Die besten Platin Aktien 2019 | Online Broker LYNX

Seit der Erstvorstellung im September 2019 entwickelten sich unsere Platin-Tipps allesamt sensationell. In der Spitze legten die Aktien von Anglo American Platinum um +100 %, Impala Platinum um +168 % und Sibanye Stillwater um +272 % zu.Die Aktien sind, wie auch der Platinpreis in den Monaten nach dem Corona-Crash wieder stark nach oben geklettert. Im Falle einer möglichen Korrektur können Anleger zugreifen, denn langfristig versprechen alle drei Werte ein ordentliches weiteres Kurspotenzial.

Das Edelmetall Platin galt lange Zeit als Luxusvariante oder Steigerung von Gold. Die fest in unseren Köpfen verankerte Reihenfolge bei Auszeichnungen und Standards lautet Silber – Gold – Platin. In den vergangenen Jahren stimmte diese Reihenfolge jedoch zumindest preislich nicht mehr, denn Platin wurde vor allem von der Automobilindustrie immer weniger nachgefragt und verlor so erheblich an Bedeutung. Heute sehen wir uns für Sie an, ob sich diese Situation vielleicht wieder ändern könnte und welche Investmentchancen sich Anlegern bieten.

Was Sie über Platin wissen müssen!

Platin Preisentwicklung: Nach jahrelanger Krise wieder im Aufwärtstrend.

Nach Zahlen des World Platinum Investment Council (WPIC) ist die Nachfrage von 8,5 Mio. Unzen im Jahr 2013 auf 7,7 Mio. Unzen im Jahr 2019 zurückgegangen. Auch im Jahr 2020 gab es aufgrund der Corona-Krise einen geschätzten Rückgang des Bedarfs um weitere -7 % auf 7,2 Mio. Unzen. Allerdings ging die Produktion Lockdown-bedingt sogar noch etwas stärker zurück, so dass sich die Preise nach dem Einbruch im März 2020 rasch stabilisierten und zu klettern begannen.

Jahrelanges Schlusslicht der Edelmetalle

Im Gegensatz zu Palladium, das in den vergangenen 12 Jahren in der Spitze unglaubliche +1.500 % von 164 USD auf neue Allzeithochs von 2.700 USD zulegen konnte, fiel Platin im Umfeld der Coronakrise kurzzeitig sogar unter die starke charttechnische Unterstützung von 750 USD bis 800 USD, dem Tief aus dem Jahr 2008. Von den vorherigen Höchstpreisen desselben Jahres bei über 2.300 USD pro Unze Anfang 2008 gerechnet ging es damit enorm bergab, selbst der aktuelle Platinpreis liegt noch immer knapp die Hälfte unter dem damaligen Wert. Das preislich gesehen schwächste Edelmetall hat aber seit den Corona-Tiefs eine beeindruckende Aufholjagd begonnen und neue 5-Jahres-Hochs erklommen.

Historisch gilt im Vergleich zu Gold ein Preisverhältnis von 1:1 als Norm, aktuell ist Platin in etwa zwei Drittel des Goldpreises wert.

Neuer Platin Aufwärtstrend: Ist das die längerfristige Trendwende?

Die besten Platin Aktien: Entwicklung des Platin-Preises von 2000 bis 2021 | Online Broker LYNX

Nach dem starken Preiseinbruch im ersten Quartal 2020, bei dem sogar das Tief des Jahres 2008 unterschritten wurde, setzte eine starke Kursrallye ein. Der Platinpreis eroberte Anfang 2021 erstmals seit fünf Jahren die 1.250 USD-Marke. Doch das könnte erst der Beginn einer längerfristigen Aufwärtsentwicklung sein.

Fakten zum Rohstoff Platin

Das Edelmetall Platin (chemisches Symbol Pt) ist ein grauweißes metallisches Element der Platinmetallgruppe zu der neben Platin auch die Edelmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und Ruthenium angehören. Platin besitzt als relativ schweres Metall katalytische Eigenschaften und eine hohe Korrosionsbeständigkeit, es ist schmiedbar und sehr selten. Schmelz- und Siedepunkt liegen mit 1.768 bzw. 3.827 Grad Celsius deutlich höher als bei Silber und Gold.

