Qiagen Aktie aktuell Qiagen: Corona-Schnelltest und ein Rosenkavalier

News: Aktuelle Analyse der Qiagen Aktie

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Qiagen
ISIN: NL0012169213
Ticker: QIA
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Zur Qiagen Aktie

Die Aktie des niederländischen, im MDAX und TecDAX notierten Labortechnik-Spezialisten Qiagen steuert langsam in Richtung des im Herbst 2019 markierten, höchsten Kurses seit 2001. Der Grund für diese auffällige relative Stärke der Aktie zum Gesamtmarkt ist, dass Qiagen über einen Schnelltest verfügt, der imstande ist, binnen nur einer Stunde den Corona-Virus nachzuweisen. Diese Tests liefert Qiagen nicht nur in Europa aus, auch die USA nutzen mittlerweile diesen Schnelltest. Man kann also vermuten, dass es um die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Unternehmens momentan bestens bestellt ist. Und der Bedarf an solchen Schnelltests dürfte vorerst auch anhalten, so dass die Zahlen auch im zweiten Quartal gut ausfallen sollten. In einem Umfeld, in dem Umsatz und Gewinn bei den meisten Unternehmen wegbrechen und die Dauer dieser Drucksituation nicht absehbar ist, kann es nicht überraschen, dass Qiagen bei den Investoren derzeit gesucht ist.

Aber es gibt noch eine andere Ebene, die die Aktie in den letzten Monaten entscheidend beeinflusste: das Thema einer Übernahme durch ein anderes Unternehmen. Und diese Ebene ist von einem ziemlichen Hin und Her geprägt. Im November teilte Qiagen mit, dass man von verschiedenen Seiten das Interesse an einer Übernahme mitgeteilt bekam und man nunmehr prüfen werde, wie man damit umzugehen gedenkt. Das trieb die Aktie Mitte November senkrecht nach oben, über die vorherige Widerstandszone 36,70/37,00 Euro hinaus. Aber das war nur der erste Akt, der Seegang für die Anleger sollte noch höher werden:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Qiagen Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Ende Dezember verkündete Qiagen, dass man zu dem Schluss gekommen sei, „dass die Eigenständigkeit die beste Möglichkeit zur Steigerung des künftigen Wertpotenzials bietet.“ Damit war das Thema Übernahme plötzlich vom Tisch, die Aktie brach ein. Der bislang letzte Akt dieses Schauspiels folgte am 3. März. Auf einmal gab es doch ein Übernahmeangebot des US-Laborausrüsters Thermo Fisher, der 39 Euro je Aktie bezahlen will. Und Vorstand und Aufsichtsrat von Qiagen, zehn Wochen vorher noch definitiv zur Eigenständigkeit entschlossen, unterstützten dieses Angebot des plötzlich aufgetauchten „Rosenkavaliers“. Als die Nachricht am 3. März auf den Tisch kam, kam es zum nächsten Kurssprung, der die Aktie, wen wundert es, an die Marke von 39 Euro trug.

Der Kurs bröckelte danach wieder ab, wohl vor allem durch den Sog des durch die Corona-Ausbreitung wegsackenden Gesamtmarkts. Als Qiagens Corona-Schnelltests bekannt wurden, drehte die Aktie auf Höhe der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie wieder nach oben und hat sich derzeit in der alten Widerstandszone 36,70/37,00 Euro festgesetzt. Aber was ist mit den 39 Euro, die Thermo Fisher geboten hat? Momentan sieht da kaum jemand hin. Aber natürlich könnte der Gedanke aufkommen, dass Qiagen mit dem Schnelltest-Blockbuster im Rücken, jetzt doch ein wenig mehr als „Ablöse“ pro Aktie wollen könnte. Darauf zu setzen oder auch nur darauf, dass dieser Schnelltest die Aktie nach oben ausbrechen lassen könnte, wäre indes gewagt, denn eigentlich hätte es dazu längst kommen müssen. Es dürfte sicherlich sinnvoll sein, die Aktie zu halten und mit einem Stop Loss um 32/32,50 Euro, knapp unterhalb der 200-Tage-Linie und des März-Tiefs, abzusichern. Aber hier noch beherzt zuzugreifen, dürfte angesichts der sehr „beweglichen“ Rahmenbedingungen momentan relativ riskant sein.

