Bayer Aktie aktuell Bayer: Diese Aktie steht schlechter da als sie es müsste

News: Aktuelle Analyse der Bayer Aktie

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Bayer
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Ticker: BAYN
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Zur Bayer Aktie

Das Minus der Bayer-Aktie am Freitag (-2,67 Prozent) basierte auf einer Meldung, nach welcher der für den Milliarden-Vergleich hinsichtlich der Glyphosat-Klagen zuständige US-Richter moniert hat, dass Bayer mit den noch nötigen Arbeiten bis zum Abschluss des Vergleichs nicht vorankäme. Würde das nicht besser, würde der Richter, so meldete der US-Börsensender „Bloomberg“, das wegen des Vergleichs ausgesetzte Gerichtsverfahren wieder aufnehmen. Käme es dazu, würde der Vergleich deswegen platzen, es wäre in der Tat fatal. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass Bayer kein Entgegenkommen signalisiert? Absolut nicht wahrscheinlich. So betrachtet darf man sich fragen, ob dieser schwache Wochenschluss berechtigt war.

Zumal der, wenn man sich den Chart seit Jahresanfang ansieht, dazu geführt hat, dass die Aktie mit anderthalb Beinen über der Klippe eines Short-Signals steht. Denn dadurch droht die Aktie eine Toppbildung zu vollenden, deren Nackenlinie aus den Zwischentiefs vom Mai und Anfang August zusammengesetzt ist und bei 55,06/55,37 Euro verläuft. Da ist der Kurs zum Wochenschluss sogar leicht durchgerutscht, wenngleich noch nicht signifikant. Würde die Aktie auch heute weiter nachgeben, wäre der Weg rein aus charttechnischer Sicht heraus bis zum Panik-Tief vom März bei 44,85 Euro frei. Aber ist das denn realistisch?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Bayer Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es wäre zumindest überraschend. Wenn man unterstellt, dass Bayer jetzt nicht auf die seltsame Idee kommt, es sich mit den US-Gerichten zu verderben, obwohl das für den Konzern nur Nachteile hätte, mag es ja trotzdem sein, dass die zehn bis elf Milliarden Dollar, die man für die Beilegung der Glyphosat-Klagen ansetzt, eine gewaltige Summe sind. Aber zum einen wäre diese Summe kleiner, als wollte man über lange Jahre jedes einzelne Verfahren gesondert durchfechten. Zum anderen verfolgt das Monsanto/Glyphosat-Drama diese Aktie ja seit drei Jahren und hat bereits für einen massiven Abschlag gesorgt.

Dabei ist es bemerkenswert, dass die Meldung, Bayer habe sich auf diesen Vergleich geeinigt, den Kurse Ende Juni bis 75 Euro nach oben getragen hatte. Dieser Vergleich ist immer noch realistisch. Diese Meldung eines langsam ungeduldigen US-Richters heißt ja nicht, dass die Sache jetzt platzen müsste. Und solange die Chancen gut stehen, dass dieses unselige Thema sich dem Ende nähert, ist allein der Abstieg um 20 Euro nach diesem „Vergleichs-Peak“ Ende Juni schon viel … zumal sich der Pharmakonzern außerhalb dieser (absehbaren und im zweiten Quartal bereits verbuchten) Kosten für den Vergleich operativ wacker schlägt, was die Rezession angeht. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal nur etwas mehr als sechs Prozent. Rational gesehen wäre da also eher Luft nach oben als nach unten, aber:

Solange andere Marktteilnehmer das anders sehen, könnten einen bärische Akteure trotzdem am langen Arm verhungern lassen. Daher sollte man erst dann erwägen, hier auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn die Aktie sich aus ihrer derzeitigen, kurzfristigen Seitwärtsrange nach oben absetzen konnte, was mit Schlusskursen über 60 Euro der Fall wäre.

