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Die Aktien der Versicherungsbranche gehören zu denen, die auffallend schwach ins neue Börsenjahr gestartet sind. Institutionelle Investoren scheinen Aktien wie die Hannover Rück von den Kauflisten gestrichen zu haben. Das Resultat: Eine charttechnisch kritische Situation.
Ob Münchener Rück, Swiss Re oder die Hannover Rück: Die ersten Handelstage des Jahres 2026 brachten diesen Aktien deutliche Abschläge ein. Bei der Neuausrichtung der Portfolios institutioneller Investoren scheint die Branche offenbar in Ungnade gefallen zu sein. Zu Recht?
Nachvollziehbar wäre das durchaus. Denn auch, wenn die Münchener Rück zuletzt meldete, dass die Rückversicherer 2025 mit etwa 108 Milliarden US-Dollar ein deutlich niedrigeres Schadensaufkommen hatten als 2024, liegt man damit doch über dem Zehn-Jahres-Schnitt von etwa 100 Milliarden. Zugleich wurde im Verlauf des Vorjahres immer mal wieder gemeldet, dass das Anheben der Preise schwieriger geworden sei. Daher sehen die Analysten explizit für die Hannover Rück für das angelaufene und die kommenden zwei Jahre nur noch Wachstumsraten bei oder sogar unter fünf Prozent beim Gewinn pro Aktie.
Zwar bewegt sich das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) durch den zuletzt gedrückten Kurs auf einem im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren am unteren Ende der Spanne rangierenden Wert von 11. Aber in den Vorjahren war das Gewinnwachstum auch noch deutlich dynamischer und rechtfertigte damit eine höhere Bewertung. Ein KGV von 11 bei einem Gewinnwachstum unter fünf Prozent ist daher nicht „billig“, sondern angemessen. Was hieße:
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Expertenmeinung: Argumente für einen umfassenden Anstieg finden sich im Moment eher nicht. Was auch viele Analysten so sehen: Nur 5 von 15 die Aktie regelmäßig bewertenden Analysten stufen sie momentan als kaufenswert ein. Und auch, wenn das durchschnittliche Kursziel trotzdem mit 286 Euro noch ein gutes Stück über dem derzeitigen Kurslevel liegt, wirkt das wie ein Klotz am Bein des bullischen Lagers.

Entsprechend kritisch kommt das Chartbild der Aktie daher: Unser Chart auf Wochenbasis zeigt eine große, aus zahlreichen Zwischenhochs bestehende Toppbildung, die man auch als eine Art multiple Schulter-Kopf-Schulter-Formation ansehen könnte. Die leicht aufwärts geneigte Nackenlinien-Zone der Formation liegt derzeit im Bereich 241 bis 244 Euro und ist bereits erreicht. Zwar würde man erst dann eine klar vollendete Abwärtswende unterstellen können, wenn der Kurs auch die am tiefsten liegende untere Wendemarke der Formation bei 235,90 Euro unterboten hätte, aber klar ist:
Für das bullische Lager bestünde jetzt unmittelbarer Handlungsbedarf, denn wenn die Hannover Rück, ohne fundamentale Argumente für deutlich höhere Kurse aufweisen zu können, auch noch charttechnisch negativ würde, wäre sie ein für die Short-Seller höchst lukratives Ziel mit 208,90 Euro (April-Tief 2025) als unmittelbar nächstem, charttechnischen Kursziel. Solange diese Nackenlinien-Zone im Feuer steht und sich die Käufer nicht überzeugend zurückmelden, wäre ein Kauf der Aktie daher eher riskant.
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