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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude: Unverhofft kommt oft

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Kurs von Brent Crude Oil rutschte am Montagabend aus einer großen, charttechnischen Dreiecksformation nach unten hinaus. Noch aber stünde eine markante Unterstützung vor einem mittelfristig relevanten, bärischen Signal. Auf dieser Linie werden jetzt alle Augen ruhen.

Der Chart zeigt, worum es geht: Nachdem Brent Crude Oil (oder zu Deutsch Rohöl der Sorte Brent, für Europa die wichtigste Ölsorte) seit Ende Oktober ein ums andere Mal an den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten (50, 100 und 200 Tage) nach unten abgewiesen wurde, hat sich der Kurs nach unten in Marsch gesetzt und am Montagabend eine auf das Jahrestief vom April und das Jahreshoch vom Juni zurückgehende, große Dreiecksformation nach unten verlassen.

Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 15.12.2025, Kurs 60,27 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Bislang ist dieser Ausbruch aber noch eher verhalten. Erst, wenn das Verlaufstief des Oktobers, das beim aktuell wichtigsten Futures-Liefertermin Februar bei 59,24 US-Dollar pro Barrel liegt, unterboten würde, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei. Aber wäre das denn nicht mit Blick auf die Entwicklung um das Ölförderland Venezuela unrealistisch?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. Venezuela hat zwar gewaltige Ölvorkommen, fördert und exportiert aber wenig, vor allem aufgrund der US-Sanktionen. Würde da zeitweise gar nichts mehr exportiert, könnten andere OPEC-Mitgliedsländer das umgehend ausgleichen. Und es würde damit auch die Erwartung der IEA, der International Energy Agency, dass es 2026 zu einem Überangebot bei Rohöl kommen wird, nicht eliminieren. Hinzu kommt:

China als wichtiger Ölverbraucher lieferte gerade am Montag ernüchternd schwache Konjunkturdaten für den November. Das Wachstum dort steht unter Druck, von dieser Seite her wäre für die Rohöl-Bullen also vorerst auch keine Unterstützung zu erwarten.

Natürlich würde die OPEC+ gerne verhindern wollen, dass die Rohöl-Preise in Richtung der im April im Zuge des „Trump-Zollschocks“ entstandenen Jahrestiefs, bei Brent Crude Oil lag das Tief da bei 53,77 US-Dollar, abrutschen. Aber der Terminmarkt und die Spekulation sind hier der längere Hebel, dort werden die realen Kurse gemacht, nicht an den runden Tischen der OPEC-Länder. Fazit:

Solange die Erwartung eines Überangebots bestehen bleibt und sich die Wachstumsprognosen der großen Industrienationen nicht merklich aufhellen, könnte Brent Crude jederzeit einen „Ausflug“ in tiefere Regionen unternehmen. Die Schlüsselmarke hierzu ist dieses Oktober-Verlaufstief bei 59,24 US-Dollar … und das ist nahe genug, um die kommenden Tage hier spannend zu machen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 01.12.2025 um 22:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Ölpreis, hier die Rohölsorte Brent Crude, in einem Gesamtumfeld wie diesem kaum bewegt seitwärts läuft, mag überraschen. Aber die Trader hängen hier derzeit zwischen Baum und Borke, es fehlt der Auslöser für einen starken Impuls. Der aber jederzeit kommen könnte.

Grundsätzlich, davon gehen Energieorganisationen wie die IEA momentan aus, dürfte das Angebot die Nachfrage bei Rohöl im kommenden Jahr übersteigen. Nicht dramatisch, aber doch so, dass eine Ölpreis-Hausse keine rationale Grundlage hätte. Da könnte man denken, dass die Marktteilnehmer recht einhellig à la Baisse traden würden. Was sie aber, der Chart zeigt es, nicht tun. Weil?

Weil den erfahrenen Tradern … die im Rohstoffsektor meist deutlich überwiegen … klar ist, dass solche Prognosen eigentlich nicht das Papier wert sind, auf dem sie stehen, da man immer wieder erlebt hat, dass unerwartete Veränderungen der Rahmenbedingungen Angebot, Nachfrage und das Verhalten der Kurse am Markt schlagartig auf den Kopf stellen können. Daher reagiert der Ölpreis oft nur auf einen unmittelbaren, unerwarteten Auslöser, etabliert daraus einen schnellen, starken Trendimpuls … und dann beginnt das Warten auf neue Argumente, um den bisherigen Trendschub entweder zu verlängern oder umzukehren.

