Die Airbus-Aktie war im Verlauf der Vorwoche an eine mittelfristig entscheidende Kreuzunterstützung gerutscht. Die hat zwar gehalten, aber bislang kann sich der Kurs nicht nach oben lösen. Und die neuesten Auslieferungszahlen deuten Risiken an.
Airbus lieferte im Januar nur 19 Maschinen aus. Da der Luftfahrtkonzern für 2026 anstrebt, die Auslieferungen im laufenden Jahr gegenüber den etwa 800 Maschinen des Vorjahres zu steigern, ist man da also derzeit ziemlich hintendran. Zugleich kamen 49 neue Bestellungen herein, immerhin. Das Problem liegt aber weniger in diesen beiden Zahlen, sondern in denen des Hauptkonkurrenten Boeing. Da wurden im Januar nämlich 46 Maschinen an die Kunden übergeben, zugleich kamen 103 Neubestellungen herein, Stornierungen bereits abgezogen. Und so völlig überraschend ist das ja nicht.
Denn es war ja nicht zu übersehen, wie sehr der US-Präsident bei seinen Zollverhandlungen mit Boeing als Druckmittel agierte. Zu den Zugeständnissen, die die Länder für weniger harsche Einfuhrzoll-Tarife machen mussten, gehörte oft die Verpflichtung zur Bestellung von Boeing-Flugzeugen. Da der weltweite Bedarf an neuen Maschinen nicht steigt, nur weil Mr. Trump Zölle als Druckmittel einsetzt, war das Risiko groß, dass sich das eher über kurz als über lang ungut auf die Neuaufträge bei Airbus auswirken könnte. Noch ist diese deutliche Diskrepanz des Januars ein Einzelfall, noch ist nicht gesagt, dass sich das fortsetzt, aber:
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Expertenmeinung: Sieht man sich das Chartbild an, scheint es, als würde so mancher Marktteilnehmer langsam doch etwas vorsichtig, immerhin startete die derzeit laufende Korrekturphase der Airbus-Aktie vom Rekordhoch, welches gerade erst am 14. Januar bei 221,25 Euro markiert wurde.

Ob es gelingt, die derzeitige, angesichts der insgesamt noch moderaten Korrektur eher überschaubare Nervosität loszuwerden und gegen neuen Optimismus einzutauschen, wird entscheidend davon abhängen, was Airbus morgen in einer Woche (19.2.) mitzuteilen hat, wenn die Ergebnisse des Gesamtjahres 2025 und mit ihnen ein Ausblick auf 2026 anstehen. Die Chancen, dass man die Sorgen zerstreut, sind durchaus vorhanden. Immerhin ist das Auftragsbuch derart voll, dass man eine überschaubare Phase, in der der Konkurrent Protektion erlebt, aussitzen könnte. Zumal dafür der Defence-Sektor von der Wiederbelebung der europäischen Verteidigungsfähigkeit profitiert, was ausgleichend wirken kann, aber:
Sollten die Anleger von diesen anstehenden Statements des Unternehmens nicht überzeugt werden, könnte es aus charttechnischer Sicht schnell kritisch werden. Sollte die die 200-Tage-Linie einschließende Kreuzunterstützung im Bereich 182 bis 188 Euro fallen, könnte der Kurs kurzfristig schnell durchgereicht werden. Um Wasser unter den Kiel zu bekommen, müsste das bullische Lager die Airbus-Aktie klar über 200 Euro hieven, dann läge die Aktie wieder über der derzeit unterbotenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie sowie über der heute schon bei etwa 200 Euro ankommenden 20-Tage-Linie. Solange das aber ausbleibt, lautet das Motto hier „Aufpassen“!
Quellen:
Januar-Orders und Auslieferungen bei Airbus: https://www.airbus.com/en/products-services/commercial-aircraft/orders-and-deliveries
Januar-Orders und Auslieferungen bei Boeing: https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/boeing-opens-year-with-busy-january-deliveries-orders-2026-02-10/


