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DAX-Prognose 2026: Wie könnte sich der deutsche Aktienmarkt entwickeln?

DAX-Ausblick: Wie könnte sich der DAX 2026 entwickeln?
von Wendelin Probst
10.02.2026 | 17:31 Uhr

Die Aktienanalysen von Wendelin Probst basieren in erster Linie auf fundamentaler Analyse. Hierbei legt der Autor besonderen Wert auf Umsatz- und Gewinnwachstum, Innovationskraft und Marktposition eines Unternehmens. Auch allgemeine Rahmenbedingungen wie Konjunkturzyklus, Branchen- und Zukunftstrends werden in seinen Studien berücksichtigt. Neben den fundamentalen Aspekten stellt der Autor zur Einordnung der aktuellen Aktienkursentwicklung auch grundlegende markt- und charttechnische Betrachtungen an. Dies könnte beispielsweise die Börsenphase sein, in der sich der Aktienmarkt zum Betrachtungszeitpunkt befindet (z. B. Bullenmarkt, Korrektur oder Seitwärtsphase) oder der Trendverlauf der Aktie (z. B. Abwärtstrend oder Aufwärtstrend).

DAX Prognose: Aktuelle DAX Entwicklung und Ausblick | Online Broker LYNX
Das Jahr 2025 verlief für Aktienanleger erneut sehr erfreulich, sodass nun bereits das dritte positive Börsenjahr in Folge zu verzeichnen war. Nachdem es zu Jahresbeginn sehr turbulent zuging und die Kurse – ausgelöst durch Donald Trumps Zollpläne – stark ins Rutschen kamen und der DAX ein Tief von 18.489 Punkten markierte, erholte sich der Aktienmarkt rasch und kletterte im Jahresverlauf 2025 auf neue Rekordstände. Der DAX-Index beendete das Jahr schließlich bei 24.490 Punkten und konnte damit ein Jahresplus von +23 % einloggen. Die Aufwärtsbewegung setzte sich bis zu einem vorläufigen neuen Allzeithoch von 25.507 Punkten Mitte Januar fort, ehe eine Konsolidierung einsetzte.

In dieser DAX-Prognose 2026 analysieren wir, ob deutsche Aktien trotz der Kursanstiege in den letzten Jahren weiterhin attraktiv für neue mögliche Investments sein könnten und mit welcher Kursentwicklung Sie beim DAX  im Jahr 2026 rechnen könnten. Wir schauen uns mögliche DAX-Kursziele an und wagen einen DAX-Ausblick.

Der DAX bildet die umsatzstärksten börsennotierten deutschen Unternehmen ab.

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Mit welchen Finanzprodukten (z.B. DAX-ETFs, DAX-CFDs, DAX-Futures, DAX-Optionen oder DAX-Zertifikate) Sie von Kursbewegungen des DAX-Index optimal profitieren könnten, lesen Sie in unserem Artikel „Wie Sie den DAX-Index am besten handeln können“.

Inhalt

DAX-Rückblick 2025: Allzeithoch

Nach einem Vorjahresplus im DAX von +18,9 % verlief auch das Jahr 2025 für die Aktienmärkte sehr erfreulich. Die meisten großen Börsen verzeichneten zweistellige Zuwächse, und einige Indizes, wie der amerikanische Dow-Jones-Index oder auch der deutsche DAX-40-Index, erreichten neue Allzeithochs. Der DAX kletterte von 16.828 Punkten zu Jahresbeginn auf 19.909 Punkte am 31.12.2024 und verzeichnete damit erneut einen beachtlichen Kurszuwachs von +18,9 %. Damit gelang dem wichtigsten deutschen Aktienindex der zwölfte Jahresgewinn in den letzten vierzehn Jahren.

Jährliche DAX-Entwicklung von 2016 bis 2025

JahrPerformance
2016+6,87 %
2017+12,51 %
2018-18,26 %
2019+25,48 %
2020+3,55 %
2021+15,79 %
2022- 12,35 %
2023+20,31 %
2024+18,85 %
2025+23,01 %

DAX aktuell: Wachstumsprognose

Mitte Januar erzielte der DAX 40 ein neues Hoch von 25.507 Punkten. Und das, obwohl die deutsche Wirtschaft nach wie vor schwächelt. Laut ifo-Institut steckt Deutschland mittlerweile seit mehr als zwei Jahren in einer Krise fest, wobei konjunkturelle und strukturelle Faktoren belastend wirken. Bereits im Jahr 2023 gab es mit einem BIP-Rückgang von -0,3 % eine Rezession bzw. genauer gesagt eine Stagflation (wirtschaftlicher Rückgang bei steigenden Preisen). Im Jahr 2024 erfolgte ein weiterer Rückgang um -0,2 %, sodass das BIP nur noch knapp über dem Level des Jahres 2019 lag. In der Winterprognose rechnet das ifo-Institut bei den Wachstumsaussichten für 2025 mit einem mickrigen Zuwachs von +0,1 % und für 2026 mit gerade mal +0,8 % Plus. Die Experten des Instituts hatten die Prognose für 2026 im Vergleich zum Herbstgutachten um -0,5 % zurückgenommen. Nach einer Talsohle im Winterhalbjahr 2024/25 sollen dieses Jahr vor allem fiskalische Impulse der neuen Bundesregierung zu ein wenig mehr Wachstum führen. Belastend wirken allerdings der schleppende Strukturwandel sowie die Zollpolitik der USA.

Welche globalen Themen bestimmen die DAX-Richtung im Jahr 2026 und darüber hinaus?

Die Börse wird aktuell weiterhin durch die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Trump, die Zins– und Inflationsdynamik sowie durch geopolitische Konflikte und Unsicherheiten geprägt. Da sich die Preissteigerungsraten zuletzt einigermaßen in Grenzen hielten, setzte die tonangebende US-Notenbank Fed zur Stützung des schwachen Arbeitsmarktes den Ende 2024 begonnenen Zinssenkungszyklus zuletzt mit weiteren Zinsschritten fort. Marktexperten erwarten für dieses Jahr zwei weitere kleine Zinsschritte um jeweils 25 Basispunkte.

Ansonsten sind es neben der umstrittenen Zoll- und Handelspolitik des US-Präsidenten Trump die zahlreichen geopolitischen Konflikte, die für unerwartete Entwicklungen sorgen könnten. Während beim Ukraine-Krieg nach wie vor kein Frieden in Sicht ist und möglicherweise eine Eskalation droht, könnte es zwischen dem Iran und den USA nach der gewaltsamen Niederschlagung der landesweiten Proteste zu einer Verhandlungslösung kommen. Zumindest als Drohkulisse hat US-Präsident Trump ein starkes militärisches Aufgebot Richtung Golfstaaten verlagert. Eine Eskalation ist natürlich auch hier nicht ausgeschlossen. Die Spannungen zwischen China und Taiwan bzw. China und den USA sind zuletzt ebenfalls wieder hochgekocht.

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DAX-Prognose: Aktien trotz schwächelnder Wirtschaft weiterhin gefragt

