Carl Zeiss Meditec Aktie Prognose Carl Zeiss Meditec: Hier entscheidet es sich

News: Aktuelle Analyse der Carl Zeiss Meditec Aktie

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Carl Zeiss Meditec
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Carl Zeiss Meditec könnte vor mehreren Jahren beschleunigten Wachstums stehen. Kann man den derzeitigen Preis auf den Tisch legen?

Carl Zeiss, Carl Zeiss Meditec, Carl Zeiss SMT…

Innerhalb der Carl Zeiss Meditec AG werden grundsätzlich zwei Hauptbereiche unterschieden, in denen das Unternehmen tätig ist: Ophthalmologie und Mikrochirurgie.

In der Ophthalmologie bietet die Gesellschaft im wesentlichen Produkte und Lösungen zur Diagnose und Behandlung von Augenkrankheiten sowie Systeme und Verbrauchsmaterialien für die Katarakt-, Retina- und Refraktive Chirurgie an. In Mikrochirurgie ist die Carl Zeiss Meditec Gruppe Anbieter von Visualisierungslösungen für minimalinvasive chirurgische Behandlungen.

Um es mit einfachen Worten auszudrücken: Carl Zeiss Meditec ist weltweit führend in der Behandlung von Augenkrankheiten, am bekanntesten ist man für Augenlaser Lasik.

Car Zeiss Meditec ist die einzige börsennotierte Tochter der Zeiss Gruppe, die auch in anderen Bereichen der Optik und Optoelektronik weltweit führend ist.

Für die deutschen Anleger ist es ein bedauernswerter Zustand, dass der Gesamtkonzern oder Carl Zeiss SMT nicht börsennotiert sind.
Zeiss SMT ist beispielsweise der faktische Monopolist für Ausrüstung, die beim Bau von EUV-Lithographiesystemen verwendet werden.
Daher hat ASML vor einigen Jahren auch eine Beteiligung von 24,9% am Unternehmen erworben. Aber das soll heute nicht das Thema sein, es soll vielmehr aufzeigen, dass Zeiss bei einer ganzen Reihe von Themen technologisch weit über der Konkurrenz steht.

Lasik 2.0

Und das trifft auch auf Carl Zeiss Meditec zu. Mit Lasik ist man bis heute der klare Marktführer im Bereich Augenlaser, obwohl das System seit den 90er Jahren nur leicht verbessert wurde.
Jetzt steht man allerdings vor einem wahren Umbruch.

Der Erfolg von Lasik ist zwar beeindruckend und es wurden Millionen von Eingriffen damit durchgeführt, damit hat man aber bestenfalls an der Oberfläche des globalen Potenzials gekratzt.
Weltweit haben weit mehr als eine Milliarde Menschen eine operable Fehlsichtigkeit.

Die Hauptgründe für die Lücke sind Geographie und Kosten. Bisher wurde Lasik fast nur in Europa und Nordamerika verwendet. Ein weiterer Punkt sind die möglichen Nebenwirkungen, die vor allem Patienten mit leichter Fehlsichtigkeit vor einer Operation zurückschrecken lassen.

Mit dem neuen SMILE System dürfte sich das nachhaltig ändern. Dadurch verkleinert sich die Schnittlänge in die Hornhautschicht des Auges von 20mm auf 2-4mm (Link).
Der Eingriff ist also wesentlich kleiner, geht schneller, die Chance einer Infektion sinkt rapide, die Heilungsdauer sinkt von etwa einem Monat auf wenige Tage und trockene Augen treten wesentlich seltener auf.
Es handelt sich also wahrlich um einen Quantensprung.

Man ist der Konkurrenz bei Johnson Johnson sowie Alcon um Jahre voraus, wenn nicht mehr. Im Endeffekt haben die Rivalen in einigen Bereichen schlichtweg aufgegeben und die Ausgaben für Forschung & Entwicklung zusammengestrichen.

