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Auto1 Group Aktie Prognose AUTO1 Group: Mit dem Rücken zur Wand

News: Aktuelle Analyse der Auto1 Group Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Auto1 Group Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.01.2026 um 13:45 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Chartbild des Online-Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group kommt derzeit deutlich bullisch daher. Das 2025er-Hoch ist bereits in Schlagdistanz und könnte zeitnah überboten werden. Aber sollte man die teure Bewertung deswegen einfach ignorieren?

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 09.01.2026, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 09.01.2026, Kurs 30,10 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

So sollte ein bullischer Chart aussehen: Im November kam es zu einer scharfen Korrektur, in deren Verlauf auch die 200-Tage-Linie gebrochen wurde. Doch knapp darunter wartete ein „Sprungtuch“ auf die Bullen: Die Ende 2024 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Gut zwei Wochen lang rang der Kurs mit dieser Linie, dann konnte er sich nach oben lösen. Die Verteidigung dieser wichtigen Linie brachte die Käufer zurück – und zum Ende der Vorwoche wurde die AUTO1-Aktie mit +6,21 Prozent zum Tagessieger im MDAX. Nachdem der Kurs unmittelbar davor präzise an der 20-Tage-Linie nach oben gedreht hatte, ist das ein mögliches Zeichen dafür, dass die Bullen wieder im Geschäft sind.

Jetzt läge das 2025er Jahresverlaufshoch bei 31,50 Euro in unmittelbarer Reichweite. Und da die Aktie sich in einer Zone bewegt, die zuletzt 2021 im Zuge des drastischen Abstiegs nach dem Börsengang (Anfang 2021) gehandelt wurde und damals keine nennenswerten Wendemarken entstanden, die jetzt noch als charttechnische Hürden dienen müssten, wäre der Weg nach oben, auch über 31,50 Euro, grundsätzlich frei. Zumindest aus charttechnischer Sicht.

Expertenmeinung: Denn wenn man sich die Bewertung der Aktie ansieht, sollte man zumindest zweimal überlegen, ob man im Fall eines trendbestätigenden Ausbruchs wirklich ein mittelfristiges Investment ins Auge fassen will oder besser wegbleiben bzw. sich lieber auf die kurzfristige Trading-Ebene beschränken möchte.

Sollte die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten für das Jahr 2026 zutreffend sein, würde der Online-Gebrauchtwagenhändler in diesem Jahr einen Gewinn pro Aktie von 0,65 Euro erreichen. Das entspräche einem Gewinnanstieg von 60 Prozent zum bislang ja auch noch geschätzten 2025er-Gewinn. Zwar ist der Gebrauchtwagenmarkt derzeit stark und AUTO1 hat dort eine solide Position mit zügig wachsendem Marktanteil, so gesehen wäre diese Schätzung nicht unrealistisch, aber:

Würde es so kommen, würde die Aktie am Ende des Jahres ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 45 ausweisen. Allerdings nur, wenn der Kurs auf dem aktuellen Level bliebe. Würde er beispielsweise auf das Startlevel des ersten Handelstages 2021 von 55 Euro steigen, läge dieses KGV bereits bei 85. Und klar dürfte sein: Der Gebrauchtwagenmarkt wird eher nicht auf viele Jahre hinaus noch weiter stark wachsen und zugleich immer höhere Gewinnmargen ermöglichen. Wo da ein Peak erreicht sein könnte, ist zwar nicht vorhersehbar. Aber weitere zwei, drei Jahre mit sehr starkem Wachstum, die es bräuchte, um diese hohe Bewertung zu rechtfertigen, sind zumindest fraglich.

Einige Analysten glauben zwar daran … so dürfte die Anhebung des Kursziels von 37 auf 39 Euro durch Goldman Sachs am Freitag ihr Scherflein zum starken Kursanstieg zum Wochenschluss beigetragen haben. Aber nicht alle sind so optimistisch, der Kursziel-Schnitt liegt mit derzeit 33 Euro nicht mehr allzu weit über dem aktuellen Kurs. Fazit:

Charttechnisch sieht die Aktie momentan hervorragend aus, aber hier wird sehr viel Wachstum vorweggenommen, das in diesem nicht wirklich vorhersagbaren Markt keineswegs so grandios ausfallen muss, wie manche es aktuell unterstellen. Wer von dieser Wachstumsstory überzeugt ist, mag das hohe KGV ignorieren, aber wer dahingehend eine Augenbraue hochzieht, sollte die Aktie aktuell besser im Bereich des spekulativen Tradings verorten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.12.2025 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Eine alte Börsenregel besagt: Wenn ein Kurs auf gute Nachrichten nicht reagiert, wie er sollte, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Bei der AUTO1 Group gab es gestern solche guten Nachrichten … aber nach anfänglichen Kursgewinnen landete die Aktie am Ende im Minus.