Sehen wir uns für unsere DAX-Prognose zunächst das „große Bild“ an. Da Privatanleger „nur“ ca. 13 % der DAX-Anteile halten, wird der Handel von institutionellen Großanlegern dominiert, die die DAX-Entwicklung beeinflussen. Diese stehen stets unter dem Druck, gewaltige Summen möglichst rentabel anzulegen, denn ansonsten ziehen die jeweiligen Geldgeber schnell ihre Mittel ab. Die Renditen von Anlagealternativen zu Aktien wie Bankeinlagen oder (Staats-)Anleihen notieren zwar etwas höher als zu den Tiefs vor wenigen Jahren, sind aber nach wie vor unattraktiv. Denn deren Rendite liegt kaum über der aktuellen Inflationsrate. Andere Alternativen gibt es so gut wie nicht, denn Immobilien sind für professionelle Anleger zu illiquide, zu teuer und wegen Preissteigerungen und relativ hohen Bauzinsen unrentabler als noch vor einigen Jahren. Und auch Gold, welches in den letzten Jahren einen enormen Anstieg erfuhr, ist gemessen an den gewaltigen Anlagesummen, die am Kapitalmarkt bewegt werden, ein relativ kleiner Markt und zudem ebenfalls schwankungsanfällig, wie die Preisturbulenzen Ende Januar gezeigt haben.

Wer mehr zu Immobilieninvestments lesen möchte, dem empfehlen wir unsere Artikel „Offene Immobilien-Fonds für Privatanleger“ und „REITs – Immobilien-Aktien für Dividendenjäger“.

Aus Mangel an wirklich attraktiven Anlagealternativen ist der Aktienmarkt für Anleger weiterhin der interessanteste Markt – zumindest, solange die Inflation einigermaßen unter Kontrolle bleibt.

DAX-Bewertung: Nicht mehr günstig

Expertenschätzungen für das aktuelle DAX-40-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) im Jahr 2026 liegen aktuell bei ca. 18,5. Damit sind die deutschen Blue Chips im historischen Vergleich eher teuer bewertet. Denn damit liegt das DAX-KGV historisch betrachtet eher im oberen Bewertungsbereich. Im Mittel schwankt das Kurs-Gewinn-Verhältnis zwischen 12 und 15. Ein DAX-KGV im Jahr 2025 von 18,5 besagt, dass die 40 Werte im Durchschnitt 18,5-mal mehr kosten als die erwarteten Nettogewinne der DAX-Konzerne in diesem Jahr. Im Vergleich dazu liegt das KGV des amerikanischen S&P-500-Index bei ca. 27,4 und damit etwa +50 % höher. Doch richtig vergleichen lassen sich die beiden Indizes nicht. Denn wenn die Aktien der kriselnden deutschen Autobauer BMW, Mercedes, VW, Daimler Truck, Porsche und Zulieferer Continental, die aufgrund der trüben Gewinnaussichten mit sehr niedrigen einstelligen KGVs (teilweise unter 6) gehandelt werden, aus dem Index gerechnet werden, dann bewegt sich das DAX-KGV sogar deutlich über 20 und damit oberhalb des historischen Durchschnitts. Auf der anderen Seite erhöhen gehypte Big-Tech-Aktien wie Apple, Nvidia, Microsoft, Tesla, Amazon, Meta und Alphabet (Google) das KGV des S&P 500 aufgrund ihrer hohen Gewichtung beträchtlich. Dadurch relativiert sich das DAX-KGV im Vergleich zu den US-Indizes wieder etwas.

Zudem basiert das erwartete KGV auf Prognosen. So könnte beispielsweise eine noch schwächere konjunkturelle Entwicklung zu einer Anpassung der Gewinnschätzungen und einem entsprechend höheren DAX-KGV führen. Umgekehrt würde eine stärkere Konjunktur ein niedrigeres und damit attraktiveres KGV schaffen. Doch unterm Strich können deutsche Aktien aktuell nicht als Schnäppchen bezeichnet werden.

