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Redcare Pharmacy legte am Mittwoch vorläufige Umsatzzahlen für das vierte Quartal bzw. das Gesamtjahr 2025 vor. Auf den ersten Blick sah das gut aus, auf den zweiten eher nicht. Die Aktie fiel zwar nur moderat, könnte jetzt aber auf der Oberseite weniger Spielraum haben.
Im Gesamtjahr 2025 gelang der Online-Apotheke ein Umsatzanstieg von 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Im vierten Quartal waren es, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, immerhin noch 18 Prozent. Das klingt robust. Aber es war weniger, als die Analysten im Vorfeld im Schnitt erwartet hatten. Und damit war die Sache noch nicht „durch“, denn:
Zwar legte der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten im Gesamtjahr mit +33 Prozent überproportional zu, was vor allem durch das jetzt eingeführte E-Rezept in Deutschland befeuert wurde, wo dieser sogenannte RX-Umsatz im Gesamtjahr um 98 Prozent stieg. Aber mit rund einer Milliarde Euro Umsatz ist dieses Segment das deutlich kleinere.
Die Non-Rx-Umsätze, also der Umsatz außerhalb verschreibungspflichtiger Medikamente, machten 1,9 Milliarden Euro aus … und dieser Löwenanteil des Geschäfts wies eben weniger Umsatzwachstum auf als seitens der Analysten vermutet: Mit neun Prozent Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum im vierten Quartal und 15 Prozent im Gesamtjahr deutet sich ein Problem an.
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Expertenmeinung: Denn dieses zwei Drittel des Umsatzes ausmachende Segment steht ja nicht nur in Konkurrenz zu Apotheken. Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel, Shampoos, Tees etc. sind überall zu bekommen. Der Vorteil der Online-Apotheken ist da vor allem der Preis. Aber soll er konkurrenzfähig niedrig bleiben, bleibt auch die Gewinnmarge niedrig, es muss also über die Mengen laufen. Und nachdem jetzt die Drogeriemarktkette „dm“ in den Online-Vertrieb eingestiegen ist und das Damoklesschwert in Form eines deutschen Markteintritts von Amazon Pharmacy weiter über dem Markt schwebt, stellt sich die Frage:
Ist da noch viel Luft im Non-Rx-Geschäft nach oben? Und könnte weiteres Wachstum dann nur auf Kosten niedrigerer Margen gelingen, sodass sich das auf den gestern noch nicht berichteten Gewinn nicht positiv auswirken würde? Kann der Rx-Sektor das ausgleichen, indem er mehrere Jahre lang noch zügig weiter zulegt? Das Wachstum der aktiven Kunden lag 2025 bei gut elf Prozent. Das ist wenig genug, um da zumindest vorsichtig zu werden.

Dass die Redcare-Aktie am Mittwoch negativ reagierte, deutet an, dass diese Fragen einige Akteure beschäftigt haben dürften und man da eher skeptisch war. Und da es hier nicht um einen womöglich unerwartet auf der Stelle tretenden, robusten Gewinn pro Aktie geht, sondern um die Frage, ob es in dieser Gemengelage womöglich misslingt, den bislang von den Analysten für 2026 erwarteten, erstmaligen Sprung in die schwarzen Zahlen auf Nettobasis zu schaffen, sollte man nicht zu sicher sein, dass der Kurs diese negative Reaktion auf die Umsatz-Ergebnisse schnell wird abschütteln können.
Es ist gut möglich, dass diese Zahlen der Aktie auf der Oberseite einen Deckel verpassen, der so schnell nicht gehoben werden kann. Selbst wenn in den kommenden Tagen doch noch gelingt, was durch diese Umsatzzahlen vereitelt wurde, nämlich der Ausbruch über die Widerstandszone 69,64 zu 71,50 Euro, wäre das aufgrund dieses, noch ein wenig steiniger als bisher wirkenden Wegs zum Netto-Unternehmensgewinn eher eine Trading-Gelegenheit und kein Signal für ein mittelfristiges, umfassenderes Investment.
Quellenangaben: Vorläufiges Umsatzergebnis 4. Quartal / Gesamtjahr 2025, 07.01.2026:
https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/preliminary-results-q4-fy-2025
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