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CTS Eventim Aktie Prognose CTS Eventim: Das sieht immer mehr nach Boden aus

News: Aktuelle Analyse der CTS Eventim Aktie

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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der CTS Eventim Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Event-Veranstalter und Ticket-Vermarkter CTS Eventim legte gestern enttäuschende Quartals- bzw. Halbjahreszahlen vor. Die Aktie reagierte heftig … und wenn man sich das Chartbild ansieht, kommen Zweifel auf, dass die Käufer die Sache kurzfristig drehen könnten.

Besonders das zweite Quartal stieß den Tradern hier sauer auf. Der Umsatz stieg zwar im Vergleich zum Vorjahresquartal noch um 0,3 Prozent. Aber die operative Gewinnmarge ging unerwartet in die Knie: Sie sank von 13,9 auf 12,6 Prozent. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 15,2 Prozent gerechnet. Entsprechend daneben lag man auch mit der Gewinnschätzung:

Operativ, auf EBITDA-Basis, kamen im Frühjahresquartal 100,2 Millionen Euro heraus, ein Jahr zuvor waren es 110 Millionen gewesen – die Prognose hatte bei 130 Millionen gelegen. Netto sank der Gewinn pro Aktie um 25 Prozent, von 0,60 Euro pro Aktie im Vorjahresquartal auf jetzt 0,45 Euro.

Es ging also nicht darum, dass erwartete magere Zahlen noch magerer ausfielen, sondern um eine völlige Überraschung, weil die Experten und, mit Blick auf den Chart, offenbar auch die Marktteilnehmer mit dynamischem Wachstum gerechnet hatten. Zwar verwies CTS Eventim auf hohe Kosten zur Integration zugekaufter Unternehmensteile. Aber auch sinkende Einnahmen aus eigenen Veranstaltungen drückten im zweiten Quartal auf die Bilanz.

Dass das Unternehmen trotzdem an seiner bisherigen Gesamtjahresprognose festhielt, war da kein Trost, denn die war sehr vage gehalten. Weiterhin bleibt das Wort „moderat“ in Bezug auf eine angepeilte Steigerung von Umsatz und operativem Gewinn bestehen … was bislang auch noch zuträfe, weil die Ergebnisse des ersten Halbjahres insgesamt immer noch Wachstum zeigen. Nur ist das jetzt eben durch die Ergebnisse des zweiten Quartals spürbar kleiner geworden … und was genau wäre „moderat“? Die Folgen dieses Zahlenwerks sehen Sie im Chart. Und das überrascht nicht wirklich, denn:

Eigentlich weiß man, dass immer mehr Menschen rund um den Globus ihre Gürtel enger schnallen müssen. Ein endloses Wachstum bei Konzerten und Events bei zugleich immer weiter steigenden Preisen für Tickets war daher nicht drin, die Frage war nur, wann es so weit wäre. Und es ist gut denkbar, dass dieser Zeitpunkt im Frühjahr gekommen war. Aber könnten die Käufer nicht trotzdem zurückkommen? Schließlich ist Hoffnung ein starker Kurstreiber.

Expertenmeinung: Grundsätzlich schon, nur sieht das Chartbild seit einiger Zeit in dieser Hinsicht nicht mehr „gesund“ aus. Wenn wir da genauer hinschauen, erkennen wir, dass es vor dem gestrigen Kurseinbruch in diesem Jahr zwei auffällig schwache Tage gab: den 28. März und den 22. Mai. Ersterer Termin war die Vorlage der 2024er-Bilanz nebst Ausblick auf 2025. Letzterer Tag war die Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal. Sie sehen:

CTS Eventim Aktie: Chart vom 21.08.2025, Kurs 82,55 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 21.08.2025, Kurs 82,55 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Es war am Donnerstag nicht das erste Mal, dass die Anleger weniger bekamen, als sie erhofft hatten. Und wichtig ist, was da jeweils danach passierte. Nach dem Ausblick auf 2025 Ende März folgten dem Abwärtsimpuls zeitnah ab Anfang April Käufe, die den Kurs sogar bis Ende Mai auf ein neues Rekordhoch trieben. Da waren die Optimisten noch mit dabei. Doch als dann am 22. Mai der nächste Abwärtsdruck kam, blieben sie weg: Einer kurzen Erholung folgten erneute Abgaben, die die CTS Eventim-Aktie im Vorfeld der jetzt vorgelegten Ergebnisse an die 200-Tage-Linie drückten, von der sie sich nicht zu lösen vermochte. Und die jetzt deutlich unterboten ist. Das Fernbleiben der Käufer in den vergangenen Wochen ist auffällig … und sollte als Warnsignal dienen.