Dadurch nehmen die Anwendungsfelder zu, des Weiteren steckt die Expansion in Asien noch in den Kinderschuhen. Lasik/Smile finden dort gerade erst Einzug.

Eine Welle

Das bedeutet, dass die meisten Augenärzte und Kliniken zeitnah auf die neuen Systeme umstellen werden und gleichzeitig neue Kunden in Asien entstehen.
Das dürfte das ohnehin gut laufende Geschäft auf Jahre hinweg zusätzlich befeuern.

Um die Entwicklung neuer Märkte an einem Beispiel zu illustrieren: Als SMILE Anfang 2020 in Taiwan eingeführt wurde, hatte man dort mit Lasik nur einen Marktanteil von 5%, heute liegt er bei über 50%.
Gleichzeitig wachsen diese Märkte in enormer Geschwindigkeit.

Die neuen Lasik/Smile Maschinen kosten etwa 300.000 Euro pro Stück, hinzu kommen für jeden Einsatz rund 200 Euro für Material sowie eine Lizenzgebühr. Carl Zeiss kann also zukünftig mit hochprofitablen und wiederkehrenden Einnahmen rechnen.
Lizenzgebühren sind faktischer Reingewinn, beim Material dürften die Bruttomargen bei 80-90% liegen.

Ausblick und Bewertung

Wer meine Artikel schon etwas länger erfolgt, weiß aber, dass ich keine schönen Worte kaufe.
Es gibt viele „Storys“, die sich wunderbar anhören, aber mehr auch nicht.

Carl Zeiss Meditec hat jedoch einen bewiesenen Trackrecord der Erfolge. Der Umsatz konnte den letzten zehn Jahren von 862 auf 1,65 Mrd. Euro gesteigert werden.
Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum von 0,88 auf 2,64 Euro je Aktie, wobei die Dynamik in der jüngeren Vergangenheit deutlich zugenommen hat.

Carl Zeiss dürfte am Beginn von einem mehrjährigen und beschleunigten Wachstumszyklus stehen.
Der Auftragseingang lag zuletzt 36% über dem Vorjahresniveau.

Im laufenden Geschäftsjahr, welches kalendarisch bereits im September geendet hat, dürfte Carl Zeiss einen Gewinn von 2,82 Euro je Aktie erzielen.
Im neuen Geschäftsjahr sollen es dann 3,20 Euro je Aktie werden.

Je nachdem, was man heranzieht, kommt Carl Zeiss Meditec auf ein KGVe von 40,5 oder 35,5.
Die Bewertung ist grenzwertig, das muss man klar sagen.
In den letzten fünf Jahren lag das KGV im Durchschnitt bei 58,8 und am Tief bei 33.

Vielleicht ist ein Vergleich mit Unternehmen, die eine ähnlich dominante Stellung in der Medizintechnik-Branche haben, hilfreich.
Intuitive Surgical kommt beispielsweise auf ein KGVe von 40 und Dexcom auf 90.

Chart vom 25.10.2022 – Kurs: 116,40 Kürzel: AFX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 25.10.2022 – Kurs: 116,40 Kürzel: AFX – Wochenkerzen

Carl Zeiss ist übergeordnet bullisch. Zwischen 112 und 100 Euro verlaufen mehrere relevante Aufwärtstrends. Des Weiteren entfalten die Supports bei 105 sowie 97-100 Euro eine stützende Wirkung.
Es wäre daher gut möglich, dass auf diesem Niveau ein Boden ausgebildet wird.

Fällt Car Zeiss jedoch unter 97 Euro, haben die Bullen ihre Chance vertan. In diesem Szenario muss mit einer Fortsetzung der Korrektur in Richtung 90 oder 85 gerechnet werden.

