EUR/USD: Über 700 Pips in nur 12 Tagen – das eröffnet Trading-Chancen

Wie eine senkrecht nach oben startende Rakete schoss der EUR/USD in den letzten 12 Handelstagen um über 700 Pips oder 6,65 Prozent nach oben. Was mögliche Hintergründe dieser impulsiven Bewegung waren und mit welcher Trade-Idee Sie davon profitieren könnten, erfahren Sie in dieser EUR/USD-Analyse

Rückblick: Kursexplosion durch überraschende Zinssenkung

Chart vom 12.03.2020 Kurs 1,1296 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Bei Kursen unter 1,0800 am 20. Februar, also vor etwa drei Wochen, deutete vieles auf einen Test der Tiefs aus dem Jahr 2017 bei 1,0335 hin. Doch dann kam alles anders.

Frei nach dem Motto „Totgeglaubte leben länger“ feierte der Euro in den letzten Tagen ein fulminantes „Comeback“. Vom Tief bei 1,0778 weg, ging es nur noch in eine Richtung – steil, sehr steil nach oben.

Am 09. März, also zu Beginn dieser Handelswoche, wurde dann bei 1,1495 die Luft immer dünner und der Widerstand immer größer. Es war Zeit für eine Erholung von dem rasanten Kursanstieg. Diese Preiskorrektur dauert aktuell noch an und könnte sich mit der heutigen EZB-Sitzung evtl. sogar noch mal beschleunigen. Mehr dazu aber weiter unten. Erstmal zur Frage:

Was steckt hinter der Kursexplosion im EUR/USD?

Für das „Comeback“ des Euro gibt es mehrere Gründe.

Die außerplanmäßige Zinssenkung der US Notenbank um 50 Basispunkte.

Am 03. März hat die Federal Reserve (Fed) den US-Leitzins überraschend von 1,75 auf 1,25 Prozent gesenkt. Damit schrumpfen Zinsvorteil und die Attraktivität des USD gegenüber dem EUR. War die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen zu Beginn des Jahres noch bei 1,95 Prozent, ist diese aktuell nur noch bei 0,79 Prozent. Damit sinkt für Investoren, relativ gesehen, der Anreiz ihr Geld in US-Zinspapiere zu stecken.

Die Folge: Ein aufgrund geringerer Nachfrage schwächerer US-Dollar und damit ein steigender Kurs des EUR/USD.

Wirft man einen Blick auf die kommende Zinssitzung der FED am 18. März, erwartet der Markt aktuell mit 96,6 Prozent eine weitere Zinssenkung um ganze 100 Basispunkte auf 0,25 Prozent (vgl. Grafik unten).

Chart vom 12.03.2020 Indikation Zinssenkung Fed | Online Broker LYNX

 

Diese Einschätzung ändert sich derzeit fast im Minutentakt. War dieser mögliche Zinssschritt vor einer Woche undenkbar, hat gestern schon ca. die Hälfte damit gerechnet. Heute sind es 96,6 Prozent (vgl. Grafik oben). Ein deutliches Indiz über den sehr angespannten emotionalen Zustand der Marktteilnehmer.

Carry-Trades werden verstärkt aufgelöst

Verstärkt wird die aktuelle Situation im EUR/USD durch die Carry-Trades in Euro. Bei einem Carry Trade nimmt der Anleger einen Kredit in einer niedrig verzinsten Währung auf (Verkauf von EUR) und legt das Geld in einer höher verzinsten Währung an (Kauf von USD).

Diese Geschäfte funktionieren aber nur, wenn der Wechselkurs zwischen den betreffenden Währungen stabil bleibt oder die Währung, in der sich die Anleger verschulden, abwertet. Bislang waren die geringe Volatilität im EUR/USD und der schwache Euro ideal dafür geeignet.

Ändern sich aber plötzlich, wie jetzt durch die außerplanmäßige US-Zinssenkung, die fundamentalen Rahmenbedingungen, dann geraten die Carry-Trader in Schwierigkeiten. Mit der Aufwertung des Euros, steigt die Last ihrer Schulden.

Die Folge: Die Auflösung der Leerverkaufspositionen in EUR.

Wenn jetzt viele Carry-Trader ihre Positionen auf einen Schlag abwickeln wollen, könnte der Euro weiter dynamisch aufwerten.

Außer…

Die EZB überrascht heute den Markt mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Dazu könnten große Liquiditätspritzen zählen, mit denen eine Kreditklemme verhindert werden soll. Erwartet wird darüber hinaus, dass die EZB einerseits ihren bereits negativen Einlagesatz für Geschäftsbanken noch weiter senkt. Andererseits rechnet man mit einer Ausweitung der monatlichen Anleihenkäufe.

