Erst sahen die Euro-Bullen Ende August schon wie die sicheren Sieger aus. Mit einem neuem Jahreshoch über 1,2000, schien der massive Widerstand aus den letzten zehn Jahren gesprengt. Doch dann kam alles anders. Anstatt nach oben durchzustarten, fiel der Euro wieder deutlich zurück. Ist das jetzt der Start einer größeren Korrektur? Wenn ja, wie genau könnte man davon profitieren? Antworten erhalten Sie in dieser Analyse des EUR/USD.

Rückblick: Euro scheitert an der 1,2000

Diejenigen die auf einen Ausbruch des Euro über die Marke von 1,2000 gesetzt hatten, sind von dem Kursverlauf der letzten Handelstage wenig begeistert. Der Grund … der Euro FX Future mit Laufzeit Dezember 2020 legte einen klassischen Fehlausbruch aufs Parkett. Über 262 Pips oder –2,18 Prozent fiel der Kurs des Hauptwährungspaares und markierte in der letzten Handelswoche bei 1,1753 das bisherige Monatstief.

Im Rahmen der EZB-Sitzung letzte Woche konnte sich der Euro zunächst etwas erholen und die Kursmarke von 1,1900 zurückerobern. Als EZB-Chefin Lagarde jedoch erwähnte, dass weitere Zinssenkungen denkbar seien, legte der Euro den Rückwärtsgang ein und fiel zum Wochenende sogar unter das Preislevel von 1,1850 zurück.

Der Start in diese Handelswoche dürften den Bullen aber wieder gefallen haben. Seit Montag geht es langsam, aber stetig nach oben.

Die Frage ist jetzt, ist die Korrektur schon vorbei oder kann es noch weiter abwärts gehen?

Um die Lage besser einschätzen zu können, zoomen wir ein wenig heraus und schauen uns an, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das große Chartbild einfügt.

Überblick: Trend, CoT-Daten und Saisonales Muster signalisieren fallende Kurse

Der oben abgebildete Monatschart zeigt einen immer noch von tieferen Hochs und tieferen Tiefs geprägten Kursverlauf. Daran ändert auch der 12 Prozent Kursanstieg der letzten Handelswochen nichts. Übergeordnet ist der Trend im EUR/USD weiter abwärts gerichtet. Der Tiefpunkt dieses Trends liegt bisher bei 1.0340 aus dem Jahr 2017.

Zwar konnte der Kurs im selben Jahr die zweieinhalb Jahre lange Seitwärtskonsolidierung nach oben verlassen, jedoch waren die Widerstände an den psychologisch wichtigen Marken 1,20 und 1,25 zu groß um eine Trendwende herbei zu führen. So kennt der Euro zum USD seit dem Hoch Anfang 2018 bei 1,2555 nur eine Richtung – abwärts.

Das ehemalige Ausbruchslevel bei 1,1500 (im Chart oben grau gestrichelt) konnte zwar nach oben durchbrochen werden, jedoch beißen sich die Euro-Bullen an der Marke von 1,20 schon seit Wochen die Zähne aus. Ein Rückfall auf das ehemalige Ausbruchslevel von 1,1500 ist deshalb nicht unwahrscheinlich. Gerade wenn man sich den 12 Prozent Kursanstieg seit März 2020 vor Augen führt.

Short-Position der Insider immer noch auf historischem Rekordniveau

Welche Positionen genau die meldepflichtigen Händlergruppen im Futures-Handel halten, zeigt uns der CoT-Report. CoT steht für Commitment of Traders. Dieser Report wird jeden Freitag um 21:30 Uhr (MEZ) von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in den USA veröffentlicht.

Die Daten vom letzten CoT-Report zeigen eine Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler bzw. Hedger von -249.049 Kontrakten. Dabei sind kommerzielle Händler u.a. große Konzerne, die sich über zukünftige Währungsschwankungen am Terminmarkt absichern. Sie handeln im großen Stil in Fremdwährungen und können damit die zukünftige Preisentwicklung, also Angebot und Nachfrage, ganz gut einschätzen. Daher lohnt es sich die Positionierung dieser „Insider“ besonders genau zu verfolgen.

Im Chart oben sehen Sie unter dem Kursverlauf den Bereich, in dem die Positionierung der unterschiedlichen Händlergruppen dargestellt ist. Der Verlauf der kommerziellen Händler ist rot. Der blaue Verlauf zeigt auf, wie sich im Vergleich dazu die Positionierung der großen Spekulanten entwickelt hat.