Und derzeit haben wir dahingehend, mit einem Brent-Crude-Kurs nahe der Mitte der diesjährigen Handelsspanne, eben nichts im Nachrichtenticker. Zwar hat OPEC+ am Wochenende entschieden, die Fördermenge im ersten Quartal 2026 erst einmal nicht zu erhöhen. Aber das war erwartet worden und brachte daher keinen nennenswerten Kursanstieg. Aber wie soll man Brent Crude Oil denn dann aktuell traden?

Expertenmeinung: So, wie sich das Chartbild momentan darstellt, wäre Neutralität eine aktive und zugleich sinnvolle Entscheidung. Nur sollte man da trotzdem immer mit einem Auge hinsehen, denn wenn sich beim Ölpreis etwas tut, geht es gerne mal schnell. Und immerhin hat das Chartbild Hinweise zu bieten, welche Linien wichtig sind, wenn es darum geht, hier wieder aktiv zu werden.

Wir sehen, dass sich der Kurs sehr zuverlässig an den drei wichtigsten gleitenden Durchschnitten, den der letzten 50, 100 und 200 Handelstage, orientiert. Monatelang war die Zone dieser drei Linien eine perfekte Unterstützung; seit der Bereich Ende September unterboten wurde, dienen diese drei momentan zwischen 63,50 und 64,80 US-Dollar verlaufenden Linien als effektiver Widerstand. Werden sie überwunden, wäre ein erster Schritt zurück in ein bullisches Chartbild getan. Oberhalb der Linien würde sich jeglicher Short-Trade verbieten, unter ihnen wäre ein Long-Engagement hoch riskant.

Brent Crude Oil: Chart vom 01.12.2025, Kurs 63,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 01.12.2025, Kurs 63,26 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zugleich sehen wir, dass sich Brent Crude in einer Dreiecksformation bewegt, aber diese Formation spielt derzeit eine untergeordnete Rolle, weil die „Trigger-Linien“, die einen neuen Trendimpuls bestätigen würden, außerhalb des Dreiecks liegen: bei 68,91 US-Dollar auf der Ober- und bei 59,24 US-Dollar auf der Unterseite. Hier und heute dümpelt der Kurs müde seitwärts … aber wer den Ölmarkt kennt, weiß: Das kann sich von einem Augenblick auf den anderen ändern, daher sollte man, wenn man hier engagiert ist oder darüber nachdenkt, es zu sein, immer mit einem offenen Auge schlafen, denn „Ruhe“ ist bei Brent Crude immer trügerisch!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im Juni war die Rohöl-Sorte noch stramm Richtung 80 US-Dollar unterwegs gewesen. Charttechnisch sind jetzt die Bären vorne … und sie hätten durchaus Argumente, um weiter Druck zu machen.

Dass Donald Trumps Zollpolitik den Welthandel behindert, ist eine Sache. Aber dass Produktion und Verkehr wirklich deutlich gedrückt würden, glaubte zuletzt kaum noch jemand. Immerhin waren die US-Zölle für die meisten Länder zwar herb, aber nicht existenzgefährdend. Und der Handel der Länder ohne die USA wird dadurch ja nicht tangiert. Doch diese Sache mit Chinas Exportkontrolle für Seltene Erden und Trumps avisierte Retourkutsche hat dann eben doch ein anderes Format.

Auch wenn Seltene Erden nur für den militärischen Bereich nicht mehr exportiert werden sollten, wäre das ein Problem, das die Produktion in vielen Bereichen ausbremsen könnte. Und ein 100-prozentiger Zoll auf die ohnehin schon drastischen US-Zölle gegenüber China obendrauf – das würde das Volumen des wichtigen Güterverkehrs von China in die USA (und bei erneuten Antworten Chinas auch in die Gegenrichtung) schon deutlich bremsen. Und damit natürlich auch den Energiebedarf.

Aber was ist mit Indien und dem Thema russischen Öls? Müsste das nicht die Preise treiben, wenn Indien sein Öl zukünftig woanders kauft?

Expertenmeinung: Das muss es nicht. Davon abgesehen, dass sich Indien entgegen anfänglicher Aussagen des US-Präsidenten nur bereit erklärt hat, die Importe aus Russland um die Hälfte zu senken, kann man das a) schlecht kontrollieren und b) beeinflusst das ja den weltweiten Verbrauch nicht. Und Russland verkauft sein Öl dann einfach anderen – weder wird das Angebot dadurch geringer noch die Nachfrage größer.

Dazu kam, dass diejenigen, die davon ausgingen, dass Trumps Zollpolitik die Rohöl-Nachfrage nicht nennenswert reduzieren würde, durch die Einschätzungen der Internationalen Energieagentur womöglich eines Besseren belehrt wurden. Denn dort sieht man für die nächsten Quartale ein Überangebot am Rohölmarkt, das in die Richtung von vier Millionen Barrel täglich gehen könnte. Bei einem weltweiten Bedarf von knapp über 100 Millionen Barrel ist das allemal eine Größenordnung, die den Preis drücken kann – zumal die OPEC derzeit keine Anstalten macht, ihre Fördermengen wieder herunterzufahren.

Brent Crude Oil: Chart vom 17.10.2025, Kurs 61,30 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 17.10.2025, Kurs 61,30 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Argumente für die Bären sind also da … und ein bärisches Signal im Chart ebenso. Wir sehen, dass Brent Crude Oil Anfang des Monats durch die drei wichtigen gleitenden Durchschnitte der letzten 50, 100 und 200 Börsentage nach unten ausbrach, dann an diese Linien zurücklief, abdrehte und das vorherige Zwischentief unterbot: ein Abwärtssignal, das durch einen Pullback bestätigt wurde. Danach ging es mit Schwung durch die Supportzone 63,21/64,00 US-Dollar (bezogen auf den hier gezeigten Futures-Frontmonat, Liefertermin Dezember). Das nächste Kursziel wäre das Ende Mai ausgebildete Zwischentief bei 59,23 US-Dollar.

Kann diese Linie auch noch fallen, Brent Crude danach an das bei 54,47 US-Dollar liegende Jahres-Verlaufstief rutschen … und sogar noch tiefer? Möglich ist das, sicher ist es aber natürlich nicht, denn das wird davon abhängen, was sich in Bezug auf den Handelskonflikt USA/China in den nächsten zwei Wochen tun wird. Sollten die USA wirklich diese 100 Prozent Aufschlag vollstrecken, wäre das ein Argument für deutlich tiefere Ölpreise. Da das aber völlig offen ist, ließe sich nur festhalten:

Short ist derzeit die trendfolgend richtige Seite, Long käme erst wieder ins Spiel, wenn Brent Crude über diese nahe beieinander um 66/66,50 US-Dollar laufenden drei gleitenden Durchschnitte steigen könnte. Bis dahin wäre jede erneut unterbotene Supportlinie eine Basis, um die Stop-Loss-Shorts nachzuziehen und dem abwärtsweisenden Trend zu folgen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Mit der Meldung, dass sich Israel und die Hamas geeinigt haben und damit in Gaza die Waffen schweigen, ging Erleichterung und die vorsichtige Hoffnung einher, dass die Sache diesmal hält. Das hätte zu kräftigen Abgaben bei Brent Crude Oil führen können. Aber die blieben aus.

Das Chartbild zeigt zwar, dass der Kurs von Rohöl der Sorte Brent, hier abgebildet der Future mit Liefertermin Dezember, am Donnerstag an dem wichtigen Widerstandsbereich aus 50-, 100- und 200-Tage-Linie nach unten abdrehte. Aber dafür, dass man hoffen könnte, dass sich die Lage im Nahen Osten jetzt deutlich entspannt und die Risiken für Förderung und Transport von Rohöl sinken, fiel dieses Minus mager aus, Brent Crude Oil schloss trotz des Tages-Minus über dem Level, das der Kurs eine Woche zuvor gesehen hatte.

Brent Crude Oil: Chart vom 09.10.2025, Kurs 65,00 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 09.10.2025, Kurs 65,00 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Zwar wäre damit jetzt der Weg für einen erneuten Test der Unterstützungszone 63,10 zu 64,06 US-Dollar pro Barrel geebnet. Aber wenn der Kurs am Donnerstag im Licht dieser Nachrichten über eine Einigung im Gaza-Konflikt nur so moderat nachgab, warum sollte er dann später weiter fallen und derart markante Auffanglinien brechen, die vom bullischen Lager vermutlich aktiv verteidigt werden? Es steht also die Frage im Raum:

Expertenmeinung: Wollte das bärische Lager nicht oder konnte es nicht mehr auf der Unterseite zuwege bringen … und kommt dieser Ausbruch nach unten noch – oder ist die Chance damit vergeben worden?

