Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2019 Weiter

Aktienanalyse:
MDAX: The Sky ist the Limit … oder kommt es ganz anders?

Bis zum vergangenen Wochenende hieß es: mittelfristiger Aufwärtstrend kontra kurzfristiger Abwärtstrend – wer setzt sich durch? Seit Montag ist diese Frage beantwortet. Mit der Reaktion auf das Treffen Trump/Xi und dem frisch zugeflossenen Geld der Sparer zur Monatswende hatten die Bullen leichtes Spiel und hebelten den MDAX über die kurzfristige Abwärtstrendlinie hinaus nahe an das bisherige Jahres-Verlaufshoch (26.215 Punkte) heran.

Ein starker Impuls, charttechnisch tadellos gelaufen und mit einem starken Sprungbrett in Form der Verteidigung der 200-Tage-Linie Anfang Juni. So kann es weitergehen, sagen sich die Bullen. Jetzt ein neues Jahreshoch und dann nur noch ein kleiner Weg bis zum bisherigen Verlaufsrekord 27.525 Punkten, den der MDAX im Januar 2018 erreicht hatte. Aber wird es auch so weitergehen?

Manche eher unerfahrene Anleger mögen glauben, dass diese Rallye die Realität wiederspiegelt. Aber alte Hasen wissen sehr wohl, dass das keineswegs so sein muss, dass gerade am Aktienmarkt recht oft Bewegungen entstehen, die aus sich selbst heraus weiterlaufen. Impulse, die von rein technisch orientierten Tradern und computergesteuerten Handelsprogrammen am Leben erhalten werden, aber de facto den Rahmenbedingungen völlig zuwiderlaufen. Was auch momentan der Fall ist, denn:

Das Treffen Trump/Xi brachte nur das absolute Minimalergebnis. Die Konjunkturdaten werden derweil weltweit immer negativer. Und die Notenbanken konnten in solchen Situationen noch nie Wunder bewirken. Es spricht nichts dafür, dass es diesmal anders wäre. Im Gegenteil, die bereits vorhandene Schuldenblase bei Privathaushalten und kleinen und mittleren Unternehmen, vor allem in den vom Handelskrieg betroffenen Zonen USA und China, lässt vermuten, dass erneut billigeres Geld nicht mehr viel wird anschieben können.

Und was den deutschen Markt betrifft, hat man hier den Handelskrieg mit den USA ebenso noch vor sich wie den „Brexit“. Und schon jetzt steht das Wachstum massiv unter Druck. Was bedeutet: Es wäre eine große Überraschung, wenn die in drei Wochen anlaufende Phase der Bilanzen des zweiten Quartals positiv laufen würde. Nur ist all das in einem Index, der nur noch etwa sechs Prozent unter seinem Rekordniveau notiert, nicht eingepreist.

Es ist zwar völlig richtig, dass man das auch schon Anfang Juni hätte wissen können und den MDAX trotzdem deutlich höher trug, nachdem die 200-Tage-Linie gehalten werden konnte. Und das bedeutet, dass diese Rallye auch noch weiter laufen kann, das Rekordhoch wirklich erreicht, vielleicht sogar überboten werden kann. Aber man darf das Wort „kann“ dabei nicht übersehen. Solange die Dynamik der Bewegung erhalten bleibt, haben die Bären einen schweren Stand, denn wer hier Long ist oder zukauft, sagt sich nicht zu Unrecht: All die Risiken haben den MDAX bislang nicht stoppen können, warum also in Zukunft?

Der Punkt ist, dass es weniger die Risiken wären, die ihn stoppen, sondern Gewinnmitnahmen. Natürlich ist den meisten Akteuren bewusst, dass sie hier auf dünnem Eis tanzen. Daher wird man hier früher dazu neigen, Gewinne mitzunehmen, als in einem bullischen Umfeld. Und fangen diese Abgaben erst einmal an, in einer Gemengelage, die bekannt negativ ist, kann alleine das die Lawine auslösen. Wenn die erst einmal beginnt, erinnern sich alle daran, dass die Faktenlage eher für fallende Kurse spricht, vorher nicht. Und auch erst dann werden die erfahrenen Short-Seller aus ihrer Deckung kommen.

MDAX Chart auf Tagesbasis vom 04.07.2019, Kurs 26.063,37 Punkte, Kürzel MDAX

Es ist daher in solchen Konstellationen nie vorhersehbar, wann und auf welchem Kursniveau die Party vorbei ist. Aber man sollte sich eben gewärtig sein, dass der Himmel hier nicht auf ewig frei ist, dass alles sehr plötzlich ganz anders kommen kann und entsprechend konsequent abgesichert sein. Bei aggressiveren Long-Positionen könnte man sich bezüglich eines Stoppkurses recht eng orientieren, in die Region um 25.400 Punkte, knapp unter der Kreuzunterstützung aus der überwundenen kurzfristigen Abwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie.

MDAX Chart auf Wochenbasis vom 04.07.2019, Kurs 26.063,37 Punkte, Kürzel MDAX

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
00800 5969 0000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.AT
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN