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MTU Aero Engines legte am Dienstag überzeugende Zahlen zum Jahr 2025 vor … aber die Aktie schloss als zweitgrößter Verlierer im DAX. Was diejenigen störte, die da verkauften, war nicht der Blick zurück, sondern der nach vorne. Aber wie problematisch ist dieser Rücksetzer?
Der Umsatz und der Gewinn auf EBIT-Basis übertrafen die Konsens-Prognose der Analysten. Um 18 Prozent lag der Umsatz über dem des Jahres 2024, beim EBIT, also vor Zinsen und Steuern, betrug das Plus überproportional 29 Prozent, basierend auf einer soliden von 14,0 auf 15,5 Prozent gesteigerten EBIT-Gewinnmarge. An diesem Ergebnis konnte man eigentlich selbst dann nicht herummäkeln, wenn man sich Mühe gab.
Was jedoch nicht so recht gefallen mochte, war, dass der Triebwerkhersteller für das laufende Jahr keine vergleichbar grandiosen Wachstumsraten in Aussicht stellte. MTU Aero Engines sieht den Umsatz zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro nach 8,76 Milliarden im Jahr 2025, das wäre ein Korridor zwischen +5 und +11 Prozent. Aber beim EBIT-Gewinn peilt man „nur“ 1,35 bis 1,45 Milliarden nach 1,35 Milliarden Euro an. Also ein Anstieg zwischen 0 und etwa 7,5 Prozent, weniger als der Umsatzzuwachs. Schlussfolgerung:
Tendenziell dürfte 2026 eine niedrigere EBIT-Gewinnmarge bringen, die rechnerischen, auf Umsatz- und EBIT-Prognose basierenden Eckwerte wären 13,9 bis 15,8 Prozent, 2025 waren es, wie oben geschrieben, 15,5 Prozent gewesen. Enttäuschend?
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Expertenmeinung: Für Anleger, die einfach davon ausgehen, dass Wachstum eine Einbahnstraße ist, die man erwarten und einfordern könne, sicherlich ja. Aber wohl kaum für Anleger, die verstehen, dass man starke Leistungen wie die des Vorjahres nicht beliebig wiederholen kann, denn dazu muss das Umfeld passen … das viele Aspekte beinhaltet, die MTU nicht beeinflussen kann. Und so mancher könnte sich auch daran erinnern, dass sich das Unternehmen in der Vergangenheit sorgsam davor gehütet hatte, sich bei Prognosen zu weit aus dem Fenster zu lehnen, was hieße: Zumindest die Chance, dass man Anfang des zweiten Halbjahres beim Ausblick noch ein wenig höher geht, wäre da.
Ein Ausblick, der eine echte Abwärtswende für den Aktienkurs einläuten müsste, war das also nicht, zumal die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) jetzt auf Basis des gemeldeten 2025er-Gewinns bei 20,8 läge, ein Wert, der nicht gerade am unteren Ende der letzten Jahre liegt, aber von zeitweiligen Bewertungs-Hochs noch weit entfernt ist. Und ein leichter Anstieg des Gewinns wurde ja nichtsdestotrotz mit dieser Prognosespanne von 1,35 bis 1,45 Milliarden angedeutet, wenn man die Mitte der Range als Maßstab nimmt, so dass das geschätzte KGV für 2026 nicht höher läge.
Zugleich zeigt der Chart, dass die MTU-Aktie zwischen 328 und 370 Euro eine breite Supportzone vorfindet, deren oberes Ende am Dienstag gehalten werden konnte. Dieser vorsichtige 2026er-Ausblick mag zwar den Weg zurück an oder gar über das bisherige, gerade erst in der vergangenen Woche bei 404,80 Euro markierte Rekordhoch zäh gestalten. Aber eine Basis, um mit dieser Aktie im Depot nervös zu werden, waren diese Zahlen nicht.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick für 2026, 24.02.2026:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/MTX.DE/analyst-insights/
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