Geringe jährliche Platin-Fördermengen

Aufgrund seiner Seltenheit wird Platin mit einer jährlichen Produktionsmenge von weniger als 200 Tonnen also in einer vergleichsweise geringen Menge gefördert. Die jährlichen Produktionsmengen nahmen zuletzt deutlich ab und fielen 2019 von 190 Tonnen im Vorjahr auf 180 Tonnen. Im Jahr 2020 gab es Corona-bedingt einen weiteren Rückgang auf ca. 170 Tonnen. Zum Vergleich: Die jährliche Goldproduktion beträgt in etwa 3.000 Tonnen. Zumeist wird Platin in seiner elementaren, metallischen Form vorgefunden, denn es ist kaum reaktiv. Das bedeutendste Förderland des Edelmetalls ist heute Südafrika wo im sogenannten Bushveld Komplex mehr als 70 % des weltweiten Platin-Outputs erzeugt wird. Gefolgt wird Südafrika von Russland mit 15 % sowie Kanada und Simbabwe mit je ca. 5 % Förderanteil. Kleinere Mengen werden auch in den USA produziert. Reine Platinminen gibt es nur in Südafrika und Simbabwe, meist fällt Platin als Nebenprodukt bei der Buntmetallerzeugung an z.B. bei der Kupfer- und Nickel-Produktion.

Lange Zeit als wertloses, unnützes Metall verkannt

Erstmals verwendet wurde das Metall wahrscheinlich um 3.000 v. Chr. von den alten Ägyptern, denn es wurde zu kleinen Anteilen in altägyptischem Schmuck nachgewiesen. Später, im 17. Jahrhundert, stießen die Spanier beim Goldabbau in Südamerika auf Platin, das beim Goldabbau als Nebenprodukt, sogenanntes „Waschgold“ anfiel. Da dem Metall damals keinerlei Wert zugemessen wurde, wurde es abwertend als „platina“, übersetzt „kleines Silber“ bezeichnet und zurück in die Flüsse geworfen. Mit Gold überzogene Platin-Kupfer-Legierungen wurden jedoch bald in großem Stil zum Fälschen von Goldmünzen verwendet, denn es ließ sich fast deren exakte Dichte erzeugen.

Platin beginnt zu glänzen und stellt seinen Wert in der Industrialisierung unter Beweis

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundert breitete sich ausgehend von Frankreich nach und nach Schmuck aus Platin aus, denn zwischenzeitlich war nachgewiesen, dass es sich um ein Edelmetall handelt. In Russland wurden später sogar die ersten Münzen aus dem Metall gefertigt, der sogenannte „Platinrubel“. Nur wenig später kam das Edelmetall auch in der gerade entstehenden Industrie zum Einsatz, beispielsweise als Kontaktmetall für Telegrafen. Thomas Edison benutzte einen Platindraht als Glühfaden für seine Glühlampen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Platin als Katalysator verwendet, da es in aktiviertem Zustand Wasserstoff, Sauerstoff und andere Gase in großen Mengen absorbieren kann. Autoabgase werden mittels platinbeschichteter Keramik beschleunigt in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt.

Unzählige Verwendungsformen für Schmuck, Industrie und Medizintechnik

Aufgrund seiner Seltenheit und Haltbarkeit wird Platin zwar auch heute noch zur Herstellung von Schmuck u.a. in Weißgold-Legierungen verwendet, gilt jedoch mittlerweile in erster Linie als Industriemetall. Als solches kommt es in einer fast unüberschaubaren Anzahl von Bereichen in Reinform oder als Legierung zum Einsatz. So findet Platin beispielsweise bei Fahrzeugkatalysatoren, Heizungen, Flugzeugturbinen, Laserdruckern, Elektronik- und Laborgeräten, Düngemitteln sowie technischen Werkstoffen, Chemie und Petrochemie Anwendung. Da es die größte Organ- und Körperverträglichkeit aller Edelmetalle aufweist wird Platin auch in großem Stil in der Medizintechnik, beispielsweise in Herzschrittmachern und Zahnimplantaten oder in Komplexen z.B. als Cisplatin in Chemotherapien verwendet. Rund 40 % des Platinbedarfs entfallen auf Autokatalysatoren, 34 % auf Schmuck und 22 % auf Industrie und Medizintechnik. Nur rund 4% werden für Anlagezwecke verwendet – allerdings seit der Corona-Krise wieder mit deutlich steigender Tendenz.

