Procter & Gamble Aktie Prognose Procter & Gamble: Retten Sie sich in defensive Werte

News: Aktuelle Analyse der Procter & Gamble Aktie

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Procter & Gamble
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Sollte man jetzt in defensive Werte umschichten? Ergibt das überhaupt Sinn, oder ist es schon zu spät? Welche Rendite wäre bei Procter & Gamble überhaupt möglich und von welchen Faktoren hängt das überhaupt ab?

Hat es geholfen?

Seit jeher erzählt man uns, dass man vor Krisen geschützt ist, wenn man defensive Werte hält oder sogar in schwierigen Zeiten in defensive Werte umschichten sollte.

Schaut man sich allerdings die Realität an, stellt man fest, dass die Aktien von Unternehmen wie Procter & Gamble ebenfalls unter Druck kommen. Und das auch nicht gerade in geringem Umfang.

Nüchtern betrachtet hätte man mit Procter & Gamble am Ende überhaupt nichts gewonnen. Sowohl der S&P 500 als auch der Konsumgüter-Konzern haben ausgehend vom Hoch rund 23% an Wert verloren.

Selbstverständlich gibt es zyklische Werte oder Wachstumsaktien, die noch exorbitant mehr verloren haben, aber das ändert nichts daran, dass man im Vergleich zum breiten Markt mit Procter & Gamble nichts gewonnen hätte.

Bleibt also die Überlegung, ob die Aktie in Zukunft das Potenzial für Outperformance hat. Und dazu können nur zwei Faktoren beitragen:
Entweder ist die Aktie unterbewertet und bringt das Potenzial mit, dass die Bewertung perspektivisch wieder steigt.
Oder aber der Gewinn je Aktie steigt.

Unter dem Strich sind das die beiden mit Abstand wichtigsten Faktoren. Sie bestimmen die langfristige Kursentwicklung.

Lassen Sie uns diese beiden Fragen also gemeinsam erörtern.

Welche Bewertung ist fair?

Das ist natürlich die Gretchenfrage und darüber lässt sich vortrefflich diskutieren. Die einen Anleger werden argumentieren, dass man für Procter & Gamble auch ein KGV von 30 zahlen könne, da das Unternehmen entsprechend sicher sei und man damit langfristig kein Geld verlieren könne.
Am anderen Extrempunkt gibt es sicherlich Anleger, die nur ein KGV von 10 zahlen würden, da so gut wie kein organisches Wachstum stattfindet.

Im Endeffekt liegen beide Seiten mit ihrem Argument richtig, nur die Schlussfolgerung könnte ein wenig über das Ziel hinausschießen.

Es ist durchaus richtig, dass bei Procter & Gamble faktisch kein organisches Wachstum stattfindet. Der Umsatz ist heute ungefähr so hoch wie vor zehn Jahren, viel getan hat sich also nicht.

Das Einzige, was dem Umsatz je Aktie Auftrieb beschert, sind anhaltende Buybacks. Beim Gewinn hat man noch etwas Schützenhilfe durch steigende Margen erhalten.
In Summe klettert das Ergebnis in diesem Zeitraum von 3,85 auf 5,81 USD je Aktie.

Das entspricht lediglich einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 4%. Das ist nicht gerade viel, vor allem, wenn man die Inflation berücksichtigt.

Aber welche Bewertung ist denn nun fair? Das ist wie immer eine Einzelfallentscheidung, da jedes Unternehmen einmalig ist.
Wir wissen aber aus über einem Jahrhundert an Börsengeschichte, welche Bewertung für diese Wachstumsgeschwindigkeit normal ist und das ist ein KGV im Bereich von 12 – 15.

Es kommt eben drauf an

Wenn man das Geschäft als besonders sicher und langfristig überzeugend findet, kann man noch einige „KGV-Punkte“ obendrauf legen.
Und genau das hat der Markt auch getan, denn in den fünf Jahren vor dem allgemeinen Aktien-Hype von 2020/2021 lag die P/E durchschnittlich bei 20,8.

Damit ist die Abweichung der Bewertung von Procter & Gamble im Verhältnis zu dem, was beim vorliegenden Wachstum gängig ist, sehr hoch.
Das ist einerseits zwar halbwegs rational, birgt aber immer die Gefahr, dass sich die Wahrnehmung der Anleger auch wieder ändern kann.

Dazu muss es nicht kommen, aber als Investor müssen wir solche Negativ-Szenarien einplanen und können uns nicht an Wunschdenken orientieren.
Das gilt umso mehr, wenn derartige Szenarien äußerst plausibel sind. Bei Procter & Gamble muss man nicht lange suchen, denn in den fünf Jahren vor dem zuvor betrachteten Zeitraum, lag die P/E durchschnittlich bei 16,3.
Es gibt keinen Grund dafür, dass es nicht wieder auf dieses Niveau gehen kann.

Das sind also die Rahmenbedingungen und einige Bezugspunkte, aus denen sich eine faire Bewertung ableiten lässt.
Je nachdem, welchen Bezugszeitraum man wählt und wie viele „Bonuspunkte“ man Procter & Gamble für die Sicherheit des Geschäftsmodells gibt.

Chart vom 24.10.2022 – Kurs: 128,58 Kürzel: PG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 24.10.2022 – Kurs: 128,58 Kürzel: PG – Wochenkerzen

Kommt man zu dem Schluss, dass eine P/E von 15 fair ist, ergibt sich derzeit ein Wert von lediglich 87,15 USD.
Ziehen wir hingegen eine P/E von 20,8 heran, ergibt sich ein fairer Wert von 120,84 USD. Das Problem an all diesen Bezugspunkten ist, dass Procter & Gamble aktuell über diesem Niveau notiert.

Jetzt geht es um die Wurst

Das Einzige, was Procter & Gamble an dieser Stelle noch attraktiv machen könnte, ist zukünftiges Wachstum.

Leider gibt es aber auch an dieser Front wenig erfreuliche Nachrichten. Denn in diesem Geschäftsjahr dürfte das Ergebnis (trotz Buybacks) stagnieren.
Das wäre nur halb so schlimm, wenn das Geschäftsjahr im Dezember enden würde, es endet aber erst im Juli 2023.

In den kommenden Monaten dürften also die Impulse für steigende Kurse fehlen. Es bricht schließlich selten Jubel aus, wenn der Gewinn stagniert.

In den beiden darauffolgenden Geschäftsjahren soll allerdings alles besser werden. Derzeit erwarten die Prognostiker Gewinnsteigerungen von 7%.
Das wäre durchaus möglich, doch auch dann stellen sich drei Fragen.

  1. Warum sollen die Wachstumsraten plötzlich viel höher sein als in der Vergangenheit? Die Erfahrung zeigt, dass die Erwartungen in diesen Fällen meist zu hoch sind.
  2. Was bringen 7% Wachstum bei 10% Inflation?
  3. Welche Kursziele lassen sich daraus ableiten?

Die ersten beiden Fragen sind bereits beantwortet oder beantworten sich von selbst. Die dritte Frage erörtern wir jetzt.

Auch hier kommt es wieder darauf an, welche P/E man als fair ansetzt. Geht man davon aus, dass die Prognosen richtig sind, dann ergibt sich bei einer P/E von 16,3 für Juli 2025 ein Kursziel von 108,88 USD.
Nimmt man als Grundlage eine P/E von 20,8, kommt man zu einem Kursziel von 138,94 USD.

Im einen Fall ergibt sich inklusive Dividende eine annualisierte Rendite von -2,3% und im anderen Fall von +5,8%.
Jetzt kann jeder abwägen, ob das für ihn interessant ist oder nicht.

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