Geldanlage ist immer „relativ“: Aktienmarkt weiterhin attraktiv

Doch Geldanlage ist immer relativ zu betrachten: Es kommt stets darauf an, welcher Anlageklasse bezüglich Werterhalt, Wertentwicklung und Risiko im Vergleich die beste und stabilste Entwicklung zugetraut wird. In diese Richtung fließt das Kapital wie eine Flüssigkeit in einem Gefälle. Doch auch wenn deutsche Aktien derzeit nicht mehr günstig bewertet sind:

Für einen DAX-Ausblick reicht es nicht aus, sich (eindimensional) das historische Bewertungsniveau von Aktien anzuschauen, sondern es müssen auch (multidimensional) andere Faktoren wie Inflationsrate, Zinsniveau, Investmentalternativen und Konjunkturzyklus in Relation gesetzt werden. Je höher das Zinsniveau zum Beispiel, desto weniger attraktiv sind Dividendenpapiere. Denn wieso sollte ein Investor ein volatiles (schwankungsstarkes) Wertpapier mit 3 % Dividendenrendite kaufen, wenn er dieselbe Rendite auch mit erstklassigen Staatsanleihen und kalkulierbaren Kapitalflüssen erzielen kann? Zudem blickt die Börse immer ein gutes Stück in die Zukunft. Daher müssen noch weitere Fragen beantwortet werden. In welche Richtung entwickeln sich die Zinsen, die Teuerungsrate und die daraus resultierenden Realzinsen (Zinsen minus Inflationsrate)? Befinden wir uns trotz trüber Aussichten vielleicht vor einem wirtschaftlichen Aufschwung oder steht möglicherweise eine heftige Rezession bevor? Erst dann, wenn sich durch die Betrachtung der wichtigsten Faktoren ein klares Gesamtbild ergibt, lässt sich die Attraktivität von Aktien beurteilen.

Aktienkurse können auch in Rezessionen steigen

Viele Anleger sind überzeugt, dass Aktienmärkte in Rezessionen stets fallen müssen. Das ist aber ein Irrtum, wie wir beispielsweise in den Jahren 2023 bis 2025 gesehen haben. Historisch betrachtet steigen Aktienkurse vor allem dann, wenn die Mehrheit der Anleger fallende Kurse erwartet oder sich aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen oder (geo)politischen Nachrichtenlage mit Aktien-Investments eher unwohl fühlt. Denn dann gibt es immer wieder genug Anleger, die ihre Skepsis ablegen und einsteigen. Auf der anderen Seite beginnen die Kurse meist dann zu fallen, wenn der Optimismus in Euphorie übergeht. Und deshalb passiert an der Börse meist das Gegenteil von dem, was die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet. Unternehmensanteile sind als Sachwerte vor allem in politisch unsicheren Zeiten mit hoher Inflationsrate, sinkenden Zinsen und einer immer höheren Staatsschuldenlast eine Alternative zu Gold. Und dies rechtfertigt aus Sicht der Investoren etwas höhere Bewertungen als in Zeiten wirtschaftlicher Stabilität mit geringer Staatsverschuldung und Vertrauen in die Politik.

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Verschuldung, Protektionismus, Abgrenzung und Populismus in der Politik: Aktien bieten Auswege für Anleger

Auch wenn es immer wieder mal Krisen gab: Das politische Klima der wichtigsten Wirtschaftsnationen war jahrzehntelang auf internationaler Ebene meist relativ harmonisch und von verbesserten Handelsbeziehungen, Marktöffnungen (Stichwort: Globalisierung) und Zusammenhalt geprägt. Seit rund zehn Jahren hat sich der Wind jedoch gedreht und weht seitdem eher in Richtung Protektionismus,mAusgrenzung, Autoritarismus, Deglobalisierung, Populismus, Ressourcen-Nationalismus und zunehmenden internationalen Feindseligkeiten. Politikern und Regierungen zu vertrauen, fällt vielen Bürgern und Bürgerinnen deshalb zunehmend schwerer als zuvor, und in vielen Ländern kommt es zu einem Rechtsruck und gesteigertem Nationalismus. Ausufernde Defizite und enorme Staatsausgaben belasten die Haushalte aller westlichen Wirtschaftsnationen. Investoren sind deshalb immer weniger gewillt, ihr Kapital freiwillig in die Papiere hoch verschuldeter Staaten anzulegen.