Automobilindustrie: Palladium ersetzt Platin in Katalysatoren

Die Hauptnachfrage nach Platin kommt aus der Automobilindustrie. Hier konkurriert Platin mit Palladium und war lange Zeit das teurere und gefragtere der beiden Metalle. Pro Fahrzeug werden im Schnitt 5 Gramm Platin oder Palladium benötigt. Die Automobilhersteller stellten jedoch in den vergangenen zehn Jahren fest, dass für Benzinmotoren die deutlich höhere Temperaturstabilität von Platin gar nicht benötigt wird. Deshalb wurde verstärkt auf das damals mit 200 USD je Unze bis zu 80 % kostengünstigere und dabei auch noch deutlich leichtere Palladium gesetzt. So entfällt heute bereits 75 % der Palladiumnachfrage auf die Autoindustrie. Mittlerweile hat Palladium Platin den Rang abgelaufen und die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass der Palladiumpreis kurzzeitig auf bis zu 2.700 USD je Unze explodierte, bevor es zu einer Korrektur kam. Aktuell hat sich der Preis im Bereich von 2.400 USD eingependelt. Palladium weist gegenüber Platin inzwischen eine stattliche Prämie in Höhe von 1.150 USD auf. Platin hingegen wird heute fast nur noch bei Dieselmotoren angewendet, da das Metall hier bei der Schadstoffreinigung gegenüber Palladium eine deutlich bessere Leistung erzielt.

2020: Der Turning Point in der Automobilbranche

Und so erklärt sich dann auch die in den vergangenen Jahren entstandene Preisdiskrepanz. Denn die im Dieselskandal der letzten Jahre aufgedeckten Manipulationen bei der Messung von Diesel-Fahrzeugemissionen führten zu immer stärkeren Beschränkungen für Dieselfahrzeuge in Europa und Japan. Aufgrund dessen ist der Marktanteil von Dieselfahrzeugen in den letzten fünf Jahren enorm zurückgegangen und mit ihm die Nachfrage nach Platin. Allein zwischen 2016 und 2018 wurde von der Automobilindustrie rund -9 Prozent weniger Platin nachgefragt, der Bedarf fiel von 3,34 Mio. Unzen auf 3,05 Mio. Unzen. Der World Platinum Investment Council (WPIC) sieht im vergangenen Jahr der Coronavirus-Krise einen „Turning Point“, also einen Tiefpunkt der Nachfrage des Automobilsektors, mit anschließendem wieder steigendem Bedarf. Bislang zumindest scheint diese Prognose aufzugehen, denn laut WPIC wird in der Automobilindustrie aktuell tatsächlich ein deutlich steigender Bedarf verzeichnet.

Erste Automobilkonzerne schwenken wieder auf Platin um

Für Katalysatoren Hersteller macht es aufgrund der anhaltenden Preisdiskrepanz Sinn, Palladium wieder durch Platin zu ersetzen. Bei durchschnittlich 5 Gramm des Edelmetalls liegt der Preisunterschied aktuell immerhin bei ca. 200 USD je Auto. Die Preissensibilität der Autohersteller ist allerdings gar nicht mal so hoch. Das liegt vor allem daran, dass Umstellungsprozesse in der Produktion teuer sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb wird ein solcher Schritt für die Automobilindustrie vor allem in Erwägung gezogen, wenn der Preisaufschlag – so wie zuletzt der Fall – längere Zeit bestehen bleibt. Am wichtigsten gilt in der Branche jedoch eine langfristige Versorgungssicherheit und die schien bei Palladium zuletzt weniger gewährleistet als bei Platin. Deshalb haben laut WPIC einige Fahrzeughersteller damit begonnen, bei neuen Modellen zu Platin wechseln. Das Experten-Gremium schätzt, dass bis 2025 eine Menge von 1 Mio. bis 1,5 Mio. Unzen Palladium durch Platin ersetzt werden könnte – möglicherweise auch schon deutlich früher. Erste Tendenzen sind laut Branchenexperten bereits zu erkennen, insbesondere in Indien und China, wo zuletzt vor allem für den Schwerlastverkehr strengere Abgasnormen beschlossen wurden. Mehr zum Thema Palladium lesen Sie in unserem Artikel Die besten Palladium Aktien.

Hochleistungsglas und Brennstoffzellenautos als Nachfragetreiber für Platin

Zukunftspotenzial und Preisfantasie bietet beispielsweise die Anwendung in Brennstoffzellen sowie bei Hochleistungsglas. Allein der Glassektor macht bereits rund 17% der industriellen Nutzung von Platin aus und trägt stark dazu bei, dass die industrielle Nachfrage weiterhin wächst. So wird das Edelmetall z.B. für Fernsehgeräte, Smartphones, Glasfasern und anderen Smart Glas Verwendungsformen benötigt. In Brennstoffzellen-Autos sorgt Platin im Rahmen einer „kalten Verbrennung“ für eine optimale Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser. Dabei liegt der Platin-Bedarf pro Wasserstoff-Fahrzeug in etwa beim Siebenfachen von PKWs mit Verbrennungsmotor. Da es sich allein China zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 rund 1 Mio. Brennstoffzellenfahrzeuge auf die Straße zu bringen, entspricht dies derselben Nachfrage wie für 7 Mio. herkömmliche Katalysatoren.