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Vorherige Analysen der Carl Zeiss Meditec Aktie

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Das Rekordhoch von 202 Euro, das Carl Zeiss Meditec vor einem Jahr erreicht hatte, wirkt im Nachhinein wie ein großer Irrtum. Jetzt kommt die Aktie der 100 Euro-Marke immer näher. Aber diese Marke, knapp darüber charttechnisch gut unterstützt, wird doch nicht fallen – oder?

Eigentlich hatten man den Bereich Medizin- und Labortechnik, zu dem auch Carl Zeiss Meditec zählt, noch im Sommer zu einer Art „sicherer Hafen“ erklärt, was die ausgiebige, in der Spitze fast 40 Prozent ausmachende Aufwärtsbewegung vor allem im Juli befeuerte. Doch mittlerweile sind die Zweifel gewachsen. Nicht so ganz zu Unrecht, denn das, was das Unternehmen für die ersten neun Monate des am 30.9. endenden Geschäftsjahres berichtete, war nicht überzeugend:

Der Umsatz war nur um knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, das EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) sogar um 1,5 Prozent zurückgekommen. Mittlerweile gehen die Analysten im Schnitt davon aus, dass es mit dem zuvor lange unterstellten, erneuten Gewinnanstieg im Geschäftsjahr 2021/2022 womöglich nichts wird. Zwar sehen die meisten Experten dann für das am 1.10. startende Geschäftsjahr 2022/2023 wieder Schwung in der Gewinnentwicklung. Aber in diesem weltwirtschaftlichen Umfeld kann man das nicht wissen.

Dementsprechend sehen auch die momentanen Kursziele und Einstufungen weit weniger bullisch aus als vor einem Jahr. Aktuell liegt das durchschnittliche Analysten-Kursziel nur noch bei 150 Euro. Und während die eine Hälfte der Analysten weiter auf „Kaufen“ plädiert, sieht die andere Hälfte die Carl Zeiss-Aktie nur noch als Halteposition oder rät sogar zum Verkauf.

Expertenmeinung: Da viele Analysten einer negativer werdenden Entwicklung hinterher hinken, dürfte auch diese noch insgesamt einigermaßen positive Einschätzung so manchen Investor nervös machen. Das könnte überzogen vorsichtig sein, aber vielleicht auch nicht. Denn noch wissen wir nicht, was sich seit Ende Juni bei Carl Zeiss getan hat. Bei den Rahmenbedingungen tat sich jedenfalls allerhand. Und das nicht zum Guten.

Und da wir beim Quartalsende des 30.9. bei Carl Zeiss Meditec vom Geschäftsjahresende reden, dauert es länger, bis die Ergebnisse kommen. Falls keine Vorab-Ergebnisse kommen, bis zum 9. Dezember. Zu lange, um einfach abzuwarten, was da dann auf den Tisch kommt, denn das Chartbild deutet an, dass die Entscheidung, ob ein erneuter Test des Bodens bei 104,55 Euro, bestehend aus den Tiefs der Monate Mai und Juni, ansteht, in Kürze fallen wird. Und damit auch die Frage geklärt wird, ob dieser Boden nebst der nahe liegenden 100 Euro-Marke hält oder nicht.

Wenn man sich ansieht, dass die Aktie im August auf Höhe der 200-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde und zuletzt vergangene Woche an der 20-Tage-Linie scheiterte, die die laufende Abwärtsbewegung sichtbar führt, wird deutlich, dass das Bären-Lager derzeit die Kontrolle hat. Ob das so bleibt, wenn die Zone bei knapp 105 Euro getestet wird, ist zwar offen. Aber die weiterhin bärische Stimmung am Gesamtmarkt und die Stetigkeit, mit welcher der Kurs nachgibt machen klar, dass die besseren Karten in Händen der Bären liegen. Dass Carl Zeiss Meditec noch in diesem Jahr nur noch einen zweistelligen Kurs ausweist, ist daher alles andere als auszuschließen!

