Die besten Biotech-Aktien 2019 | LYNX Online Broker

Auf der Erde gibt es immer mehr Menschen und erfreulicherweise werden diese immer älter und auch die Corona-Pandemie wird daran nichts ändern. Aktuell sind weltweit bereits eine Milliarde Menschen älter als 60 Jahre, im Jahr 2050 werden es Prognosen zufolge bereits 2 Milliarden sein – bei einer dann prognostizierten Gesamtbevölkerung von 9,2 Milliarden.

Biotechbranche profitiert von demografischen Tendenzen

Allerdings geht es mit steigendem Alter bei der Gesundheit in der Regel leider stetig bergab. Mit 65 hat rund ein Viertel der Menschen eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, mit 85 sind es schon annähernd die Hälfte.

In gleicher Weise steigt im Alter auch bei Krankheiten wie Arthritis, Krebs oder Alzheimer die Anzahl der Diagnosen. Gleichzeitig ernähren sich die Menschen immer unausgewogener und Umweltbelastungen nehmen zu. Deshalb rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis 2050 in den OECD-Staaten mit einem Anstieg der Gesundheitskosten von 6 % des Bruttoinlandsprodukts auf 9,5 % des BIP.

Zwei Drittel aller neuen Medikamente enthalten „Biotech“

Die Biotechbranche profitiert besonders stark von der wachsenden, alternden Mittelschicht, die sich steigende Ausgaben für die Gesundheit leisten kann. Mittlerweile basieren laut Evaluate Pharma bereits knapp zwei Drittel der neu zugelassenen Medikamente auf Forschungsergebnissen, Erkenntnissen und Innovationen der Biotechnologie. Mit steigender Tendenz. Viele Krankheiten wie Aids, Hepatitis C und einige Krebsarten können so behandelt oder sogar geheilt werden. Kein Wunder, dass Biotech-Firmen wie Gilead, Biogen, Amgen oder Celgene in den vergangenen zehn Jahren sowohl bei den Umsätzen und Gewinnen als auch beim Börsenwert stark gewachsen sind.

Biotech-Aktien noch immer nicht teuer

Trotz Wachstum ging es für die meisten Biotech-Werte in den fünf Jahren vor Corona nicht viel voran. Der NASDAQ Biotechnologie-Index, das für Biotech-Aktien wichtigste Kursbarometer, erreichte und überschritt den Höchstwert des Jahres 2015 von ca. 4.160 Punkten erst Mitte 2020 und notiert mittlerweile mit aktuell ca. 4.800 Zählern komfortabel darüber. Sogar die Aktien der chemisch-pharmazeutischen Branche entwickelten sich zuvor jahrelang besser. Aufgrund dessen sind Biotechnologie-Aktien gemessen am KGV derzeit weiterhin relativ günstig bewertet. Etliche Branchenschwergewichte weisen trotz guter Wachstumsaussichten nach wie vor KGVs zwischen 12 und 16 auf. Doch nicht nur deshalb könnte der Biotechnologie-Sektor an der Börse vor einer Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends stehen.

Biotechnologie ermöglicht Medikamente für seltene Krankheiten: Innovationsschub erwartet

Biotechunternehmen sind gerade dabei, sich neue Marktpotenziale zu erschließen. Für weit mehr als 1.000 eher seltenere Leiden („Orphan Diseases“) gibt es bislang keine oder nur wenig wirksame Medikamente. Der Grund dafür ist, dass die hohen Forschungsgelder der Pharmariesen bislang vor allem in die häufigsten und damit lukrativsten Gesundheitsleiden gelenkt wurden. Es gab einen regelrechten Wettkampf um Blockbuster-Medikamente mit Milliardenpotenzial, während weniger häufige Krankheiten mangels Umsatzpotenzials meist links liegen gelassen wurden.

Biotechnologische Forschungsergebnisse aus der Genomentschlüsselung und das zunehmende Wissen über die Funktionsweisen von menschlichen Zellen und Krankheitserregern ermöglichen mittlerweile auch einen wirtschaftlichen Fokus auf weniger bekannte Krankheitsbilder. Dies dürfte in der Gesundheitsbranche laut dem Biotech-Fondsmanager Harald Kober zu einem regelrechten Innovationsschub führen. Dank zahlreicher neuer, innovativer Medikamenten-Entwicklungen könnten die Umsätze der Branche in den kommenden Jahren jeweils zweistellig zulegen. Zumindest das Übernahmefieber zog in der Biotechbranche zuletzt bereits wieder spürbar an.

