Aktuelle Goldanalyse: Warnzeichen für ein Ende der Goldrally + Trade-Idee

Rückblick: Standortbestimmung im Gold

Der Goldpreis hat vor zwei Wochen bei 1.566,20 US-Dollar (USD) ein neues Jahreshoch markiert. Danach kam es die letzten Handelstagen zu einer scharfen Korrektur. Im Zuge von Gewinnmitnahmen fiel der Goldpreis letzte Woche um 74,10 USD oder -4,73 Prozent auf ein Wochentief bei 1.492,10 USD. Die letzten Handelstage konnte sich der Goldpreis im Bereich von 1.500 USD stabilisieren.

Nachlassende Risiken rund um den No-Deal-BrExit und dem Handelsstreit der USA mit China belasteten den Kurs der „Angstwährung“.

Nach so einer scharfen Kurskorrektur fragt man sich, ob dies schon das Ende der Goldrally war oder ob wir, nach einer Stabilisierung um 1.500 USD, neue Hochs sehen.

Wie sich der Verlauf der letzten Handelstage in das große Gold Chartbild einfügt und welche konkrete Trade-Ideen sich auf kleineren Zeitebenen für die kommenden Handelstage ergeben könnten, soll die folgende Goldanalyse aufzeigen.

Überblick: Fundamentale Großwetterlage im Gold

Damit wir in den kleineren Zeitfenstern nicht die Orientierung verlieren, zoomen wir heraus und verschaffen uns als erstes im Tageschart einen Überblick auf den Markt.

Der Chart unten zeigt den Kursverlauf der letzten vier Monate im Gold Future, der an der Terminbörse COMEX gehandelt wird.

Chart vom 18.09.2019 Kurs: 1.510 Kürzel: Gold - Tageskerzen | Online Broker LYNX

Wie im Chart oben zu sehen, hat sich das Edelmetall seit Mai um 23,42 Prozent oder 297,20 USD pro Feinunze verteuert. Preistreiber waren hierbei u.a. die Aussicht auf niedrigere oder sogar negative Realzinsen in den USA und die Sorge vor einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Goldmenge von ETFs so hoch wie 2013 nicht mehr

Die Angst der Marktteilnehmer hat, auf Basis der Daten von Bloomberg, die von ETFs verwaltete Goldmenge auf 77,1 Millionen Unzen (2.180 Tonnen) ansteigen lassen. Nur 2013 war der Goldbestand der Indexfonds höher.

Darüber hinaus heizt die Aussicht auf weiter fallende Zinsen in den USA die Goldnachfrage an. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen markierte Anfang September bei rund 1,43 Prozent ein neues Jahrestief. Bei einer aktuellen Inflationsrate von 1,8 Prozent ist der Realzins damit negativ.

Im Euro-Raum ist die Lage noch extremer. Eine negative Rendite von aktuell -0,484 Prozent für zehnjährige Bundesanleihen und eine Inflationsrate von 1,00 Prozent treibt immer mehr Anleger aus Europa in das Edelmetall.

Gold, auch wenn es keine Zinsen abwirft, wird in einem Marktumfeld von negativen Realzinsen immer attraktiver.

Selbst Notenbanken kaufen Gold

Neben den Privatinvestoren waren auch die Notenbanken Russlands, Chinas und anderer Schwellenländer auf der Käuferseite zu finden. Bereits 2018 haben diese Institutionen dem World Gold Council zufolge mehr als 600 Tonnen Gold zusätzlich in den Tresoren der Welt eingelagert.

Im ersten Halbjahr 2019 haben die Notenbanken weitere 240 Tonnen Gold gekauft. Das sind satte 73 Prozent mehr als im vergleichbaren Halbjahr 2018.

Große Spekulanten kaufen extrem viel Gold

Nicht alle Anleger investieren, wie Hedgefonds-Manager Ray Dalio, in physisch gedeckte Gold-Indexfonds (ETFs). Gerade im kurzfristigen Handel setzen professionelle Marktteilnehmer auch gerne Futures und Optionen ein.

Welche Positionen genau die meldepflichtigen Händlergruppen halten, zeigt uns der CoT-Report. CoT steht für Commitment of Traders. Dieser Report wird jeden Freitag von Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aus den USA veröffentlicht.

Der CoT-Report vom 13.09.2019 zeigt uns im Gold folgendes Bild:

Chart vom 18.09.2019 CoT-Daten Basiswert Gold GC | Online Broker LYNX

Fonds, Hedgefonds und andere Großspekulanten haben sich die letzten Wochen mit derivativen Handelsprodukten eingedeckt, die von einem Preisanstieg im Gold profitieren. Die Zahl solcher Finanzinstrumente erreichte in dem CoT-Report vom 06.09.2019 mit 300.547 Kontrakten ein neues 5-Jahres-Hoch.

Zwar haben die Großspekulanten ihre Long-Positionen innerhalb einer Woche auf 269.725 reduziert, dennoch ist ihre Positionierung immer noch relativ hoch.

Die kommerziellen Händler (blau) nehmen die Gegenposition zu den Klein- (grün) und Großspekulanten (rot) ein.

Die Short-Positionen der kommerziellen Händler summierten sich laut dem CoT-Report vom 06.09.2019 auf einen Extremwert von 337.741 Kontrakten (vgl. Grafik oben). Eine Woche später halten die kommerziellen Händler immer noch Short-Positionen in Höhe von 305.611 Kontrakten.

Die aktuelle Extrempositionierung im Gold spielt auch weiter unten im Rahmen der vorgestellten Trade-Idee eine entscheidende Rolle.

Überblick: Technische Großwetterlage im Gold

Warnzeichen: Übergeordneter Widerstand bremst Goldpreis aus

Das Hoch im Gold bei 1.566,20 USD liegt genau in einer relevanten Preiszone aus den Jahren 2011 – 2013 (vgl. Gold-Monatschart unten). Diente damals dieses Preisniveau noch als Unterstützung, prallte der Kurs vorletzte Woche von dort nach unten ab. Es geschah genau das, was oft zu beobachten ist, aus einer ehemaligen Unterstützung wird ein Widerstand.

Der Markt fand daraufhin erst 74,10 USD oder 4,73 Prozent tiefer bei 1.492,10 USD Unterstützung.

Eine so scharfe Korrektur wirft jetzt Fragen auf: War es das mit der Goldrally, oder geht es nach der Konsolidierung bei 1.500 USD weiter nach oben?

Über dem Kursbereich von 1.566 – 1.600 USD wäre zumindest technisch der Weg bis 1.800 USD frei (vgl. Monatschart oben).

Warnzeichen: CoT-Report zeigt mögliches Ende der Goldrally

Die CoT- Daten sind kostenlose Insiderinformationen, mithilfe derer Sie schon früh große Trends oder Umkehrpunkte im Chart erkennen können. Sie heften sich an die Fersen der Marktteilnehmer, die am meisten Ahnung von dem jeweiligen Markt haben, und beobachten genau, wie sie sich positionieren.

Dieser Ansatz ist etwas völlig anderes, da Sie hier nicht nur auf Charts schauen, sondern hauptsächlich auf die „Insider-Daten“, die wöchentlich von der CFTC veröffentlicht werden.

Wie in dem Gold Wochenchart unten zu erkennen ist, herrscht derzeit eine Extrempositionierung der großen Marktteilnehmer. Die Großspekulanten halten historisch gesehen aktuell mit die höchste Long-Positionierung. Die kommerziellen Händler sind so hoch „short“ positioniert, wie die letzten Jahre nicht mehr.

Wie ebenfalls im Chart unten zu sehen ist, sind solche Extrempositionierungen keine Seltenheit.

Noch viel interessanter ist jedoch die Tatsache, dass diese Extremsituationen oft markante Umkehrpunkte im Chart markieren. Nach den Hochs folgte stets eine größere Preiskorrektur.

Aktuell könnten wir genau an so einem Umkehrpunkt im Gold stehen.

Chart vom 18.09.2019 CoT-Daten Basiswert Gold GC Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Ausblick: Handelszenarien im Gold (Short/Long)

Ein Preisanstieg von 23,42 Prozent seit Mai 2019 und eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs zeigen noch einen klaren Aufwärtstrend auf Tagesbasis. Und die Betonung liegt hier bei noch!

Die scharfe Preiskorrektur von -4,73 Prozent innerhalb weniger Tage zeigt deutlich, dass sich die Käufer im Gold zurück halten.

Szenario 1: Nutzen Sie einen möglichen Trendbruch im Gold für einen längerfristigen Long-Einstieg

Sollte die Unterstützung am letzten Pivot-Tief bei 1.490 USD per Tagesschlusskurs unterschritten werden, ist der übergeordnete Aufwärtstrend im Gold gebrochen.