Mit den Kursverlusten des Donnerstags steht diese Aktie in etwa wieder dort, wo sie zu Jahresbeginn notierte. Und auch, wenn eine Gegenreaktion möglich ist und vielleicht sogar wieder bis in den Bereich der 200-Tage-Linie führen könnte: Ein drittes Mal Verkäufe nach Zahlen ist eigentlich schon einmal zu viel, um den Optimismus aufrechtzuerhalten. Und da die Chancen für markant steigende Gewinne in diesem Geschäftsfeld derzeit nicht gerade optimal sind, wäre diese Aktie eine, bei der ich aktuell trotz des jetzt so viel niedrigeren Kurses eher nicht die Hand aufhalten wollte.

Quellenangaben: Ergebnis 1. Halbjahr / 2. Quartal 20254, 21.08.2025:
https://corporate.eventim.de/news-media/news/cts-eventim-auch-im-ersten-halbjahr-2025-weiter-auf-erfolgskurs/56810a39-b3a1-4576-be6e-d8c037cc1b70

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

CTS Eventim ist nicht nur erstaunlich krisenfest, das Unternehmen ist auch eine Wachstumsmaschine. Jetzt den Rücksetzer nutzen?

Da ist die Korrektur

In der letzten Analyse hatte ich die Frage gestellt „CTS Eventim: Wo würde ich zuschlagen?“ und mit den folgenden Worten geschlossen: Fällt die Aktie hingegen unter 105 Euro, könnte das eine Korrektur in Richtung 100 und 94 Euro auslösen. Spätestens auf diesem Niveau ist mit erhöhtem Kaufinteresse durch antizyklische Käufer zu rechnen.

Dazu ist es inzwischen gekommen: CTS Eventim hat zurückgesetzt, ist in den anvisierten Bereich zurückgekommen und notiert aktuell bei 97,15 Euro.

Ein eigenes Ökosystem

CTS Eventim gehört zu den führenden Ticket-Vermarktern und Eventveranstaltern Europas und hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem der erfolgreichsten Player der Entertainment-Branche entwickelt.

Das Unternehmen überzeugt durch ein einzigartiges Geschäftsmodell, das sowohl den Vertrieb von Eintrittskarten als auch die Organisation und Durchführung eigener Veranstaltungen umfasst. Mit seinem Flaggschiff eventim.de und weiteren Plattformen wie oeticket.com, ticketcorner.ch, ticketone.it und entradas.com bedient CTS Eventim nicht nur den deutschen Markt, sondern ist europaweit präsent.

Über diese digitalen Kanäle sowie stationäre Verkaufsstellen verkauft das Unternehmen jährlich mehr als 300 Millionen Eintrittskarten.

Ein zentraler Bestandteil des Erfolgs ist das Promoter-Netzwerk EVENTIM LIVE, das über 25 Veranstalter umfasst. Dieses Netzwerk ermöglicht es CTS Eventim, Veranstaltungen effizient zu koordinieren, Ticketverkäufe zu optimieren und gleichzeitig lokale Expertise zu nutzen.

Darüber hinaus tritt das Unternehmen selbst als Veranstalter auf: CTS Eventim ist unter anderem verantwortlich für renommierte Festivals wie „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane“, „Southside“ und „Lucca Summer“. Parallel dazu betreibt das Unternehmen bedeutende Veranstaltungsstätten wie die Lanxess-Arena in Köln, die Waldbühne Berlin und das Apollo in London.

Mit dieser Kombination aus Ticketvertrieb, Veranstaltungsmanagement und Arena-Betrieb hat das Unternehmen ein eigenes Ökosystem geschaffen.

Wenn man selbst das überstanden hat …

Dass diese Strategie aufgeht, zeigen die Unternehmenskennzahlen eindeutig. Innerhalb der letzten zehn Jahre konnte das Unternehmen seinen Umsatz von 834 Mio. auf 2,81 Mrd. Euro steigern – trotz der massiven Probleme in den Geschäftsjahren 2020 und 2021, als das Geschäft zeitweise geradezu stillstand.