Zuletzt haben sowohl die US-amerikanische Fed als auch die europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen gesenkt, denn trotz Boom in der Tech-Branche schwächeln viele Bereiche der Wirtschaft. So liegen die 10-jährigen Anleihezinsen in den USA wieder bei 4,23 % und damit wieder deutlich über den 3,6 %, die im September 2024 verzeichnet wurden. Zwar liegt die aktuelle Rendite einer 10-jährigen Deutschen Bundesanleihe mit 2,84 % knapp über der für Januar geschätzten Inflationsrate von 2,1 %, aber die Kerninflationsrate ohne Nahrungsmittel und Energie liegt etwas höher bei 2,5 %. Die Kaufkraftverluste werden also aktuell gerade so durch Zinszahlungen ausgeglichen. Dazu kommt: Sollten die Renditen vom aktuellen Niveau aus wieder steigen, so drohen den Anleihegläubigern Verluste. Denn bekanntlich steigen Anleihen nur im Kurs, wenn sich die Erwartungen, was Zinssenkungen angeht, verbessern. Werden die Aussichten diesbezüglich hingegen gedämpft, so fallen die Anleihenkurse.

Aktien stellen für Anleger weiterhin einen von wenigen möglichen Auswegen aus dieser Misere dar. Denn während Währungen und Staatsanleihen „nur“ auf politischen Versprechungen und damit auf dem Anlegervertrauen basieren, werden Aktien profitabler Unternehmen auch in Zukunft deren Ertragswert sowie das allgemein gestiegene Preisniveau reflektieren. Investoren bevorzugen aktuell für ihre Kapitalanlage eher das Eigenkapital privater Unternehmen, anstatt mit ihrem Geld die ausufernde Staatsverschuldung weiter zu finanzieren.

Alles in allem sind die Aussichten für deutsche Aktien unterm Strich eher neutral zu bewerten. Auf der einen Seite stehen die relativ hohen Bewertungen sowie wirtschaftliche und konjunkturelle Risiken. Auf der anderen Seite fehlt es aufgrund der Schuldenkrise und der weiterhin nicht zu vernachlässigenden Inflation an attraktiven, liquiden Investmentalternativen. Die Entscheidungsgründe, in Aktien zu investieren, sind daher nicht unbedingt nur fundamentaler Natur. Mittel- bis langfristig könnte der DAX-Index, dessen 40 enthaltene Werte mehr als drei Viertel der Marktkapitalisierung des nationalen Aktienmarkts abbilden, eher mehr als Schutz gegen Inflation und Schuldenkrise dienen – so wie dies historisch immer wieder der Fall war. In der Geschichte des Aktienmarktes wurden in inflationären Phasen allerdings vor allem Substanzwerte wie beispielsweise Rohstoff-Aktien oder Industrie-Aktien mit hohem Eigenkapital präferiert, während Technologie-Aktien eher in deflationären Phasen prosperierten. Sehen wir uns zu guter Letzt für unseren DAX-Ausblick im nächsten Abschnitt auch noch das längerfristige Chartbild an.

DAX-Prognose heute: Langfristiger Aufwärtstrend intakt – Rückschlaggefahr steigt

Um ein übergeordnetes Bild der technischen Verfassung einer Aktie oder eines Index zu bekommen, sollte man immer erst einen Blick auf längerfristige Charts werfen und sich dann die untergeordneten Zeitebenen ansehen, die fürs Trading oder die Aktienanlage meist relevanter sind. Im 10-Jahres-Chart ist zunächst ein langfristiger Aufwärtstrend erkennbar. Start war bei ca. 9.500 Punkten. Nach einem Anstieg auf ca. 13.800 Zähler folgte Anfang 2020 der Corona-Crash, bei dem es im Tief auf 8.255 Punkte hinabging. Doch der Kurseinbruch war anschließend erstaunlich schnell wieder aufgeholt. Der langfristige Aufwärtstrend hat sich zuletzt deutlich beschleunigt – daran ändert auch der kurzfristige Einbruch im April 2025 nichts.

