Siemens Energy Aktie Prognose Siemens Energy: Das war wohl nichts. Greifen jetzt die Bären an?

News: Aktuelle Analyse der Siemens Energy Aktie

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Zeitweise lag die Siemens Energy-Aktie gestern mit großem Abstand an der Spitze der DAX-Gewinner. Bis zu 7,8 Prozent ging es als Reaktion auf die zuvor veröffentlichte Quartalsbilanz nach oben. Doch am Ende war das Plus dahin. Werden die Bären das ausnutzen?

Erst ein Kurssprung, dann ein Handelsende, bei dem die Aktie mit einem Viertelprozent übrig gebliebenen Gewinn unter „ferner liefen“ ins Ziel ging, bei so etwas pflegen diejenigen, die den Gesamtmarkt ohnehin auf bruchgefährdetem dünnem Eis sehen, genau hinzuschauen.

Rein aus charttechnischer Sicht war der Abverkauf zeitweiliger Gewinne für die Short-Seller auf jeden Fall eine Steilvorlage. Sie sehen im Chart, dass die Aktie dadurch knapp unter der übergeordneten, im Herbst 2021 etablierten Abwärtstrendlinie und der nur geringfügig darüber verlaufenden 200-Tage-Linie abgewiesen wurde und die Widerstandslinie bei 15,07 Euro damit weiterhin ein Widerstand ist. Und das auch noch bei überkauften markttechnischen Indikatoren, die andeuten, dass da noch allerhand Luft nach unten wäre, bevor die Bären sich zurückziehen könnten.

Aber man muss sich auch die hinter den Abgaben steckende Motivation ansehen. Waren die Quartalszahlen denn schlecht genug, um in steigende Kurse hinein auszusteigen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Energy Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das waren sie nicht. Im Gegenteil bot das vierte Quartal des hier immer am 30.9. endenden Geschäftsjahres positive Überraschungen. Der Umsatz lag bei 9,2 Milliarden Euro nach 8,2 Milliarden im vierten Quartal 2020/2021 und damit deutlich über der Prognose von 8,6 Milliarden. Gleiches galt für den Gewinn. Das EBITDA lag zwar nach einem Verlust im Vorjahr mit 594 Millionen „nur“ auf Höhe der Analysten-Erwartung, der Nettogewinn aber mit 378 Millionen (nach -383 Millionen im Vorjahr) deutlich über der Prognose von 240 Millionen. Zugleich lag auch der Auftragseingang mit 12,2 Milliarden weit über dem Umsatz, über dem Vorjahr und der Prognose. Da konnte man eigentlich kein Haar in der Suppe finden.

Und für das mittlerweile begonnene Geschäftsjahr 2022/2023 sieht Siemens Energy ein Umsatzplus zwischen drei und sieben Prozent und eine EBITDA-Gewinnmarge zwischen zwei und vier Prozent, was hieße: in diesem neuen Geschäftsjahr werden nach drei Verlustjahren endlich wieder solide schwarze Zahlen geschrieben. Was kann die Akteure da motiviert haben, in gestiegene Kurse hinein auszusteigen?

Erfahrungswerte. Denn seitdem die Siemens-Tochter Siemens Energy als eigenständige Aktie gehandelt wird, haben die Marktteilnehmer immer wieder erlebt, dass das Unternehmen ursprünglich gut aussehende Prognosen senkten musste. Da dürften viele die schnellen Gewinne mitgenommen haben, die davon ausgehen, dass es diesmal genauso kommt. Was zwar angesichts der dunklen Wolken über der Weltwirtschaft auch so kommen kann … aber nicht so kommen muss.

Es kann nicht schaden, die Widerstandszone aus Abwärtstrend- und 200-Tage-Linie bei derzeit 15,80/16,07 Euro, an der die Aktie gestern gescheitert ist, im Auge zu behalten. Ein zweiter und dann womöglich erfolgreicher Anlauf wäre denkbar, denn angenommen, Siemens Energy würde die 2022/2023er-Prognose ins Ziel bringen, wäre die Aktie einen Ausbruch nach oben allemal wert.

Siemens Energy-Aktie: Chart vom 16.11.2022, Kurs 14,52 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Siemens Energy Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Zu Beginn der Handelswoche war die technische Lage der Aktie des deutschen Energieunternehmens noch recht vielversprechend. Die Kurse konnten über Wochen hinweg eine stabile Konsolidierung über dem 20- und 50-Tage-Durchschnitt aufbauen und ein Breakout Richtung Norden erschien überaus wahrscheinlich.

Am Dienstag fassten sich einige Anleger dann ein Herz und versuchten den Ausbruch nach oben, doch die etwas instabile Börsenlage hat dieses mögliche Kaufsignal sofort wieder negiert. Zahlreiche Investoren warfen daraufhin das Handtuch und einige Bären schlossen sich dem Treiben sofort an. Aus dem vermeintlichen Kaufsignal wurde ein klares Verkaufssignal.

Expertenmeinung: Nun befindet sich die Aktie quasi wieder im freien Fall und Anleger können nur zusehen und abwarten, wo sich der nächste mögliche Boden bildet. Hierbei kommen zwei Pivot-Punkte ins Spiel. Zum einen der kleinere Support bei 18.42 EUR, welcher sich Anfang März bildete und dann der große Support bei 17.11 EUR, welcher Ende Februar entstand.