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 21.09.2022, Kurs 112,90 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX
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Die am Freitag präsentierte Bilanz der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2021/2022 war sehr ordentlich, der Ausblick auf das Gesamt-Geschäftsjahr einen Tick besser als bislang. Die Carl Zeiss Meditec-Aktie lag daraufhin anfangs auch im Plus – aber dort schloss sie nicht.

Der Umsatz lag in den ersten drei Quartalen des am 30.9. endenden Geschäftsjahrs bei 1,33 Milliarden Euro. Knapp elf Prozent höher als im vergangenen Jahr, wenngleich einen Hauch unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 1,36 Milliarden. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) kam leicht zurück, betrug 275,9 Millionen nach 280,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Nicht ideal, aber das wurde mit Kosten für neue Produkte begründet und sollte daher nicht wirklich stören. Zumal man seitens der EBIT-Marge solide unterwegs ist, die liegt bislang bei 20,7 Prozent, man rechnet daher damit, dass im Gesamt-Geschäftsjahr das obere Ende der bislang in Aussicht gestellten Margen-Spanne zwischen 19 und 21 Prozent erreicht wird.

Das Nettoergebnis lag, auf den Gewinn pro Aktie umgerechnet, damit bei 2,14 Euro für die ersten neun Monate, 2020/2021 hatte man zur selben Zeit 2,04 Euro erreicht. Damit ist man auf Kurs, im Gesamtjahr leicht über dem Vorjahresgewinn zu liegen.

Expertenmeinung: Wirklich positive Überraschungen gab es also nicht. Aber wenn man sich ansieht, dass Carl Zeiss Meditec vor einem Jahr, als der Neun-Monats-Gewinn noch etwas niedriger lag, an der 200 Euro-Marke und damit am Rekordhoch notierte, stellt sich die Frage, wieso ein diesmal sogar etwas höherer Gewinn nicht imstande war, die Aktie in Richtung dieser damaligen Hochs in Marsch zu setzen. Die Antwort ist eigentlich einfach:

Weil die Aktie damals klar überbewertet war, was zu dieser Zeit, im Taumel einer Hausse, aber kaum jemanden interessierte. Heute ist der Gesamtmarkt instabil und tendenziell nach unten gerichtet, die Rahmenbedingungen kritisch und die Anleger für Risiken sensibilisiert, die sie vor einem Jahr noch nicht einmal erkannt hatten.

Wäre die Carl Zeiss-Aktie jetzt durch den vorhergien Abstieg günstig bewertet, wäre das zwar kein Hindernis, um eine kräftige Rallye auszulösen. Aber diejenigen, die in die anfänglichen Kursgewinne hinein ausstiegen, wissen: „Billig“ ist Carl Zeiss Meditec vom Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) her immer noch nicht.

Auf Basis der derzeitigen 2021/2022er-Gewinnerwartung errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp 50. Das wäre in Ordnung, wenn man aktuell und in den kommenden ein, zwei Jahren mit einem Anstieg des Unternehmensgewinns von 20 bis 30 Prozent rechnen könnte. Aber dieses Jahr werden es um die zehn Prozent sein. Und für 2023 und 2024 rechnen die Analysten auch nicht mit mehr. Damit ist die Aktie immer noch teuer …

… und das würde, wenn die Käuferseite diesen Intraday-Turnaround des Freitags nach unten nicht sofort ausbügelt, indem es gelingt, die Aktie mit Schlusskursen über 146 Euro schnell über das Tageshoch des Freitags und zugleich über die 200-Tage-Linie zu hieven, an der sie durch diese Verkäufe erst einmal abgeprallt ist, zu Anschlussverkäufen führen. Schlusskurse unter 131,40 Euro, unter der Nackenlinie des Doppeltiefs vom Mai und Juni, wären dann sogar ein unmittelbar bärisches Signal.