DAX-Entwicklung – 10-Jahres-Chart DAX-Performance-Index

DAX-Prognose - Wie könnte sich der deutsche Aktienmarkt entwickeln? -Kursentwicklung DAX-Performance-Index von Januar 2016 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
DAX-Index: 10-Jahres-Chart vom 09.02.2026, Kurs: 24.907 Punkte | Quelle: TWS

DAX – Mittelfristige Performance

Auch bei der Betrachtung des 5-Jahres-Charts ist erkennbar, dass sich der deutsche Aktienindex trotz aller Widrigkeiten, Krisen und Rücksetzer nach wie vor im Aufwärtstrend befindet. Der DAX kletterte nach der Corona-Krise bis Mitte Januar 2026 in der Spitze auf bis zu 25.507Punkte, ein Zuwachs von satten +82 % im Vergleich zum Ausgangsniveau Anfang 2021.

Im Vergleich zu den US-Indizes hinken die DAX-40-Werte damit im längerfristigen Vergleich trotzdem weit hinterher. Die großen drei amerikanischen Aktienindizes Nasdaq 100, Dow Jones und S&P 500 konnten seit Herbst 2020 noch erheblich stärker zulegen.

DAX-Entwicklung – 5-Jahres-Chart DAX-Performance-Index

DAX-Prognose - Wie entwickelt sich der deutsche Aktienmarkt? - Kursentwicklung DAX-Performance-Index von Januar 2021 bis Januar 2026 | Online Broker LYNX
DAX-Index: 5-Jahres-Chart vom 30.09.2025, Kurs: 23.793 Punkte | Quelle: TWS

Nachdem sich der Aufwärtstrend ab dem Jahreswechsel 2025 beschleunigt hat, gibt es – bis auf das kürzlich erzielte Allzeithoch – keine erkennbaren charttechnischen Widerstände. Durch den Rücksetzer im Frühjahr 2025 war die zu diesem Zeitpunkt vorherrschende, sehr euphorische Stimmung vorerst abgebaut worden. Zuletzt konsolidierte der Index nur knapp unterhalb seines neuen Allzeithochs. Eine Trendfortsetzung ist deshalb das wahrscheinlichste Szenario, auch wenn das Kurspotenzial angesichts der hohen Bewertungen eher moderat erscheint.

Dennoch dürfte es natürlich früher oder später auch wieder zu einer deutlicheren Korrektur oder einem Bärenmarkt kommen. Aktuell sieht das charttechnische Gesamtbild mit Blick auf das Jahr 2026 insgesamt jedoch recht positiv und vielversprechend aus, denn schnelle Erholungen nach Rücksetzern (wie Anfang 2025) und enge Konsolidierungen nach neuen Hochs sind meist bullisch. Wichtig wäre nun jedoch, dass das Tief vom Herbst bei knapp 23.000 Punkten nicht nachhaltig unterschritten wird, denn dann könnte sogar das Tief von Anfang 2025 getestet werden. Doch die genannte Unterstützung liegt aktuell bereits wieder fast 2.000 Zähler unter dem aktuellen Kursniveau.

Dennoch sollten Anleger flexibel auf das Marktgeschehen reagieren, denn es gibt zahlreiche Unsicherheitsfaktoren wie die Handelspolitik der USA und die geopolitischen Krisen. In politisch unsicheren Zeiten könnte es deshalb sicher nicht schaden, Positionen mit (ausreichend weiten) Stopps abzusichern.

