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Der Dezember war von einer Seitwärts-Konsolidierung geprägt, aber mit dem Startschuss ins neue Börsenjahr nahm Siemens Energy umgehend wieder Fahrt auf und erreichte neue Rekorde. Aber das als wegweisend für das Gesamtjahr anzusehen, wäre womöglich gewagt.
Weil institutionelle Investoren wie Fonds und Pensionskassen zu Beginn eines neuen Quartals und vor allem zu Beginn des ersten Quartals ihre Portfolio-Ausrichtung überprüfen und ggf. anpassen, können in der ersten Hälfte des Januars Weichen für neue Trends gestellt werden.
Was 2025 zurückblieb, erhält eine neue Chance. Was überzogen gestiegen ist, könnte zum Nebenschauplatz werden. Bei den ganz großen Highflyern gibt es indes, nicht nur bei den Geldverwaltern, die Tendenz, diese Trends einfach fortzuführen, nach dem Motto: Was läuft, läuft auch weiter. Die Frage ist dann aber: wie lange?
Und diese Frage kann und sollte man sich bei Siemens Energy durchaus stellen. Denn es ist zwar richtig, dass der Energiesektor-Ausrüster im Rahmen seines Kapitalmarkttages am 21. November eine überzeugende Strategie und erfreuliche Umsatz- und Margenziele vorlegte. Aber wer wartet sechs Wochen, um darauf zu reagieren? Wer daraufhin kaufen wollte, hat gekauft. Und steigende Kursziele, wie sie kurz vor Weihnachten von Jefferies (134 Euro) und JPMorgan (160 Euro) kamen, basieren nicht auf neuen Zahlen … die Bilanz des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2025/2026 kommt erst am 11. Februar.
Mit dem zu Jahresbeginn gelungenen Ausbruch aus der Konsolidierungszone nach oben würde die Aktie also erst einmal nur teurer, nicht lukrativer, denn dem charttechnisch bullischen Signal fehlt der fundamentale Unterbau. Und die Bewertung ist auf diesem Kursniveau ambitioniert: Man käme hier momentan auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35 für das Geschäftsjahr 2025/2026, wobei die Basis der Berechnung eine geschätzte Steigerung des Gewinns pro Aktie um 110 Prozent zum Vorjahr ist.
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Expertenmeinung: Zwar wäre ein KGV von 35 bei derart hohen, prozentualen Gewinnsteigerungen sogar noch eher günstig … aber nur, wenn man erwarten dürfte, dass der Gewinn auch 2026/2027 und danach in einer ähnlichen Größenordnung zulegt. Siemens Energy ist aber kein Hightech-Unternehmen in einem noch jungen, sich gerade erst entfaltenden Markt. Dieser Gewinnsprung wird u.a. durch das deutsche Infrastrukturprogramm und den massiven Bedarf an zusätzlicher Energieleistung durch wegen KI wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentren unterstellt. Das befeuert jetzt das Geschäft. Aber wird sich dieser Anschub auch weiter steigen?
Damit das KGV auf weniger ambitionierte Levels herunterkommt, müsste Siemens Energy nämlich in den Folgejahren noch mehr Gewinnwachstum generieren … sich auf dem dann höheren Niveau zu halten, würde nicht reichen. Und ob das gelingt, ist zumindest offen, denn dazu müssten diese derzeitigen, wachstumstreibenden Sondereffekte vorhalten, sich noch einmal intensivieren oder weitere hinzukommen.
Und auch das Unternehmen selbst greift ja, trotz überzeugender Wachstumsziele, nicht nach den Sternen. Was am Kapitalmarkttag verkündet wurde, war stark, war aber in Teilen des Markts sogar stärker erwartet worden … nicht umsonst sackte die Aktie am Tag der neuen Ziele bis knapp über 100 Euro durch. Jetzt notiert sie, ohne neue Nachrichten, gut 25 Prozent höher. Da mit engen Stop Loss Long zu arbeiten und in stärkere Aufwärtsimpulse hinein auch immer mal wieder ein klein wenig Kasse zu machen, wäre da allemal einen Gedanken wert!

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