Die Folge könnten nach einem Pullback weitere Kursverluste sein. Erste Ziele auf der Unterseite wäre 1.440 USD und danach der Bereich 1.385 – 1.400 USD. Dort könnte dann auch der 200er EMA (aktuell bei 1.390 USD) für einen möglichen Long-Einstieg genutzt werden.

Um auf ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis von über 3:1 zu kommen, können die Ausstiege bei ca. 1.359 USD (Stopp-Loss) und bei 1.530 USD (Gewinnziel) geplant werden.

Chart vom 18.09.2019 Kurs 1.510 Kürzel: Gold GC | Online Broker LYNX

Szenario 2: Nutzen Sie einen Test der Hochs als Short-Einstieg

Um eine konkrete Trading-Idee im Gold für die nächsten Handelstage zu finden, springen wir in eine tiefere Zeiteinheit, dem 4-Stundenchart.

In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass der Kurs, ausgehend von der Unterstützung im Bereich von 1.490 USD erneut Richtung der letzten Hochs läuft. Danach aber wieder nach unten abprallt. In diesem Fall würde bei 1.557,80 USD ein Harmonisches Muster vervollständigt (vgl. grünes Muster im Chart unten).

Basierend auf über 1000 Echtgeld Trades der Harmonischen Muster, gehören wir über eine große Anzahl von Trades in ca. 59 Prozent der Fälle zu den Gewinnern. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,8 zu 1, liefern diese Kennzahlen uns einen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Chart vom 18.09.2019 Kurs 1.510 Kürzel: Gold GC 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Die Preis-Zone im Chart für möglichen Widerstand befindet sich zwischen 1.560 USD und 1.565 USD. Unsere Stopp-Loss Order legen wir deshalb über Punkt X auf 1.575,80 USD.

Der Einstieg erfolgt aufgrund des Harmonischen Musters bei 1.557,80 USD.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preisbewegung in Richtung unseres Gewinnziels bei 1.506,00 USD.

Sollte der Preis die Marke von 1.488 USD per Stundenschluss durchbrechen, bevor die Trading-Idee im Gold bei unserem Einstiegspreis vervollständigt ist, löschen wir die Orders.

Der Grund: Die Trading-Idee im Gold ist dann ungültig und unser statistischer Vorteil ist weg.

Unser Ziel für nachhaltige Trading-Gewinne: Wir wollen nur im Markt aktiv sein, wenn wir einen Gewinnvorteil haben.

Einblick: Die Details zur Trade-Idee

KriteriumTrade-Details
Trade StatusTrade möglich
BasiswertGold
HandelsinstrumentGold Future
OdergültigkeitGood Till Canceled
EinstiegVerkauf-Limit 1.557,80 USD
Stopp-LossKauf-Stopp 1.575,80 USD
GewinnzielKauf-Limit 1.506,00 USD
BedingungWenn Stundenschlusskurs <= 1.488 USD, dann Order löschen

Fazit: Short-Chance im Gold mit 59 Prozent Trefferquote und einem CRV von 2,8 zu 1 oder mehr

Aufgrund der aktuellen Gold-Analyse wird eins klar: Ein Harmonisches Preismuster im Gold, das die nächsten Tage komplettiert werden könnte, bietet risikofreudigen Anlegern einen Short-Einstieg mit statistischem Gewinnvorteil. Geht die Trade-Idee auf, gibt es für jeden riskierten Euro zwei zurück.

Es könnte sogar der frühe Short-Einstieg in eine größere Korrektur sein, wie oben anhand der CoT-Daten aufgezeigt wurde. Anleger, die auf dieses Szenario setzen, können die Gewinne auch weiter laufen lassen und den Stopp-Loss über das jeweils letzte Pivot-Hoch nachziehen.

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Andreas Fink

Andreas Fink

Der Allgäuer Diplom Betriebswirt und Diplom Wirtschaftsingenieur Andreas Fink hat als professioneller Vollzeit-Trader seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In den letzten 20 Jahren hat er sein eigenes Trading-System über tausende Trades hinweg stetig optimiert. Seine Trading-Strategie für das Day- und Swingtrading an den internationalen Futures- und Devisenmärkten wurde dadurch immer profitabler. Als persönlicher Trading-Guide teilt er heute sein Wissen und seine Erfahrungen in Form von Artikeln, Videos und Live-Webinaren. Das gibt Privatanlegern wie Ihnen mehr Orientierung und Sicherheit im täglichen Börsenumfeld.

 

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