Covid-19-Pandemie lenkt Investoren-Fokus auf den Gesundheitssektor

Auch die Biotech-Branche gehört zu den sogenannten Gewinnern der Covid-19-Pandemie. Denn während zuvor in vielen Ländern Ausgaben im Gesundheitsbereich gekürzt wurden, so dürfte sich dieser Trend nun umkehren. Denn Schwierigkeiten mit der Bewältigung der Corona-Krise bekamen zumeist Länder, in denen von Seiten der Regierung, aber auch den Krankenkassen jahrelang der Rotstift angesetzt wurde. Das neuartige Corona-Virus führt nun zu einem Umdenken, so dass die Investitionsbereitschaft von Staat und Privatwirtschaft stark ansteigt.

Dieser Trend betrifft natürlich auch die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Biotech-Unternehmen und geht weit über die Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen und Corona-Medikamenten hinaus. Denn das Thema Gesundheit bekam eine aktuelle Brisanz und steht damit auch im Fokus der Investoren. Die Biotech-Branche profitiert von den Geldzuflüssen, so dass viele Aktien des Sektors seit Mitte 2020 zu den Outperformern der Börse zählen.

Biotech-Sektor von US-Unternehmen dominiert

Was Biotech-Aktien angeht, so spielt die Musik fast ausschließlich in den USA. Gemessen an der Börsenkapitalisierung und am Finanzierungsvolumen werden 85 % des Biotech-Sektors von US-Unternehmen dominiert. Und auch wenn in den USA immer wieder politische Forderungen laut werden, die Preispolitik der Medikamentenhersteller stärker zu reglementieren, sind härtere Einschnitte unwahrscheinlich. Denn der Gesundheitssektor wird auch im nächsten Jahrzehnt der größte Arbeitgeber in den USA sein. Allein schon deswegen ist eine unternehmensfreundliche Politik zu erwarten. Es könnten sich daher immer wieder ideale Einstiegsgelegenheiten in ausgewählte US-Biotechaktien ergeben.

Die besten Biotech-Aktien 2021

In der folgenden Tabelle haben wir für Sie eine Aktien-Liste von zehn Biotech-Aktien für 2021 zusammengestellt, unsere Biotech-Aktien-Liste. Drei besonders aussichtsreiche Biotech Aktien, die übrigens auch allesamt kürzlich neue Allzeithochs erzielten, stellen wir Ihnen anschließend näher vor.

Biotech Aktien Liste

Biotechnologie AktieISINSymbolWährung
Alexion PharmaceuticalsUS0153511094ALXNUSD
AmgenUS0311621009AMGNUSD
BiogenUS09062X1037BIIBUSD
Emergent BiosolutionsUS29089Q1058EBSUSD
GenmabUS3723032062GMABUSD
Gilead SciencesUS3755581036GILDUSD
Halozyme TherapeuticsUS40637H1095HALOUSD
Horizon TherapeuticsIE00BQPVQZ61HZNPUSD
Regeneron PharmaceuticalsUS75886F1075REGNUSD
Vertex PharmaceuticalsUS92532F1003VTRXUSD

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Die besten Pharma Aktien 2021

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Mit diesen Biotechnologie Aktien können Sie vom neuen Aufwärtstrend des Biotech-Sektors profitieren.

Die besten BioTech Aktien: Amgen | Online Broker LYNX

Amgen: Biotech-Weltmarktführer

Amgen (ISIN: US0311621009 – Symbol: AMGN – Währung: USD) wurde im Jahr 1980 als AMGen (Applied Molecular Genetics) gegründet und gilt als ein Vorreiter der Branche. Bereits seit dem Jahr 1983 ist das aktuell mit 145 Mrd. USD Marktkapitalisierung größte Biotechunternehmen der Welt an der NASDAQ börsennotiert. Die Forschungsschwerpunkte des Biotech-Konzerns sind u.a. die Bereiche Blut- und Knochenkrankheiten, Krebs, Rheumatologie, Diabetes, Leber- und Nierenkrankheiten, Neurologie und Zelltherapie. Die Wertschöpfung reicht dabei von der Identifikation eines Wirkstoffes über dessen Erforschung und Entwicklung bis hin zur Herstellung und dem Vertrieb des fertigen Medikaments.

Pionier der Biotechbranche

In den Jahren 1989 und 1991 gelang Amgen die FDA-Zulassung von Epogen und Neupogen, den ersten beiden Biotech-Blockbuster-Medikamenten überhaupt. Die beiden Präparate zählen noch heute zu den bekanntesten und meistverwendeten Krebsmedikamenten. Daneben gehören zum umfangreichen Produktportfolio des Marktführers u.a. Arzneimittel mit den Namen Aranesp, Enbrel, Neulasta, Otezla, Nplate, Prolia, Sensipar, Vectibix und Xgeva. In Sachen Covid-19 arbeitet Amgen an einer Antikörper Therapie und testet dafür geeignete Antikörper-Kandidaten der Firma Adaptive Biotechnologies.

Attraktive Dividende und enorme Aktienrückkäufe

In den letzten drei Jahren steigerte Amgen den Gewinn um durchschnittlich +9 %, im Jahr 2019 wurden pro Aktie rund 16,60 USD verdient. Für das Geschäftsjahr 2021 erwarten Analysten im Mittel einen Umsatz von 26,4 Mrd. USD sowie einen Gewinn von 16,82 USD pro Aktie. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 251 USD liegt das KGV damit bei moderaten 15. Im kommenden Jahr 2022 werden 18,22 USD Gewinn je Aktie erwartet, womit das KGV unter 14 sinken würde. Die Quartalsdividende in Höhe von bisher 1,60 USD wurde kürzlich um +10 % auf 1,76 USD erhöht, was einer annualisierten Dividende von 7,04USD und einer nicht unattraktiven Dividendenrendite von 2,8 % entspricht.

Neben der Ausschüttung von Dividenden werden mit den liquiden Mitteln enorme Mengen eigener Aktien zurückgekauft. So hat das Unternehmen seit 2016 für mehr als 32 Mrd. USD eigene Aktien zurückgekauft und dabei die Zahl der ausstehenden Aktien erheblich reduziert. Das Management möchte an dieser Praxis offenkundlich festhalten, so dass schon bald das nächste Rückkaufprogramm bekannt gegeben werden könnte. Es gefällt zwar nicht jedem, dass Amgen mehr Mittel in Aktienrückkäufe als in die Forschung und Entwicklung steckt, aber die Kriegskasse ist mit 10,6 Mrd. zum Ende des Geschäftsjahres 2020 weiterhin prall gefüllt. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln soll auch noch die ein oder andere Übernahme getätigt werden, sofern passende Kandidaten ausfindig gemacht werden.

Die besten Biotech-Aktien: Entwicklung der Amgen Aktie von April 2018 bis April 2021 | Online Broker LYNX

Biotech-Basis-Investment für konservative Anleger

Umsatz und Gewinn stiegen in den letzten Jahren zwar nur leicht, aber die Zukunftsaussichten von Amgen sind weiterhin glänzend. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem chinesischen Markt, der besonders hohe Wachstumsraten verspricht. Mit einem 2022er KGV von 14 und hohen Cash-Beständen liegt die Bewertung des Biotech-Marktführers auf einem attraktiven Einstiegsniveau. Aufgrund dessen kommt die Aktie als Biotech-Basis-Investment auch für langfristig orientierte konservative Investoren in Betracht.

Die besten BioTech Aktien: Halozyme Therapeutics | Online Broker LYNX

Halozyme Therapeutics: Klein aber fein

Halozyme (ISIN: US40637H1095 – Symbol: HALO – Währung: USD) ist ein vergleichsweise kleines Biotech-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Krebstherapien konzentriert. Halozymes Präparat mit dem komplizierten Namen Pegvorhyaluronidase alfa (PEGPH20), wendet einen neuartigen Ansatz für die Behandlung von soliden Tumoren an. Dieser zielt auf die Tumormikroumgebung ab. Neben seiner insgesamt starken Produktpipeline verfügt das Unternehmen aus San Diego für die sog. ENHANZE Drug Delivery-Technologie über wichtige Partnerschaften u.a. mit führenden Pharmakonzernen wie Pfizer, Roche, AbbVie, Eli Lilly und Bristol-Myers Squibb.

