EPAM Systems Aktie Prognose EPAM Systems: Jetzt den Kurssturz nutzen?

News: Aktuelle Analyse der EPAM Systems Aktie

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EPAM Systems
ISIN: US29414B1044
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Ticker: EPAM --- %

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Von Zeit zu Zeit sollte man sich unter den am stärksten abgestraften Aktien umschauen. In den meisten Fällen handelt es sich um eher schwache Unternehmen und die Kursverluste sind nachvollziehbar.

Wenn sich darunter allerdings Aktien finden lassen, die einen starken Trackrecord haben und vor dem aktuellen Absturz über Jahre hinweg Outperformer waren, lohnt sich ein zweiter Blick.

Immer wieder lassen sich auf diese Art und Weise Schnäppchen finden. Die vorherige Beschreibung trifft beispielsweise auf EPAM Systems zu.

Ein tolles Geschäft

Die Aktie kannte über Jahre hinweg nur eine Richtung und das hatte gute Gründe. Der Spezialist für die Beratung und Entwicklung von (Cloud-) Software sowie digitalen Plattformen konnte den Umsatz binnen einer Dekade von 434 Mio. auf 3,76 Mrd. USD steigern.

Das Nettoergebnis legte im selben Zeitraum von 51,1 auf 481,7 Mio. USD zu.

Die Zahl der ausstehenden Aktien ist in den letzten Jahren nur noch leicht geklettert. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass Anteile an Mitarbeiter ausgegeben werden, nicht darauf, dass das Unternehmen externen Kapitalbedarf hätte.

Daher ist das Unternehmen nahezu schuldenfrei und hat 1,28 Mrd. USD an Barmitteln in der Hinterhand.
Für eine mögliche Krise oder Dürreperiode ist man also gut gewappnet.

Das Geschäft ist nicht kapitalintensiv, erwirtschaftet hohe Kapitalrenditen und ist hochprofitabel sowie skalierbar.

Mit Blick auf diese Geschäftszahlen, dürfte es niemanden überraschen, dass die Aktie ein Outperformer ist.

Plötzliche Implosion

Die allgemeine Marktschwäche ab dem Jahreswechsel ging aber auch an EPAM Systems nicht spurlos vorbei. Die Aktie geriet ebenfalls unter Druck.

Der eigentliche Crash erfolgte jedoch als Russland in der Ukraine einmarschierte. Plötzlich herrschte Panik, und das nicht ohne Grund.

Von den rund 52.000 Softwareentwicklern und Programmierern des Unternehmens sind über 14.000 in der Ukraine ansässig und weitere in Russland und Belarus.

Auf die drei vom Krieg am stärksten betroffenen Länder entfällt also ein bedeutender Teil der Belegschaft.
Es war also sofort klar, dass das erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb haben wird.

Der Vorteil, dass man die niedrigen Löhne vor Ort nutzen konnte und gleichzeitig international übliche Preise verlangen konnte, hatte sich plötzlich zu einem Nachteil verkehrt.

Seitdem hat sich die Lage aber entspannt. EPAM hat auf die Lage umgehend reagiert und einen Großteil der Mitarbeiter in kürzester Zeit an andere Unternehmensstandorte „evakuiert“.

Wie sich all das am Ende auf das Betriebsergebnis auswirken wird, ist schwer zu sagen.
Am 4. August werden die Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, spätesten dann können wir die Auswirkungen abschließend quantifizieren.

An der Börse scheint man aber zunehmend zu der Ansicht zu gelangen, dass man die Probleme überwinden wird und sie nur von vorübergehender Natur sind.
Dem würde ich tendenziell zustimmen.

Haken und Ösen

Es gibt nur zwei Haken an der Sache. Betrachtet man die Konsensschätzungen, erscheinen diese zu optimistisch zu sein.
Es wird nach wie vor von einem Umsatzwachstum von 27% ausgegangen.

Das ist für EPAM normal, denn das Unternehmen wächst seit geraumer Zeit in ähnlicher Geschwindigkeit.
Es ist aber fragwürdig, ob das auch gelingen kann, wenn tausende von Mitarbeitern aufgrund des Krieges nicht störungsfrei arbeiten können.

Darüber hinaus hat man das Russland-Geschäft eingestellt, auf das zuvor rund 5% der Konzernumsätze entfielen.

Beim Gewinn ergibt sich ein ähnliches Bild. Bisher wird lediglich ein Rückgang des Ergebnisses um 5% auf 8,60 USD je Aktie erwartet.

Selbst wenn das erreicht werden würde, liegt die forward P/E bei 42,6. Es ist fragwürdig, ob das in Anbetracht der aktuellen Situation nicht zu viel ist.

EPAM sieht zwar optisch günstig aus, da die Aktie vor wenigen Monaten noch bei über 700 USD stand, allerdings war die Bewertung zu diesem Zeitpunkt auch auf dem höchsten Niveau der Unternehmensgeschichte.
In den fünf Jahren vor dem Hype um die Aktie lag die P/E durchschnittlich bei 27,1.

Chart vom 02.08.2022 - Kurs: 376 Kürzel: EPAM - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 02.08.2022 – Kurs: 376 Kürzel: EPAM – Wochenkerzen

Ein weiteres Problem liefert die Statistik. Steigen Aktien im Vorfeld der Quartalszahlen stark, tendieren sie nach den Zahlen zu Kursverlusten.

Vielleicht gelingt EPAM Systems eine grandiose Überraschung und die Rallye geht weiter, darauf zu wetten ist aber nicht gerade risikolos.

Ich schreibe Ihnen diese Zeilen, weil ich mit einem bullischen Bias an diese Analyse herangegangen bin und sich dieser im Zuge der Recherche zunehmend eingetrübt hat.

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