Investmentnachfrage zieht an: Angebotsüberhang wird ab 2021 zum Defizit

In Summe waren Platinangebot und -nachfrage 2019 laut WPIC ausgeglichen, nachdem es in den vergangenen Jahren stets einen Überschuss gab. Corona-bedingt war die Nachfrage im Jahr 2020 zwar geringer, aber auch die Produktion ging aufgrund von Einschränkungen zur Pandemie-Bekämpfung deutlich zurück. Positiv überrascht hat seitdem vor allem die stark anziehende Investmentnachfrage. Diese lag laut Daten des WPIC, allein durch Käufe von Platin-ETFs im Jahr 2020 bei einer halben Million Unzen. Das ist im Vergleich zu 2019 zwar ein Rückgang, doch im Jahr 2018 lag die ETF-Nachfrage noch bei gerade mal 90.000 Unzen. Insgesamt befanden sich dem Platinproduzenten Anglo American Platinum zufolge per Ende 2020 Rekordbestände in Höhe von 4 Mio. Unzen Platin im Besitz der ETF-Branche.

Insgesamt soll die Platin-Nachfrage daher im abgelaufenen Jahr um ca. -7 % auf ca. 7,2 Mio. Unzen zurückgegangen sein. Dieser Tiefpunkt könnte die Trendwende für die Zeit nach der Coronavirus-Krise bereits eingeläutet haben, denn Branchenexperten sprechen seither von einer ungebrochen starken Nachfrage, sowohl aus der Industrie, als auch von Anlegern. Daneben gibt es einen weiteren Grund der in den kommenden Jahren für Zusatznachfrage sorgen dürfte: Platin wird gemäß den Basel III Richtlinien ab dem Jahr 2022 erstmals auch zur Eigenkapitalausstattung und damit zur Bilanzabsicherung von Zentralbanken zugelassen. Damit bekommt Platin wieder einen höheren Stellenwert als Geldmetall und wird infolgedessen auch für Investoren interessanter.

Nach der Dieselkrise und den Palladium-Preisanstiegen sollten in den kommenden Jahren wieder die nachfrageseitigen Argumente dominieren und für einen wieder erstarkenden Platinpreis sprechen. Schauen wir uns nun an, wie Sie als Anleger davon profitieren können.

Platin-Investments: Platin-Barren und Platin-Münzen als Geldanlage ungeeignet

An der Börse wird Platin unter dem Kürzel XPT und der ISIN XC0009665545 gehandelt. Als Anlageprodukt kann man das Metall z.B. in Form von Platin-Barren oder Platin-Münzen erwerben. Hierzulande fällt auch beim Kauf von physischem Platin zu Anlagezwecken allerdings der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % an. Hinzu kommt in der Regel ein relativ hoher Spread d.h. eine große Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Deshalb muss der Metallpreis nach einem Kauf allein schon deshalb erheblich steigen, um ohne Verlust wieder aussteigen zu können. Bei diesen Rahmenbedingungen macht ein Investment in physisches Platin natürlich wenig Sinn. Auch der steuerfreie Kauf über ein Zollfreilager ist unterm Strich alles andere als kostengünstig.

Investieren in Platin ETFs bzw. Platin ETCs

Nicht uninteressant sind jedoch Platin-ETFs bzw. Platin-ETCs (Exchange Traded Commodities) auch wenn diese ein weitaus geringeres Volumen aufweisen als beispielsweise Gold und Silber ETCs. Anleger können sich hier beispielsweise die ETCs ETFS Physical Platinum (ISIN: DE000A0N62D7 – Symbol Frankfurt VZLA – Währung: USD) oder iShares Physical Platinum ETC (ISIN: IE00B4LHWP62 – Symbol Frankfurt: PPFC – Währung: USD) ansehen. Mit dem Xtrackers Physical Platinum EUR Hedged ETC (ISIN: DE000A1EK0H1 – Symbol Frankfurt XAD3 – Währung EUR) gibt es auch ein in Euro notiertes ETC. Bitte beachten Sie jedoch, dass ETCs im Gegensatz zu echten, replizierenden ETFS eigentlich Schuldverschreibungen sind und somit ein Emittentenrisiko besteht. Doch am Interessantesten sind für viele Anleger ohnehin direkte Investments in Platin Aktien. Mit welchen starken Platin-Werten können Sie als Anleger also von einem möglichen Comeback des Platinpreises profitieren?

Die besten Platin Aktien 2021

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Platin-Aktien für 2021. Drei dieser Werte mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor. Mit diesen Werten können Sie vom neuen Aufwärtstrend des Rohstoffs Platins profitieren.

