Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Goldman Sachs wird skeptischer für Medizintechnik-Branche. Für Carl Zeiss Meditec wurde die Einschätzung von „Kaufen“ auf „Neutral“ und das Kursziel von 54 auf 42 Euro gesenkt. Die Aktie fiel umgehend … aber müsste es jetzt mit der Baisse nicht langsam genug sein?
Eine alte Börsenregel empfiehlt Anlegern, am besten dann auszusteigen, wenn alle gerade einsteigen wollen, und zu kaufen, wenn eine Aktie niemand haben will. So etwas kann, weil das viel zu pauschal daherkommt, böse daneben gehen. Vor allem, wenn es für die massiven Käufe oder im Gegenteil für die Abstinenz der Käuferseite gute Gründe gibt. Im Fall der Aktie des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec stellt sich aber durchaus die Frage, ob die Argumente der Bären auf diesem Kursniveau noch greifen.
Goldman Sachs argumentiert, dass die Nachfrage vorerst weiter schwach bleiben werde und das am 31.12. beendete, erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 schlecht gelaufen sein dürfte. Ob man damit richtig liegt, wird sich am 12. Februar zeigen. Da wird das Unternehmen seine Quartalsergebnisse vorlegen, aber:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Carl Zeiss Meditec Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Die Frage ist weniger, ob der Turnaround beim Umsatz-, Margen- und Gewinn-Wachstum in Kürze beginnt oder noch eine Zeitlang auf sich warten lässt, wenn es um die Perspektive des Aktienkurses geht. Wichtiger wäre, ob dieser derzeitige, tiefste Kurs seit dem Jahr 2017 immer noch so viel Hoffnung einpreist, dass weiterhin Abwärtsspielraum bestünde, oder im Gegenteil schon derart viel „Krise“ im Kurs enthalten ist, dass die Luft nach unten langsam dünn, das Potenzial für steigende Kurse selbst durch nur kleine, positive Überraschungen aber groß ist.
Und Letzteres deutet sich durchaus an. Zum einen notiert die Aktie jetzt weit unterhalb des durchschnittlichen Analysten-Kursziels, das aktuell um die 48 Euro liegt, und rangiert zugleich nahe am tiefsten aller Kursziele von 35,10 Euro (das gestern intraday sogar unterboten wurde). Und das, obwohl die Experten insgesamt sehr wohl skeptisch sind. Nur 5 von 16 Analysten raten momentan zum Kauf.
Zum anderen ist die Aktie auffallend günstig bewertet, sofern die Analysten mit ihrer Erwartung richtig lägen, dass Carl Zeiss‘ Gewinn 2025/2026 zwar nur um die 10 Prozent, in den Folgejahren dann aber deutlich dynamischer in einer Größenordnung um die 20 Prozent aufholen wird. Eine solche Perspektive würde durchaus ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 25 bis 30 rechtfertigen, es liegt aber, auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung für 2025/26, gerade einmal bei 19.
Damit entsteht in der Tat der Eindruck, dass in diesen Kurs momentan so viel Negatives eingepreist ist, dass man auf der Short-Seite langsam gefährlich lebt. Und damit wäre grundsätzlich Luft für auch intensivere Bewegungen nach oben, aber:

Blind darauf zu setzen, wäre hochriskant. Würden alle so denken und damit den eigenen Einstieg unterstützen, indem sie auch kaufen, wäre die Aktie gar nicht erst so weit abgerutscht. Daher wäre es unbedingt zu überlegen, hier erst dann auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn die Aktie im Chartbild zeigt, dass man mit seinen Käufen nicht allein auf weiter Flur steht und die Bären wichtige Widerstände entweder nicht mehr verteidigen können oder wollen.
In diesem Fall könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn es gelingt, mit Schlusskursen über 42 Euro zurück in die zwischen 40,30 und 48,36 Euro gelegene Seitwärtsspanne und über die mittelfristige Abwärtstrendlinie hinaus zu laufen. Was übrigens auch dann nur dem Ziel entsprechen würde, das Goldman Sachs am Dienstag ausgerufen hatte …und immer noch deutlich unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten läge.
--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen




