CTS Eventim Aktie Prognose CTS Eventim: Fehlausbruch möglich – jetzt sollte man hier aufpassen

News: Aktuelle Analyse der CTS Eventim Aktie

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Das sah gut aus, was der Ticket-Vermarkter und Event-Veranstalter CTS Eventim zum 1. Quartal vorlegte. Das Geschäft scheint zu brummen, Umsatz und Gewinn legten zu. Anfangs sorgte das für ein neues Rekordhoch in der Aktie. Aber dann tauchten Gewinnmitnahmen auf.

Umsatz +11,6 Prozent, Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) +36,3 Prozent, ein Gewinn von 0,70 Euro pro Aktie im ersten Quartal: Das passt, auch, wenn der Umsatz damit leicht unter der durchschnittlichen Prognose der Analysten lag. Denn der EBITDA-Gewinn vermochte dafür die Erwartungen zu schlagen.

Allerdings sah man im Unternehmen keine Veranlassung, den bisherigen, im Rahmen der 2023er-Bilanz Ende März vorgelegten Ausblick auf das Gesamtjahr anzupassen. Was bedeutet: Man rechnet unverändert mit einem „moderaten Umsatzplus“ und einem Gewinn auf „unverändert hohen Niveau, auch ohne Einmaleffekte“. Auch die Analysten sehen für 2024 einen nur leicht höheren Gewinn pro Aktie. Und das ist es, was dem Ausbruchsversuch als Reaktion auf das Quartalsergebnis einen Stock in die Speichen geworfen haben könnte, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur CTS Eventim Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die derzeitige, durchschnittliche Prognose eines Gewinns von 2,94 Euro pro Aktie im laufenden Jahr wurde durch die beibehaltene 2024er-Prognose seitens CTS Eventim nicht auf den Kopf gestellt. Geht mal aber davon aus, dass man dort landen wird, hätte die Aktie mit dem gestern erreichten, neuen Verlaufsrekord von 89,36 Euro ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 30 erreicht. Und das ist, zumal die Experten für 2025 und 2026 nur einen Gewinnanstieg von im Schnitt zehn Prozent per annum sehen, zu teuer.

Und das würde ganz besonders dann gelten, wenn die momentane Erwartung von moderat, aber stetig weiter steigenden Unternehmensgewinnen nicht zu halten wäre, weil die Verbraucher die bei vielen Events empfindlich gestiegenen Preise nicht mehr mittragen können und/oder wollen. Würden die Gewinne zurückkommen, statt stetig weiter zuzulegen, wäre die Aktie auf dem aktuellen Level nicht nur etwas, sondern deutlich zu teuer bewertet. Das dürfte diejenigen, die den Kurssprung nach den Zahlen für Gewinnmitnahmen genutzt haben, motiviert haben. Und das könnte, weil Skepsis kaum weniger ansteckend ist als Euphorie, weitere Abgaben nach sich ziehen, die das bullische Lager unbedingt „wegkaufen“ müsste, denn jetzt stehen wir an der Schwelle eines „false breakout“, d.h. eines Fehlausbruchs.

Wir sehen im Chart, dass die CTS Eventim-Aktie die beiden vorherigen Hochs bei 85,30 und 86,30 Euro zunächst deutlich überbot und mit 89,36 Euro einen neuen Verlaufsrekord markierte, bevor der Kurs dann nach und nach abrutschte. Am Ende stand zwar trotzdem ein Pluszeichen vor der Kursveränderung. Aber da die Aktie zum Handelsende unter den beiden schon bezwungen scheinenden Charthürden notierte, ist dieses Plus mit einem massiven Makel versehen.

Sollten die Gewinnmitnahmen weitegehen und dadurch die kurzfristige Handelsspanne nach unten verlassen werden, was bei Schlusskursen unter 77,50 Euro der Fall wäre, wäre der anfängliche Jubel zum Bumerang geworden. Und dann könnten die auch dann noch nicht gerade „billige“ Bewertung und eine aufkommende Skepsis in Bezug auf die Perspektiven des Unternehmensgewinns schnell einen Test der nächstgelegenen Supportlinie bei 71,70 Euro nach sich ziehen. Hier sollte, wer Long ist, jetzt also genau hinschauen. 

CTS Eventim Aktie: Chart vom 23.05.2024, Kurs 84,60 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der CTS Eventim Aktie

Bricht eine Aktie mit Schwung über eine ganze Phalanx an Widerstandslinien hindurch aus, werden diese Linien zu Unterstützungen. Das wirkt wie ein so solides Sprungtuch, dass man den Eindruck hat, dass nach unten nichts anbrennen kann. Ist das bei CTS Eventim auch so?

Das könnte sich bereits heute herausstellen, denn heute steht die offizielle Bilanz des Jahres 2023 an. Zwar wurden vom Ticket-Vermarkter und Event-Veranstalter bereits Anfang Februar vorläufige Ergebnisse präsentiert. Aber einen Ausblick auf 2024 gab es noch nicht. Und auf den wird es ankommen, denn weil die Anleger die 2023er-Zahlen im Großen und Ganzen schon kennen, sind die Schnee vor gestern.

Was man bislang weiß, ist unstrittig beeindruckend. Umsatz 2023 +22,5 Prozent gegenüber Vorjahr, Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) +31,9 Prozent, beides neue Rekorde. Man weiß auch, dass CTS Eventim die Zwangspause durch Corona für geschickte Zukäufe genutzt hat. Aber all das haben die Trader ja durch den Ausbruch über die Hochs der Jahre 2021 bis 2023 bereits honoriert. Jetzt müsste somit ein Ausblick kommen, der zumindest verspricht, dass man diesen hohen 2023er-Level halten wird, idealerweise natürlich, dass der Gewinn pro Aktie noch weiter steigt. Und wenn nicht?

Expertenmeinung: Allzu hoch haben die Analysten die Latte für 2024 nicht gehängt: Man rechnet mit einem nur leichten Umsatzanstieg im unteren einstelligen Prozentbereich und mit einem leicht rückläufigen Ergebnis pro Aktie. Käme es so, wäre das nichts, was die Aktie durch diese vorgenannte Phalanx an jetzt als Support fungierenden, früheren Hochs zwischen 67,70 und 72,68 Euro drücken müsste. Zumal CTS Eventim auf Basis der bisherigen 2024er-Gewinnschätzungen ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 27 hätte, was gegenüber den Jahren vor Corona am untere Ende der Spanne läge und gerechtfertigt wäre, sollte man davon ausgehen können, dass 2024 zwar nicht viel vorangeht, 2025 und 2026 aber umso mehr.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 25.03.2024, Kurs 73,75 Euro, Kürzel: EVD | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 25.03.2024, Kurs 73,75 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Außerdem hat die Aktie in den vergangenen Tagen auf das obere Ende dieser Unterstützungszone zurückgesetzt, was andeutet, dass da einige Anleger im Vorfeld des 2024er-Ausblicks vorsichtig wurden. Das kann im Fall eines nicht allzu umwerfenden Ausblicks als Polster dienen, aber:

Konzert- und Veranstaltungstickets ebenso wie die Organisation von großen Veranstaltungen selbst, das ist ein Geschäft mit dem Verbraucher. Und dessen Verhalten ist kaum vorhersehbar, vor allem in einer Phase, in der Kredite teuer sind, nicht wenige durch die Inflation den Gürtel enger schnallen mussten und man nicht so recht weiß, was da auf einen zukommt. Bislang hat das wider Erwarten keinerlei negativen Einfluss auf CTS Eventims Geschäft gehabt, aber ebenso wie beim Automobilmarkt kann eine Abkühlung auch mit einiger Verspätung kommen und Umsatz und Gewinn bremsen. Es wird daher entscheidend davon abhängen, ob das Unternehmen die Anleger heute zu überzeugen vermag, ob die Verteidigung der jetzt von oben getesteten Supportzone zur Debatte steht oder diese zum Sprungbrett für einen Anlauf über das bisherige Verlaufshoch von 78,00 Euro wird.

Quellen:
Vorab-Ergebnisse für 2023, 07.02.2024: https://corporate.eventim.de/news-media/news/detail/News/cts-eventim-dynamisches-wachstum-in-allen-geschaeftsfeldern-sorgt-2023-fuer-ein-neues-rekordergebnis/

Der Event-Veranstalter und Ticket-Vermarkter CTS Eventim hob am Donnerstag die Prognose für das Gesamtjahr an. Die Aktie reagierte mit steigenden Kursen, schloss aber weit genug unter dem Tageshoch, um die Frage zu stellen: Reicht das schon für die Aufwärtswende?