Gewinnschwelle wird 2020 nachhaltig überschritten

In den vergangenen Jahren schrieb das an der Börse mit rund 3,6 Mrd. USD bewertete Unternehmen zumeist noch Verluste, Gewinne wie die des Jahres 2017 waren vor allem auf außerordentlich hohe Meilensteinzahlungen großer Pharmapartner in dreistelliger Millionenhöhe zurückzuführen. Aufgrund von Einmalerlösen waren auch die Umsatzzahlen in den vergangenen Jahren relativ unstet. Doch nun ist das Unternehmen auf klarem Wachstumskurs. Im laufenden Geschäftsjahr 2021 sollen die Umsätze von 267 Mio. USD im Vorjahr um +46 % auf 391 Mio. steigen, im kommenden Jahr 2022 erwarten Analysten sogar einen Umsatzsprung um +50 % auf 585 Mio. USD. Die steigenden Umsätze wirken sich auch positiv aufs Ergebnis aus: Nach einem Verlust von -0,50 USD je Aktie im Jahr 2019 und einem Gewinn in Höhe von 0,91 USD im vergangenen Jahr 2020 soll im laufenden Jahr 2021 bereits ein Ergebnis in Höhe von 1,56 USD je Aktie erzielt werden. Analysten gehen davon aus, dass das Ergebnis je Aktie im kommenden Jahr 2022 überproportional zum Umsatz um +71 % auf 2,66 USD je Aktie steigen wird.

Komfortable Finanzsituation durch hohe Cashzuflüsse

Halozyme verzeichnet durch zahlreiche Partnerschaften mit großen Pharma- und Biotechkonzernen stetige Mittelzuflüsse in Form von Meilensteinzahlungen. Außerdem baut das Unternehmen auf Lizenzeinnahmen (Royalities) für die ENHANZE Technologie. Diese sollen laut Management bis 2027 bereits bei über 1 Mrd. USD liegen. Per Ende 2020 verfügte das Unternehmen über einen komfortablen Cash-Bestand von 368 Mio. USD. Die Finanzsituation wird durch einmalige und wiederkehrende Zahlungen von Partnerunternehmen stetig verbessert. Deshalb konnte es sich das kleine Biotechunternehmen in den letzten Jahren trotz Verlusten erlauben, vergleichsweise hohe Beträge in die Forschung und Entwicklung zu stecken und musste dabei nicht befürchten, finanziell bald auf dem Trockenen zu sitzen. Die hohen Investitionen in die Produktpipeline dürften sich nun in den kommenden Jahren in Form von steigenden Umsätzen bezahlt machen. Zudem wird die Firma in der Branche auch als möglicher Übernahmekandidat gehandelt.

Die besten Biotech-Aktien: Entwicklung der Halozyme Therapeutics Aktie von April 2018 bis April 2021 | Online Broker LYNX

Spannende Aktie für spekulative Anleger

Die Halozyme-Aktie befindet sich seit dem Börsengang in einem intakten Aufwärtstrend. Nach einem Hoch im Jahr 2015 bei rund 25 USD und einer anschließenden heftigen Korrektur, erholte sich die Aktie in den vergangenen Jahren und kletterte im Februar 2021 auf ein neues Allzeithoch von 56,40 USD. Aktuell liegt der Preis der Aktie bei ca. 43 USD. Von den drei vorgestellten Werten hat die Halozyme Aktie jedoch zweifellos die höchste Schwankungsbreite und weist damit auch das höchste Risiko auf. Spekulativ orientierte Anleger können die Aktie kaufen und so darauf setzen, dass es entweder ein lukratives Übernahmeangebot gibt, oder dass sich aus Halozyme Therapeutics langfristig ein mittelgroßes profitables Biotechunternehmen entwickelt. Die Chancen dafür stehen aus unserer Sicht nicht schlecht.