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 05.08.2022, Kurs 136,00 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX
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Eine ist zumindest hoch wahrscheinlich: Viele Branchen werden dem Sog aus steigenden Zinsen, einer hohen Inflation, Verbrauchern auf dem Rückzug und fortbestehenden Lieferproblemen nicht entkommen. Aber die Medizintechnik-Branche könnte zu den wenigen gehören, die sich relativ gut halten. Und Fakt ist: Nachdem sich der Kurs der Carl Zeiss-Aktie seit dem Rekordhoch vom vergangenen Herbst nahezu halbiert hatte, ist im Kurs eine Menge Krise eingepreist … und eventuell mehr, als es am Ende werden wird.

Noch wissen wir nicht, wie das jetzt endende zweite Quartal gelaufen ist. Bislang haben wir nur die Ergebnisse des ersten Kalenderquartals (bei Carl Zeiss das zweite Geschäftsjahresquartal) und einen Mitte Mai bestätigten Ausblick auf das am 30.9. endende Geschäftsjahr, der ein moderates Gewinnwachstum erwarten lässt … das sich, wenn es nach den Erwartungen der Analysten geht, 2023 und 2024 fortsetzen wird. Warum also sollte diese Aktie auf diesem tiefen Niveau bleiben?

Expertenmeinung: Die Analysten sind nicht mehr so einheitlich optimistisch als sie es waren, als die Aktie auf neue Rekorde gelaufen war, aber dass man da eher der Entwicklung folgt als antizyklische Empfehlungen auszusprechen, ist normal. Doch obwohl es derzeit sogar einzelne Verkaufen-Empfehlungen gibt, liegt das niedrigste Kursziel bei 101 Euro, im Schnitt sehen die Analysten die Aktie bei gut 160 Euro. Was vom momentanen Niveau aus einiges an Aufwärtspotenzial bedeuten würde. Aber so einfach wird es nicht laufen.

Immerhin war Carl Zeiss Meditec zwar auch, aber nicht nur durch den Sog des Gesamtmarkts so weit gefallen. Ein Damoklesschwert für die Käuferseite bleibt: die Bewertung. Denn es gab zwar im Geschäftsjahr 2020/2021 einen gewaltigen Sprung des Unternehmensgewinns um über 90 Prozent, aber bei dieser Größenordnung bleibt es ja nicht. Für die kommenden Jahre inklusive des laufenden sieht man nur noch eine Rate zwischen 10 und 15 Prozent beim Gewinnwachstum. Dafür wäre dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um die 30 gerechtfertigt. Aber es liegt, vorausgesetzt, es bleibt beim aktuell avisierten Gewinnwachstum für 2021/2022, bei knapp 40. Immer noch zu hoch also. Was hieße: Wirklich normal bewertet wäre diese Aktie eigentlich eher im Bereich um 80 Euro. Haben die Bullen also keine Chance?

So einfach ist das auch wieder nicht. Die Auswahl an Aktien, deren Unternehmen in diesem insgesamt so bärischen Umfeld mit steigenden Unternehmensgewinnen aufwarten können, ist klein. Und wenn sich das Kapital auf diese wenigen, womöglich „rezessionsresistenten“ Aktien konzentriert, könnte auch eine höhere Bewertung längere Zeit halten. Also?

Wer risikofreudig ist, könnte sich überlegen, die Aktie mit einem engen Stoppkurs knapp unter dem Mai/Juni-Tief (104,55/104,75 Euro) abzugreifen und einen solchen Trade auszubauen, falls es gelingt, die Januar-Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 125 Euro zu bezwingen. Das wäre aber in der Tat nur etwas für Trader, die sich des Risikos bewusst sind, in einem insgesamt abwärts weisenden Markt einen Long-Trade einzugehen!

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 24.06.2022, Kurs 114,15 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX
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Es gibt reichlich Aktien von Unternehmen, die zuletzt schlechtere Bilanzen ablieferten und deren Aktien trotzdem besser laufen als die von Carl Zeiss Meditec bzw. der Medizintechnikbranche insgesamt. Wann kommen hier endlich die Käufer zurück?