Qiagen Aktie: Chart vom 08.04.2020, Kurs 36,50 Euro, Kürzel QIA | LYNX Online Broker

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Qiagen Aktie

In den letzten drei Monaten wies die Aktie des Diagnostiktechnologie-Spezialisten Qiagen, vom Tief gerechnet, eine Handelsspanne von fast 75 Prozent auf. Erst steil abwärts, dann umso steiler wieder nach oben, dann ein erneuter Einbruch und jetzt, vielleicht, wieder aufwärts? Wer weiß, denn bei dieser Aktie dominieren momentan die Zocker, die auf Basis von Gerüchten agieren und jederzeit imstande wären, über Nacht ihre Positionen zu drehen. Was geht hier vor?

Das Ganze begann Anfang Oktober mit einer Umsatzwarnung, basierend auf einem unerwartet schwachen Wachstum des Geschäfts in China. Die Aktie brach steil ein, sackte bis auf 22,54 Euro durch. Doch umgehend begann eine Erholung, die zunächst das Gap, die Kurslücke, die als Reaktion auf die Umsatzwarnung entstanden war, schloss. Kaum war das geschafft, gab es auf einmal ein Aufwärts-Gap. Wieder einmal änderte sich die Situation quasi über Nacht, wurden die Marktteilnehmer zu Handelsbeginn vor eine neue Situation gestellt. Es waren Gerüchte, dass Qiagen Gespräche mit möglichen Käufern führen würde. Und als Qiagen selbst diese Gespräche bestätigte, kam es drei Handelstage später zum nächsten Aufwärts-Gap, das die Aktie Anfang Dezember bis 39,19 Euro trug. Aber am 27. Dezember hieß es „alles retour“ und es ging mit einem noch größeren Gap abwärts. Der Grund:

Expertenmeinung: Qiagen meldete, man habe entschieden, die Gespräche mit möglichen Käufern des Unternehmens zu beenden und eigenständig zu bleiben. Die Zocker fielen aus allen Wolken, obwohl Qiagen von Anfang an betont hatte, dass die Gespräche ergebnisoffen geführt würden. Man hatte gewettet – und verloren. Oder doch nicht? Der Grund, warum Qiagen am Montag um 4,9 Prozent stieg und damit zum klaren Tagessieger im TecDAX wurde, war die Meldung eines Internetportals, dass ein (ungenanntes) Unternehmen immer noch Gespräche mit Qiagen führe. Was bislang, Stand Montagabend, aber von Qiagen nicht bestätigt wurde. Dort steht bislang die Aussage, dass es keine Gespräche mehr gibt. Wer also gestern bei Qiagen Long ging, wettet erneut, dass dieses vage Gerücht zutreffen und die Aktie doch wieder an das Dezember-Hoch sausen könnte. Muss man da dabei sein?

Auch, wenn das natürlich eine subjektive Ansicht ist: Ich denke, man muss da nicht mithalten. In etwa bewegt sich der Kurs jetzt wieder auf dem Niveau, bevor diese Serie von Kurssprüngen begonnen hat, ist damit auch relativ fair bewertet. Dass die Aktie jetzt, wie der Chart zeigt, im Bereich der wichtigen gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 200 Börsentage angekommen ist, deren Überwinden den Weg in Richtung 37 Euro freimachen würde, dass man zudem jetzt eine Aufwärtstrendlinie bei aktuell ca. 30,30 Euro einzeichnen könnte, mag alles sein. Aber wenn so viele Spieler in einer nicht allzu umsatzstarken Aktie unterwegs sind, müssen solche charttechnischen Fakten nicht greifen. Sollte Qiagen das Gerücht bestätigen, wäre womöglich die nächste Kurslücke nach oben fällig, dementiert das Unternehmen aber, führt das Gap nach unten. Da man das nicht vorhersehen kann, würde man hier definitiv nichts anderes tun als eine Wette eingehen … und das hat mit Investment nichts zu tun. Dieses Eisen ist zu heiß, um es vernünftig anzupacken.

