Kurz vor einem Jahresende verändern sich die Tendenzen einzelner Aktien im Gesamtgefüge eines Index sehr selten. Mit dem Start ins neue Börsenjahr aber schon. Dann passen große Adressen oft ihre Portfoliostruktur an. Eine Chance für das Mauerblümchen Münchener Rück?
Denkbar wäre es. Denn die Aktie des Rückversicherers, die zwar stark ins Jahr 2025 startete, ab Mai dann aber in die Kategorie „ferner liefen“ zurückfiel, hätte durchaus Argumente zu bieten, um die Aufmerksamkeit von institutionellen Investoren wie Fonds oder Pensionskassen auf sich zu ziehen.
Das Rückversicherungsgeschäft wird zwar derzeit dadurch gebremst, dass man die Preise nicht mehr so leicht nach oben anpassen kann, aber Wachstum wird dennoch erreicht. Über die vergangenen Jahre hinweg sind Umsatz und Gewinn konstant gestiegen. Und derzeit gehen die Analysten davon aus, dass die Münchener Rück ihr eigenes Ziel in Form eines 2025er-Gewinns von sechs Milliarden Euro übertreffen und in den kommenden Jahren langsam weiter zulegen wird. Das würde nicht viel helfen, wenn die Anleger bei dieser Aktie bereits sehr viel an zukünftigen Gewinnsteigerungen vorweggenommen hätten, aber das ist nicht der Fall:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Münchener Rück Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Derzeit kommt die Münchener Rück auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 11,5, das ist im Rahmen des Normalen in Bezug auf Finanzwerte an sich und die Bewertung der Aktie in den vergangenen zehn Jahren. Hinzu kommt, dass die Aktie mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite um die vier Prozent versehen ist, die damit zwar niedriger liegt als die vieler Automobilhersteller für 2024, aber für dieses und die kommenden Jahre womöglich deutlich stabiler auf hohem Niveau bleibt. Das sind Argumente, die diesen Titel bei einer Überprüfung der Anlage-Gewichtung bei großen Investoren durchaus ins Rampenlicht holen könnten.
„Könnte“ heißt aber nicht „muss“, daher sollte man sich hier lieber nicht auf ein „müsste eigentlich“ verlassen, sondern in aller Ruhe abwarten, bis das Chartbild die Chancen der Aktie unterfüttert. Was müsste hierfür gelingen?

Die Münchener Rück ringt momentan mit ihrer 200-Tage-Linie. Dieses Ringen wäre dann als für die Bullen gewonnen einzuordnen, wenn das Oktober-Hoch bei 575,60 Euro auf Schlusskursbasis überboten würde. Damit wäre sie zumindest auf kurzfristiger Ebene bullisch, quasi ein „Trading-Buy“.
Um auch mittelfristig wieder grünes Licht zu generieren, müsste der Kurs aus der gesamten, Ende April etablierten Handelsspanne nach oben ausbrechen und mit Schlusskursen über 615,80 Euro ein neues Rekordhoch schaffen. Was klingt, als wäre die Party dann schon vorbei, aber: Da die Bewertung auch dann noch eher moderat wäre und das Wachstum auf Basis des aktuellen Wissensstands weitergehen kann, wäre da grundsätzlich noch Luft nach oben. Nicht so viel, dass man darauf hoffen dürfte, dass aus der Münchener Rück plötzlich eine Kursrakete wird. Aber als Kandidat für ein mittelfristiges Investment hätte diese Aktie durchaus ein taugliches Umfeld.


