Zwischenkonsolidierung, welche von der 50-Tage-Linie aufgefangen wurde. Mit dem Ausbruch Anfang Februar gibt es neue Kaufsignale, welche die Aktie deutlicher nach oben bringen dürften. Solange sich das Papier oberhalb der 50-Tage-Linie halten kann, haben die Bullen vorerst weiterhin das Zepter fest in der Hand.

Update zur Jahresmitte:

Das biopharmazeutische Unternehmen konnte auf der Gewinnseite in diesem Jahr zwar leichte Zugewinne verbuchen, doch mit den Tech-Werten konnten diese nicht ganz mithalten. Der längerfristige Aufwärtstrend ist aber nach wie vor intakt und es fehlt der Aktie nicht viel, um vielleicht schon bald ein neues Allzeithoch zu generieren. Solange die Kurse oberhalb der 150- und 200-Tage-Linie bleiben, sieht der Titel nach wie vor bullisch aus.

Beste Aktien 2024 Liste:

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Beste Aktien ISIN Symbol Currency Last trade price YTD 1W 1M 6M 1Y 5Y
Sartorius AG – VZ DE0007165631 SRT3 EUR 257,70 4,08 % -1,07 % 5,01 % 33,63 % 3,20 % -34,33 %
Eldorado Gold Corp. CA2849025093 EGO USD 46,20 28,62 % 14,70 % 25,44 % 125,70 % 197,49 % 329,37 %
Agnico Eagle Mines Ltd. CA0084741085 AEM USD 214,54 26,55 % 8,64 % 18,31 % 70,55 % 138,54 % 201,66 %
XP Inc. KYG982391099 XP USD 20,19 23,34 % 16,03 % 22,88 % 21,26 % 57,86 % -53,23 %
Bayer AG DE000BAY0017 BAYN EUR 44,53 20,38 % 0,68 % 24,46 % 53,63 % 112,96 % -13,95 %
Nordex SE DE000A0D6554 NDX1 EUR 33,42 14,77 % 4,83 % 15,48 % 63,50 % 185,15 % 48,25 %
Evotec AG DE0005664809 EVT EUR 6,17 12,92 % -3,23 % 15,59 % -9,26 % -24,11 % -79,55 %
NVIDIA Corporation US67066G1040 NVDA USD 187,67 0,63 % 0,77 % -0,50 % 8,02 % 31,59 % 1.274,54 %
Intuitive Surgical Inc. US46120E6023 ISRG USD 523,99 -7,48 % -2,06 % -9,21 % 7,24 % -10,28 % 109,06 %
MongoDB, Inc. US60937P1066 MDB USD 398,69 -5,00 % -0,27 % -8,45 % 69,54 % 52,25 % 8,05 %
Airbnb, Inc. US0090661010 ABNB USD 132,15 -2,63 % 1,14 % -3,38 % -6,69 % 3,98 % -25,56 %

Aktien Tipps im Börsenblick

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Welche Aktien sollten Sie jetzt kaufen, verkaufen oder halten?

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 13:22 Uhr. Wir beabsichtigen, diesen Artikel mindestens alle 6 Monate zu aktualisieren.


Wendelin Probst, Ronald Gehrt und Achim Mautz

Wendelin Probst ist seit 1998 an der Börse aktiv und schreibt als Finanzjournalist seit mehr als 20 Jahren für verschiedene Finanzmedien. Nach dem Finanzwirtschafts-Studium und einem Praktikum bei der Börse München war er zunächst als Investor Relations Manager für mehrere deutsche Prime-Standard-Aktiengesellschaften tätig, bevor er sich 2007 als Tradingexperte und Finanzjournalist selbstständig machte. Seine Expertise liegt im Bereich Wachstums- und Technologieaktien, die er nach fundamentalen und charttechnischen Aspekten analysiert.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

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