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Toll Brothers Aktie Prognose Toll Brothers: US-Hausbausektor legt zu

News: Aktuelle Analyse der Toll Brothers Aktie

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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Vorherige Analysen der Toll Brothers Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Geschieht gerade wieder dasselbe wie 2022, als alle vom Absturz der Baubranche überzeugt waren? Toll Brothers übertrifft die Erwartungen deutlich.

Luxus geht immer

Toll Brothers ist ein Bauunternehmen für Luxusimmobilien, das sich auf die Entwicklung, den Bau, die Vermarktung und den Verkauf von hochwertigen Wohnprojekten spezialisiert hat. Das Portfolio des Unternehmens umfasst eine breite Palette von Immobilien, darunter luxuriöse Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Eigentumswohnungen sowie urban geprägte Niedrig-, Mittel- und Hochhausgemeinschaften.

Der Großteil des Geschäfts entfällt auf komplette Wohnanlagen mit Freizeiteinrichtungen wie Golfplätzen, Yachthäfen, Poolanlagen, Country Clubs und Fitnesszentren.

Darüber hinaus betreibt das Unternehmen eigene Tochtergesellschaften in Bereichen wie Architektur, Ingenieurwesen, Hypotheken, Grundbucheintragungen, Versicherungen, Smart-Home-Technologie und Landschaftsgestaltung.

Déjà-vu 2022

Die aktuellen Vorgänge rund um die Aktien der US-Wohnungsbauer erinnern immer mehr an 2022. Damals hatte ich mich vielfach positiv zu Unternehmen wie D. R. Horton, NVR, Lennar und Toll Brothers geäußert.

An der Börse herrschte damals die Angst vor einer Rezession und der Bausektor wurde abverkauft. Doch die Krise kam nie.
In den letzten Monaten ging es mit dem Sektor wieder abwärts und im Gegensatz zum breiten Markt hat er sich in den letzten Tagen auch nicht erholt. Es wird wieder eine Krise der Baubranche erwartet, teilweise begründet durch Konjunktursorgen, aber vor allem dadurch, dass die Leitzinsen nicht so schnell sinken, wie man sich erhofft hatte.

Was geschieht jedoch, wenn die Krise wieder nicht stattfindet? Wie es das letzte Mal gelaufen ist, wissen wir.
Passiert jetzt wieder dasselbe?

Analysten wieder zu pessimistisch

Eine Sache dürfte jedenfalls klar sein: Die Prognostiker liegen bei Toll Brothers und den anderen US-Wohnungsbauern seit Jahren systematisch daneben.
Seit 2021 wurden in jedem einzelnen Jahr ein rückläufiges Ergebnis und Probleme im Sektor erwartet. In Wirklichkeit sind die Gewinne durch die Decke gegangen, Toll Brothers hat das Ergebnis in dieser Zeit von 6,63 auf 15,01 USD je Aktie gesteigert.

Das jüngste Quartal ist exemplarisch, die Zahlen wurden am 20. Mai nachbörslich vorgelegt.

Der Gewinn lag mit 3,50 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 2,86 USD. Mit einem Umsatz von 2,74 Mrd. USD hat man die Analystenschätzungen von 2,50 Mrd. USD ebenfalls deutlich übertroffen.
Wie gewohnt waren die Prognostiker zu pessimistisch.

Ich möchte die Lage aber auch nicht unnötig schönreden, Umsatz und Gewinn waren auf Jahressicht rückläufig, jedoch in einem weitaus geringeren Ausmaß als erwartet.
Der Auftragsbestand ist auf Jahressicht um 7 % auf 6,84 Mrd. USD gesunken, doch damit ist man weiterhin gut ausgelastet und kann eine zwischenzeitliche Flaute gut überbrücken.

Nicht so dramatisch

Darüber hinaus ist diese Flaute durch den Kurssturz von 170 auf 105 USD aus meiner Sicht bereits eingepreist. Die blended P/E ist dadurch von 11,1 auf 7,3 gesunken.

Toll Brothers hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, welches im Oktober endet, bestätigt.
Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass man 11.200 – 11.600 Wohneinheiten mit einem durchschnittlichen Preis von 965.000 – 985.000 USD fertigstellen und übergeben wird.
Die Bruttomarge soll bei 27,25 % liegen, die Steuerquote bei 25,5 %.

Unterm Strich dürfte Toll Brothers also einen Umsatz von 10,89 Mrd. USD und einen Gewinn von 1,44 Mrd. USD erzielen.
Das entspricht in etwa einem Ergebnis von 14,40 USD je Aktie, was wiederum deutlich mehr ist als die derzeitigen Konsensschätzungen in Höhe von 13,70 USD je Aktie.

Toll Brothers kommt demnach auf eine forward P/E von 7,3. Die operative Marge liegt bei etwa 17,8 %.
Von Krise kann keine Rede sein und daher macht Toll Brothers das einzig Vernünftige – man nutzt die niedrige Bewertung für Aktienrückkäufe.
In den zurückliegenden 12 Monaten hat man die Zahl der ausstehenden Papiere von 105,8 auf 100,6 Millionen Stück reduziert.

Toll Brothers Aktie: Chart vom 21.05.2025, Kurs: 104,51 USD - Kürzel: TOL | Online Broker LYNX
Toll Brothers Aktie: Chart vom 21.05.2025, Kurs: 104,51 USD – Kürzel: TOL | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Ausbruch über 111 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kursziel bei 123 und 131 USD.

Fällt Toll Brothers hingegen unter 105 USD zurück, haben die Bullen ihre Chance vertan. In diesem Szenario muss mit einem erneuten Rücksetzer in Richtung 97,50 oder zum Aufwärtstrend gerechnet werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.