Das könnte den Euro kurzzeitig unter Druck bringen und den Carry-Tradern etwas Luft verschaffen. Mittelfristig gehe ich, aufgrund der fundamentalen Großwetterlage, von einer weiteren Abwertung des USD aus.

Wie könnte geht es im EUR/USD in den kommenden Tagen weiter gehen?

Für eine genauere Kursprognose schauen wir uns an, wie sich der beschriebene Kursverlauf in das große Bild im Euro Dollar einfügt.

Überblick und Ausblick: Übergeordneter Trendwechsel möglich

Chart vom 12.03.2020 Kurs 1,1316 Kürzel: EUR.USD Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Ein Ausbruch aus dem Trendkanal mit einem ersten neuen Verlaufshoch signalisiert einen übergeordneten Trendbruch im EUR/USD (vgl. Chart oben).

Wie Sie in dem Wochenchart des EUR/USD oben sehen, konnte der seit Ende 2018 bestehende Abwärtstrendkanal letzte Woche nach oben verlassen werden. Mit dem Trendbruch ist die erste Bedingung für einen möglichen Trendwechsel und damit einem möglichen Aufwärtstrend erfüllt.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo könnte man am besten frühzeitig in einen möglichen Aufwärtstrend einsteigen?

Ein möglicher Einstieg mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis kann im Bereich 1,1140 erfolgen. Hier könnte nach einem Test der oberen Begrenzung des Abwärtstrendkanals der letzten Jahre, eine neue Bewegungswelle starten (vgl. Chart oben).

Zudem würde knapp über dieser Marke ein Harmonisches Kursmuster vervollständigt werden.

Einblick: Steigen Sie mit dem statistischen Vorteil eines Harmonischen Kursmusters frühzeitig in einen möglichen Aufwärtstrend im EUR/USD ein

Ein Harmonisches Preismuster könnte den Start einer weiteren Bewegungswelle und damit einen übergeordneten Aufwärtstrend bestätigen (vgl. Chart unten).

Chart vom 12.03.2020 Kurs 1,1316 Kürzel: EUR.USD 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNXAls professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig, bis sich Trading-Chancen am Markt ergeben, die mir einen geprüften statistischen Vorteil liefern. Basierend auf über 1.000 Echtgeld-Trades weiß ich, dass ich mit den Harmonischen Preismustern über eine große Anzahl von Trades in ca. 56 Prozent der Fälle zu den Gewinnern gehöre. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von 2,47 zu 1, liefern diese Kennzahlen mir genau diesen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Die Preis-Zone im Chart des EUR/USD für eine mögliche Unterstützung liegt zwischen 1,1095 und 1,1120 (vgl. gelbe Zone im Chart oben). Hier befinden sich zwischenzeitliche Verlaufstiefs von Anfang März. Spätestens von dort aus könnten erneut Käufer den Kurs wieder in Richtung Norden bewegen. Die Stopp-Loss Order kann deshalb unter diese Zone auf 1,1030 gelegt werden. Damit wird auch die aktuelle Volatilität in dem Währungspaar berücksichtigt.

Der Einstieg kann aufgrund des Harmonischen Musters bei 1,1142 erfolgen.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preisbewegung in Richtung eines möglichen Gewinnziels bei 1,1419.

Sobald nach unserem Einstieg das Kurslevel von 1,1277 erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit:

Die aktuelle EUR/USD-Analyse zeigt: Ein Trendbruch auf einer höheren Zeitebene signalisiert einen möglichen Trendwechsel im EUR/USD.

Ein frühzeitiger Einstieg in diesen potenziellen Aufwärtstrend könnte bei 1,1142 erfolgen.

Falls es im EUR/USD von dort weg zu einer neuen Bewegungswelle kommt, könnten Sie von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 2,47 Euro zurück erhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen.

Risiken für die Trade-Idee bestehen vor allem von Seiten der EZB. Sollte diese in der heutigen Zinssitzung mit einem überraschend großen Maßnahmenpaket auf die Coronavirus-Krise reagieren, könnte das den Euro stark unter Druck setzen.

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Andreas Fink

Andreas Fink

Der Allgäuer Diplom Betriebswirt und Diplom Wirtschaftsingenieur Andreas Fink hat als professioneller Vollzeit-Trader seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In den letzten 20 Jahren hat er sein eigenes Trading-System über tausende Trades hinweg stetig optimiert. Seine Trading-Strategie für das Day- und Swingtrading an den internationalen Futures- und Devisenmärkten wurde dadurch immer profitabler. Als persönlicher Trading-Guide teilt er heute sein Wissen und seine Erfahrungen in Form von Artikeln, Videos und Live-Webinaren. Das gibt Privatanlegern wie Ihnen mehr Orientierung und Sicherheit im täglichen Börsenumfeld.

 

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