Constellation Brands liefert überraschend solide Quartalszahlen und gewinnt weiter Marktanteile. Hat der Turnaround längst begonnen?
Steuerlich motivierte Verkäufe drücken im Dezember oft die Kurse, was im neuen Jahr regelmäßig zu einer Erholung führt.
Bereits im Dezember hatte ich Constellation Brands als möglichen Turnaround-Kandidaten identifiziert. Die jüngsten Quartalszahlen haben die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario aus meiner Sicht deutlich erhöht.
Das müssen Sie wissen
Doch zuvor ein kurzer Überblick zum Unternehmen und der aktuellen Lage.
Constellation Brands ist ein internationaler Getränkehersteller mit Sitz in den USA, der vor allem für Bier, Wein und Spirituosen bekannt ist.
Zum Portfolio gehören bekannte Marken wie Corona, Modelo, Robert Mondavi und Kim Crawford. Das Unternehmen ist besonders stark im nordamerikanischen Markt und investiert zunehmend in Premium- und Wachstumssegmente.
In den zurückliegenden zehn Jahren konnte der Umsatz von 6,55 auf 10,21 Mrd. USD deutlich gesteigert werden. In dieser Branche ist das ein deutlich überdurchschnittlich hohes Wachstumstempo.
Gleichzeitig hat sich die operative Marge von 27 auf 33 % verbessert. Die Zahl der ausstehenden Aktien wurde von 197 auf 181 Millionen Stück reduziert.
Das Ergebnis konnte in dieser Zeit von 5,43 auf 13,78 USD je Aktie gesteigert werden. Diese Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen.
Aktuell belasten Importzölle in Höhe von 25 Prozent auf mexikanische Biere das operative Geschäft. Das Unternehmen scheint diesen Gegenwind jedoch erstaunlich gut wegzustecken und zeigt sich im Vergleich zur Konkurrenz von einer widerstandsfähigen Seite.
Constellation Brands gewinnt im schwächelnden US-Biermarkt weiterhin Marktanteile und konnte die operative Marge stabil bei über 30 Prozent halten.
Der Konkurrenz einen Schritt voraus
Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass Gewinnrückgänge bei Constellation von eher kurzer Natur waren und das Unternehmen wieder vergleichsweise schnell in die Erfolgsspur zurückkehren konnte.
Die Chancen scheinen daher nicht schlecht zu stehen, dass das auch dieses Mal wieder geschehen könnte.
Die zugrundeliegende Stärke zeigt sich aus meiner Sicht vor allem dadurch, dass Constellation selbst unter erschwerten Rahmenbedingungen weiter Marktanteile gewinnt.
Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen diese Stärke und deuten noch einmal mehr darauf hin, dass das Unternehmen widerstandsfähiger ist als gemeinhin angenommen.
Der Gewinn lag mit 3,06 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 2,64 USD. Mit einem Umsatz von 2,22 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 2,16 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Dem Vorstand zufolge waren die geschäftlichen Rahmenbedingungen im dritten Quartal weiterhin herausfordernd und von Unsicherheiten geprägt.
Das Biergeschäft verzeichnete dennoch Wachstum, sowohl in Dollar als auch in Volumen gemessen. Parallel dazu übertraf das Wein- und Spirituosengeschäft weiterhin die Gesamtentwicklung der US-Weinindustrie.
Turnaround in Sicht?
Darüber hinaus treibt Constellation Brands Effizienz- und Restrukturierungsinitiativen voran, um zusätzliche Kosteneinsparungen zu erzielen, ohne die Unterstützung für seine Kernmarken zu verringern.
Der Vorstand betonte die finanzielle Disziplin, die der Konzern an den Tag legt. Constellation Brands ist dazu in der Lage, nahezu den kompletten freien Cashflow an die Aktionäre auszuschütten. In den ersten neun Monaten wurde ein freier Cashflow in Höhe von 1,45 Mrd. USD erzielt.
Davon wurden 1,4 Mrd. USD an die Aktionäre zurückgeführt, was mehr als 5 % des Börsenwerts entspricht.
Dadurch konnte die Zahl der ausstehenden Aktien auf Jahressicht von 181,7 auf 174,6 Millionen Stück reduziert werden.
Hinzu kommt eine Dividendenrendite in Höhe von 2,90 %, die Ausschüttung erfolgt quartalsweise.
Die Prognose für das bis Ende Februar laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt. Constellation Brands stellt weiterhin einen Gewinn von 11,30 – 11,60 USD in Aussicht.
Im bald anbrechenden Geschäftsjahr soll das Ergebnis um 9 % auf 12,48 USD je Aktie steigen. Das würde in etwa den langfristigen Gewinnsteigerungen entsprechen und Constellation würde wieder in die Erfolgsspur zurückkehren.
Die P/E würde in diesem Szenario auf 11,3 sinken. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 18,2.

Gelingt jetzt ein Anstieg über die Widerstandszone bei 146 – 150 USD, käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit einem möglichen Kursziel bei 160 USD. Darüber würde sich das Chartbild aufhellen, was eine Erholung in Richtung 176 oder 190 USD ermöglichen würde.
Fällt die Aktie hingegen unter das bisherige Jahrestief, hätten die Bullen ihre Chance vertan.
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