Hess Aktie aktuell Der Öl-Sektor steht mit dem Rücken zur Wand

News: Aktuelle Analyse der Hess Aktie

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Apache Corp
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Transocean Ltd.

Ohne mit einer Wiederholung beginnen zu wollen, aber Rohstoffe sind ein unglaublich schwieriges Geschäft. Das gilt vor allem auch für Öl und Gas.

Das Geschäft ist extrem kapitalintensiv, denken Sie nur darüber nach was die Exploration und Erschließung von Vorkommen kostet.
Leider sind Ölfelder & Co. aber irgendwann erschöpft und man muss sich erneut umschauen.

Erdrückend

Die meisten Unternehmen in dieser Branche wenden einen bedeutenden Teil des Cashflows aus den laufenden Förderquellen auf, um die nächsten zu erschließen.

Tatsächlich wendet man sogar mehr auf, als man sich leisten kann. Öl- und Gasförderer sind die am höchsten verschuldete Branche überhaupt.

Es ist geradezu die Regel, dass man für jede Milliarde an Jahresumsatz zwei Milliarden an Schulden hat.

Das führt zu einem mehr als offensichtlichen Problem: Man benötigt eine erhebliche Marge, um die Schulden bedienen zu können.

Doch leider sind Gewinn und Margen in diesem Sektor vollkommen unsicher. Ein Ölförderer kann den Preis des schwarzen Goldes schließlich nicht bestimmen, er kann nur hoffen.

Die Gesamtkonstellation ist also herausfordernd und bei niedrigen Ölpreise stehen viele Unternehmen schnell mit dem Rücken zur Wand.

Der Ölpreis steigt nie wieder

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, mit welchem Ölpreis mittel- bis langfristig zu rechnen ist.

Abgesehen von Schocks wie Krieg, Öl-Embargos oder ähnlichem, ist der Preis auf der Oberseite faktisch gedeckelt.
Die Produktionskapazitäten sind heute weltweit sehr viel höher als die wirtschaftliche Nachfrage.
Das war schon vor Corona der Fall und wird auch so bleiben.

Das hat aus meiner Sicht vor allem zwei Gründe: Weltweit versucht jeder, sich vom Öl unabhängiger zu machen.
Das gilt für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen.
Bei Neubauten werden zB kaum noch Ölheizungen verwendet, man setzt auf Wärmepumpen, Solar auf dem Dach & Co.

Gleichzeitig nimmt der Teil der erneuerbaren Energien unaufhörlich zu. In Deutschland ist es bereits mehr als ein Drittel.

Fehlanzeige

Die Öl-Nachfrage steigt also langsamer als das Wirtschaftswachstum, das macht die Branche fast zwangsweise zu einem Underperformer.

Auf große Rendite kann man also nicht mehr hoffen, die wären nur bei einem nachhaltig steigenden Ölpreis möglich.
Hier kommen die Fracker ins Spiel. Je höher der Preis, desto mehr Schieferöl-Vorkommen sind profitabel.

Ein Großteil der nordamerikanischen Fracker, die gemeinsam eine größere Produktionskapazität als Saudi-Arabien haben, werden ab Preisen von 40-50 USD je Barrel profitabel.

Steigt der Ölpreis über dieses Niveau, wird umgehend die Produktion angekurbelt. Die Fördermenge nimmt zu und drückt natürlich den Preis.

Daher ist Röhöl auch seit Jahren nicht mehr viel höher geklettert. Irgendwo zwischen 55 und 65 USD je Barrel WTI ist in der Regel Schluss.

Mit dem Rücken zur Wand

All diese Faktoren haben dazu geführt, dass viele Unternehmen im Öl- und Gas-Sektor mit dem Rücken zur Wand stehen.
Wenn man über Jahre hinweg nicht nachhaltig profitabel ist und hohe Schulden hat, kommt man eben in Schieflage.

Stellvertretend für den Sektor einige problematische Beispiele.

Die auf Tiefseebohrungen spezialisierte Transocean:
Börsenwert 566 Mio. USD, Umsatz 3,09 Mrd. USD, Schuldenstand 8,48 Mrd. USD.
In den letzten drei Jahren hat man über 6,0 Mrd. USD Verlust eingefahren.

Der Explorer und Förderer Apache:
Börsenwert 4,47 Mrd. USD, Umsatz 5,16 Mrd. USD, Schuldenstand 8,52 Mrd. USD.
Im letzten Jahr hat man einen Verlust von 3,52 Mrd. USD eingefahren.

Der Erdöl-Förderer Hess Corp:
Börsenwert 13,16 Mrd. USD, Umsatz 6,49 Mrd. USD. Trotz massive Asset-Verkäufe ein Schuldenstand von 8,20 Mrd. USD.
Seit 2015 konstant unprofitabel. In der Zeit hat man mehr als 13 Mrd. USD Verlust eingefahren.

Hierbei handelt es sich mit um die größten Unternehmen in ihren Gebieten, bei kleinen Akteuren ist die Lage teilweise noch sehr viel dramatischer.

Rohöl Chart

Das Chartbild ist übergeordnet klar bärisch. WTI ist über Wochen hinweg im Widerstandsbereich zwischen 40 und 44 USD gescheitert und dreht jetzt wieder zur Unterseite.
Mögliche Kursziele liegen bei 35 sowie 28,50 – 30 USD.

Chart vom 10.09.2020 Kurs: 37,30 Kürzel: CL - Wochenkerzen
Chart vom 10.09.2020 Kurs: 37,30 Kürzel: CL – Wochenkerzen

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Hess Aktie

Am Samstag kam es in Saudi-Arabien zu Drohnenangriffen auf Erdöl-Anlagen des Staatskonzerns Aramco.
Ein Angriff traf die größte Ölraffinerie des Landes.

Dadurch dürfte sich die Tagesproduktion des Landes halbieren, von zehn auf fünf Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht rund 5% des weltweiten Ölverbrauchs.

Dass die Kurse auf eine derartige Entwicklung mit einem Kurssprung reagieren, ist also absolut nachvollziehbar.
Von einer Sekunde auf die andere löste sich das weltweite Überangebot an Öl in Luft auf.

Derzeit notieren die Rohölsorten WTI und Brent rund 8% im Plus. Zwischenzeitlich lag das Plus bei rund 20%, de größte Kurssprung seit 1991.

Bedeutet das Krieg?

Derzeit befindet sich Saudi-Arabien bereits in einem illegalen Krieg mit seinem Nachbarn Jemen. Die Vorgänge werden von der Weltöffentlichkeit weitgehend ignoriert und man liefert weiterhin Waffen an das islamistische Regime in Riad.

Mit den USA hatte man erst kürzlich einen Mega-Waffendeal abgeschlossen, Auftragsvolumen mehr als 100 Mrd. USD.

Die saudische Königsfamilie benötigt dringend Panzer, Kampfhubschrauber & Co, um den Jemen abzuriegeln. Selbst Medikamente lässt man nicht mehr ins Land.
Von Lebensmitteln ganz zu schweigen. Die 28 Millionen Einwohner sitzen auf dem Trockenen, zehntausende Menschen sind bereits umgekommen, hunderttausende sind vom Tod bedroht.

Hilfsorganisationen sprechen von einem „Albtraum“ und einer akuten Hungersnot.
Warum sieht die Welt einfach weg?

Die Rebellen im Jemen haben sich jedenfalls zu den Angriffen bekannt. Saudi-Arabien beschuldigt hingegen den Iran.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einer Bedrohung der Sicherheit in der Region.
Das ist sicherlich nicht untertrieben.

Am Ende könnte es zu einem Krieg führen, in dem sowohl die USA, als auch Saudi-Arabien und der Iran verwickelt werden könnten.

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Ölpreis bald dreistellig?

Die Folgen eines Krieges kann man derzeit kaum abschätzen. Der Rohölpreis dürfte dadurch jedenfalls weiter befeuert werden.

Mit all zu hohen Kurszielen wäre ich dennoch vorsichtig, denn die Saudis werden die Fördermenge so schnell wie möglich wieder hochfahren.

Darüber hinaus steht die US-Fracking-Industrie Gewehr bei Fuß.
Mit jedem Dollar, den der Rohöl-Preis steigt, werden weitere Quellen profitabel und nehmen den Betrieb auf.
Dort dürfte die Fördermenge ebenfalls schnell steigen und den Preis auf der Oberseite eingrenzen.

Doch auch ein Anstieg von 60-65 USD auf 80 oder 90 USD je Barrel haben negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Vor allem wenn der Preis sehr schnell ansteigt, das könnte einen Schock auslösen.

Als ich von den Angriffen erfahren hatte, hatte ich sofort die Worte von Investorenlegende Bill Miller in den Ohren.
Demnach enden nahezu alle Bullenmärkte entweder durch einen Ölpreis-Schock, steigende Leitzinsen oder eine Rezession.

Im heutigen Handelsverlauf hat Rohöl der Sorte Brent einen Großteil der Gewinne wieder abgegeben.
Die Meldung, dass die USA ihre strategischen Reserven nutzen werden, hat den Markt vorerst beruhigt. Vorerst.

Fällt Brent wieder unter 62,50 USD und somit in den Abwärtstrend zurück, haben die Bullen ihre Chance vertan.

Solange das aber nicht der Fall, ist Brent tendenziell bullisch. Erneute Kursgewinne in Richtung 65 und 67 USD sind jederzeit möglich.
Darüber kommt es zu einem Kaufsignal mit Kurszielen bei 69 sowie 70 und 73 USD.

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Chart vom 16.09.2019 Kurs: 64,40 Kürzel: BZ - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Die Profiteure

Selbstverständlich profitieren aber auch viele Unternehmen von einem steigenden Ölpreis.

Darunter die Branchenriesen Royal Dutch Shell oder BP.

Aus meiner Sicht würde es aber vor allem den Fracking-Unternehmen helfen. Da wären zum Beispiel Halliburton, National Oilwell Varco und Schlumberger.
Desweiteren EOG Resources, Continental Resources, Whiting Petroleum, Marathon Oil, QEP Resources und Hess Corp.

Exxon, Chevron und ConocoPhillips sind in diesem Bereich ebenfalls stark engagiert.

Weitere Profiteure wären Zulieferer der Branche, wie der Fracking-Sand-Hersteller US Silica.

Bei viele dieser Aktien könnte es jetzt zu einer Rallye kommen. Der Sektor ist ohnehin „ausgebombt“ und seit Monaten im Sturzflug.

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