Der Online-Gebrauchtwagenhändler hatte am Donnerstag gemeldet, dass der Finanzierungsrahmen für den Ankauf von Fahrzeugen deutlich erweitert wurde. Man habe bis November 2027 die Möglichkeit, einen Fahrzeugbestand von bis zu 1,6 Milliarden Euro zu finanzieren, so die AUTO1 Group. Durch die Erweiterung von 6 auf 13 finanzierende Banken habe man den Finanzrahmen um 45 Prozent vergrößert. Die ideale Basis für starkes Wachstum … so sahen das diejenigen, die am Morgen bei der Aktie zugriffen.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 04.12.2025, Kurs 23,94 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 04.12.2025, Kurs 23,94 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Und ein Kursanstieg war auch höchste Zeit, denn die Aktie hing seit knapp zwei Wochen an der Unterstützungszone 22,56 zu 23,16 Euro und der zuletzt bereits knapp darüber verlaufenden, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie fest und vermochte sich nicht nach oben zu lösen. Eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie, derzeit bei 25,13 Euro, hätte bedeutet, dass da endlich wieder Land in Sicht gewesen wäre … und eine effektive Verteidigung des Aufwärtstrends die Basis für einen neuen Hausse-Impuls hätte werden können.

Und genau dazu schickte sich der Kurs am Donnerstagmorgen auch an, lief nahe an die 200-Tage-Linie heran … und drehte ab. Wobei da nicht nur leichte Abgaben auftauchten, sondern genug Verkaufsdruck, um das anfängliche Plus zum Handelsende in ein Minus von 2,2 Prozent zu verwandeln. Was dazu führte, dass die AUTO1 Group-Aktie weiterhin in der Gefahrenzone festsitzt.

Expertenmeinung: Ein gescheiterter Versuch, sich nach oben abzusetzen, ist aus psychologischer Sicht kritisch, weil das die Bereitschaft, einfach unverdrossen erneut zu kaufen, deutlich mindert. Und das weiß auch das bärische Lager. So hätte man jetzt auf der Seite der Short-Seller die Chance, den Sack zuzumachen und die Aktie durch diese umkämpfte Supportzone nach unten hinaus zu drücken. Und aus charttechnischer Sicht wäre das allemal verlockend, denn die nächste Unterstützung von Belang läge in Form des abverkauften Kurssprungs vom Mai bei 19,05 Euro und damit lukrativ weit entfernt.

Und wenn die Chance, den Ball aus der eigenen Hälfte zu bekommen, auch noch durch diese positive Meldung über einen deutlich vergrößerten Finanzierungsrahmen befeuert wird und trotzdem scheitert, wittern die Bären natürlich erst recht Beute. Zumal ein denkbarer Grund für diesen Abwärts-Turnaround ihnen grundsätzlich in die Karten spielen würde.

Denn es wäre möglich, dass diejenigen, die in die initialen Gewinne hinein ausstiegen, die Entwicklung dafür zum Anlass genommen haben, die die Kurse der Autobauer gestern nach oben zogen: eine sich abzeichnende Aufweichung des „Verbrenner-Verbots“. Denn in dem Moment, in dem Neufahrzeuge wieder für mehr Käufer attraktiver und durch weniger Regularien womöglich auch billiger anzubieten wären, könnte das den zuletzt wegen der hohen Neuwagenpreise so florierenden Gebrauchtwagenmarkt unter Druck setzen. Und nur, wenn die Nachfrage weiter stetig steigen sollte, wäre der höhere finanzielle Rahmen der AUTO1 Group auch ein wirklich hilfreiches Tool für weiteres Umsatz- und Gewinnwachstum.

Noch ist natürlich offen, ob sich diese Aufbruchsstimmung bei den Aktien der Automobilindustrie verstetigen wird oder ein Strohfeuer bleibt. Sollte aber Ersteres der Fall sein, könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis bei der AUTO1-Aktie einem gescheiterten Ausbruch nach oben ein gelungener nach unten folgt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Quartalszahlen fielen beeindruckend aus, die Analysten hoben danach durch die Bank den Daumen und vergaben Kursziele zwischen 30 und 40 Euro. Doch die AUTO1-Group-Aktie ging den Weg in die Gegenrichtung. Jetzt steht sie an einer entscheidenden Weggabelung.