Platin-Aktien-Liste

NameISINSymbolWährung
African Rainbow MineralsZAE000054045ARÄIZAR
Anglo American PlatinumZAE000013181AMSZAR
Asahi HoldingsJP31167000005857JPY
GlencoreJE00B4T3BW64GLENGBP
Impala PlatinumZAE000083648IMPZAR
NornickelUS55315J1025MNODUSD
Northam PlatinumZAE000030912NHMZAR
Sibanye StillwaterZAE000259701SSWZAR
ValeBRVALEACNOR0VALE3BRL
Wesizwe PlatinumZAE000075859WEZZAR

Anglo American Platinum: Die Nummer 1

Anglo American Platinum (ISIN: ZAE000013181 – Symbol (Johannesburger Börse): AMS – Währung: ZAR) ist mit ca. 38 % Weltmarktanteil und (vor der Corona-Krise) jährlich 2,5 Mio. geförderten Unzen Platin der weltgrößte Produzent des Edelmetalls. Aber auch Palladium produziert das in Johannesburg ansässige Unternehmen in seinen südafrikanischen Minen. Mit einer Förderung von 1,6 Mio. Unzen Palladium per annum ist Anglo American Platinum (kurz: Amplats) auch der weltweit zweitgrößte Palladium-Produzent. Neben geförderten Metallen beliefert der Konzern seine zahlreichen Kunden auch mit recycelten Metallprodukten. Rund 38 % des Konzerns gehören der Muttergesellschaft, dem Rohstoffgiganten Anglo American.

Produktion für die kommenden Jahre gesichert

Anglo American Platinum verfügt in Südafrika über mehrere produzierende Minen sowie Schmelzhütten und Raffinerien. Dabei kann es auf die größte bekannte Platinlagerstätte, das Merensky Reef im Bushveld-Komplex in Südafrika, zurückgreifen. Zusätzlich stehen einige hochkarätige Platinvorkommen als Reserve zu Verfügung, die auch in den kommenden Jahren eine wirtschaftliche Förderung von Platin und Palladium sicherstellen sollten. Nebenprodukte des an der Börse umgerechnet mit knapp 27 Mrd. Euro bewerteten Unternehmens sind Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Starke Geschäftsentwicklung dank Kostenführerschaft

Nach dem Verkauf von weniger profitablen Minen werden Fokus und Kapitaleinsatz nun auf die stärksten Projekte gerichtet. Anglo American Platinum hat laut eigenen Angaben im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern die niedrigsten durchschnittlichen Produktionskosten. Nach einem Förderplus von +1 % im Jahr 2019 auf 4,4 Mio. Unzen brach die Gesamtproduktion der Platinmetalle (Platin und Palladium) im Jahr 2020 Corona-bedingt um -14 % auf 3,8 Mio. Unzen ein. Dabei zeigte das zweite Halbjahr jedoch eine starke Erholung und am Ende des vierten Quartales waren alle Anlagen wieder zu 100 % in Betrieb. Aufgrund der vorübergehend beschränkten Veredelungskapazitäten befanden sich zum Jahresende 2020 ca. 1 Mio. Unzen Platinmetalle auf Lager.

Bedingt durch die im Schnitt um +71 % gestiegenen Metallpreise kletterten die Umsätze trotz der geringeren Verkäufe um +38 % auf 138 Mrd. Rand (ca. 9,4 Mrd. USD). Die höheren Metallpreise wirkten dabei wie ein Gewinnhebel. Nach einem Gewinnsprung um +145 % im Jahr 2019 auf 71 Rand (ca. 4,85 USD) je Aktie gab es eine erneute Gewinnsteigerung um +63 % auf 115,5 Rand (7,90 USD).

Hohe Dividende für 2020 –Rekordjahr 2021 erwartet

Die positive Geschäftsentwicklung sowie der erfolgreiche komplette Schuldenabbau ermöglichte es dem Management zuletzt wieder eine starke Dividende auszuschütten. Fürs Geschäftsjahr 2020 waren pro Aktie zwei Halbjahresdividenden im Gesamtwert von 12 Mrd. Rand (ca. 0,8 Mrd. USD) bzw. pro Aktie gerechnet 46 Rand (ca. 3,15 USD) an die Aktionäre gezahlt worden. Auch zukünftig soll dividendenpolitisch die aktuelle Ausschüttungsquote von 40 Prozent beibehalten werden. Auf dem Bankkonto befand sich Ende 2020 ein komfortables Cash-Polster in Höhe von knapp 19 Mrd. Rand (ca. 1,3 Mrd. USD). Mit einer auf Hochtouren laufenden Produktion und starken Metallpreisen sollte das Jahr 2021 für Amplats zu enormen Umsatz- und Ergebnissteigerungen führen. Auch die vorteilhafte Kostenstruktur im Vergleich zu Mitbewerbern dürfte sich positiv auswirken. Auf der Produktionsseite rechnet das Unternehmen mit einer Gesamtproduktion an Platinmetallen in Höhe von 4,2 bis 4,6 Mio. Unzen.