Der Gewinn konnte in dieser Zeit von 0,93 auf 3,32 Euro je Aktie gesteigert werden. Auch bei diesem Thema hat CTS Eventim in den Krisenjahren eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit bewiesen.
Obwohl der Umsatz 2021 bei weniger als einem Drittel von 2019 lag, hat das Unternehmen bereits wieder schwarze Zahlen geschrieben. Im Geschäftsjahr 2022 hat das Unternehmen unmittelbar daran angeknüpft und ein Rekordergebnis eingefahren.

Die Geschäftsmodelle haben zwar überhaupt nichts gemein, aber mich erinnert das ein wenig an die Situation von S&P Global und Moody‘s nach der Finanzkrise 2008/2009.
Selbst die Finanzkrise war nicht in der Lage, S&P und Moody’s zu zerstören. Was sollte in Zukunft noch Schlimmeres geschehen?

Dieselbe Erkenntnis schlich sich bei CTS Eventim ein. Selbst die Lockdowns und ein faktischer Stillstand des Geschäfts haben das Unternehmen kaum in Schwierigkeiten gebracht. Was soll in Zukunft noch Schlimmeres geschehen?

Rekorde über Rekorde

Unterdessen setzt CTS Eventim seine Siegesserie fort. Auf den Rekordgewinn im Jahr 2022 folgte 2023 ein Gewinnsprung um 35 % und 2024 ein weiterer Gewinnsprung um 17 %.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt, wenngleich auch die Dynamik etwas schwächer ist.
Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 22 % auf 498,6 Mio. Euro und das EBIT um 14 % auf 76,2 Mio. Euro gesteigert werden.

Der gemeldete Gewinn war jedoch von 67,5 auf 46,1 Mio. Euro stark rückläufig. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen für langfristige Forderungen in Höhe von 10,63 Mio. Euro und geringeren Erträgen aus at-equity-bilanzierten Unternehmen in Höhe von 15,91 Mio. Euro.
Dabei handelt es sich um Sondereffekte, die wenig mit dem operativen Geschäft zu tun haben.

Jetzt noch vor den Halbjahreszahlen einsteigen?

Am 21. August werden die Halbjahreszahlen präsentiert. Der Rückgang im Vorfeld der Ergebnisse spricht dafür, dass eine gewisse Furcht an der Börse vorherrscht.

Dadurch wurde eine etwaige Enttäuschung bereits bis zu einem gewissen Maß eingepreist. Wie die Zahlen ausfallen werden, lässt sich natürlich nicht vorhersagen. Statistisch betrachtet geht es nach den Quartalszahlen mehrheitlich aufwärts, wenn es im Vorfeld zu sinkenden Kursen gekommen ist, und umgekehrt. Daher könnte der aktuelle Rücksetzer eine Gelegenheit sein.

Derzeit wird erwartet, dass das Ergebnis in diesem Jahr um 8 % auf 3,60 Euro je Aktie steigen wird. CTS Eventim kommt demnach auf ein KGVe von 27,0. Langjährig pendelt das KGV um einen Wert von 31 und in den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV durchschnittlich bei 32,6.
Inzwischen ist demnach wieder nennenswertes Potenzial vorhanden.

Sollten die Prognosen richtig sein, ergibt sich bei einem KGV von 31 auf Sicht von 12 – 16 Monaten ein Kursziel von 124,62 Euro.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 15.08.2025, Kurs: 97,15 EUR - Kürzel: EVD | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 15.08.2025, Kurs: 97,15 EUR – Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Die Unterstützung bei 97,50 Euro entfaltet ihre Wirkung. Die nächste relevante Unterstützung liegt bei 94 Euro, darüber hinaus verläuft bei etwa 92 Euro der Aufwärtstrend.

Gelingt ein Anstieg über 100 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 106 – 108 und 114 Euro.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

CTS Eventim glänzt mit wachsenden Umsätzen, Rekordgewinnen und internationalen Übernahmen. Ist die Rallye dennoch zu Ende?

Volle Hallen, volle Kassen

CTS Eventim ist einer der führenden Ticket-Vermarkter und Eventveranstalter.

Neben dem Flaggschiff eventim.de gehören auch oeticket.com, ticketcorner.ch, ticketone.it und entradas.com zum Unternehmen.
Über diese Plattformen, aber auch stationär, verkauft Eventim jährlich mehr als 300 Millionen Eintrittskarten.

Ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens ist zudem das Promoter-Netzwerk EVENTIM LIVE, welches mehr als 25 Veranstalter umfasst.
Darüber hinaus ist Eventim der Veranstalter von Festivals wie „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane“, „Southside“ und „Lucca Summer“ und der Betreiber der Lanxess Arena, der Waldbühne Berlin und des Apollo in London.

Eine echte Erfolgsgeschichte

CTS Eventim konnte den Umsatz in den zurückliegenden 10 Jahren von 834 Mio. auf 2,81 Mrd. Euro vervielfachen, obwohl das Geschäft 2020 und 2021 zeitweise massiv eingebrochen ist.
Der Gewinn kletterte von 0,93 auf 3,32 Euro je Aktie.

Bemerkenswerterweise war CTS Eventim 2020 nur kurzzeitig unprofitabel und schrieb 2021 schon wieder schwarze Zahlen, obwohl der Umsatz in diesem Jahr bei weniger als einem Drittel von 2019 lag.

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte man bereits wieder einen Rekordgewinn von 2,12 Euro je Aktie. Im Geschäftsjahr 2023 und 2024 kam es zu weiteren Gewinnsprüngen auf 2,86 und 3,32 Euro je Aktie.

In Anbetracht dieser Tatsachen ist es kein Wunder, dass sich der Aktienkurs in den letzten Jahren und auch langfristig sehr gut entwickelt hat.

Von Allzeithoch zu Allzeithoch …

Zuletzt hatte ich mich im November bei einem Kurs von 81,75 Euro positiv zu Eventim geäußert, nachdem die Aktie erneut korrigiert hatte:
CTS Eventim: Marktführer mit Gegenwind – Chance oder Risiko?

Seitdem ist der Kurs erheblich gestiegen, allerdings unter einer erheblichen Volatilität. Rasante Rallyephasen und kurzzeitige Einbrüche wechselten sich ab.

Am vergangenen Donnerstag war es wieder so weit. Die Aktie brach nach den Quartalszahlen zeitweise auf 96 Euro ein, erholte sich im Handelsverlauf jedoch und schloss bei 105,60 Euro.

CTS Eventim ist dank der Übernahmen von See Tickets und France Billet sowie einer guten Nachfrage im ersten Quartal deutlich gewachsen. Der Umsatz konnte um 22 % auf 498,6 Mio. Euro gesteigert werden.
Das EBIT konnte um 14,1 % auf 76,2 Mio. Euro gesteigert werden.

Kurskapriolen und Bewertung

Der gemeldete Gewinn war jedoch von 67,5 auf 46,1 Mio. Euro stark rückläufig. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus höheren Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen für langfristige Forderungen in Höhe von 10,63 Mio. Euro und geringeren Erträgen aus at-equity-bilanzierten Unternehmen in Höhe von 15,91 Mio. Euro.
Dabei handelt es sich um Sondereffekte, die wenig mit dem operativen Geschäft zu tun haben.

Aus meiner Sicht besteht wenig Grund zur Sorge. Das einzige echte Problem ist die hohe Bewertung.
Der Gewinn soll in diesem Jahr um 8 % auf 3,56 Euro je Aktie steigen. Eventim kommt demnach auf ein KGVe von 29,7. Langjährig pendelt das KGV um einen Wert von 31 und in den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV durchschnittlich bei 32,6. Allzu viel Potenzial ist aktuell also nicht mehr vorhanden, größere Rücksetzer dürften sich jedoch als Gelegenheit herausstellen.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 26.05.2025, Kurs: 105,60 EUR - Kürzel: EVD | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 26.05.2025, Kurs: 105,60 EUR – Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch. Der Aufwärtstrendkanal bietet Platz bis etwa 115 Euro, ein Ausbruch darüber könnte sich jedoch als schwer erweisen.

Fällt die Aktie hingegen unter 105 Euro, könnte das eine Korrektur in Richtung 100 und 94 Euro auslösen. Spätestens auf diesem Niveau ist mit erhöhtem Kaufinteresse durch antizyklische Käufer zu rechnen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Ticket-Vermarkters und Eventveranstalters CTS Eventim hat am Freitag mit dem Ausbruch über den kurzfristigen Abwärtstrend und das Hoch vom Herbst 2024 ein bullisches Signal abgeliefert. Warum sollte man da weniger begeistert, sondern eher vorsichtig sein?

