Gold: Werden die Gold-Bullen von einer Kurslawine überrollt?

Der November ist bislang kein guter Monat für Gold-Anleger. Das gelbe Edelmetall hat in dieser Handelswoche bisher über 55 USD je Feinunze verloren. Der Gold-Future markierte bei 1.461,4 USD ein 3-Monatstief. Folgt nun der völlige Abverkauf oder können die Gold-Bullen das Ruder nochmal herumreißen?

Rückblick: Standortbestimmung im Gold

In den letzten Wochen glich der Handelsverlauf im Gold einem Stellungskrieg. Die Gold-Bullen verteidigten den Preisbereich von 1.475 bis 1.480 USD. Die Gold-Bären sorgten auf der Oberseite bei 1.515 bis 1.520 USD für massiven Widerstand. Seit dem 2. Oktober pendelte der Goldpreis genau zwischen diesen Preiszonen.

Gestern mussten die Gold-Bullen jedoch eine herbe Niederlage einstecken. Unter großem Volumen rauschte der Goldpreis durch die Unterstützungszone und markierte am bei 1.461,40 USD ein 3-Monatstief. Vom Hoch der letzten Handelswoche gerechnet ist das ein Absturz um über 57 USD. In den vergangenen Handelsstunden konnte sich der Goldpreis im Bereich 1.465 bis 1.470 USD stabilisieren.

Dieser Kursrutsch wirft jetzt Fragen auf: Können die Gold-Bullen, wie schon Anfang Oktober, an dieser Preismarke nochmal zurückschlagen?

Oder beschleunigt sich der Ausverkauf sogar?

Um Antworten zu finden, werfen wir zunächst einen Blick auf die fundamentalen Preistreiber.

Überblick: Die Großwetterlage im Gold

Annäherung im Handelskrieg zwischen den USA und China

Das Jahr 2019 stand im Zeichen des Handelskriegs. Die Anleger hatten Angst, dass Handelszölle die Weltwirtschaft in eine globale Rezession führen würden und suchten deshalb Schutz in Staatsanleihen und Gold.

Eine Entspannung im Handelskrieg zwischen den USA und China treibt die Anleger jetzt aus den sicheren Häfen rein in risikoreichere Gewässer. Wie Bloomberg berichtet, haben sich die USA und China darauf geeinigt, die verhängten Handelszölle schrittweise zurückzufahren. Voraussetzung dafür ist aber ein “Phase-One-Deal”, also ein unterzeichnetes erstes Teilabkommen. Dafür peilen die USA den Nato-Gipfel in London Anfang Dezember an.

Die Folge: Sichere Vermögenswerte wie Gold und Staatsanleihen werden verkauft. Risikoreichere Anlagen werden gesucht.

Fed signalisiert Zinspause

Die Fed hat den Leitzins letzte Woche auf aktuell 1,75 Prozent gesenkt. Das ist die dritte Zinssenkung in Folge. Der Vorsitzende Powell bezeichnete die jüngsten Zinssenkungen als Mid-Cycle-Adjustment und versprach alles Nötige zu tun, um die US-Wirtschaft auf Wachstumskurs zu halten.

Angesichts der Annäherung im Handelsstreit zwischen Washington und Peking signalisierte die US-Notenbank nun aber eine Zinspause. Aktuell erwarten deshalb nur 5 Prozent der Marktteilnehmer eine weitere Zinssenkung bei der nächsten Notenbanksitzung am 11. Dezember.

Die Folge: Eine Zinspause stoppt die Abnahme der Zinsdifferenz und dürfte für steigende Anleiherenditen sorgen.

Staatsanleihen stürzen ab – Anleiherenditen schießen in die Höhe

Die Annäherung im Handelsstreit und die signalisierte Zinspause der Fed, auch auf Basis von besseren Konjunkturaussichten, sorgten für einen Kapitalfluss in risikoreichere Anlagen.

Weltweit stürzten die Staatsanleihen ab. Die Rendite für die zehnjährigen US-Staatsanleihen schoss raketenhaft nach oben. Das bisherige Wochenhoch wurde am Donnerstag bei 1,972 Prozent markiert. Das ist ein Wochenplus von über 15 Prozent und der höchste Wert seit Anfang August.

Steigende Anleiherenditen sind Gift für den Goldpreis. Denn höhere Anleiherenditen führen zu höheren Realzinsen und lassen die Opportunitätskosten für Gold-Anleger steigen. Gold wirft ja keine Zinsen ab. Die entgangenen Zinsen einer verzinsten Anlage sind für den Gold-Anleger die Opportunitätskosten. Je höher die alternative Verzinsung, desto mehr fallen diese Kosten ins Gewicht.

Steigender US-Dollar macht Gold teurer

Höhere US-Anleiherenditen stärken dem US-Dollar den Rücken. Das macht Gold für Anleger, die sonst mit Euro, Yen oder Pfund zahlen teurer. Sie müssen mehr Geld für die gleiche Menge des Edelmetalls ausgeben.

Charttechnisch ist der seit Ende Mai laufende Aufwärtstrend im Dollar-Index (DXY) gebrochen, jedoch kann sich der DXY aktuell weiter erholen.