Die besten BioTech Aktien: Regeneron Pharmaceuticals | Online Broker LYNX

Regeneron Pharmaceutical: Hochprofitables Biotech-Unternehmen

Regeneron Pharmaceutical (ISIN: US75886F1075 – Symbol: REGN – Währung: USD) ist ein führendes Biotechnologieunternehmen, das lebenswichtige Arzneimittel für Menschen mit schweren Krankheiten entwickelt. Das Unternehmen mit Sitz in New York wurde vor 30 Jahren von zwei Ärzten und Wissenschaftlern gegründet. Die Arzneimittel des Unternehmens helfen Patienten mit Augenerkrankungen, allergischen und entzündlichen Erkrankungen, Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, neuromuskulären Erkrankungen, Infektionskrankheiten und einigen seltenen Erkrankungen.

Weltmarktführer bei der Herstellung menschlicher Antikörper

Insbesondere ist Regeneron weltweit führend in der Herstellung humaner Antikörper, die Regeneron zum Teil selbst vermarktet, zum Teil aber auch in Lizenz / Kooperation mit anderen Unternehmen, wie z. B. Bayer oder Sanofi vertreibt. Die erfolgreichsten der vermarkteten Medikamente sind EYLEA, Dupixent und Libtayo. Regeneron beschleunigt und verbessert den traditionellen Entwicklungsprozess von Medikamenten durch die optimierte Produktion vollständig humaner Antikörper mittels der eigens entwickelten Technologien. Darüber hinaus hat die Firma eine bedeutende Pipeline von Medikamenten-Kandidaten, z. B. zur Behandlung von Krebs, rheumatoiden Arthritis und Hypercholesterinämie. Vor allem die strategische Zusammenarbeit mit Sanofi ermöglicht dem Unternehmen die Finanzierung zahlreicher Forschungs- und Entwicklungsprojekte wie z.B. dem Regeneron Genetics Center, das eine der weltweit größten Sequenzierungsaktivitäten für Genetik durchführt.

Medikament zur Behandlung von Covid-19 entwickelt

Mit REGN-COV2 entwickelte Regeneron einen Antikörper-Cocktail aus zwei verschiedenen Antikörpern, der zur Therapie und Blockierung von SARS-COV-2 Infektionen eingesetzt werden soll. Laut dem Wissenschaftsmagazin Science stammt ein Antikörper von einem ehemaligen Sars-CoV-2-Patienten, der sich erholt hatte. Der andere Antikörper wurde von einer gentechnisch veränderten Maus gewonnen, deren Immunsystem dem eines Menschen ähnelt. Das Unternehmen durchlief die klinischen Studien in Rekordzeit und das Corona-Medikament erhielt nach erfolgreichem Abschluss der Phase III Tests in den USA bereits im November 2020 eine Notfallzulassung. Zuvor war bereits die Corona-Erkrankung des damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Oktober 2020 mit dem Antikörper-Cocktail des Unternehmens therapiert worden. Regeneron zufolge profitierten besonders Probanden, deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Virus gebildet hatte. In den Studien habe es die besten Ergebnisse innerhalb von zehn Tagen nach der Infektion gegeben, so die US-Gesundheitsbehörde FDA. Führende Wissenschaftler sind von der Wirkung des Medikaments REGN-COV2 überzeugt.

Zulassung des Antikörper-Cocktails in der EU könnte bevorstehen

In der EU gibt es zwar noch keine Zulassung für das Mittel, aber eine solche könnte nun kurz bevorstehen. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat mit der Prüfung des Corona-Medikaments begonnen. Die Wirksamkeitsprüfung erfolgt im Rahmen eines sogenannten Rolling-Review-Verfahrens. Dabei bewerten Fachleute Daten aus laufenden und abgeschlossenen Studien, auch wenn diese Versuche noch nicht abgeschlossen sind. Die Vermarktung in der EU wird zusammen mit dem Pharmakonzern Roche erfolgen. Der deutsche Gesundheitsminister Spahn hatte Anfang 2021 bereits den Ankauf einer sechsstelligen Anzahl Dosen des Antikörper-Cocktails zur Corona-Behandlung für einen dreistelligen Millionenbetrag bekanntgegeben. Sie sollen zunächst in Uni-Kliniken bei Risikopatienten in der Frühphase eingesetzt werden. Anfang März sprach sich die EMA bereits für den vorläufigen Einsatz des Medikaments aus.