Ein Plus von 6,65 Prozent ist ein starkes Tagesergebnis. Allerdings hatte die Eventim-Aktie im Hoch bereits 10,1 Prozent Gewinn erreicht. Und natürlich kommt es immer darauf an, wie sich ein Kursanstieg in das charttechnische Gesamtbild einordnen lässt. Und da sehen wir:

CTS Eventim Aktie: Chart vom 05.10.2023, Kurs 56,95 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 05.10.2023, Kurs 56,95 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Die CTS Eventim-Aktie war zuvor durch die wichtige Unterstützungszone 53,34 zu 55,24 Euro gerutscht. Damit wurde ein breit angelegtes Topp vollendet … aber noch nicht signifikant. Es gelang in den vergangenen zwei Wochen, Anschlussverkäufe aufzufangen. Das wäre womöglich nicht mehr lange gutgegangen, aber durch das Plus des Dienstags als Reaktion auf die Prognose-Erhöhung ist die Kuh erst einmal vom Eis und diese Supportzone zurückerobert. Damit hat das bärische Lager also einen klaren Rückschlag erlitten. Aber ist der bereits so massiv, dass sie nicht womöglich doch zurückkommen?

Expertenmeinung: Das kommt darauf an, ob genug Marktteilnehmer die neue Prognose als eine erhebliche, positive Veränderung ansehen. CTS Eventim prognostiziert nach einem starken dritten Quartal jetzt ein um Sondereffekte bereinigtes EBITDA von deutlich über 400 Millionen Euro (2022: 384 Millionen). Richtig ist zwar, dass man zu Jahresbeginn noch davon ausging, dass der Gewinn das starke Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen werde, weil 2022 von „Corona-Nachholeffekten“ geprägt war. Aber diese Erwartung hatte sich ja verändert.

Bereits im Zuge der Halbjahresbilanz schrieb CTS Eventim, dass man 2023 eine „deutliche“ Verbesserung des Jahresergebnisses erwarte, zuvor hatte man von einer „moderaten“ Verbesserung gesprochen. Letztlich hat diese Erwartung jetzt nur eine konkrete Zahl als Ankerpunkt eines „mindestens X“ erhalten. Auch die Analysten haben im Schnitt bereits einen steigenden Gewinn erwartet, daher müssten jetzt umgehend Anschlusskäufe belegen, dass genug Akteure diese neue Prognose als hinreichend stark ansehen, um die Aktie nicht nur aus der Gefahrenzone heraus, sondern in die bullische Zone hineinzubugsieren.

Dazu müsste CTS Eventim zumindest über die aktuell bei 60 Euro wartende 200-Tage-Linie hinaus. Gelingt das, wäre das Juli-Hoch bei 65,46 Euro das unmittelbar nächste Kursziel. Aber dass sich die Käufe als Reaktion auf die am Nachmittag als adhoc-Meldung lancierte Prognose-Anhebung schon nach einer Stunde erschöpften und ersten Gewinnmitnahmen wichen, ist zumindest ein Hinweis darauf, dass man Anschlusskäufe nicht als sicher voraussetzen sollte. Denn stark gestiegene Preise und immer mehr schmale Geldbeutel machen es zumindest fraglich, ob der Blick über den Tellerrand ins Jahr 2024 genauso erfreulich ausfallen würde. Diese Skepsis dürfte sehr entscheidend für die vorherige Abwärtsbewegung der Aktie gewesen sein … und mit dieser höheren 2023er-Prognose ist dieser Aspekt ja nicht vom Tisch.

Quellenangaben:
Erhöhung der 2023er-Prognose, 05.10.2023:
https://corporate.eventim.de/news-media/news/detail/News/cts-eventim-verzeichnet-starkes-3-quartal-und-hebt-prognose-fuer-das-gesamtjahr-an/

Viel würde jetzt nicht mehr fehlen, dann würde die CTS Eventim-Aktie ein breit angelegtes, bis in den vergangenen Herbst zurückreichendes Topp vollenden. Dabei waren die Halbjahreszahlen überzeugend … wo klemmt es hier, warum greifen die Anleger nicht zu?