Chart vom 20.01.2020, Kurs 32,51 Euro, Kürzel QIA | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

 

 

Für die Aktionäre des im MDAX und TecDAX, aber auch in den USA notierten niederländischen Labortechnikspezialisten Qiagen steht ein Quartal vor dem Abschluss, das einem Ritt auf der Kanonenkugel gleicht. Wir zeigen Ihnen hier den Chart der Aktie in US-Dollar, da an der Wall Street am Donnerstag gehandelt wurde und in Europa noch nicht. Es wird spannend sein zu sehen, wie groß das Abwärts-Gap, das an der US-Börse am Donnerstag entstand, hierzulande ausfallen wird. Bevor wir uns ansehen, warum die Aktie derart massiv schwankte, sei eines vorangestellt:

Würde Qiagen auf diesem Niveau aus dem Quartal gehen, wäre all das wilde Auf und Ab ausgegangen wie das Hornberger Schießen, denn der Kurs liegt nur geringfügig von dem Punkt bei 32,90 US-Dollar entfernt, den die Aktie am Ende des dritten Quartals gesehen hatte. Basis dieser immensen Kursbewegungen in der Zeit dazwischen war zunächst eine Senkung der Umsatzprognose und der Abgang des CEO Anfang Oktober … und dann Mitte November die Meldung, dass es mehrere Interessenten gebe, die Qiagen übernehmen möchten.

Expertenmeinung: Die „bad news“ schickten Qiagen Anfang Oktober zu Boden: Die Aktie hatte am 7. Oktober in den USA bei 32 US-Dollar geschlossen und sackte als Reaktion auf diese negativen Nachrichten auf bis zu 25 US-Dollar durch. Nach der Meldung über eine eventuelle Übernahme ging es nicht minder hektisch zu: Der Kurs stieg in kaum mehr als zwei Wochen in der Spitze um 33 Prozent, gerechnet von dieser Meldung. Vom Tief im Oktober aus sauste der Kurs sogar um über 70 Prozent nach oben, weil Anleger davon ausgingen, dass das übernehmende Unternehmen einen hohen Preis für die ausstehenden Aktien bieten müsse. Doch was gestern passierte unterstreicht, dass der Leichtsinn am Aktienmarkt derzeit fröhliche Urständ‘ feiert. Denn „auf einmal“ meldete Qiagen, dass man nach Gesprächen mit potenziellen Interessenten entschieden habe, nicht übernommen werden zu wollen.

Eine völlige Überraschung? Eben nicht. Wer Qiagens Meldung in Sachen einer möglichen Übernahme genau gelesen hätte, hätte diesen Satz gefunden: „Es ist nicht vorhersehbar, ob die Gespräche zu einem von der Gesellschaft empfohlenen Angebot an alle Aktionäre der Gesellschaft führen werden.“ Nun hat man eben so entschieden. Die Aktie startete im gestrigen US-Handel 26,2 Prozent tiefer, holte dann aber im Handelsverlauf ein wenig auf, so dass der Abschlag am Ende „nur“ 20,64 Prozent betrug. Und nun? Der „Bonus“ potenzieller Übernahmeangebote ist aus dem Kurs heraus, das Minus durch die Umsatzwarnung aber andererseits aufgeholt. Da Qiagen am Donnerstag unterstrich, dass man derzeit besser fahren würde, wenn man selbständig bleibt, sollte man sich zweimal überlegen, ob man in eine heute wahrscheinliche Abwärts-Kurslücke hinein aussteigt oder gar Short geht, denn unter dem Strich gilt: Eigentlich ist ja gar nichts passiert. Sollte die Aktie das gestrige Tagestief bei 30,23 US-Dollar unterbieten, wäre eine Reduzierung von Long-Positionen zwar zu erwägen, aber was die Short-Seite angeht, ist Vorsicht angezeigt, denn negativ ist diese Nachricht letztlich nur für diejenigen, die sich in Sachen Übernahme verzockt haben.

Qiagen Chart vom 26.12.2019, Kurs 32,91 US-Dollar, Kürzel QGEN | LYNX Online-Broker

Qiagen ist ein weltweit führender Anbieter von Probenvorbereitungs- und Testtechnologien für die molekulare Diagnostik, akademische Forschung und Testverfahren in der Pharma- und Biotechbranche.