Kurz gesagt: Weil die Aktie dadurch fast den Kurs wieder erreicht hat, der als Reaktion auf den Ausblick auf das laufende Jahr am 27. März erzielt wurde, da schloss die Aktie bei 104,70 Euro. Fast alles, was die Aktie umgehend danach verlor, ist also aufgeholt. Nur stellt sich die Frage, ob das seitens der Gesamtsituation unterfüttert wäre.

Erstens, weil CTS Eventim zwar 2024 kräftig wachsen konnte (der Umsatz stieg um 19,1, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, um 21,9 Prozent), für 2025 aber nur „moderates Wachstum“ in Aussicht stellt. Und das, und das ist ein entscheidender Aspekt, unter der Voraussetzung einer stabilen wirtschaftlichen Lage. Und die derzeit zu unterstellen, nachdem die Wachstumsprognosen weltweit gesenkt wurden und die US-Einfuhrzölle ebenso wie die Geopolitik ein unsicheres Umfeld für die Verbraucher schaffen, wäre verwegen.

Zweitens, weil die Aktie schon ziemlich teuer bewertet ist. Auf Basis der aktuell geltenden, durchschnittlichen Gewinnprognose der Analysten für 2025 läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis etwa bei 27. Angesichts des Umstands, dass die Experten für die kommenden Jahre nur einen Gewinnanstieg um die zehn Prozent per annum vermuten, ist das eher teuer. Und wäre umso teurer, wenn die etwa zehn Prozent Gewinnzuwachs für 2025, die derzeit noch unterstellt werden, nicht eintreten oder der Gewinn sogar fällt. Was in diesem Konsumumfeld mit Blick auf Shows, Events und Konzerte und deren in den letzten Jahren gestiegene Ticketpreise nicht auszuschließen wäre. Was hieße:

Expertenmeinung: Dieser Ausbruch nach oben, der den Kurs bis auf drei Prozent an das bisherige, am 28. Februar bei 106,00 Euro erzielte Allzeithoch herangeführt hat, kommt zwar charttechnisch blitzsauber daher, ist aber ein Anstieg in „teures“ und damit riskantes Terrain. Zwar liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten momentan bei 111 Euro. Aber die Spanne der Ziele liegt zwischen 100 und 120 Euro … und einige Einschätzungen liegen schon einige Wochen zurück und könnten eine Eintrübung der Konsumbereitschaft noch nicht einkalkuliert haben.

Das Problem ist, dass die charttechnischen Unterstützungen, auf die es in Bezug auf den Erhalt des mittelfristigen Aufwärtstrends ankommen würde, ziemlich weit unter dem Kurs liegen, kein Wunder nach der Rallye der vergangenen drei Wochen. Das wäre zum einen die 200-Tage-Linie bei aktuell knapp 91 Euro und, wichtiger, die Kreuzunterstützung aus April-Tief, 2023er-Aufwärtstrendlinie und einer seit April 2024 existierenden Umkehrzone im Bereich 83,80 zu 86,30 Euro. Bis dahin mit nach unten gezogen zu werden, bevor man dann eine Entscheidung im Chartbild sieht, ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Andererseits wären Stoppkurse oberhalb dieser charttechnischen Ankerpunkte von zweifelhaftem Wert, daher:

Wenn man hier bereits dabei ist, ließe sich diese Problematik lösen, indem man einfach bei einem Teil der Position den Gewinn einfährt. Wer hier noch nicht engagiert ist: Ja, dieser Ausbruch am Freitag war ein bullisches Signal. Aber die Luft wäre jetzt dünn genug, um besser zu warten, bis eine andere Gelegenheit auf günstigerem Level kommt, denn an der Börse ist keine Chance wirklich die „letzte“.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

CTS Eventim ist weit mehr als nur ein Ticketverkäufer – es ist eine Erfolgsgeschichte, die sich in beeindruckenden Zahlen widerspiegelt.

Mehr als nur Ticketing: Die Erfolgsgeschichte von CTS Eventim

Neben dem Flaggschiff eventim.de gehören auch oeticket.com, ticketcorner.ch, ticketone.it und entradas.com zum Unternehmen. Über diese Plattformen, jedoch auch stationär und mobil, verkauft Eventim jährlich mehr als 300 Millionen Eintrittskarten.

Ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens ist zudem das Promoter-Netzwerk Eventim Live, welches mehr als 25 Veranstalter umfasst. Darüber hinaus ist Eventim der Veranstalter von Festivals wie „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane“, „Southside“ und „Lucca Summer“ und der Betreiber der Lanxess Arena, der Waldbühne Berlin und des Apollo in London.

Eventim hat sich von einem Ticketverkäufer zu einem Marktführer im Bereich Ticketing und Live-Events entwickelt, und das schlägt sich auch in Zahlen nieder.

Zahlen, die überzeugen

Es gibt wenige Aktien in Deutschland, mit denen Anleger besser gefahren sind als mit Eventim. Das Unternehmen ist eine echte Erfolgsgeschichte, das belegen die trockenen und nüchternen Zahlen.

Eventim ist es gelungen, den Umsatz in den letzten fünf Jahren von 1,33 auf 2,36 Mrd. USD zu steigern.
Die Profitabilität hat sich in dieser Zeit verbessert, der Gewinn hat sich von 1,38 auf 2,86 Euro je Aktie mehr als verdoppelt.

Die Krise von 2020 und 2021, als der Jahresumsatz von 257 und 408 Mio. Euro kollabiert ist, hat man gut überstanden. Im Geschäftsjahr 2021 war man sogar profitabel.
Während der Krise hat man sich weder verschuldet noch eine Kapitalerhöhung durchgeführt.
Das zeigt, wie krisenfest das Unternehmen dank der variablen Kostenbasis ist.

Krisenfest, geringe Volatilität, wenige Korrekturen

All diese Faktoren haben zu einer stabilen Aktionärsbasis beigetragen. Die Volatilität der Aktie ist gering, größere Rücksetzer sind selten.
Daher hatte ich kürzlich auf die Aktie hingewiesen:
CTS Eventim: Marktführer mit Gegenwind – Chance oder Risiko?

In den wenigen Wochen seit der Analyse ist der Kurs von 81,75 auf 104,50 Euro gestiegen. Auch in Bullenmärkten, wie wir ihn derzeit erleben, ergeben sich bei einzelnen Aktien immer wieder Gelegenheiten.

Vor wenigen Stunden hat das Unternehmen die vorläufigen Zahlen für 2024 vorgelegt. Demnach wurde der Umsatz um 19,1% auf 2,81 Mrd. Euro gesteigert. Das bereinigte EBITDA kletterte um 21,9% von 444,8 auf 542,2 Mio. Euro.

Im Bereich Live Entertainment konnte der Umsatz um 17,6% auf 1,97 Mrd. Euro gesteigert werden.
Wesentlich wichtiger ist jedoch das Ticketing-Geschäft, denn in diesem Segment verdient man mehr als drei Viertel des Gewinns. Ticketing verzeichnete ein Wachstum um 22,7% auf 879,9 Mio. Euro.

Ausblick und Bewertung

Zum Zeitpunkt der letzten Analyse lagen bereits Teile der Jahreszahlen vor und es war ziemlich sicher, dass 2024 gut verlaufen würde. Das vierte Quartal war allerdings deutlich stärker als man bisher erwartet hatte.

Daher dürften die bisherigen Konsensschätzungen übertroffen werden. Bisher ist man davon ausgegangen, dass das Ergebnis im Geschäftsjahr 2024 um 11% auf 3,10 Euro je Aktie steigen wird und 2025 um weitere 10% auf 3,42 Euro je Aktie.

Diesen Schätzungen zufolge kommt CTS Eventim auf ein KGVe (2025) von 30,5. Das ist sicherlich nicht wenig, für Eventim aber auch keine außergewöhnlich hohe Bewertung. In den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV durchschnittlich bei 32,7.

Darüber hinaus dürften die Schätzungen zu niedrig sein. Geht man beispielsweise davon aus, dass der Gewinn in beiden Jahren um 15% steigen wird, sinkt das KGVe auf 27,6.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 18.02.2025, Kurs: 104,40 EUR - Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 18.02.2025, Kurs: 104,40 EUR – Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Mit dem Ausbruch über 100 Euro hat die Aktie ein prozyklisches Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 110 und 115 Euro ausgelöst.

Am oberen Ende des blauen Trendkanals ist jedoch mit einem gewissen Abgabedruck zu rechnen, konkret bei 108 – 110 Euro.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.