Kurz vor dem Erreichen des bisherigen, im Herbst 2021 markierten Rekordhochs brach die Aktie des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim im Juni scharf ein. Damit zeigte die Kritik eines TV-Satirikers am Unternehmen Wirkung. Aber das ist nicht das eigentliche Problem. Das liegt darin, dass die Aktie seither kein Bein mehr auf den Boden bekommt und unmittelbar vor der Vollendung eines Topps stehen könnte. Und das trotz einer beeindruckenden Halbjahresbilanz.

Denn Ende August lieferte CTS Eventim solide Ergebnisse ab: Umsatz und Gewinn waren im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 um 39 Prozent gestiegen, der Gewinn pro Aktie legte von 0,69 Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,89 Euro zu. Der Ausblick auf das Gesamtjahr war zwar mit der Erwartung, dass man mit einer „deutlichen“ Verbesserung des Jahresergebnisses im Vergleich zu 2022 rechne, eher vage. Aber es war immerhin eine Aufstufung, denn bislang wurde eine „moderate“ Verbesserung avisiert. Das wirkt alles tadellos, so dass der Gedanke, das alte, aus dem Herbst 2021 stammende Rekordhoch zu überwinden, nicht überraschen würde. Warum also sieht das Chartbild ganz und gar nicht nach Rekordjagd aus?

Expertenmeinung: Im Zuge des Totalausfalls der Verdienstmöglichkeiten in der Corona-Phase hatte sich das Unternehmen durch Zukäufe verstärkt und prosperierte massiv, als 2022 wieder Veranstaltungen aller Art möglich wurden und ein „Nachholeffekt“ für markant steigende Umsätze sorgte. Doch jetzt kalkulieren die Marktteilnehmer ein, dass die höheren Ticket-Preise und die durch die Inflation enger geschnallten Gürtel vieler Verbraucher diesem Boom ein Ende bereiten.

Da dieser Gedankengang grundsätzlich logisch ist, dürfte die „Beweislast“ für die Trader bei den kommenden Zahlen des Ticket-Vermarkters liegen, die indes erst im November erwartet werden. So lange dürfte die Sicht der Akteure auf das kommende und die folgenden Jahre eher von Skepsis dominiert sein. Und das ist es, was das Chartbild widerspiegelt: Der Blick voraus, nicht die starken Ergebnisse des ersten Halbjahrs.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 11.09.2023, Kurs 56,50 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
CTS Eventim Aktie: Chart vom 11.09.2023, Kurs 56,50 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS

Dementsprechend ist es durchaus denkbar, dass die Aktie über diese charttechnische Klippe in Form der Nackenlinien-Zone der Toppbildung zwischen 53,34 und 55,24 Euro rutscht. Die Vorlage wäre zumindest vorhanden: Seit Juni liegen die Zwischenhochs allesamt unter dem vorherigen, es ist eine klare Abwärtstrendlinie zu sehen, an der die Eventim-Aktie gerade erst Ende letzter Woche nach unten abdrehte … und die Supportzone ist in Schlagdistanz.

Sollte es gelingen, diese Abwärtstrendlinie zu überwinden und mit Schlusskursen über 61 Euro die 200-Tage-Linie zurück zu erobern, wäre dieses bärische Setup vom Tisch. Aber bevor das nicht wirklich gelungen ist, sollte man in Bezug auf die Long-Seite äußerst vorsichtig bleiben.

Quellenangaben:
Halbjahresbericht 2023, 24.08.2023:
https://irpages2.eqs.com/download/companies/cts-eventim/Quarterly%20Reports/DE0005470306-Q2-2023-EQ-D-00.pdf

Dass der erste Versuch scheitert, ein altes Rekordhoch zu bezwingen, ist nicht ungewöhnlich. Aber wenn die Bullen danach nicht in der Nähe der Charthürde in Lauerstellung bleiben, sondern der Kurs markant fällt, läuft etwas schief. Das ist bei CTS Eventim gerade der Fall.

Als Investor in der Aktie des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim durchläuft man seit Anfang 2020 ein Wechselbad der Gefühle. Kaum eine Branche wurde von der Corona-Problematik drastischer getroffen. Veranstaltungen waren eine Zeitlang gar nicht, danach lange nur sporadisch möglich. Die Umsätze sackten gegen null. Trotzdem fing sich die Aktie recht zeitig und hatte im Frühjahr 2021 schon wieder Tuchfühlung zum vorherigen, im Januar 2020 bei 61,55 Euro markierten Rekordhoch aufgenommen. Im Herbst 2021 ging es sogar deutlich darüber hinaus, die Aktie stieg im November 2021 auf die neue Bestmarke von 72,68 Euro. Was steckte dahinter?