Aktuell können Sie die historisch große Netto-Short-Positionierung der kommerziellen Händler erkennen. Aber das ist noch nicht alles! Wenn Sie jetzt einen Blick in die Vergangenheit werfen und sich anschauen, was bei einer relativ großen Netto-Short-Positionierung der Hedger mit dem Kurs passiert ist, erkennen Sie…

dass eine relativ große Short-Positionierung der kommerziellen Händler mit einer hohen Trefferquote einen Umkehrpunkt signalisiert hat (vgl. gelbe Markierungen).

Neben dem Short Signal der CoT-Daten, deuten auch die saisonalen Daten auf fallende Kurse im Euro hin.

Das Seasonal-Pattern im Euro

Ein Blick auf den Chart oben macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im Euro ist derzeit deutlich höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 5 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen von September bis November eher mit fallenden Kursen im EUR/USD gerechnet werden kann.

Wo könnte man also am besten einen Short-Trade im Euro eröffnen?

Denn eins ist klar…

Solange der übergeordnete Abwärtstrend intakt ist, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach unten wahrscheinlicher. Neben den CoT-Daten signalisieren uns auch die saisonalen Daten der letzten Jahre fallende Kurse. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoller Kursstärke zu verkaufen, als Kursschwäche zu kaufen.

Ausblick: Test des Widerstands könnte nächste Abwärtswelle einleiten

Wenn wir anhand eines Tagescharts weiter in das aktuelle Marktgeschehen hineinzoomen, dann sehen wir, dass der Preis des Euro-Futures sich derzeit unter dem rot eingezeichneten horizontalen Widerstand befindet. Sollte dieser Kursbereich in den nächsten Tagen getestet werden, könnten Verkäufer erneut für fallende Preise sorgen.

Ein möglicher Einstieg mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis kann knapp unter dem Widerstand bei 1,2000 erfolgen. Hier könnte aus einer möglichen Distribution heraus eine neue Bewegungswelle nach unten starten (vgl. Chart oben).

Sollte der Preis nochmal das im Chart oben skizzierte letzte Verlaufshoch im Bereich 1,1980 anlaufen, könnte zudem ein harmonisches Kursmuster vervollständigt werden. Diese Kursmuster signalisieren uns mögliche Umkehrpunkte im Chart und werden von mir gerne als Einstiegssignal genutzt.

Einblick: Steigen Sie mit dem statistischen Vorteil eines Harmonischen Kursmusters in den Abwärtstrend im EUR/USD ein

Ein Harmonisches Preismuster könnte den Start einer weiteren Bewegungswelle im übergeordneten Abwärtstrend signalisieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 1,90 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Die Preis-Zone im Chart des Euro-Futures für einen möglichen Widerstand befindet sich Bereich des letzten Verlaufshochs. Spätestens von dort aus könnten Verkäufer den Kurs wieder in Richtung Süden bewegen. Die Stopp-Loss Order kann deshalb über diese Zone auf 1,2072 gelegt werden. Damit wird auch die aktuelle Volatilität in dem Währungspaar berücksichtigt.

Der Einstieg kann aufgrund des Harmonischen Musters bei 1,1986 erfolgen.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preisbewegung in Richtung eines möglichen Gewinnziels bei 1,1822. Wenn Sie auf eine größere Korrektur spekulieren möchten, dann könnte ein weiteres Gewinnziel am SMA 50 liegen. Dieser befindet sich derzeit bei 1,1773.

Sobald nach unserem Einstieg das Kurslevel von 1,1907 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit:

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Übergeordnet ist der Trend im Euro immer noch abwärts gerichtet.

Ein Einstieg in diesen Abwärtstrend könnte bei 1,1986 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle nach unten kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,90 Euro zurück erhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee bestehen in erster Linie in einem weiter schwachen USD. Befeuert durch die Fed-Sitzung am Mittwoch, könnte das dem EUR/USD-Wechselkurs weiteren Auftrieb geben.

Die vorgestellte Trade-Idee können Sie mit unterschiedlichen Finanzinstrumenten umsetzen. Je nach Kontogröße und Risikoeinstellungen können Sie z.B. den Dezember Kontrakt des Euro-FX-Future (Symbol: 6EZ0) oder den kleineren E-mini Euro-FX-Future (Symbol: M6EZ0) dafür einsetzen. Alternativ können Sie natürlich das Währungspaar auch mit dem Kürzel EUR.USD handeln und Ihre Positionsgröße optimal anpassen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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