Analyse:
Euro / Britisches Pfund: Der Johnson-Effekt

Boris Johnson gibt sich kämpferisch: Ein Akzeptieren des von der Vorgänger-Regierung ausgehandelten Vertrags mit der EU kommt gar nicht infrage, in Sachen Grenze Nordirland/Irland und Zollautonomie allgemein sei der Vertrag nicht akzeptabel. Am Wochenende hieß es bereits, dass die neue Regierung mit Hochdruck an Maßnahmen arbeite, um die Folgen eines „No Deal-BrExit“ abzufedern. Doch statt einzubrechen lief der britische Aktienmarkt zum Wochenstart markant nach oben. Wieso?

Weil man davon ausgeht, dass die Bank of England in diesem Fall massive Stützungen der Wirtschaft vornehmen wird, indem sie die Leitzinsen radikal senkt und den Anleihemarkt mit Käufen stützt, weil nur so eine Chance besteht, dass ein ungeregelter Austritt der Briten ohne erheblich negative Folgen bleibt. Und diese Zinssenkungsfantasie drückt wiederum auf die Währung, denn:

Eine wankende Wirtschaft nach einem ungeregelten BrExit, deutlich niedrigere Renditen am Anleihemarkt durch Stützungskäufe und niedrigere Leitzinsen, das sind die Faktoren, die eine Währung in Relation zu anderen Devisen unattraktiv machen. Das nimmt man jetzt vorweg.

Und der Devisenmarkt reagiert relativ deutlich, denn die Statements des neuen britischen Premiers wirken entschlossener, als man das im Vorfeld vermutet hatte. Ob sich die Trader da am Ende irren oder Recht behalten, muss sich weisen. Gut möglich, dass da vieles heißer gekocht wird, als es später gegessen wird. Aber das wird sich erst in den kommenden Wochen und Monaten herausstellen.

Noch sind drei Monate Zeit bis zum auf den 21.10. verschobenen Austrittstermin, da kann viel passieren. Aber sollte das Pfund nur noch ein wenig schwächer werden als am Montagabend, wäre die Frage, was Johnson in den nächsten Wochen sagen oder tun wird weniger relevant als das, was die Charttechnik vorgibt.

Sie sehen in den Charts den Preis, den man für einen Euro in britischen Pfund bezahlen muss. Der Kurs zieht an, d.h. man muss mehr für einen Euro bezahlen, der Wert des Pfundes gibt nach. Mit dem gestrigen Anstieg ist das Währungspaar an den Level der Zwischenhochs vom August 2018 und Januar 2019 herangelaufen. Würde diese Zone bei 0,9099/0,9110 Pfund, die am Montagabend bereits um eine Winzigkeit überboten wurde, heute oder in den kommenden Tagen deutlicher bezwungen, wäre der nächste markante Widerstand in Form des Jahreshochs 2017 bei 0,9307 Pfund ein naheliegendes, unmittelbares Kursziel.

Chart auf Wochenbasis vom 29.07.2019, Kurs 0,9114 Pfund, Kürzel EUR.GBP | LYNX Aktienempfehlungen

Und sollte sich die Lage weiter zuspitzen, Johnson bei der EU auf Granit stoßen und nicht nur damit drohen, die 39 Milliarden Pfund, die als Abschlusszahlung an die EU zu leisten wäre, einzubehalten, um seine Forderungen durchzusetzen, wäre sogar der „Panik-Peak“ vom Oktober 2016 bei 0,9737 Pfund ein mögliches Ziel. Damals gab es die ersten Sorgen, es könnte zu Problemen beim Ausstieg kommen und die britische Notenbank müsste massiv eingreifen.

Heute weiß man, dass das mit einem kurzen Ausverkauf des Pfundes beantwortete, sich aber damals noch nicht erhärtende Szenario heute nahe daran ist, Realität zu werden. So gesehen wäre ein größerer Selloff beim Pfund und damit eine kräftige Rallye der Euro/Pfund-Relation zumindest denkbar. Nicht zuletzt auch deswegen, weil in diesem Umfeld wohl kaum allzu viele auf die Euro-Short-Seite setzen dürften.

Chart auf Tagesbasis vom 29.07.2019, Kurs 0,9114 Pfund, Kürzel EUR.GBP | LYNX Aktienempfehlungen

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