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Die Renault-Aktie beendete den Donnerstagshandel mit einem Minus von 3,1 Prozent. Das war zum Teil die Reaktion auf die am Morgen vorgelegte 2025er-Bilanz, vor allem aber auf den Ausblick auf 2026. Aber wirklich entschieden ist noch nicht, wie es mit der Aktie weitergeht.
Das Chartbild der Aktie ist genauso trist wie das der meisten anderen Automobilwerte. Dabei hat Renault allerhand richtig gemacht. Das schlug sich u.a. darin nieder, dass der französische Konzern 2025 einen Umsatzanstieg von drei Prozent vorweisen konnte, während das Gros der Konkurrenz spürbare Umsatzeinbußen verbuchte. Zwar ging auch hier die Gewinnmarge zurück, sie fiel operativ von 7,6 Prozent im Jahr 2024 auf 6,3 Prozent. Aber man hätte sagen können: Immerhin, besser als die Masse.
So mögen diejenigen auch gedacht haben, die zugriffen, als der Renault-Kurs am Donnerstag als Reaktion auf die Bilanz zunächst in der Gewinnzone notierte. Ebenso wie die Trader, die einstiegen, als die Aktie in der Spitze bis zu 6,6 Prozent im Minus lag. Aber der Chart zeigt:
Damit ist noch nichts „gerettet“. Trotz des Minus ließe sich konstatieren, dass dieser Donnerstag mit einem Remis zwischen Bullen und Bären endete. Die Entscheidung, ob diese Aktie die bisherigen Jahrestiefs verteidigt und sich in der Folge an einen Versuch macht, aus der das zweite Halbjahr 2025 dominierenden Handelsspanne nach oben auszubrechen … oder aber ob die Verkäufer mit Macht zurückkommen … die steht noch aus.
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Expertenmeinung: Wie das ausgeht, dürfte entscheidend daran liegen, wie man in Anleger- und Analystenkreisen nach einer darüber geschlafenen Nacht den für 2026 mitgelieferten Ausblick beurteilt. Denn der war gestern weit mehr Thema der Diskussionen als die Bilanz des Vorjahres. Der Grund:
Renault sieht für 2026 einen deutlich niedrigeren Cashflow und eine erneut niedrigere operative Gewinnmarge. Hier werden nach den 6,3 Prozent im Vorjahr nur noch 5,5 Prozent angepeilt. Eine Wende beim Gewinn wird damit also knifflig, selbst, wenn der Umsatz etwas anzieht. Als Grund liefert Renault unter anderem die wachsende Konkurrenz im europäischen Markt der E-Fahrzeuge. Was gerade für diesen Konzern problematisch ist, weil Renault eine massive E-Modelloffensive gestartet hatte und sich dadurch deutlich von der europäischen Konkurrenz abhob. Ein Anstieg außereuropäischer Modelle im Markt, vor allem aus China, wird da natürlich zu einer herben Herausforderung.
Und es hilft nicht, dass die Analysten für die Aktie bislang mehrheitlich positiv gestimmt waren und deren durchschnittliches Kursziel momentan bei gut 42 Euro liegt. Denn bislang war man mehrheitlich davon ausgegangen, dass Renault 2026 wieder Fahrt aufnimmt und relativ nahe an die 2023er-Gewinne pro Aktie herankommt. Käme es so, wäre die Aktie auch für einen Automobiltitel eher günstig bewertet. Aber angesichts dieses Ausblicks sieht es jetzt eben nicht danach aus, als würde es mit dem „Fahrt aufnehmen“ schon in diesem Jahr etwas werden. Daher:

Für einen möglichen Einstieg sollte man besser auf eindeutig positive Signale im Chartbild warten. Das gestrige „Remis“ war definitiv keines, denn damit steht das Risiko weiter im Raum, dass die Aktie unter 30 Euro fällt und sich damit klar nach unten löst.
Quellenangaben: Gesamtjahresbilanz 2025, Ausblick auf 2026, 19.02.2026:
https://assets.renaultgroup.com/uploads/2026/02/20260219_Press-release_Renault-Group_2025-FY.pdf
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RNO.PA/
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