Intercontinental Exchange Aktie Prognose NYSE: Intercontinental Exchange kauft Black Knight. Kurs rauscht ab

News: Aktuelle Analyse der Intercontinental Exchange Aktie

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Intercontinental Exchange
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Zur Intercontinental Exchange Aktie

Die Muttergesellschaft von NYSE kauft für 13,1 Mrd. USD Black Knight. Die Kurse taumeln. Ist das eine Gelegenheit, oder fängt die Rutschpartie gerade erst an?

Intercontinental Exchange (ICE) ist einer der weltweit führenden Börsenbetreiber. Zum Unternehmen gehören insgesamt 12 Börsenplätze, darunter auch die NYSE und mehrere Terminbörsen.

So wünscht man sich das

In den meisten Ländern wird Großteil des Börsengeschäfts an einem oder zwei Handelsplätzen abgewickelt.
In den USA sind es mit der NYSE, Nasdaq und CME drei. Es handelt sich also um ein Oligopol.

Dementsprechend haben die Betreiber eine gewisse Preissetzungsmacht, was das Geschäft äußerst lukrativ macht.
Ähnliches gilt für angrenzende Services und Geschäfte.

Diesen Umstand hat Intercontinental Exchange für sich ausgenutzt und über die Jahre immer wieder zugekauft. Der mit Abstand größte Brocken war die NYSE, welche man im Jahr 2013 übernommen hat.

Dadurch konnte der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 1,36 auf 9,17 Mrd. USD massiv gesteigert werden.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 1,52 auf 5,15 USD je Aktie.

Der nächste Zukauf

Wie wir bereits angeschnitten hatten, haben wir es bei Börsenplätzen in der Regel mit Mono- oder Oligopolen zu tun.

Das führt unweigerlich dazu, dass in dieser Branche vor allem durch Zukäufe expandiert wird. Es werden keine neuen Börsenplätze aufgebaut, man kauft sie einfach.

Da der Betrieb von Börsenplätzen ein sehr lukratives Geschäft ist, lohnen sich die Übernahmen auf die lange Sicht.
Das Geschäft wächst organisch, ist gut skalierbar und ist faktisch Krisen- und Inflationssicher.
Denn während Krisen nimmt die Handelsaktivität zu und die Börsenbetreiber verdienen eher mehr als weniger.

Darüber hinaus ist der Kapitalbedarf nicht hoch.

Wen überrascht das dann?

Wenn man all das weiß, dann blickt man etwas verwundert auf die jüngste Kursentwicklung.

Intercontinental Exchange ist in kürzester Zeit von 137 auf 100 USD abgestürzt. Ursächlich dafür dürften die allgemeine Marktschwäche, sowie die Übernahme von Black Knight und die Quartalszahlen sein.

Wann der allgemeine Druck verfliegt, ist schwer vorherzusehen. Dass Anleger geradezu panisch auf einen Zukauf reagieren, überrascht allerdings.
Schließlich führt ICE jedes Jahr eine größere Übernahme durch. Das ist die absolute Normalität.

Höchstwahrscheinlich schmeckt der Börse der Kaufpreis nicht. Intercontinental Exchange zahlt mit einem Kaufpreis von 13,1 Mrd. USD zwar keinen hohen Aufpreis auf den Aktienkurs, aber das 38-fache des freien Cashflows von Black Knight.
Oder das 15-fache des EBITDA.

Schlichtweg zu teuer?

Es wird also eine ganze Weile dauern, bis sich dieser Zukauf wirklich auszahlen wird. An sich passt Black Knight, ein Spezialist für Daten und Datenanalyse im Bereich Hypotheken und Immobilien, gut ins Portfolio.

Ob der Preis nun gerechtfertigt war, oder nicht, sei dahingestellt. Die Bewertung war sicherlich hoch, aber Black Knight wird zukünftig seinen Betrag im Konzern leisten.

Intercontinental Exchange hingegen dürfte vor einer längeren Phase des Deleveraging stehen. Denn nach dem Deal dürfte der Konzern rund 25 Mrd. USD an Schulden haben.
Es wird eine ganze Zeit dauern, um die Verpflichtungen zu reduzieren.

Gleichzeitig geht ICE aber davon aus, dass sich der Zukauf unmittelbar positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken wird und entsprechende Synergien erreicht werden.

Ausblick und Bewertung

Am Ende kann man die Übernahme kritisch sehen oder auch nicht. Wenn man beispielsweise zu dem Schluss kommt, dass ICE 30% zu viel gezahlt hat, hat der Börsenbetreiber soeben 3,0 Mrd. USD in den Sand gesetzt.

Bei dem aktuellen Marktwert von Intercontinental Exchange entspricht das rund 6% des Börsenwerts.
So schwerwiegend ist der Zukauf also gar nicht.

In den letzten drei Handelstagen wurden bei ICE rund 9 Mrd. USD an Börsenwert vernichtet.
Den Risiken, die der Zukauf von Black Knight mit sich bringt, dürfte also Rechnung getragen sein.

Zu diesem Schluss kommt man jedenfalls, wenn man die Sache nüchtern durchrechnet.

Ausblick und Bewertung

Das die Börse allerdings zu übertriebenen Kursreaktionen neigt, sollte auch klar sein. Das bedeutet, dass der Abverkauf an dieser Stelle noch nicht beendet sein muss.

Die Bewertung von Intercontinental Exchange ist inzwischen aber am unteren Ende der historischen Spanne angekommen.

Der Konzern kann den Gewinn in den meisten Jahren um 8-10% steigern und so sehen auch die derzeitigen Prognosen für das laufende sowie die kommenden Geschäftsjahre aus.

Man findet also wenig Gründe, warum die Bewertung auch nicht auf dem für den Konzern „normalen“ Niveau liegen sollte.

Derzeit kommt ICE auf eine P/E von 19,4 und eine forward P/E von 18,1. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 23,5 und am Tief bei 16,4.

Für antizyklische Investoren wird die Sache also langsam interessant.

Chart vom 09.05.2022 - Kurs: 99,81 Kürzel: ICE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.05.2022 – Kurs: 99,81 Kürzel: ICE – Wochenkerzen

Was noch fehlt, ist eine Bodenbildung. Wir werden sehen, ob der mehrjährige Aufwärtstrend, welcher knapp unter 100 USD verläuft, halten wird.
Die Chancen stehen aber gut, dass es ausgehend von diesem Niveau zu einer Gegenbewegung in Richtung 105 USD kommen wird. Darüber würde sich das Chartbild sukzessive aufhellen.

Fällt Intercontinental Exchange hingegen unter 100 USD, muss eine Ausdehnung der Korrektur bis zu den zentralen Unterstützungen bei 95 oder 90 USD gerechnet werden.

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