Dies sind aktuell mögliche Anlaufpunkte für die gestartete Korrektur. Vorerst sehe ich für die Siemens Energy noch kein Licht am Ende des Tunnels, weshalb die Aussichten auf der bärischen Seite bleiben.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 07.04.2022 Kurs: 19.20 Kürzel: ENR | Online Broker LYNX

Die Zahlen für das erste Geschäftsjahresquartal gingen mit einer Prognosesenkung einher. Damit hat Siemens Energy die Anleger einmal zu viel enttäuscht. Mit einem Minus von 16,63 crashte die Aktie am Freitag. Und in Sachen Schnäppchenjagd sollte man hier vorsichtig sein.

Das spanische Windkraftenergie-Unternehmen Siemens Gamesa ist eine Tochter der 2020 vom Siemens-Konzern abgespaltenen Siemens Energy einem Ausrüster für den Kraftwerkssektor. Diese Siemens Gamesa hat Probleme, musste zum Ende der Woche eine Gewinnwarnung ausgeben. Und da Siemens Energy zwei Drittel des Unternehmens hält, ist das Unglück von Gamesa auch das Unglück von Siemens Energy. Die korrigierten daraufhin am späten Donnerstagabend ihre Prognose für das am 1. Oktober begonnene Geschäftsjahr 2021/2022 nach unten:

Statt wie bislang zwischen -1 und +3 Prozent sieht man den Umsatz jetzt in der Spanne zwischen -2 und +3 Prozent. Wichtiger noch: Auch die EBITDA-Gewinnmarge wurde leicht nach unten genommen, von zuvor +3 bis +5 Prozent auf jetzt +2 bis +4 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber viel. Denn wenn von jedem umgesetzten Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen doch nur 2 bis 4 Cent statt 3 bis 5 Cent hängenbleiben, ist das prozentual natürlich ein gewaltiger Unterschied … und das, ohne dass der Umsatz als Ausgleich nennenswert zulegen würde. Die Wachstumsfantasie bewegt sich also mehr oder weniger bei null … und darauf reagierten die Anleger höchst eindeutig:

Expertenmeinung: Die Aktie brach fulminant aus ihrer vorherigen, ein halbes Jahr laufenden Handelsspanne zwischen dem Supportbereich 21,26/21,58 Euro und dem Widerstand bei 25,69 Euro nach unten aus und sackte mit diesem Minus von 16,63 Prozent nahe an das bisherige, im Oktober 2020 bei 18,36 Euro markierte Rekordtief.

Der Bruch dieser Handelsspanne hat zweifellos eine ganze Reihe an Stop Loss-Verkaufsorders ausgelöst, die den Selloff dadurch noch intensivierten. Und darüber hinaus traf diese negative Nachricht auf einen bereits höchst nervösen Gesamtmarkt und fast überall fallende Kurse. Das dürfte vielen die Entscheidung, auch noch bei bereits schwachen Kursen zu verkaufen, erleichtert haben. Aber dass die Siemens Energy-Aktie im Handelsverlauf trotz dieses immensen Abschlags keinerlei nennenswerte Versuche sah, dieses Minus einzugrenzen, ist ein Warnsignal.

Diese Prognosesenkung war beileibe nicht die erste. Die Wachstumsperspektive, die man beim Börsenstart 2020 kommunizierte, wurde schon mehrfach gedämpft. Und wenn eine Aktie die Anleger so oft enttäuscht, muss man sie als „verbrannt“ einstufen. Es ist daher gut möglich, dass sich Erholungsversuche auch in den kommenden Wochen in Grenzen halten, weil kaum jemand die Aktie noch anpacken mag. Nur ganz bewusst risikofreudige Trader würden hier wohl erwägen, die Aktie mit einem Stoppkurs unter dem Allzeittief bei 18,36 Euro einzusammeln. Denn aus fundamentaler Sicht könnte man Siemens Energy auch jetzt noch nicht als „Schnäppchen“ ansehen.

Siemens Energy Aktie: Chart vom 21.01.2022, Kurs 19,12 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des deutschen Elektro- und Energietechnikherstellers befindet sich schon seit geraumer Zeit unter Beschuss. Der Grundstein zu dieser Talfahrt wurde sogar schon im Januar gelegt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Siemens Energy-Aktie noch in einer stark bullischen Gesamtphase, doch die teils parabolischen Entwicklungen forderten ihren Tribut.

Nach den ersten heftigeren Korrekturen konnten sich die Kurse zwar fangen, doch es bildete sich eine klare Folge von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Die heftige Kurslücke, welche ein wenig später im Juli aufgerissen wurde, war quasi die Spitze des Eisberges. Seither konnte sich das Wertpapier zwar erneut stabilisieren, doch von einer Rallye ist derzeit weit und breit nichts zu sehen.  



Expertenmeinung: Zuletzt näherten sich die Kurse erneut der immens wichtigen Unterstützung rund um den Bereich von 21.50 EUR. Bereits im Oktober führte die Berührung dieser Ebene zu einem Kaufsignal, welches eine kleine Zwischenrallye auslöste. Könnte dies erneut passieren?

Durchaus, doch hierzu müssten die Kurse zumindest über der Marke von 22.50 EUR schließen, um den Willen der Bullen zu untermauern. Was wir keinesfalls sehen wollen, wären Schlusskurse unter dem Bereich von 21.50 oder gar 21.00 EUR. Dies wäre dann wohl das Ende jeglicher Hoffnung auf eine baldige Erholung der Aktie.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 20.12.2021 Kurs: 21.76 Kürzel: ENR | Online Broker LYNX