Der Schaufelverkäufer

Das Unternehmen ist breit aufgestellt und bietet über 500 Produkte auf Basis von mehr als 1.000 Patenten an.
Ein Großteil entfällt auf Anwendungen im Bereich Probenvorbereitungs- und Testtechnologien sowie Automationsverfahren. Dazu gehören auch Laborroboter sowie Softwarelösungen für die Bioinformatik.

Forscher, Krankenhäuser sowie die pharmazeutische und biotechnologische Industrie sind auf die Produkte von Qiagen angewiesen. Zu den weltweit über 500.000 Kunden zählt auch die überwiegende Mehrheit der Branchengrößen.

Das Unternehmen beweist, dass die Schaufelverkäufer oft größere Gewinne erzielen als die Goldsucher, doch gleichzeitig besteht auch weniger Hoffnung auf stark steigende Gewinne.

Qiagen wächst dafür stetig. In den letzten zehn Jahren wurde der Umsatz von 1,01 auf 1,50 Mrd. USD gesteigert. Das in Venlo und Düsseldorf ansässige Unternehmen legt die Zahlen in Dollar vor, da man auch an der NYSE notiert ist.

Restrukturierung, Chef geht

Der Gewinn ist im gleichen Zeitraum jedoch nur von 0,66 auf 0,82 Euro je Aktie gestiegen. Das ist nicht wirklich beeindruckend.

Hinzu kommt, dass sich das Umsatzwachstum zuletzt verlangsamt hat. Im Vorjahr lag das Plus nur noch bei 5%.
Am Vortag wurden vorläufige Zahlen für die ersten drei Quartale 2019 vorgelegt. Der Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 3%, erwartet wurden 4-5%.

Darüber hinaus ist eine Restrukturierung notwendig, die wohl 260-265 Mio. USD kosten wird. Das entspricht rund 1,14 USD je Aktie.

Um diese Kosten bereinigt, erwartet Qiagen nun einen Gewinn von 0,35-0,36 USD je Aktie. Unbereinigt wird man also einen erheblichen Verlust einfahren.

Der Vorstand zeigte sich „enttäuscht“ über die schlechte Entwicklung. Firmenchef Peer M. Schatz nahm nach 27 Jahren im Unternehmen seinen Hut.

Ausblick und Bewertung

Bei derartigen Meldungen ist es kein Wunder, dass die Aktie unter Druck kommt. Vor allem, da die Bewertung sehr hoch war und ist.

Selbst wenn man das bisher beste Jahresergebnis zugrunde legt, kommt Qiagen aktuell noch auf ein KGV von 30.
Und das obwohl die Aktie bereits seit Wochen unter Druck steht und seit gestern rund ein Viertel an Wert verloren hat. Am Hoch lag das KGV bei über 40.

Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich das geschrieben habe: Eine derartige Bewertung ist per Definition eine Wette auf eine rosige Zukunft und lang anhaltendes und profitables Wachstum.
Läuft zwischenzeitlich irgendetwas schief, kommt es zu Kursverlusten, wie wir es auch hier wieder erleben.

Nachdem die Aktie rund ein Drittel an Wert verloren hat und da die Restrukturierungskosten nur einmalig anfallen, überwiegen inzwischen dennoch die Chancen. Es stellt sich nur die Frage, wo sich ein Boden ausbilden wird.

Charttechnik

Das Chartbild ist stark angeschlagen. Im Jahresverlauf hat sich ein Doppeltop ausgebildet.
Der mehrjährige Aufwärtstrend und die zentrale Unterstützung bei 26 Euro wurden durchbrochen.

Daraus ergab sich ein erstes Kursziel bei 22-23 Euro, welches bereits abgearbeitet wurde. Hier könnte es zu einem kurzfristigen Bounce kommen. Ein mögliches Ziel der Erholung liegt bei 25-26 Euro.

Eine nachhaltige Bodenbildung dürfte sich aber über Wochen oder gar Monate hinziehen und es ist noch nicht auszumachen, auf welchem Niveau das sein wird.
Fällt die Aktie unter 22 Euro, drohen weitere Verluste bis 19 Euro.

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Chart vom 08.10.2019 Kurs: 23,50 Kürzel: QIA - Wochenkerzen | LYNX Online Broker