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Ob man einen schwachen US-Dollar für angemessen hält oder nicht, ist das Ergebnis einer subjektiven Beurteilung einzelner Fakten oder schlicht „Ansichtssache“. Daher konzentrieren sich viele Akteure auf die Charttechnik. Und die liefert weiter solide Entscheidungsgrundlagen.
Diese Einschätzung wurde am späten Dienstagabend erstellt und damit vor der „State of the Union“-Rede von US-Präsident Trump. Ob das, was er da sagen wird, den Devisenmarkt in Wallung bringt, muss sich also erst einmal zeigen. Aber oft sind solche Reaktionen eher kurzfristiger Natur. Was auch für andere, eigentlich rational betrachtet trendrelevante Aspekte gilt wie das Zinsniveau im US- und im Euroraum, das Umfeld für Investitionen, das grundsätzliche Vertrauen in die Bonität und anderes mehr. Mittel- und langfristig sind diese Dinge zweifelsohne ein gewichtiger Faktor. Aber für die kurzfristigen Bewegungen am Forex-Markt sind kurzlebige Schlagzeilen wichtiger … und vor allem die Charttechnik.
Den aktuellen Kurs und Chart des Währungspaars EUR.USD und historische Wechselkurse finden Sie hier.
Expertenmeinung: Dass der US-Dollar in den vergangenen Wochen wieder stärker wurde (die Relation Euro/US-Dollar also fiel), nachdem es gelang, am 27. Januar mit 1,2083 US-Dollar pro Euro den höchsten Stand seit Sommer 2021 zu erreichen, basiert daher weniger darauf, dass sich die Einschätzung am Devisenmarkt hinsichtlich fundamentaler Faktoren entscheidend gewandelt hätte. Diese im Verhältnis zum Euro-Anstieg zuvor bislang ja nur leichte Dollar-Stärke kann an dem immer noch vorhandenen „Reflex“ liegen, tendenziell den US-Dollar zu kaufen, wenn es in Sachen Geopolitik wieder kritischer wird, so wie jetzt in Bezug auf die Drohkulisse der USA gegenüber dem Iran.
Aber wenn wir uns den Chart auf Tages-, vor allem aber auf Monatsbasis ansehen, liegt der Gedanke nahe, dass das reine Trading hier eine mindestens ebenso große Rolle gespielt haben dürfte.
Denn Sie sehen, dass Euro/US-Dollar per Ende Januar die obere Begrenzung der Widerstandszone 1,1876 zu 1,2042 US-Dollar erreicht und zugleich die obere Begrenzung des 2022er-Aufwärtstrendkanals kurz überboten hatte. Damit war ein langfristiges, charttechnisches Kursziel erreicht worden … und das bei zugleich auf Monatsbasis im überkauften Bereich rangierenden, markttechnischen Indikatoren, hier im Chart der Stochastik-Oszillator.

Ohne neue Argumente pro US-Dollar dürfte das womöglich eine Zeitlang einen Deckel für den Euro-Anstieg bedeuten. Aber für eine echte Trendumkehr zu Gunsten des US-Dollars müsste mehr passieren … was sich derzeit mit Blick auf einen dem Trump-Lager zugeneigten, anstehenden US-Notenbankchef, die weiter steigende US-Schuldenblase und die unstete, für Investoren problematische Politik im Weißen Haus nicht abzeichnet.
Erst, wenn das Währungspaar die derzeit bei 1,1654 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie unterbieten sollte, würde das Chartbild tatsächlich langsam in Richtung eines über eine Korrektur hinaus erstarkenden US-Dollars schwenken. Aber solange sich nicht zugleich die Rahmenbedingungen verändern und in das gleiche Horn eines festeren Dollars stoßen, sollte man sogar dann mit Euro-Short-Trades eher vorsichtig sein.
Aussicht: neutral

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