Rücksetzer zum Einstieg nutzen

Die besten Platin Aktien: Entwicklung der Anglo American Platinum Aktie von Februar 2018 bis Februar 2021 | Online Broker LYNX

Bereits Mitte 2018 gelang es der Aktie aus einer charttechnischen Seitwärtsbewegung auszubrechen und auf neue Höchststände zu klettern. Durch die verbesserte Kostenstruktur und die Fokussierung auf besonders profitable Konzernteile gab es in den vergangenen Jahren eine enorme Gewinndynamik, die dem Aktienkurs Auftrieb verlieh. So erreichte die Aktie zuletzt Höchstkurse von mehr als 100 EUR.

Die Firma ist mit aktuell 100 EUR zwar kein absolutes Schnäppchen mehr, die Kostenführerschaft und die erfreuliche Geschäftsentwicklung rechtfertigen jedoch einen Aufschlag gegenüber Konkurrenten. Der Wert eignet sich für langfristig orientierte Anleger als Depotbeimischung bzw. Diversifizierung. Zwischenzeitliche Kursrückgänge auf 80 bis 90 EUR können gegebenenfalls zum Einstieg genutzt werden.

Impala Platinum: Hoher Gewinnhebel

Die in Illovo, Südafrika ansässige Bergbaugesellschaft Impala Platinum (ISIN: ZAE000083648 – Symbol (Johannesburger Börse): IMP – Währung: ZAR) gehört zu den größten Platin-Produzenten auf der Welt. Impala Platinum (Abkürzung Implats) betreibt wie Anglo American Platinum Bergbau rund um den Bushveld Komplex in Südafrika, wo insgesamt drei Minen betrieben werden sowie zwei Minen in der Great Dyke Region in Simbabwe. Der Konzern ist darüber hinaus an Explorationsprojekten in Botswana, Mosambik, Madagaskar, Russland und Kanada beteiligt. Im S&P Africa 40 Index ist Implats das Unternehmen mit der dritthöchsten Gewichtung.

Platin wichtigstes Förderprodukt

Operativ aktiv ist Impala mit etlichen Tochterfirmen wie Impala, Zimplats, Marula, Mimosa und Two Rivers. Die Konzerntochter Impala Refining Services veredelt die in den eigenen Minen gewonnenen Edelmetalle. Zuletzt produzierte das Unternehmen vor der Corona-Krise etwa 1,3 Mio. Unzen Platin, 0,9 Mio. Unzen Palladium und 0,2 Mio. Unzen Rhodium pro Jahr. Im Edelmetallbereich entfallen auf Platin damit ca. 51 % der Umsätze, auf Palladium 30 % und auf Rhodium 1 1%. Der Rest teilt sich auf Gold, Iridium und Ruthenium auf. Im Basismetallbereich steht eine Nickelproduktion von 16.000 Tonnen für rund zwei Drittel der Umsätze, geringere Mengen entfallen auf Kupfer und Chrom.

Im Fokus: Arbeitssicherheit in den Minen

Doch beim Unternehmen ist nicht alles Platin was glänzt. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeitssicherheit, die in der Vergangenheit oft zu Recht öffentlich kritisiert wurde. Das Unternehmen hat daraufhin jedoch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet und einen wichtigen Fokus auf das Thema Sicherheit gelegt. Ansonsten wäre das Unternehmen an dieser Stelle übrigens auch nicht für eine Empfehlung in Frage gekommen. Die Zahl der sehr bedauerlichen tödlichen Unfälle in den Minen hat sich in den letzten vier Jahren bereits stetig verringert und lag im letzten Geschäftsjahr, wie schon im Vorjahr bei 5. Es gibt also weiterhin etwas zu verbessern bei Implats.

