Börsenblick

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Analyse:
Amadeus IT: Nur die Stärksten überleben

Amadeus IT ist einer der führenden IT-Dienstleister der Tourismusbranche.

Im Hintergrund

Amadeus ist der Betreiber des gleichnamigen Computerreservierungssystems Amadeus. Die wenigsten Endkunden kommen mit diesem System direkt in Kontakt. Wenn sie aber jemals im Urlaub waren, ist die Chance recht groß, dass die Reise über dieses System abgewickelt wurde. Wenn Sie mit den großen europäischen Airlines wie Lufthansa, Air France oder Iberia geflogen ist, ist es quasi sicher.

Tatsächlich werden weltweit knapp 45% aller Flugbuchungen über Amadeus abgewickelt. Es ist also sicherlich keine Untertreibung, wenn man von einer starken Positionierung spricht.

In der aktuellen Situation bringt das dem Unternehmen aber recht wenig. Keine Flüge, kein Umsatz.
Glücklicherweise ist die Abhängigkeit von Flügen allein nicht so groß, wie man vermuten möchte.
Tatsächlich erwirtschaftet Amadeus IT fast die Hälfte des Umsatzes abseits des Fluggeschäfts, sondern in anderen Bereichen der Tourismusbranche.

Schlagartig

Wir haben es also mit einem starken Akteur in einer langfristig wachsenden Branche zu tun, der aktuell massiv unter Druck steht. Wirtschaftlich wie auch kurstechnisch. Dann sind genau die Situationen, die man als Investor durchleuchten sollte.

Das übergeordnete Bild ist recht eindeutig. In den letzten zehn Jahren legte der Umsatz von 2,59 auf 5,57 Mrd. Euro zu.
Der Gewinn kletterte von 0,33 auf 2,58 Euro je Aktie. Eigentlich gab es nur Rekordjahre.
Die Margen sind hoch, der Cashflow stark.

Das machte die Aktie natürlich zu einem Anlegerliebling, die Bewertung erreichte zeitweise ein KGV von 25-30.
Beides hat sich durch Corona schlagartig geändert.

Ein Rekordjahr wird es mit Sicherheit nicht geben und die Aktie ist massiv abgestürzt. An sich sind Kursverluste in dieser Situation rational. Keiner weiß, wie lange uns Corona noch beschäftigen wird und ob Urlauber ihr Verhalten ändern werden.

Nur die Stärksten überleben

Am 12.Mai wurden die Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Der Umsatz sank um 27,3% auf 1,02 Mrd. Euro.
Das EBITDA brach um 41,3% auf 0,35 Mrd. Euro ein, der Gewinn um 57,5% auf 0,14 Mrd. Euro.

Daraus kann man zwei sehr wichtige Rückschlüsse ziehen. Amadeus IT wurde hart getroffen und der Umsatz ist eingebrochen.
Gleichzeitig ist es aber eine sehr beeindruckend, dass man überhaupt noch einen Gewinn erwirtschaften kann.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, welche Vorteile eine hohe Marge mit sich bringt. In Problemsituationen hat man einfach mehr Puffer.
Die Rechnung ist simpel: Wenn meine operative Marge bei 1% liegt und mein Umsatz um 20% einbricht, fahre ich gigantische Verluste ein.
Wenn meine operative Marge aber bei 25% liegt und mein Umsatz um 20% einbricht, bin ich noch halbwegs profitabel.

Das lag auch an dem Segment IT-Solutions, wo der Umsatz nahezu stabil war. Auf diesen Bereich entfallen mehr als ein Drittel des Konzerngeschäfts.

Gleichzeitig hat Amadeus natürlich auch Gegenmaßnahmen eingeleitet, um den Umsatzeinbruch abzufedern.
Darunter Kurzarbeit, weniger Investitionen – das übliche eben. Jedoch mit unüblichen Resultaten. Amadeus ist es tatsächlich gelungen, den freien Cashflow stabil zu halten.

Das Unternehmen geht also durch eine harte Zeit, schlägt sich aber erstaunlich gut. Langsam ist die Aktie auf einem Niveau, die für langfristige Investoren interessant ist. Wer einen langen Atem hat, kann bei dem derzeitigen EV/FCF von 19 langsam einen Fuß in die Tür stellen, aber…

Technische Eischätzung

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage weiterhin problematisch. Es besteht die Gefahr, dass die Aktie die bisherigen Jahrestiefs unterschreitet. Unter 37 Euro wäre der Weg in Richtung 32-35 Euro frei.
Darunter rückt die Unterstützungszone bei 25-27 Euro ins Visier.

Prozyklische Kaufsignale ergeben sich hingegen über 40 und 43 Euro.

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Chart vom 13.05.2020 Kurs: 37,55 Kürzel: AMS - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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