Siltronic legte am Donnerstag den Ausblick auf das Jahr 2026 vor. Die Angaben enttäuschten, die Aktie fiel … aber bevor sie aus ihrer Handelsspanne herausfallen konnte, kamen am Freitag Käufe auf. Könnte eine Abwärtswende damit bereits vom Tisch sein?
Wird Siltronic bald wieder steigende Nachfrage und mit ihr auch wieder steigende Gewinnmargen sehen und zur Wachstumsdynamik früherer Jahre zurückkehren? Darauf setzten diejenigen, die seit September kräftig zugegriffen haben. So massiv, dass sich der Kurs zeitweise verdoppelt hat. Dass die am 3. Februar vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse für 2025 unterm Strich eher mager ausfielen, störte dabei nicht allzu sehr. Immerhin ist nicht der Blick zurück für die Akteure entscheidend, sondern der nach vorne. Und dazu kamen zu diesem Zeitpunkt noch keine Informationen. Zwar reagierte die Aktie trotzdem negativ, aber es gelang, den Kurs schnell wieder in die Handelsspanne zwischen 49,00 zu 57,40 Euro zurück zu bugsieren.

Eine Bärenfalle war entstanden, die dann auch, wie oft, zu einem Gegenangriff der Bullen genutzt wurde. Die Aktie zog mehrere Tage am Stück an und überbot diese Handelsspanne dann zum Handelsende des Mittwochs. Das Vorjahreshoch (61,75 Euro) kam in Reichweite. Doch statt Anschlusskäufen tauchten am Donnerstag Verkäufe auf, denn da wurde Kursphantasie in von Siltronic vorgelegte Fakten getauscht: Der Ausblick für das Jahr 2026 kam auf den Tisch … und der war kaum weniger unerfreulich als der Blick zurück.
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Expertenmeinung: Denn der Wafer-Hersteller avisierte für das laufende Jahr einen Umsatz, der nicht steigen, sondern im Fall von gleichbleibenden Wechselkursen im einstelligen Prozentbereich sinken soll. Und das würde nicht durch eine bessere operative Gewinnmarge (EBITDA-Marge) aufgefangen, denn da prognostiziert Siltronic eine Spanne zwischen 20 und 24 Prozent nach 23,3 Prozent im Jahr 2025. Kurz: Der operative Gewinn wird, wenn man im Rahmen dieses Ausblicks bleiben sollte, erneut fallen. Die Aussage des CEO im Rahmen des Statements dazu: „2026 bleibt ein Jahr mit Gegenwind.“
Dass das den Optimisten den Teppich unter den Füßen wegzog, konnte nicht überraschen, die Aktie rutschte als Reaktion auf den Ausblick am Donnerstag um 11,2 Prozent ab. Am Freitag folgten Anschlussverkäufe, die in der Spitze Verluste von 7,4 Prozent ausmachten und die Aktie aus ihrer Handelsspanne nach unten hinausdrückten, aber:
Zum Handelsende lag das Minus nur noch bei 0,7 Prozent … und Siltronic schloss dadurch wieder innerhalb dieser Trading-Range zwischen 49,00 zu 57,40 Euro. Gefahr gebannt, zweite Bären-Attacke in kurzer Zeit niedergerungen … heißt das „freie Bahn zurück an das obere Ende der Range und idealerweise diesmal wirklich darüber hinaus“? Darauf könnte man als bullisch ausgerichteter Trader hoffen. Nur bekommt man nicht immer, was man sich erhofft.
Und in diesem Fall wäre aus meiner Sicht erhöhte Skepsis in Bezug auf durch eine Bärenfalle generiertes Aufwärtspotenzial angebracht. Denn als es zuvor kurz unter die Handelsspanne ging, wussten die Marktteilnehmer ja noch nicht, was sie jetzt wissen: Dass es mit der Wiederbelebung des Wachstums bei Siltronic vorerst nichts wird. Daher hätte man, auch und gerade angesichts des immensen Anstiegs der Aktie seit September, die einpreiste, was jetzt nicht kommen wird, auch nach dieser Reduzierung der Freitags-Verluste ein ausreichend hohes Risiko erneuter Abgaben, um hier in Sachen Long-Trades äußerst vorsichtig zu sein.
Quellen:
Prognose für das Geschäftsjahr 2026, 12.02.2026:
https://www.siltronic.com/de/presse/presseinformationen/siltronic-gibt-prognose-fuer-das-geschaeftsjahr-2026-bekannt.html
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