Wie an dieser Stelle kurz nach Vorlage der Ergebnisse des dritten Quartals Anfang November berichtet, lasen sich die Wachstumsraten des Online-Händlers ganz hervorragend: 32,8 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal, 51,2 Prozent mehr Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und eine angehobene Gesamtjahresprognose, bei der man die Erwartung für das EBITDA von 160 bis 190 Millionen jetzt auf 180 bis 195 Millionen Euro nach oben nahm.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 24,36 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 24,36 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Es läuft also beim Unternehmen, das gerade erst im Vorjahr erstmals einen Nettogewinn erreicht hatte. Doch während die Analysten äußerst optimistisch scheinen, machten viele Anleger nach den Zahlen umgehend Kasse. Und das beschränkte sich nicht auf den Bilanzstichtag:

Die Aktie rutschte drei Tage in Folge kräftig ab, durchbrach damit die wichtige 100-Tage-Linie (im Chart blau) und ringt seither mit der 200-Tage-Linie (schwarz). Wobei der in der Vorwoche unternommene Versuch, sich von dort aus wieder über die 100-Tage-Linie zu retten, abgewiesen wurde. Dies lässt die Chance, dass die jetzt erreichte, charttechnische Entscheidungszone am Ende wirklich zum Sprungbrett eines neuen Aufwärtsimpulses wird, zumindest nicht gerade üppig erscheinen. Wo ist das Problem?

Expertenmeinung: Es dürfte an der Kombination aus den Möglichkeiten des Online-Händlers in einem Gebrauchtwagenmarkt, der vor allem durch die extrem gestiegenen Neuwagenpreise so stark wurde, und der aktuellen Bewertung der Aktie liegen. Denn deren Kurs-Gewinn-Verhältnis bewegt sich auf Basis der aktuellen, durchschnittlichen Analystenschätzung für den 2025er-Gewinn bei 62. Das wäre dann gerechtfertigt, wenn die AUTO1 Group in den kommenden zwei, drei Jahren im Schnitt jeweils um die 30 Prozent mehr Gewinn pro Aktie erreicht. Und die Analysten schätzen sogar mehr, sehen da zum Teil bis zu 50 Prozent Gewinnplus pro Jahr und 2027 dann einen Gewinn pro Aktie von einem Euro. Käme es so, wäre die Aktie jetzt kaufenswert. Aber kann das denn gelingen?

Das Dumme an der Zukunft ist, dass man sie nicht vorhersehen kann. Daher: Natürlich kann das gelingen. Aber was wir sehen, ist, dass genug Anleger da eher skeptisch sind, um die Aktie von einem umgehenden Schwenk nach oben abzuhalten. Diejenigen, die diese Wachstumsprognosen „kaufen“, müssen hier, in diesem entscheidenden Supportbereich, zügig das Ruder in die Hand bekommen. Ansonsten wäre der Bruch dieser Zone zu befürchten, auch wenn die Aktie nach einem dann aus rein charttechnischer Sicht denkbaren, größeren Abwärtsimpuls tatsächlich eher günstig bewertet wäre. Worum genau geht es?

Es geht um den Bereich zwischen dem Monatstief des Junis bei 22,56 und der gestern erstmals leicht auf Schlusskursbasis unterbotenen 200-Tage-Linie bei 24,85 Euro. Würde diese Entscheidungszone durchbrochen, läge der nächste, charttechnisch basierte Support erst bei 19,05 Euro. Um dem zu entkommen, müsste gelingen, was in der vergangenen Woche nicht funktionierte: Die AUTO1-Aktie müsste die 100-Tage-Linie, die über Monate hinweg die Richtschnur der Aufwärtsbewegung war, zurückerobern. Die liegt derzeit bei 27,73 Euro. Machbar … aber nur, wenn die Käufer jetzt auch wirklich antreten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.11.2025 um 23:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die gestern vorgelegte Quartalsbilanz des Online-Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group las sich hervorragend, ein neuer Rekord jagte da den nächsten. Doch die Aktie drehte nach anfänglichem Plus ins Minus ab. Was passte den Verkäufern da nicht?

32,8 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahreszeitraum, ein um 51,2 Prozent höherer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und eine angehobene Gesamtjahresprognose – was will man mehr? Zwar fiel die Anhebung der EBITDA-Prognose nicht gewaltig aus, hier korrigierte man die vorherige Zielzone von 160 bis 190 Millionen auf jetzt 180 bis 195 Millionen Euro nach oben. Aber es waren starke Ergebnisse, stark genug, um als positive Überraschung durchzugehen.