Mitte Mai hatte Carl Zeiss Meditec das Ergebnis des ersten Geschäftshalbjahres vorgelegt (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30.9.). Und die Zahlen waren gut. Der Umsatz stieg um 11,5 Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) um knapp 9 Prozent. Dass der Gewinn unterproportional stieg, die Gewinnmarge von 21,2 auf 20,7 Prozent zurückkam, durfte wirklich niemanden überraschen, schließlich sind Lieferkettenprobleme, steigende Logistikkosten und höhere Material- und Energiepreise bei allen Branchen angekommen.

Und dass der Auftragseingang mit 1,06 Milliarden Euro satte 30 Prozent über dem des Vorjahreszeitraums lag, ist nicht ordentlich, sondern ohne Wenn und Aber bullisch. Trotzdem verharrt die Aktie in einem Abwärtstrend. Sieht denn niemand, dass Carl Zeiss Meditec eigentlich gut dasteht?

Expertenmeinung: Doch, das sehen viele Marktteilnehmer sehr wohl. Denn als dieses Zahlenwerk am 13. Mai auf den Tisch kam, schloss die Aktie 5,3 Prozent höher. Das Dumme ist eben nur, dass sich das nahe am wenige Tage zuvor bei 104,72 Euro markierten, bisherigen Jahrestief abspielte. Das konnte für eine Wende nicht reichen. Aber die Aktie legt ja seither weiter zu. Am Tag der Halbjahresbilanz schloss sie bei 116,65 Euro, gestern ging sie mit 126,00 Euro aus dem Handel. Das sind keine Siebenmeilenstiefel, die sich die Bullen da angezogen haben. Aber wir sehen eine kurzfristige Aufwärtstrendlinie im Chart, die zusammen mit der knapp darunter, bei 120,50 Euro, verlaufenden 20-Tage-Linie die Aufwärtsbewegung unterstützt. Solange diese beiden Linien halten, kann sich die Carl Zeiss-Aktie weiter in die Region schieben, in der eine Wende dann wirklich ein Thema wäre.

Aber einigermaßen steinig ist der Weg dorthin schon. Sie sehen, dass der Kurs zunächst einmal an der Januar-Abwärtstrendlinie hängengeblieben ist. Ginge es da drüber, stünde die nächste Hürde in Form der Nackenlinie des Doppeltopps vom März und April bei 140,50 Euro im Weg. Und erst darüber geht es um ein mittelfristig relevantes Kaufsignal. Die Aktie muss den Bereich 156,10/163,20 Euro bezwingen, um wirklich nach oben frei zu sein. Vom aktuellen Niveau aus ist das ein langer Weg … und wirklich hilfreich sind die Analysten-Einschätzungen, die nach dieser Halbjahresbilanz kamen, da nicht.

Zwar sieht die HSBC Carl Zeiss Meditec wieder als Kauf an. Aber die LBBW, die nach den Zahlen ebenfalls mit „Kaufen“ votierte, gab dazu nur ein Kursziel von 135 Euro aus. Und Alsterresearch sieht nur ein Kursziel von 101 Euro und bewertet folgerichtig mit „Verkaufen“.     

Wie gesagt: Die Zahlen waren gut. Und Carl Zeiss Meditec hätte eine Chance, die derzeit die Konjunktur belastenden Faktoren besser wegzustecken als manch ein anderes Unternehmen. Aber dass die Aktie deswegen ruckzuck durch ihre charttechnischen Widerstände läuft, sollte man besser nicht erwarten. Wenn es zur Aufwärtswende kommt, wird es wohl eher eine der kleinen Schritte. Doch solange der Kurs über 120 Euro bleibt, bleibt man dahingehend zumindest auf einem guten Weg.