Gewinnvervielfachung im Jahr 2020

Obwohl die Gesamtproduktion an Edelmetallen um knapp -9 % von 3,1 Mio. Unzen auf 2,8 Mio. Unzen zurückging, wurden die Umsätze im Jahr 2019/20 von 48,6 Mrd. Rand (ca. 3,3 Mrd. USD) um +44 % auf 69,9 Mrd. Rand (ca. 4,8 Mrd. USD) gesteigert. Nach einem moderaten Gewinn von 1,2 Mrd. Rand (ca. 82 Mio. USD) im Vorjahr wurde eine Gewinnvervielfachung auf 16,5 Mrd. Rand (ca. 1,1 Mrd. USD) vermeldet. Pro Aktie entspricht das etwa 21 Rand oder 1,42 USD (Vorjahr 2 Rand bzw. 0,14 USD). Mit einer Eigenkapitalquote von 67 % und einem Cash-Bestand in Höhe von 13,3 Mrd. Rand (ca. 910 Mio. USD) ist auch die Finanzierung der Minenproduktion längerfristig gesichert. Für das Geschäftsjahr 2020/21 wurde aufgrund der nach wie vor bestehenden pandemiebedingten Unsicherheiten ein relativ breites Produktionsziel von 2,8 bis 3,4 Mio. Unzen ausgegeben.

Sensationelle Aktienkursentwicklung

Die besten Platin Aktien: Entwicklung der Impala Platinum Aktie von Februar 2018 bis Februar 2021 | Online Broker LYNX

Auch die Impala-Aktie profitierte von der erfreulichen Geschäftsentwicklung und den steigenden Edelmetallpreisen. Seit Ende 2018 kletterte die Aktie vom Pennystock-Niveau in der Spitze auf ein 8 Jahres-Hoch von mehr als 14 Euro. Der Corona-Crash, der die Aktie von 10 Euro kurzzeitig auf 2,50 Euro abstürzen ließ, erwies sich als einmalige Einstiegsgelegenheit auf die innerhalb weniger Monate eine Kursvervielfachung folgte. Die aktuelle Marktkapitalisierung von 11 Mrd. Euro (Aktienkurs 13,80 Euro) macht die Aktie nach den starken Anstiegen allerdings nicht mehr unbedingt zu einem Schnäppchen.

Spekulative Platin-Aktie mit hohem Gewinnhebel

Die Implats-Aktie ist ein hochinteressantes aber auch sehr spekulatives Investment im Platinbereich. Die Höchststände aus dem Jahr 2008 bei über 30 Euro dürften zwar weiterhin außer Reichweite liegen, aber mittel- oder langfristig könnten Kurse von 16 Euro bis 18 Euro durchaus wieder drin sein. Bei wieder steigenden Platin-Preisen dürfte Impala Platinum zu den größten Gewinnern unter den Platin-Aktien gehören, denn der Gewinnhebel ist enorm. Wie bei Anglo American Platinum sollten Anleger auch bei Implats zumindest einen Rücksetzer in den Bereich 12 bis 12,50 Euro abwarten. Rechnen Sie, wie bei allen Rohstoffaktien, mit sehr starken Kursschwankungen. Kurshalbierungen oder -verdopplungen sind nicht außergewöhnlich, besonders dann, wenn es an den Finanzmärkten allgemein turbulent zugeht. Investieren Sie entsprechend nur einen sehr kleinen Depotanteil.

Sibanye Stillwater: Die Nummer 2 der Platinförderung

Das in Westonaria, Südafrika ansässige Unternehmen Sibanye Stillwater (ISIN: ZAE000259701 – Symbol (Johannesburger Börse): SSW – Währung: ZAR) ist mit 36,6 geförderten Tonnen Gold der größte südafrikanische Goldproduzent (vor AngloGold Ashanti, Harmony Gold und Gold Fields). Nach den Übernahmen von Aquarius und Stillwater Mining im Jahr 2016 und Lonmin im Juni 2019 ist das Unternehmen mittlerweile darüber hinaus auch der zweitgrößte Platin- und Palladiumhersteller der Welt.

Nach der Übernahme des US-amerikanischen Platin- und Palladium-Produzenten Stillwater Mining im Jahr 2016 hat sich das Unternehmen im Februar 2020 nun zu Sibanye Stillwater umbenannt, auch das Aktienkürzel änderte sich. Der Bergbaukonzern betreibt in Südafrika insgesamt fünf Goldbergwerke. Platin baut das Unternehmen in Rustenburg, Südafrika sowie zusammen mit Palladium in Stillwater in den USA ab. In den USA wird ferner auch eine große Recyclinganlage zur Wiedergewinnung von PGM-Metallen (PGM = Platin Group Metals) unterhalten. Des Weiteren besitzt das Unternehmen in Südafrika auch Uranvorkommen, die bei den derzeit noch zu niedrigen Uranpreisen jedoch nicht abgebaut werden.