Und das passte auch den Experten. Die drei am Tag der Bilanzvorlage neu vergebenen Kursziele lagen bei 30,00, 34,60 und 40,00 Euro. Und sieht man sich die Analysten-Kursziele an, die nicht älter als drei Monate sind, kommt man auf einen Schnitt von 34 Euro. Das wäre also kein dringliches Argument gewesen, um bei Erreichen des bisherigen, Anfang Oktober markierten Jahreshochs von 31,50 Euro mit Verkäufen zu beginnen. Trotzdem kam es so … und das zum zweiten Mal in kurzer Zeit, denn schon am Dienstag hatte es Abgaben gegeben, nachdem die Aktie zum Montags-Schlusskurs an dieses bisherige Hoch herangelaufen war. Wo sahen da einige ein Haar in der Suppe?

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 28,00 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 05.11.2025, Kurs 28,00 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Man darf vermuten, dass diejenigen, die da Kasse machten, keineswegs unzufrieden mit diesen gemeldeten Zahlen waren und womöglich auch nicht noch höhere Erwartungen hegten. Die wahrscheinlichere Variante wäre, dass ihnen die Aktie einfach teuer genug bewertet ist, um jetzt langsam mehr Risiko nach unten als Chance nach oben zu sehen.

Zwar ging die AUTO1-Aktie 2021 mit immensen Erwartungen an den Start und startete den Börsenhandel mit einem Kurs von 55 Euro. Aber dieses „Ur-Hoch“ ist kein probater Vergleichswert. Damals hatte man einfach zu wenig Informationen. Das Unternehmen schrieb noch rote Zahlen, man ging aber von starkem Wachstum aus. Zugleich ging AUTO1 im Februar 2021 an die Börse, in einer Phase, in welcher der Optimismus alles andere überlagerte.

Heute hat man die Entwicklung des Umsatzes, der Marge und des Gewinns über mehrere Jahre als Vergleich. Und vor allem hat man damit die Möglichkeit, die üblichen Bewertungsmaßstäbe anzulegen. Und wer da genauer hinsieht, könnte diejenigen, die nach diesem seit einem Jahr währenden und unter neun Euro begonnenen Aufwärtstrend entschieden, in die „Good News“ hinein den Gewinn zu sichern, durchaus verstehen.

Denn die Aktie weist auf Basis der aktuellen 2025er-Konsensschätzung für den Gewinn pro Aktie ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 72 aus. Selbst wenn die Analysten recht behalten und der Gewinn für das Jahr 2027 um etwa 140 Prozent über der 2025er-Schätzung läge, käme man da noch auf ein KGV von 31. Das ginge in Ordnung, wenn wir es hier mit einem rasant wachsenden Tech-Unternehmen zu tun hätten. Aber wenn man sich fragt, ob die AUTO1 Group wirklich imstande sein wird, im Gebrauchtwagenmarkt derart konstant und schnell Marktanteile zu gewinnen, kann man nüchtern betrachtet nur sagen: Möglich ist es, unbedingt davon ausgehen kann man aber nicht.

Sollte man sich also denen, die gestern ausgestiegen sind, anschließen? Da es hier nach Zahlen immer besonders volatil zugeht und sich erst nach dem ersten Trubel wieder eine Richtung ausmachen lässt, wäre das noch nicht unbedingt angezeigt. Erst, wenn die Aktie den seit dem April-Tief den Trend dominierenden Leitstrahl auf Schlusskursbasis brechen sollte, wäre das zu überlegen. Dabei handelt es sich – Sie sehen es im obigen Chart – um die 100-Tage-Linie, die seit Monaten immer mal wieder getestet und jedes Mal verteidigt wurde.

Die Aktie ist an diese Linie herangerutscht. So gesehen wird man bald wissen, ob sie auch diesmal hält. Wenn nicht, wären die 200-Tage-Linie bei 24,55 und die November-2024-Aufwärtstrendlinie um 22,50 Euro naheliegende Ziele einer Korrektur. Käme es zum Test dieses mittelfristigen Aufwärtstrends, wäre das womöglich schon eine Gelegenheit, hier über Käufe nachzudenken … aber auch das nur dann, wenn die Nachrichtenlage weiter passt und die Aktie dort klare Signale sendet, wieder nach oben zu drehen.

Quellen:
Ergebnis des 3. Quartals, 05.11.2025: https://www.auto1-group.com/de/press/pressrelease/auto1-group-reports-record-units-sold-in-q3-accelerating-growth-across-the-business/

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nach den am Mittwochmorgen vorgelegten Quartalszahlen war die Aktie des Online-Autohändlers AUTO1 Group im Tagesverlauf „all over the map“, mal stark im Plus, mal kräftig im Minus. Am Ende gelang ein Kursgewinn … aber diese Messe ist wohl noch nicht gelesen.