Große Gold-Spekulanten könnten den Kursrutsch beschleunigen

Ein Blick auf den von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichten CoT-Report verrät: Großspekulanten sind im Gold, trotz der wochenlangen Konsolidierung, weiterhin extrem bullisch positioniert. Laut den Zahlen vom letzten Freitag belaufen sich deren Long-Positionen auf über 259 Tausend Kontrakte.

Der aktuelle Preisrutsch im Gold dürfte den Druck auf diese Händlergruppe aber erhöht haben. Einerseits schmelzen deren Buchgewinne dahin. Andererseits werden die Verluste der Gold-Käufer, die über 1.500 USD gekauft haben, immer größer.

So ist die Gefahr gerade sehr hoch, dass Gewinnmitnahmen und Stopp-Loss Orders eine weitere Kurslawine im Gold auslösen können.

Schauen wir uns jetzt im Rahmen einer technischen Gold-Analyse an, welches Preisniveau den Kursrutsch auslösen könnte und wo mögliche Käufer für Unterstützung sorgen könnten.

Ausblick: Wie Sie von einem möglichen Kursrutsch in Gold profitieren können

Der Chart unten zeigt klar: Wir befinden uns in einer abwärtstrendigen Korrektur des impulsiven Anstiegs von Mai bis Anfang September.

Beide Ausbruchsversuche aus dem Trendkanal Ende Oktober und Anfang November sind fehlgeschlagen.

Das letzte Verlaufstief bei 1.467 USD im Gold-Future wurde bereits kurzzeitig unterschritten. Ein Tagesschlusskurs unter diesem Level könnte, wie oben beschrieben, eine Kurslawine auslösen.

Gold Future Chart vom 08.11.2019 Kurs: 1.470 Kürzel: GC – Tageskerzen | Online Broker LYNX

Die erste große Unterstützung wäre dann im Kursbereich um 1.415 USD. Auf diesem Preisniveau treffen Trendkanal- und die horizontale Unterstützung sowie die 200-Tage Linie zusammen.

Genau hier bei 1.415 USD können langfristig überzeugte Gold-Anleger, die bisher noch an der Seitenlinie gestanden sind, einen Einstieg wagen. Um auf ein attraktives Chance Risiko-Verhältnis von ca. 3:1 zu kommen, können die Ausstiege bei ca. 1.359 USD (Stopp-Loss) und bei 1.565 (Gewinnziel) gewählt werden.

Die Jahreshochs scheinen aktuell zwar in weiter Ferne. Gewitterwolken in Sachen Handelskrieg, BrExit oder sehr schlechte Konjunkturdaten könnten die Anleger aber ganz schnell wieder in den sicheren Hafen Gold treiben. Oft zieht ein Sturm schneller auf, als man denkt. Auch wenn aktuell der Rückenwind die Aktienmärkte von einem Hoch zum anderen stürmen lässt.

Fazit:

Die aktuelle Gold-Analyse zeigt: Der Goldpreis steht kurz vor einer möglichen Kurslawine.

Falls es zu einem Kursrutsch im Gold kommt, sind Sie als Leser dieser Analyse mit einer Trade-Idee vorbereitet. Geht diese auf, erhalten Sie für jeden eingesetzten Euro drei Euro zurück. Jedoch kann sich der Kursverlauf auch anders entwickeln und zu Verlusten führen, das sollte man bei jedem Investment immer bedenken.

Sie möchten Futures handeln?

LYNX bietet Ihnen den weltweiten Futures-Handel. Egal ob DAX, Euro Stoxx, Dow Jones, S&P, Russel 2000 oder z.B. Futures auf Rohstoffe, über LYNX finden Sie immer den passenden Future. Handeln Sie direkt an den Heimatbörsen profitieren Sie damit von einem hohen Handelsvolumen und einem engen Spread.

Profitieren Sie als Daytrader, Anleger oder Investor von dem ausgezeichneten Angebot von LYNX, denn wir ermöglichen Ihnen den preiswerten Handel von Aktien, ETFs, Futures, Optionen, Forex u.v.m. Nehmen Sie sich die Zeit, unsere Gebühren mit denen der Konkurrenz zu vergleichen und handeln Sie in Zukunft über unsere professionelle Handelsplattform.

Sie möchten ausländische Aktienkurse in Euro umrechnen? Dann nutzen Sie unseren Währungsrechner für über 130 Währungen.

Andreas Fink

Andreas Fink

Der Allgäuer Diplom Betriebswirt und Diplom Wirtschaftsingenieur Andreas Fink hat als professioneller Vollzeit-Trader seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In den letzten 20 Jahren hat er sein eigenes Trading-System über tausende Trades hinweg stetig optimiert. Seine Trading-Strategie für das Day- und Swingtrading an den internationalen Futures- und Devisenmärkten wurde dadurch immer profitabler. Als persönlicher Trading-Guide teilt er heute sein Wissen und seine Erfahrungen in Form von Artikeln, Videos und Live-Webinaren. Das gibt Privatanlegern wie Ihnen mehr Orientierung und Sicherheit im täglichen Börsenumfeld.

 

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
00800 5969 0000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.AT
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN