Der Kupferpreis haussiert und hat neue Rekorde erreicht. Was bzgl. des Inflationsrisikos unerfreulich ist, scheint für Aurubis ideal: Als Kupferproduzent und Kupferrecycler kann man auf anziehende Gewinnmargen hoffen. Aber wer das jetzt realisiert, wäre spät dran. Zu spät?
Würde man sich alleine auf die Einschätzungen der Analysten verlassen, müsste man sagen: „take your money & run“. Denn von den sieben die Aktie regelmäßig beobachtenden Analysten rät nur ein einziger derzeit zum Einstieg. Und das durchschnittliche Kursziel ist mit knapp 104 Euro weit überboten, was auch für das momentan höchste Kursziel gilt, das bei 120 Euro liegt.
Nur sind Aktien von Unternehmen, die mit hochvolatilen Rohstoffen zu tun haben, für Analysten ein undankbarer Job. Denn ob eine solche Aktie noch Luft nach oben hat oder nicht, hängt dann sehr eng mit der Kursentwicklung des entscheidenden Rohstoffs zusammen. Was bei Aurubis der Kupferpreis ist … und der ist gerade stark am steigen.
Kupfer hat die Höchstkurse der vergangenen Jahre schnell und deutlich überboten, der Kurs rangiert derzeit um bzw. knapp über 13.000 US-Dollar pro Tonne. Damit konnte jemand, der Aurubis zuletzt nach deren Ergebnissen des dritten Quartals neu einordnete, nicht rechnen. Die hohen Kupferpreise sind Spiegelbild eines akuten und derzeit vom bullischen Lager als nachhaltig angesehenen Nachfrage-Überhangs bei diesem Industriemetall. Und je knapper das Angebot, desto höher können auch die Gewinnmargen derer werden, die Produkte aus Kupfer herstellen bzw. Kupfer recyceln … von Unternehmen wie Aurubis also. Aber heißt das für die Aktie dann automatisch „the sky is the limit?“
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Expertenmeinung: Das heißt es nicht. Es ist zwar grundsätzlich folgerichtig, dass Aurubis zusammen mit dem Kupferpreis ein neues Rekordhoch ausgebildet hat. Aber es geht ja in Bezug auf die Frage, ob man jetzt bestehende Positionen mit sattem Gewinn verkaufen oder im Gegenteil noch neu einsteigen oder zukaufen sollte, nicht darum, was war. Es geht darum, was in den kommenden Wochen und Monaten kommt. Und da ist nur eines sicher:
Dass absolut nichts sicher ist. Der Kupferpreis scheint außer Rand und Band, wie viel Anteil das knappe Angebot und wie viel Anteil wilde Zockerei daran haben, ist nicht eingrenzbar. Kupfer hat eine Fahnenstange ausgebildet, d.h. ähnlich wie zuletzt bei den Edelmetallen nimmt die Geschwindigkeit des Kursanstiegs zu. Das kann aber nicht dauerhaft so weitergehen. Und wenn diese Kaufwelle in sich zusammenfällt, könnte niemand im Vorfeld absehen, wie weit es dann nach unten geht, was in Bezug auf die Aurubis-Aktie zweierlei hieße:
Zum einen könnte man, wollte man jetzt noch einsteigen, mit Glück auch nach dem Bruch der Fahnenstange noch mit einem Plus davonkommen, falls diese Kaufwelle nur lange genug weitergeht. Aber das weiß man eben nie. Und ein Kupferpreis, der zwar kurzzeitig völlig nach oben eskaliert ist, dann aber spürbar zurückfällt, würde den Gewinnmargen eines Kupferunternehmens wie Aurubis nichts bringen, da zählt der mittelfristige Schnitt. Wenn man also jetzt bereits deutlich höhere Nachfrage nebst höherer Gewinnspannen in die Aktie einpreist, würde man nur richtig liegen, wenn Kupfer über einen längeren Zeitraum auf diesem oder sogar einem noch höheren Kursniveau bleiben würde. Und das ist zumindest offen genug, um zu konstatieren:
Auf diesen jetzt mit zunehmendem Tempo dahinsausenden Zug noch aufzuspringen, birgt das erhöhte Risiko einer fatalen Bauchlandung. Ob man im Gegenteil jetzt anfängt, Kasse zu machen oder nur die Stoppkurse deutlich nachzieht, wofür sich momentan der Bereich knapp unter der Supportzone 122,30/123,50 Euro anbieten würde, ist eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft. Aber in eine Fahnenstange hinein eine Position auf- oder auszubauen, ist so gut wie nie eine gute Idee … man dürfte vermuten, dass das auch für die Hausse der Aurubis-Aktie gilt.
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