Am Tageshoch lag die im MDAX notierte Aktie des Online-Gebrauchtfahrzeughändlers 8,2 Prozent höher, am Tagestief betrug das Minus 5,8 Prozent. Am Ende gelang es, den Kurs um 4,15 Prozent ins Plus zu heben. Aber es wäre überraschend, wenn das bereits einen nachhaltigen Richtungsentscheid für diese in den vergangenen Monaten immer volatiler daherkommende Aktie bedeuten würde.

Die Ergebnisse waren fraglos stark. AUTO1 erreichte einen gegenüber dem Vorjahresquartal um 29,8 Prozent höheren Umsatz, die Zahl der verkauften Fahrzeuge legte um 20,6 Prozent zu, das war besser als im Vorfeld seitens der Analysten erwartet. Der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg weit überproportional um 104,1 Prozent auf 42,3 Millionen Euro, die Konsens-Prognose für das EBITDA hatte nur bei 37 Millionen gelegen.

Auf Basis dieser starken Ergebnisse hob die AUTO1 Group die Gesamtjahresprognose an. Das galt für die erwartete Zahl verkaufter Fahrzeuge ebenso wie für das EBITDA, das jetzt nach bislang 150 bis 180 bei 160 bis 190 Millionen gesehen wird. Wobei man hervorheben muss, dass diese bisherige Prognose bereits eine am 7. Mai vorgenommene Anhebung war.

Da fragt man sich, wieso die Aktie überhaupt zeitweise im Minus gelandet war, immerhin waren das doch durch die Bank „good news“?

Expertenmeinung: Das ist richtig, man sollte diese neuen Zahlen aber im Kontext zur Aktie sehen. Die ist, seit sie Ende November 2024 auf einmal zu dynamischem Leben erwachte, bereits erheblich gestiegen. So weit, dass das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis der bisherigen Gewinnerwartung der Analysten für 2025 bei höchst sportlichen 70 liegt. Jetzt, mit der neuen Prognose, kann man da ein paar Punkte abziehen, hoch bleibt das KGV aber trotzdem. Wobei das dann vertretbar wäre, wenn die Gewinne der AUTO1 Group in den kommenden Jahren weiter in hohem Tempo zulegen. Und das ist eben die Frage.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 25,60 Euro, Kürzel: AG1 | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 25,60 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Wir hatten bereits bei der vorangegangenen Prognoseanhebung am 7. Mai eine ungewöhnliche Reaktion der Aktie gesehen, die weit im Plus eröffnete, dann aber eine immens lange rote Kerze ausbildete und deutlich im Minus schloss. Die hohen Gewinne, die Anleger im Rücken haben, die bereits früh im Trend eingestiegen sind, ergänzen sich mit Zweifeln, dass dieses Wachstum beim Handel mit Gebrauchtwagen einfach so rasant weitergehen kann, zu einer Art „Deckel“, der bei starken Kursanstiegen Gewinnmitnahmen auslöst. Nicht zuletzt, weil das durchschnittliche Kursziel der Analysten mit aktuell 24,80 Euro bereits knapp überboten und das höchste aller aktuellen Ziele mit 30 Euro nicht mehr weit entfernt ist. Aber:

Nach dem Selloff des 7. Mai kamen die Käufer sofort zurück, gestern ließen sie sich sogar schon am selben Tag blicken. Die AUTO1-Aktie kann weiterlaufen, wenn der Trend hält. Aber man täte wohl trotzdem gut daran, sich auf der Unterseite abzusichern.

Dafür gäbe es zwei Zonen, die wichtig sind. Auf kurzfristiger Ebene wäre das der Bereich 22,56 zu 22,80 Euro, darunter wäre ein kurzfristiges Topp vollendet. Mittelfristig relevant ist der Kreuzsupport aus dem Selloff-Tief vom Mai und der 200-Tage-Linie bei 19,05 Euro. Wenn dieser Bereich unterboten würde, würde hier richtig etwas anbrennen. Letzteres ist angesichts der jetzt bestätigt positiven Perspektive für 2025 zwar kein Szenario, das gleich um die Ecke lauert. Aber bei derart volatilen Aktien kann es nicht schaden, wenn auch mittelfristig orientierte Akteure sich für den Fall der Fälle absichern.

Quellen:
Ergebnis des 2. Quartals 2025, 30.07.2025: https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-verzeichnet-starkes-wachstum-in-allen-wichtigen-kennzahlen/de823a65-6da9-4531-9ac6-f45ee932624a

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