Die Analysten erwarten Großes vom Online-Fahrzeughändler AUTO1 Group, ihre Kursziele liegen fast alle über dem aktuellen Kurs. Doch die Aktie spielt nicht mit: Die Chance auf einen Ausbruch nach oben wurde vertan, jetzt stehen die Bullen mit dem Rücken zur Wand.
Dass das Konzept eine Erfolgsstory ist, lässt sich kaum anzweifeln: Mit der Ankaufsplattform „wirkaufendeinauto.de“ und der Vertriebsplattform „Autohero“ gelang es dem Unternehmen, zu einer festen Größe im Gebraucht-Fahrzeughandel zu werden. Der Umsatz legte in beeindruckendem Tempo zu, seit 2024 sind zudem die schwarzen Zahlen erreicht. Und wenn die Analysten Recht behalten, wird der Gewinn 2026 weiter zulegen.
Ganz grundsätzlich wären also steigende Kurse und damit auch der Optimismus der Analysten nachvollziehbar. Von den 13 Experten, die diese Aktie regelmäßig einschätzen, sehen sie 11 als kaufenswert an, die beiden anderen plädieren für „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 35 Euro, das höchste sogar bei 50 Euro. Doch die Aktie läuft gerade in die entgegengesetzte Richtung. Wer liegt da richtig – die Analysten oder diejenigen, die hier gerade aussteigen oder womöglich sogar, als bärische Trader, leer verkaufen?
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Expertenmeinung: Das kritische Element in Bezug auf diese auffallend hohe Zuversicht der Analysten könnte der Automarkt an sich sein. Denn dass es gelingt, hier derart gute Geschäfte zu machen, basiert zu einem nicht unwesentlichen Teil darauf, dass der Neufahrzeugmarkt aufgrund der in den vergangenen Jahren dramatisch nach oben getriebenen Preise unter Druck steht. Doch wenn die großen Automobilkonzerne nicht ernsthaft unter Wasser geraten wollen, müssen sie etwas ändern … und käme es so, könnte AUTO1 womöglich auf hohem Niveau eine hervorragende Marktstellung behalten, aber eher nicht über Jahre hinaus immer weiter wachsen … und das auch noch schnell.
Aber genau das scheinen die Analysten großenteils zu erwarten. Denn wenn man sich ansieht, dass man da für 2026 und die beiden Folgejahre einen Anstieg des Gewinns pro Aktie von im Schnitt um die 50 Prozent voraussagt, ist das schon für ein Stirnrunzeln gut. Aber nur, wenn das wirklich so gelingen sollte, wäre eine Bewertung von 37 beim Kurs-/Gewinn-Verhältnis für den geschätzten 2026er-Gewinn, wie sie die Aktie selbst nach dem kräftigen Rutsch der vergangenen Tage noch zeigt, zu rechtfertigen.

So ganz überraschend war es daher nicht, dass einige lieber Kasse machten statt weiter zuzukaufen, als sich die AUTO1-Aktie dem 2025er-Hoch bei 31,50 Euro näherte. Das Ergebnis: Der Versuch, nach oben auszubrechen endete genauso, wie er im Herbst 2025 endete: Mit einem Doppeltopp, dessen Nackenlinie die im Chart blau gehaltene 100-Tage-Linie war. Doch diesmal gibt es einen Unterschied:
Während es nach dem ersten Doppeltopp noch gelungen war, den im Herbst 2024 etablierten Aufwärtstrend nach zähem Ringen zu verteidigen und als Basis für diesen jetzt gescheiterten, erneuten Anstieg zu nutzen, ist die Aktie diesmal durch diese Linie durchgerutscht – und das ohne große Gegenwehr des bullischen Lagers. Das steht jetzt mit dem Rücken zur Wand, denn damit wäre die Nackenlinien-Zone eines noch einmal größeren Topps in Reichweite: der Supportbereich 22,56/23,16 Euro. Und da offenbar nicht wenige Akteure der Ansicht sind, dass diese Aktie immer noch eher „teuer“ ist, sollte man sich lieber nicht zu sicher sein, dass diese Unterstützungszone einem Test standhalten wird.
Quellen:
Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/
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