Zweistelliges Gewinnwachstum

Die Umsätze von Regeneron Pharmaceutical stiegen von 1,4 Mrd. USD in 2012 bis 2020 auf 8,5 Mrd. USD an. Im Schnitt lag das Umsatzwachstum dabei in den vergangenen drei Jahren bei +10 %. Noch stärker als die Umsätze stiegen die Gewinne, die im selben Zeitraum um durchschnittlich +21 % zulegten. Im laufenden Geschäftsjahr wird mit einer starken Steigerung um +44 % von 31,47 USD auf 45,28 USD je Aktie gerechnet, beim Umsatz soll es einen Sprung um +42 % auf 12 Mrd. USD geben. Für das kommende Jahr 2022 gehen die Analystenschätzungen von einem moderaten Umsatz- und Ergebnisrückgang auf 11,3 Mrd. USD bzw. 39,72 USD Gewinn je Aktie aus.

Attraktives Bewertungsniveau: KGV bei 11

Aktuell wird Regeneron Pharmaceutical an der Börse mit knapp 52 Mrd. USD bewertet. Im Sommer 2020 gelang es der Aktie sogar kurzzeitig ihre Höchstkurse aus dem Jahr 2015 bei 606 USD zu überschreiten und neue Allzeithochs von 664,64 zu erreichen. Dabei ist die Aktie aus fundamentaler Sicht jedoch erheblich attraktiver geworden. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 482 USD und einem 2021er KGV von 11 bietet das Wachstumsunternehmen eine moderate Bewertung, auch wenn der Gewinn im kommenden Jahr wieder leicht zurückgehen dürfte.

Die besten Biotech-Aktien: Entwicklung der Regeneron Pharmaceutical Aktie von April 2018 bis April 2021 | Online Broker LYNX

Rücksetzer könnte Einstiegschance bieten

Die im S&P 500 Index enthaltene Aktie von Regeneron, entwickelte sich im Jahr 2020 über weite Strecken erheblich stärker als die meisten Biotech-Aktien und weist insgesamt auch eine relativ geringe Korrelation zum Gesamtmarkt auf. Seit Sommer 2020 korrigiert der Wert wieder und notiert mittlerweile deutlich unter dem Ende Juli 2020 erzielten Allzeithoch. Der Rücksetzer könnte für Anleger eine attraktive Einstiegsgelegenheit bieten.

Biotech-Wert mit attraktiver Bewertung

Dank der günstigen Bewertung, der innovativen Produkte, der aussichtsreichen Produkt-Pipeline und der führenden Marktstellung ist Regeneron ein vielversprechendes Investment aus dem Gesundheitsbereich. Wie bei allen Biotech-Unternehmen gibt es auch bei Regeneron Pharmaceutical branchenspezifische Chancen und Risiken wie Erfolge oder Fehlschläge in der Medikamentenentwicklung. Das Unternehmen verfügt dafür jedoch langfristig auch über Wachstumspotenzial und auch eine Übernahme durch einen der Biotech- oder Pharma-Riesen ist jederzeit denkbar. In der Gesamtbetrachtung ist die günstig bewertete Aktie sehr gut für wachstumsorientierte Anleger geeignet.

Fazit: Aussichten für Biotech-Aktien kurz- mittel- und langfristig weiterhin sehr positiv

Obwohl auch Biotech-Aktien zu den Gewinnern des Corona-Jahres 2020 zählten, sind die meisten Werte weiterhin relativ moderat bewertet. Und das obwohl Medikamenten- und Impfstoffentwicklungen mittlerweile immer schneller von statten gehen und rasch neue Umsatzpotenziale erschlossen werden können. Die Unternehmen der Branche dürften davon profitieren, dass seit dem Aufflammen der Corona-Pandemie große Kapitalsummen von Investoren in den Biotech-Sektor fließen. Das sollte sich allgemein positiv auf die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit der Biotechfirmen auswirken, d.h. nicht nur in Bereichen die unmittelbar mit der Coronapandemie zu tun haben. Auch aufgrund der im Vergleich zu den meisten Tech-Werten sehr günstigen Bewertungsniveaus sind die Aussichten für Biotech-Aktien kurz-, mittel- und langfristig sehr positiv.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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