Brent Crude Oil: Chart vom 05.01.2026, Kurs XXXX US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Gültigkeit: Bis zu einer Woche
Aussicht: neutral
Kursziel: –
Viele Marktteilnehmer dürften nach den Ereignissen des Wochenendes erwartet haben, dass der Rohöl-Preis zum Wochenstart fallen würde. Anfangs tat er das auch, doch dann drehte der Kurs ins Plus und generierte ein bullisches Intraday-Reversal. Was steckt dahinter?
Richtig ist, dass Venezuela vermutlich über die größten Rohöl-Vorkommen eines einzelnen Landes weltweit verfügt. Würden die USA an diese Vorkommen herankommen und sie zugänglich machen, würde das Angebot am Ölmarkt deutlich zunehmen. Und da die EIA und andere Organisationen für 2026 ohnehin von einem Überangebot ausgehen, könnte die unmittelbare Schlussfolgerung lauten: Der Ölpreis müsste nach dieser Aktion der USA am Wochenende sinken.
Aber während die deutlich steigenden Kurse am US-Aktienmarkt den Eindruck erwecken, dass man dort bereits sinkende Benzinpreise feiert, war die Reaktion am Ölmarkt eine andere. Brent Crude Oil kam zwar anfänglich etwas zurück. Aber mit Handelsbeginn in Europa zog der Kurs wieder an und drehte zügig ins Plus. Wobei man hier unterscheiden muss, was die Argumentationslage angeht: Das Minus war nicht logisch unterfüttert, ein Plus indes mit Blick auf das Thema Venezuela auch nicht. Warum nicht?
Expertenmeinung: Das reine Vorhandensein großer Ölvorkommen erhöht das Angebot ja nicht. Dazu müssten diese Ölreserven erst einmal zugänglich gemacht werden. Da Venezuela aber wegen des US-Ölembargos am Ende nur noch ein kleiner Ölförderer war, der etwa ein Prozent der weltweiten Förderung bestritt, ist dafür keine Kapazität vorhanden. Die müsste erst geschaffen werden … und auch, wenn die US-Ölkonzerne bereit wären, sich da zu engagieren: Das würde Jahre dauern. Bis dahin ändert sich an der unmittelbar geförderten Menge nichts, warum also sollte der Ölpreis daraufhin unmittelbar sinken?
Aber würde man befürchten, dass die US-Aktion das Land erst recht ins Chaos stürzen könnte und selbst die eher geringen Fördermengen dadurch beeinträchtigt werden oder sogar zeitweise ausfallen, wäre das a) eine reine Vermutung und b) wiederum wegen der geringen Fördermenge nicht entscheidend, weil dieses eine Prozent von anderen Förderländern leicht ausgeglichen werden könnte. Also?

Also ist diese für den Ölpreis scheinbar so bedeutsame Entwicklung eigentlich auf kurzfristiger Ebene keineswegs entscheidend. Das aber heißt auch: Das Stand gestern 18:30 Uhr MEZ erreichte, bullische Intraday-Reversal kann, muss aber keineswegs das Startsignal für einen neuen Aufwärtsimpuls sein. Erst, wenn die seit gut drei Monaten als effektiver Widerstand fungierende Zone der drei wichtigsten gleitenden Durchschnittslinien (50, 100 und 200 Tage), die derzeit zwischen 62,21 und 63,43 US-Dollar verläuft, klar überwunden würde, wäre aus diesem Richtungswechsel zu Wochenbeginn ein echtes, bullisches Signal geworden. Und da diese Entwicklung um Venezuela zwar kein Argument für einen Kursrutsch, andererseits aber auch keines für eine Rallye ist, sollte man einem solchen Befreiungsschlag auf der Oberseite besser nicht vorgreifen.
Informationen zum / zu den auf dieser Seite genannten Produkt(en) finden Sie hier: PRIIPs / KIDs CME Futures
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