DAX-Prognose 2026: Substanz und Dividenden schlagen Wachstum

Nachdem der DAX unsere optimistischen Kursziele in den letzten Jahren allesamt erreicht hat und nun auch unser Kursziel für 2025 von 24.000 Punkten übertroffen hat, ist unser Kursziel für 2026 etwas vorsichtiger. Sollte es keine weiteren negativen Überraschungen in Sachen Geopolitik, Inflation, Strafzölle, Konjunktur oder Zinsen geben, so könnte der DAX durchaus bis auf 27.500 Punkte klettern – vor allem dann, wenn sich die Unternehmensgewinne im Jahr 2026 positiv entwickeln. Die Zielmarke würde vom aktuellen Niveau von knapp 24.900 Punkten aus gerechnet einem Kurszuwachs von immerhin ca. +10,5 % entsprechen. Weitere zwischenzeitliche Rücksetzer sind allerdings nicht auszuschließen. Auch eine mehrmonatige Korrektur ist durchaus denkbar. Wir wagen auch die Prognose, dass Substanzwerte, d. h. beispielsweise dividendenstarke Aktien aus den Bereichen Rohstoffe, Versicherungen, Banken, Konsum und Pharma, besser performen werden als der im Jahr 2025 heißgelaufene Tech- und Wachstumsaktien-Sektor.

Aktien sind aus unserer Sicht zwar sehr hoch bewertet, relativ zu allen anderen Alternativen betrachtet, zumindest noch attraktiver als Staatsanleihen. Insbesondere mit Blick auf die globale Schuldenkrise. Die DAX-40-Aktien versprechen daher wohl auch 2026 und darüber hinaus positive Renditen, wenngleich das Potenzial im Vergleich zu den Anstiegen der letzten beiden Jahre eher moderat scheint. Doch auch stabile Kurse und Dividenden könnten für Investoren attraktiv sein. Wer Aktien aus dem DAX oder andere DAX-Anlageprodukte besitzt, kann diese weiterhin halten und gegebenenfalls kleine Zukäufe tätigen. Für langfristige, großangelegte Neueinstiege hingegen sollte die nächste größere Korrektur abgewartet werden.

Quellen:
Tagesschau: Wem gehört der DAX? (09.02.2026); https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/dax-investoren-kleinanleger-aktien-blackrock-100.html
Handelsblatt: Wo Strategen den deutschen Leitindex Ende 2026 sehen (09.02.2026); https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/trends/dax-wo-strategen-den-deutschen-leitindex-ende-2026-sehen/100175469.html
Ifo Institut: ifo Konjunkturprognose Winter 2025: Der Strukturwandel hat Deutschland fest im Griff (09.02.2026); https://www.ifo.de/fakten/2025-12-11/ifo-konjunkturprognose-winter-2025-der-strukturwandel-hat-deutschland-fest-im-griff
World PE Ratio: Germany Stock Market: current P/E Ratio (09.02.2026); https://worldperatio.com/area/germany/
World PE Ratio: S&P 500 Index: current P/E Ratio (09.02.2026); https://worldperatio.com/index/sp-500/
Bloomberg: Rates & Bonds (09.02.2026); https://www.bloomberg.com/markets/rates-bonds
Investorpedia: Inflation’s Impact on Stock Returns (09.02.2026); https://www.investopedia.com/articles/investing/052913/inflations-impact-stock-returns.asp

Noch mehr Prognosen

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.02.2026 um 16:54 Uhr. Wir beabsichtigen, diesen Artikel mindestens alle 12 Monate zu aktualisieren.


Wendelin Probst ist seit 1998 an der Börse aktiv und schreibt als Finanzjournalist seit mehr als 20 Jahren für verschiedene Finanzmedien. Nach dem Finanzwirtschafts-Studium und einem Praktikum bei der Börse München war er zunächst als Investor Relations Manager für mehrere deutsche Prime-Standard-Aktiengesellschaften tätig, bevor er sich 2007 als Tradingexperte und Finanzjournalist selbstständig machte. Seine Expertise liegt im Bereich Wachstums- und Technologieaktien, die er nach fundamentalen und charttechnischen Aspekten analysiert.

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