Chart vom 28.08.2020, Kurs 55,03 Euro, Kürzel BAYN | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Bayer Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens kommt einfach nicht mehr in Schwung. Bereits in meiner letzten Analyse von Ende Juli hatte ich den klaren Übergang von einem Aufwärtstrend in eine Korrekturphase beschrieben. Der Startschuss des nach wie vor anhaltenden Abverkaufs wurde mit der großen roten Kerze von Ende Juni gestartet. Seither haben sich die Bullen in die Sommerpause verabschiedet und zeigten bislang eher wenig Interesse an einer erneuten Beteiligung. Der Abschlag in Richtung der nächsten wichtigen Unterstützung bei rund 55 EUR war quasi reine Formsache. Hier bildete sich im Mai ein wichtiges Pivot-Tief, welches der Aktie zumindest vorerst ein wenig Halt geben konnte. Ob der Boden jedoch noch länger halten wird, ist mehr als fraglich.

Expertenmeinung: Der Chart wirkt technisch heftig angeschlagen. In den letzten Wochen sahen wir einen sogenannten „Dead-Cat-Bounce“. Hierbei wird eine wichtige Unterstützungsebene erreicht und die Kurse bewegen sich noch einmal kurzfristig nach oben, um diese Marke erneut zu testen. Der anschließende Durchbruch nach unten ist meist nicht mehr zu vermeiden. Natürlich ist der Bruch der Marke bei 55 EUR nicht in Stein gemeißelt, doch spricht momentan wohl einiges dafür. Die nächste Zielmarke der Aktie wäre dann wohl das Tief von März. Die Bären werden wohl diese Woche noch eine Attacke in Richtung Süden starten.


Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 21.08.2020 Kurs: 56.33 Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bis Ende Juni sah es rund um die Aktie des deutschen Chemie- und Pharmaunternehmens noch relativ positiv aus. Der Trend entwickelte sich sehr zufriedenstellend, doch wieder einmal kamen negative Nachrichten im Zusammenhang mit dem Glyphosat-Skandal in die Quere. Zwei große rote Abverkaufskerzen deuteten bereits klare Verkaufssignale und ein mögliches Ende der erfolgreichen Rallye an. Der Versuch, die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 zu halten, scheiterte. In der vorigen Woche wurde dann auch noch der Boden bei rund 62.50 EUR nach unten durchbrochen. Die Bären machen sich wieder breit und der Aufwärtstrend ist mittlerweile Geschichte. Aktuell befindet sich Bayer in einer neutralen Verkaufsphase.

Expertenmeinung: Auch unserere bislang positive Haltung auf das Wertpapier müssen wir aktuell deutlich nach unten revidieren. Die Aktie zeigt relative Schwäche gegenüber dem DAX. Hier sahen wir in den letzten Wochen neue Hochs, während Bayer neue Tiefs generierte. Wenn die Bullen das Ruder noch einmal herumreißen wollen, dann müsste dringen ein Schlusskurs oberhalb der Marke von 65 EUR gelingen. Solange dies aber nicht geschieht, sehen wir vorerst kein Licht am Ende des Tunnels. Es droht sogar ein Abverkauf auf bis zu 55 EUR. Hier wurde das letzte wichtige Pivot-Tief im Mai gebildet.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 24.07.2020 Kurs: 60.69 Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX

Bayer ist einer der führenden Akteure in den Bereichen Pharma- und Chemie. Nach eigenem Verständnis ist man ein Life-Science-Unternehmen mit Kernkompetenz in den Bereichen Gesundheit und Agrarwirtschaft.

Schrecken ohne Ende

Seit Bekanntgabe der Monsanto-Übernahme wurden bei Bayer rund 90 Mrd. Euro an Börsenwert vernichtet.
Der Zukauf hat sich als absolute Katastrophe herausgestellt. Das hat gleich mehrere Gründe.

Der Preis war ganz grundsätzlich zu hoch, selbst wenn es keinerlei rechtliche Probleme gegeben hätte.

Darüber hinaus war Monsanto für Bayer auch ein zu großer Brocken. Man konnte die Übernahme nur unter schwersten Anstrengungen, einer Kapitalerhöhung, dem Verkauf von Unternehmensteilen und mit viel Fremdkapital stemmen.