Grundsätzlich wäre ein Ausbruch nach unten zwar noch möglich, aber da müsste womöglich mehr kommen als die Gaza-Einigung. Zwei Aspekte dürften die Bullen motivieren, diese jetzt nahe gekommene Supportzone 63,10/64,06 US-Dollar im Dezember-Future zu verteidigen:

Zum einen die Hoffnung, dass ein baldiges Treffen zwischen Xi und Trump die Zollsituation USA/China aufhellt und sich damit wieder mehr Wachstum und mit ihm mehr Nachfrage nach Rohöl einstellt. Zum anderen die Befürchtung, dass die Situation in Nahost kritisch bleibt, solange offen ist, wie sich die Lage in Bezug auf den Iran weiterentwickelt.

Möglich wäre ein bärisches Signal zwar jederzeit. Aber wenn es gestern nicht zu einem solchen Impuls kam, wäre man wohl besser beraten, wenn man sich erst auf die Short-Seite schlagen würde, wenn diese wichtige Auffangzone tatsächlich unterboten wurde und so aus einer Möglichkeit ein bärisches Faktum wurde. Und sobald Brent Crude diesen „Cluster“ aus gleitenden Durchschnitten bei 66,30/66,40 US-Dollar, an dem der Kurs am Donnerstag nach unten abgedreht hatte, nach oben durchbricht, wäre ein bärisches Setup vorerst sogar ganz vom Tisch.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Erst eine Kursexplosion, dann ein Selloff von nahezu historischem Ausmaß und jetzt das große Abwarten. Die Rohölsorte Brent Crude Oil ist an eine charttechnische Entscheidungszone zurückgefallen … und in der kommenden Woche dürfte es daher heißen: hopp oder topp?

Auslöser des Extrem-Peaks und dessen drastischen Endes war der Israel/Iran-Konflikt. Das wissen wir. Seitdem da wieder Ruhe eingekehrt ist, bewegen sich die Kurse der wichtigsten Rohölsorten in einer Range, in der sie sich in den letzten zwölf Monaten oft aufgehalten haben. Bei Brent Crude Oil ist das der Bereich zwischen 65 und 70 US-Dollar pro Barrel. Aber das dürfte keine Ruhezone sein, sondern nur die Basis für den nächsten, größeren Impuls. Die Frage, die alle am Ölmarkt umtreibt, ist: Wohin wird der führen? Und das, das wissen wir nicht.

Expertenmeinung: Die Spannung ist groß, die Chance, mit Vorhersagen bzw. einer Positionierung von dem „Tag X“ richtig zu liegen, 50:50. Denn was wird am kommenden Mittwoch (oder in den Tagen kurz davor oder danach) passieren, wenn Donald Trumps Galgenfrist für seinen Zoll-Rundumschlag endet? Die Liste echter Vereinbarungen, die dazu führten, dass diese Länder am 9. Juli damit „raus“ sind, ist problematisch kurz: Großbritannien und Vietnam. Wird Donald Trump vorher noch weitere „Deals“ in nennenswerter Zahl verkünden, hat er sich das vielleicht für den heutigen „Independence Day“ aufgespart? Oder werden nur noch ein paar Grundsatzvereinbarungen folgen und der Rest der betroffenen Staaten die „reziproken“ Zölle, die der US-Präsident am 2. April verkündet und am 9. April zeitweise eingefroren hatte, verpasst bekommen?

Brent Crude Oil Future: Chart vom 03.07.2025, Kurs 68,72 USD, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 03.07.2025, Kurs 68,72 USD, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Das ist die Frage, um die sich in der kommenden Handelswoche alles drehen wird. Und die Antworten werden für Brent Crude Oil richtungsweisend sein. Würde die Galgenfrist verlängert oder eine beruhigende Zahl neuer Einigungen gemeldet, könnte das den Ölpreis wieder höher ziehen. Würden die Marktteilnehmer jedoch erkennen, dass die kommenden Monate von Druck auf den internationalen Handel durch fortgesetzte Unsicherheit und/oder hohe Zölle geprägt sein werden, wäre der Weg von Brent Crude nach unten grundsätzlich frei.

Das bullische Lager hat derzeit die leicht bessere Ausgangsbasis, weil der Kurs nicht in, sondern auf die immens wichtige, aus den wichtigsten gleitenden Durchschnitten, der Supportzone 65/66 US-Dollar und der ebenfalls dort verlaufenden Mai-Aufwärtstrendlinie bestehenden Unterstützungszone zurückgesetzt hat. Aber je nach Nachrichtenlage muss das nichts heißen. Schließt Brent Crude Oil klar unter 65 US-Dollar, wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht wieder frei. Um ein frisches, bullisches Signal zu generieren, müsste sich Brent Crude idealerweise über 72,50/73,00 US-Dollar nach oben absetzen. Hopp oder topp … die kommende Woche dürfte den Weg weisen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.