Börsenblick

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Aktienanalyse:
Plötzliche Kehrtwende: Wie weit kann Cardinal Health jetzt steigen?

Aktuelle Analyse der Cardinal Health Aktie

Cardinal Health ist einer der führenden US-Großhändler für Medikamente.

Das Unternehmen beliefert mehr als 3,0 Millionen Patienten, 10.000 Ärzte und Kliniken, 26.000 Apotheken sowie 6.700 Labore.
In den USA sind 85% aller Krankenhäuser Kunden von Cardinal Health.

Oligopol

Wer meine Artikel bereits länger verfolgt, der weiß, dass ich eine Vorliebe für Oligopole habe. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.

Cardinal Health, AmerisourceBergen und McKesson dominieren ihre Branche vollständig und erwirtschaften gemeinsam einen Umsatz von mehr als 500 Mrd. USD.

Drei große Anbieter beherrschen also 95% des Medikamenten-Großhandels in den USA.

Es ist also nahezu unmöglich, dass neue Konkurrenten auftauchen, denn dafür müsste man den drei Platzhirschen Marktanteile abjagen.
Doch wie soll das funktionieren? Der vierte Player müsste günstiger sein, was in Anbetracht der Skaleneffekte dieser Giganten und den hauchdünnen Margen unmöglich erscheint.

Darüber hinaus wäre auch niemand willens, die enormen Investitionen zu stemmen, um einen Konkurrenten aufzubauen. Der Kampf wäre wohl erbittert und die Margen würden noch weiter sinken. Man könnte die Kapitalkosten schlichtweg nicht decken.

Selbst das Bündnis aus Berkshire, Amazon und JP Morgan, die gemeinsam den Healthcare-Sektor aufmischen wollen, winken ab.
Wenn selbst die kombinierte Finanzkraft dieser drei Akteure nicht ausreicht…

Die Eintrittshürden für Konkurrenten sind also enorm.

Die langfristige Entwicklung von Cardinal Health hingegen sehr erfreulich. In den letzten zehn Jahren legte der Umsatz von 99,5 auf 136,8 Mrd. USD zu.

Gestützt durch Buybacks kletterte das Ergebnis im selben Zeitraum von 3,48 auf 5,00 USD je Aktie.
Der freie Cashflow stieg von 2,86 auf 7,57 USD je Aktie.

Rückenwind durch Megatrends

Darüber hinaus profitiert die Branche von der alternden US-Gesellschaft und der steigenden Lebenserwartung. Der Bedarf an Medikamenten dürfte auch in Zukunft überdurchschnittlich steigen.

Weitere Faktoren sind schlechte Ernährung, Fettleibigkeit und die zuletzt stark gestiegene Umweltverschmutzung. Die derzeitige US-Regierung hat eine beispiellose Deregulierung in den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz durchgeführt.
Viele der Probleme, die heute dadurch geschaffen werden, sind leider irreversibel.
Noch mehr Erkrankungen sind die Folge.

Wie läuft es aktuell?

Der gemeldete Gewinn ist im zurückliegenden Jahr um mehr als 90% eingebrochen und das hat Anleger verschreckt.

Die Probleme waren aber zu einem Großteil nicht hausgemacht und betrafen die gesamte Branche. Der Gewinn von AmerisourceBergen und McKesson ist im Vorjahr ebenfalls eingebrochen.
Darüber hinaus kam es zu einer Wertminderung immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Mrd. USD. Zu Deutsch: Es hatte keine finanziellen Auswirkungen.

Der operative Gewinn und der Cashflow wurden dadurch nicht beeinträchtigt.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres legte der Umsatz um 7% auf 108,2 Mrd. USD zu und der Gewinn kletterte um 5% auf 4,17 USD je Aktie.

Der Konsens sieht für das Gesamtjahr allerdings einen Rückgang des Gewinns von 5,40 auf 5,00 USD vor. Das liegt unter der Prognose des Unternehmens (5,02 – 5,19 USD je Aktie). Es besteht also die Chance auf eine positive Überraschung.

Cardinal Health kommt derzeit auf eine P/E von 8,6 und eine forward P/E von 9,3.

Auf Cashflow -Basis ist die Bewertung mit einem EV/FCF von 7 sogar noch niedriger. Die Dividendenrendite liegt bei 4,16%.

Zusammenfassend muss man zu dem Schluss kommen, dass Cardinal Health attraktiv bewertet ist. Das gilt auch für die beiden Rivalen.

Cardinal Health – Fastgraphs* Chart

Woran liegt das?

Die niedrige Bewertung ist meines Erachtens vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen:

Der gesamte Healthcare -Sektor steht unter Druck, da eine mögliche Reform in den USA viele Unternehmen in der Branche hart treffen würde.
Die Kritik an den ausufernden Gesundheitskosten ist absolut richtig. Teile der Branche haben sich durch Lobbyismus die passenden Rahmenbedingungen erkauft und stopfen sich regelrecht die Taschen voll.

Doch wenn es einen Teil des US- Healthcare-Sektors gibt, auf den das nicht zutrifft, ist es der Medikamenten-Großhandel. Die operative Marge von Cardinal Health und den beiden Konkurrenten bewegt sich bei knapp über 1%.

Eine Gesundheitsreform würde daher vor allem die Hersteller überteuerter Medikamente treffen und nicht die Händler.

Der zweite Faktor ist rein technischer oder emotionaler Natur. Die Aktie steht seit etlichen Monaten unter anhaltendem Abgabedruck. Anleger haben schlichtweg kapituliert und das führt natürlich dazu, dass sich dieser Prozess immer weiter selbst befeuert.
Inzwischen ist die Bewertung aber so niedrig, dass man kaum mehr Abwärtsrisiken ausmachen kann.

Charttechnik

Cardinal Health hat massive Kursverluste hinter sich und grundsätzlich ist der Abwärtstrend weiter intakt.

Die Aktie ist allerdings auch am unteren Ende des Trendkanals angekommen und dementsprechend viel Raum hätte eine Erholung.
Das kürzlich ausgebildete Paniktief sowie der Doppelboden liefern den Bullen weitere Argumente. Die nächsten Kursziele liegen bei 48 und 50 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 55 USD frei.

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Chart vom 28.06.2019 Kurs: 46,50 Kürzel: CAH - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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