Baumann wollte den Zukauf schon als er noch nicht CEO war, doch seine Vorgänger winkten ab.
Bei der Belegschaft und an der Börse kam der Deal ohnehin nie gut an, doch der Bayer -Chef Baumann setzte sich gegen allen Widerstand durch.

Inzwischen spricht er schon wieder von neuen Übernahmen. Es ist wirklich unverständlich, dass der Aufsichtsrat das alles noch hinnimmt.

Glyphosat Vergleich gescheitert?

Inzwischen lässt sich daran nichts mehr ändern. Bayer musste mehr als 12.000 Stellen streichen, die Tiermedizinsparte verkaufen und einen faktischen Komplettumbau vollziehen.

Die rechtlichen Probleme rund um Glyphosat sind deswegen aber nicht vom Tisch. Um das Thema endlich zu begraben, hatte Bayer eine Vergleichszahlung von bis zu 8 Mrd. USD vorgeschlagen.
Am Ende schien man sich auf 11 Mrd. USD geeinigt zu haben.

Das ist selbst für einen Großkonzern wie Bayer keine Kleinigkeit. Man müsste den Gewinn von nahezu drei Jahren abführen.
Das entspricht rund einem Fünftel des Unternehmenswerts.

Seit einigen Stunden kursieren nun Gerüchte, dass selbst das den US-Gerichten nicht genug ist. Demnach hat ein Richter wohl Teile der Vereinbarung gekippt.

Darüber hinaus wären dadurch ohnehin nicht alle Verfahren beseitigt wurden, rund ein Viertel der Kläger will die Sache weiterhin ausfechten.
Sie hoffen auf noch mehr Geld, was auch sonst.

Das Thema wird Bayer also noch eine ganze Weile beschäftigen. Es wird also immer wieder Störfeuer für die Aktie geben, die dann unter Druck gerät.

Fundamentale Bewertung

Derzeit kommt Bayer auf einen Börsenwert von 65,8. Mrd. Euro. Eigenständig war man übrigens mal das doppelte Wert.

Hinzu kommen 35,9 Mrd. Euro an langfristigen Schulden zuzüglich der Rechtskosten in Milliardenhöhe.
Bezieht man all diese Verpflichtungen mit ein, kommt Bayer derzeit auf ein echtes KGV oder EV/FCF von 20-25, bezogen auf das Vorjahresergebnis.

Auf diesem Niveau überwiegen langfristig die Chancen, im historischen Kontext ist die Aktie aber auch nicht außergewöhnlich niedrig bewertet.
Außerdem sollte man mit wiederkehrenden Korrekturen rechnen. Als Anlege sollte man dementsprechend antizyklisch einsteigen.

Chart

Bayer bewegt sich in einem intakten Abwärtstrend, zeigt aber seit Monaten Stabilisierungstendenzen.
Durch die Übernahme von Monsanto wurde ein Jahrzehnt der guten Entwicklung zunichtegemacht.

Inzwischen notiert die Aktie aber an der zentralen Unterstützung. Für antizyklische Anleger ist die Supportzone bei 56 – 59 interessant, ebenso die Marken bei 52 und 45 Euro.
Darunter wäre theoretisch auch noch eine Korrekturausdehnung in Richtung 35 Euro möglich, derzeit scheint das aber eher unwahrscheinlich.

Prozyklische Kaufsignale würde sich hingegen über 72 und 78 Euro ergeben.

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Chart vom 07.07.2020 Kurs: 63,20 Kürzel: BAYN - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während es derzeit gerade bei Wirecard ordentlich rund geht, scheinen sich die Negativnachrichten beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer langsam zu legen. Jüngsten Meldungen zufolge könnte ein möglicher Deal mit Glyphosat-Klägern im Raum stehen. Die Aktie selbst zeigt sich schon seit Wochen überaus positiv. Der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung gelang mit dem Breakout über die Marke von 62.50 EUR. Auch der anschließende Pullback zurück zu diesem Niveau konnte von den Bullen perfekt gehalten werden. Kurz danach bildete sich unter der Marke von 70.00 EUR erneut ein Widerstand. Der Bruch desselbigen kündigte sich dann im Chart an. Die Kurse konsolidierten für einige Tage knapp darunter – ein überaus bullisches Zeichen. Nun ist der berühmte Knoten geplatzt und die Kurse geben wieder richtig Gas.

Expertenmeinung: Das nächste mögliche Kursziel nach oben steht bereits fest. Es ist das Hoch von Januar/Februar dieses Jahres, welches sich bei 79.00 EUR befindet. Somit könnte der Kurs durchaus noch weitere 10 Prozent an Wert zulegen, bis es abermals etwas heikel werden könnte. Nach unten hin ist nun darauf zu achten, dass die Aktie möglichst das eroberte Terrain bei 70.00 EUR nicht mehr verletzt. Dies wäre als klares Fehlsignal zu werten und eine Korrektur wäre die mögliche Folge. Derzeit stehen alle Ampeln auf Grün und wir geben der Aktie positive Aussichten mit auf den Weg.

Aussicht: BULLISCH

Bayer Aktie Chart vom 23.06.2020 Kurs: 72.51 Kürzel: BAYN | Online Broker LYNX

Eine überraschend stark ausgefallene Analystenprognose. Ebenso dürfte es den Investoren gefallen haben, dass das Unternehmen zwar einräumte, dass mögliche Konsequenzen der Pandemie erst im weiteren Verlauf des Jahres eingrenzbar wären, man aber bis dahin an der ursprünglichen Guidance für das Gesamtjahr festhält. Ist Bayer also gegen die Folgen der Virus-Pandemie gefeit?

Es wirkt so, aber das muss kein Freibrief für die Rückkehr an die im Februar markierten Jahreshochs sein. Denn davon abgesehen, dass die positiven Nachrichten jetzt erst einmal auf dem Tisch liegen und die Akteure diese am Montag eingepreist haben, basiert das gute Abschneiden des Konzerns auch darauf, dass laut Bayer in den Bereichen Agrar und Pharma viele Vorkäufe vorgenommen wurden, die direkt mit den Beschränkungen durch die Pandemie zusammenhängen. Rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel wurden überdurchschnittlich geordert, was bedeutet:

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Expertenmeinung: Diese Vorkäufe können im laufenden Quartal fehlen und somit den Umsatz wieder drücken. Es ist daher gut denkbar, dass die Luft jetzt deutlich dünner wird, was das verbleibende Aufwärtspotenzial angeht, zumal es jetzt auch aus chart- und markttechnischer Sicht langsam enger wird. Der Chart zeigt, dass die Bayer-Aktie entlang einer im März etablierten kurzfristigen Aufwärtstrendlinie sauber immer höher läuft, jetzt aber ein aus markttechnischer Sicht (im Chart der Stochastik-Oszillator) überkaufter Zustand erreicht ist. Darüber hinaus nähert sich der Kurs der 200-Tage-Linie, die keine allzu leichte Hürde werden dürfte. Denn das bisherige Rallye-Plus ist groß genug, um jetzt so manchen vom Einstieg abzuhalten, andererseits aber Gewinnmitnahmen lukrativ erscheinen zu lassen. Zumal, wie eingangs erwähnt, die „good news“ jetzt auf dem Tisch liegen und weitere die Kurse ziehende positive Nachrichten kurzfristig eher nicht zu erwarten sein dürften.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es die Aktie nicht über den Widerstandsbereich aus der oberen Begrenzung des Anfang März entstandenen Abwärts-Gaps und der 200-Tage-Linie im Bereich 64/66 Euro schafft, ist daher nicht gerade klein. Sinnvoll wäre es daher, laufende Long-Trades konsequent knapp unterhalb der steilen, derzeit bei 59,40 Euro verlaufenden Aufwärtstrendlinie mit einem sukzessiv entlang des Anstiegs der Linie nachgezogenen Stop Loss abzusichern.

Bayer Aktie Chart vom 27.04.2020, Kurs 63,00 Euro, Kürzel BAYN | Online Broker LYNX

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