Platinmetalle stehen im Jahr 2020 für 60 % des Jahresergebnisses

Im Gesamtjahr 2020 wurden insgesamt 18,8 Tonnen Platinmetalle (Vorjahr 18,5 Tonnen) produziert und 26,1 Tonnen (Vorjahr 26,5 Tonnen) recycelt. Platin steht dabei für 50 % der Produktionsmenge, Palladium für 42 % und Rhodium für die restlichen 6 %. Bei einer Umsatzsteigerung von +75 % auf 127 Mrd. Rand (ca. 7,74 Mrd. USD) lieferten die Platinmetalle im Jahr 2019 satte 60 % des Gewinns. Der Gewinn explodierte von 62 Mio. Rand (4,2 Mio. USD) auf 30,6 Mrd. Rand (ca. 1,9 Mrd. USD). Das Ergebnis je Aktie sprang damit von 0,02 Rand (ca. 0,001 USD) im Vorjahr auf 10,68 Rand (ca. 0,73 USD). Allerdings hatte dem Unternehmen im Vorjahr ein mehrmonatiger Streik der Minenarbeiter Gewerkschaft zu schaffen gemacht und entsprechend auf die Ergebnisse drückt. Dennoch sind die Geschäftsergebnisse des Jahres 2020 bemerkenswert.

Dividendenzahlung dank erfolgreichem Schuldenabbau

Der Schuldenabbau, der durch den Streik ins Stocken geriet, wurde im Jahr 2020 wieder vorangetrieben, so dass die Schuldenlast, die Ende 2019 bei ca. 23,7 Mrd. Rand (ca. 1,3 Mrd. USD) lag, um rund ein Drittel oder 444 Mio. USD reduziert werden konnte. Der Finanzvorstand (CFO) Charl Keyter hatte angekündigt, wieder eine Dividende zu zahlen, sobald das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA einen Wert von 1,5 erreicht. Das war dank des erfolgreichen Schuldenabbaus der Fall, so dass für 2020 erstmals seit 2017 wieder Dividenden im Gesamtwert von 3,71 Rand (ca. 0,25 USD) je Aktie oder insgesamt 10,7 Mrd. Rand (ca. 729 Mio. USD) ausgeschüttet wurden. Das ist mehr als doppelt so viel, als die Summe, die in den Jahren seit 2013 insgesamt an die Aktionäre bezahlt wurde.

Spannende Aktie für mutige Anleger

Die besten Platin Aktien: Entwicklung der Sibanye Stillwater Aktie von Februar 2020 bis Februar 2021 | Online Broker LYNX

Die Sibanye Stillwater-Aktie befand sich bereits seit Mitte 2018 wieder im Vorwärtsgang, als die Corona-Krise wie ein Meteorit einschlug. Ausgehend von Tiefstkursen bei 0,45 Euro hat sich die Aktie mittlerweile wieder +144 % bis auf knapp auf 3 Euro hochgekämpft. Im Coronavirus Crash folgte ein Rücksetzer auf 0,85 Euro und eine anschließende Erholung auf mehr als 4 EUR. Aktuell notiert der Wert bei ca. 3,90 EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 11,4 Mrd. Euro ist das Unternehmen recht fair bewertet. Ohne weitere Streiks könnte Sibanye nach den Übernahmen von Aquarius, Lonmin und Stillwater über kurz oder lang sogar zum weltgrößten Platinproduzenten aufsteigen. Je nachdem, ob auch recyceltes Platin dazugerechnet wird, könnte dieses Ziel sogar in unmittelbarer Reichweite liegen. Mutige Anleger kaufen die Aktie bei einem nochmaligen Rücksetzer im Bereich von 3 bis 3,50 EUR und spekulieren auf einen weiteren Anstieg des Platinpreises sowie des Goldpreises.

Fazit: Platin-Aktien im Aufwind

Zweifellos gehören Platin-Aktien vor allem seit dem Corona-Crash zu den großen Krisen-Gewinnern. Während auf der einen Seite Anleger verstärkt in das Edelmetall investieren, hat auch die Industrie nach der Krise einen steigenden Bedarf. Dazu kommt, dass der zuvor überproportional stark gestiegene Palladium-Preis immer mehr Automobilbauern genügend Anreiz dafür liefert, in Katalysatoren das immer noch deutlich günstigere Platin als Substitut einzusetzen. Die sprunghaft gestiegenen Platin-Preise reflektieren die starke Nachfrage nach dem Edelmetall und lassen Rekordjahre bei den großen Platin-Minen erwarten. Da die Aktienkurse aller Platin-Produzenten zuletzt schon enorm angestiegen sind, sollten Anleger für Einstiege bei allen drei vorgestellten Werten Rücksetzer abwarten.

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Wendelin Probst, Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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