Carl Zeiss Meditec-Aktie: Chart vom 06.06.2022, Kurs 126,00 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX

Die Bullen bräuchten heute einen weiteren, starken Tag bei der Carl Zeiss-Aktie. Die Aktie ist dran an kurzfristigen Widerständen, deren Überwinden aus charttechnischer Sicht Luft bis in die Region um 140 Euro freigeben würde. Aber „dran sein“ und vorbeikommen ist zweierlei.

Einen Vorteil hat das zweifellos weiterhin von der Größe her überschaubare und nicht gerade erfolgsverwöhnte bullische Lager immerhin: Die Gefahr, dass die Quartalszahlen die Aktie wie vom Blitz getroffen zu Boden schicken, ist gebannt. Das ist zuletzt vielen Aktien passiert, aber Carl Zeiss Meditec hatte seine Quartalsergebnisse am Freitagmorgen vorgelegt. Und die Aktie brach nicht ein, sie legte stattliche 5,37 Prozent zu.

Und die Ergebnisse waren ja auch ansehnlich. Das Medizintechnikunternehmen legte, weil sein Geschäftsjahr immer am 30.9. endet, bereits die Ergebnisse über die ersten sechs Monate dieses Geschäftsjahres vor. In diesem Halbjahreszeitraum legte der Umsatz um 11,4 Prozent zu. Der Auftragseingang stieg um beeindruckende 30,4 Prozent. Und der Gewinn stieg vor Steuern und Zinsen um 8,9 Prozent, netto um 28,2 Prozent. Dass die EBIT-Gewinnmarge von 21,2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf jetzt 20,7 Prozent sank, war erwartet worden, auch an Carl Zeiss gehen steigende Erzeugerpreise nicht vorüber. Der Margendruck hätte deutlich schlimmer sein können. Das sahen viele Akteure auch so und griffen zu, aber:

Expertenmeinung: Mit dieser einen positiven Reaktion ist eben noch nichts gewonnen. Dass eine Aktie in einem Abwärtstrend … den man hier ja nicht übersehen kann … Gegenreaktionen nach oben zeigt und damit vormalige Unterstützungen, die jetzt als Widerstand fungieren, ansteuert, ist keine Seltenheit. Aber oft attackierten die Leerverkäufer die Aktie eben erst genau dort, nicht vorher. Ob Carl Zeiss Meditec da durchkommt, wo sie jetzt durch müsste, um zu verhindern, dass der nächste Baisseimpuls schon um die Ecke lauert, ist also noch offen. Die Bullen müssen vollendete Tatsachen schaffen. Der Chart zeigt, worum es geht:

Die Aktie ist jetzt von unten an das März-Tief herangelaufen. Dieser Level bei 118,10 Euro hatte schon Anfang 2021 eine Wendemarke dargestellt, ist also mittelfristig relevant. Hinzu kommt, dass bei 119,50 Euro auch noch die 20-Tage-Linie als Widerstand wartet, eine Linie, die den Bären gerne als Leitstrahl ihrer Aktionen dient. An diesen Chartmarken muss der Kurs vorbei, idealerweise umgehend, damit die Käufer gar nicht erst dazu kommen, zu zaudern.

Wenn das gelingen sollte, wäre eine zügige Aufwärtsbewegung in den Bereich der nächsten Widerstandszone um 140 Euro durchaus drin. Denn so überbewertet die Carl Zeiss Meditec-Aktie auch war, als sie ihre kurzen Ausflüge über die runde 200 Euro-Marke unternahm: Jetzt, nachdem sich der Kurs in der Spitze beinahe halbiert hatte, ist sie es nicht mehr. Aber erst müssten diese Charthürden eben genommen werden, dann hätte man eine höhere Sicherheit, dass womöglich ausreichend viele andere Marktteilnehmer die eigene optimistische Sichtweise teilen, um den Kurs auch dorthin befördern zu können, wo er hin soll.

Carl Zeiss Meditec: Chart vom 13.05.2022, Kurs 116,65 Euro, Kürzel AFX | Online Broker LYNX