Die Hoffnung, dass CTS Eventim nicht nur schnell, sondern auch massiv gestärkt aus der Krise hervorgehen würde. Zum einen wegen des vermuteten Veranstaltungs-Nachholbedarfs der Eventbesucher, zum anderen, weil das Unternehmen die „Zwangspause“ genutzt hatte, um sich durch Zukäufe strategisch breiter aufzustellen. Diese Hoffnung bestätigte sich 2022 dann auch. Es ging ganz erheblich aufwärts mit dem Umsatz, die Gewinne waren wieder da. Trotzdem ging es mit der Aktie unter Schwankungen abwärts, bevor es im Oktober dann zu einer erneuten Aufwärtsbewegung kam. Und die Gründe für diese Abwärtsbewegung sind vermutlich dieselben, die CTS Eventim jetzt am bisherigen Rekordhoch abdrehen ließen.

Expertenmeinung: Denn dieser durchaus zu Recht unterstellte Nachholbedarf in Sachen Konzerte und Life-Events aller Art traf im Laufe des Jahres 2022 auf das nächste Problem. Diesmal hieß es nicht Corona, sondern Inflation. Immer mehr Menschen wurde das Geld knapp. Und so fürchteten viele Anleger, dass diese erhoffte, rasante Steigerung der Unternehmensgewinne unter der hohen Inflationsrate und den steigenden Zinsen begraben würde.

Die im Chart auf Wochenbasis sichtbare, in zwei Wellen erfolgte Aufwärtsbewegung seit Oktober 2022 basierte auf der Hoffnung, dass es womöglich doch nicht so schlimm werden würde, nur:

Dass in dem derzeitigen Umfeld eine Chance besteht, dass sich Umsatz und Gewinn bei CTS Eventim in diesem oder im kommenden Jahr so stark entwickeln könnten, dass ein Kurs über dem bisherigen Hoch nicht zugleich bedeuten würde, dass die Aktie zu teuer bewertet ist, geben nicht nur die Ergebnisse des ersten Quartals nicht her.

Das bezweifeln derzeit auch so einige Analysten. In den letzten Tagen hat zwar ein Analyst sein Kursziel von 67 auf 70 Euro angehoben und „Zukaufen“ angeraten. Aber zwei andere senkten ihre Einschätzung. Einer senkte das Ziel von 71 auf 60 Euro und stuft mit „Halten“ ein, ein anderer stufte die Aktie mit beibehaltenem Kursziel von 70 Euro von „Kaufen“ auf „Halten“ herunter.

So etwas bremst den Optimismus, zusätzlich zu der Erkenntnis, dass es beim Konsum derzeit hapert – und das ja nicht nur in Europa. Dass es in dieser Gemengelage zu Gewinnmitnahmen kam, als sich der Kurs seinem bisherigen Rekordhoch näherte, ist daher nachvollziehbar. Kritisch ist, dass diese Abgaben bereits anderthalb Wochen dauern und unter hohen Umsätzen ablaufen. Die Aktie steht dadurch an der Schwelle zu einem bärischen Signal, das weitere Verkäufe nach sich ziehen könnte.

Sollte der Kurs das Ende März markierte Zwischentief bei 53,90 Euro brechen und damit aus der Handelsspanne der vergangenen sieben Monate nach unten herausrutschen, könnte der Abverkauf allemal in Richtung der übergeordneten Aufwärtstrendlinie bei derzeit knapp 45 Euro weitergehen. Denn kippt der Kurs, kippt die Stimmung gemeinhin mit. Und in Sachen Konsum und damit in Sachen Veranstaltungen skeptisch zu sein, dazu braucht es momentan nicht viel Phantasie.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 20.06.2023, Kurs: 56,10 Euro, Kürzel: EVD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Ergebnis 1. Quartal 2023, 24.05.2023:
https://irpages2.eqs.com/download/companies/cts-eventim/Quarterly%20Reports/DE0005470306-Q1-2023-EQ-D-00.pdf