Börsenblick

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Analyse:
Brent Crude Oil: Wann verlieren die Bullen die Geduld?

Er war eine Überraschung, dieser Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 7,2 Millionen Barrel, der am Mittwoch für die vorvergangene Woche gemeldet wurde. Es war der größte Rückgang seit Beginn der umfassenden Fördermengenkürzung Anfang Mai. Aber womöglich war es gerade das, was verhinderte, dass die Trader diese Daten als Beleg einer nachhaltig anziehenden Nachfrage ansahen. Und so blieb der charttechnische Befreiungsschlag bei den wichtigen Rohölsorten, hier Brent Crude, aus. Summiert man die Veränderungen der US-Lagerbestände seit Anfang Mai, ist der Saldo in etwa neutral. Ein nennenswerter Abbau der Lager erfolgte also nicht.

Das muss zwar im Prinzip nicht zwingend bedeuten, dass die Nachfrage nicht anzieht, denn die US-Unternehmen hätten natürlich nötige Bestände direkt am Markt kaufen können. Aber hätten sie das getan, hätte der Ölpreis anziehen müssen, zumal sich die großen Ölproduzenten offenbar an die Vereinbarungen geringerer Fördermengen halten. Es scheint also, dass es durch diese radikalen Maßnahmen der OPEC, Russlands und, wenngleich außerhalb offizieller Vereinbarungen, der USA zwar gelungen ist, den freien Fall der Ölpreise zu stoppen und die Kurse auf niedrigem Niveau zu stabilisieren, mehr aber auch nicht. Und da stellt sich natürlich die Frage, ob das bullische Lager wirklich noch lange versuchen wird, die massive Hürde, an welcher Brent Crude Oil seit vier Wochen nicht vorbei kommt, zu belagern.

 

 

Expertenmeinung: Normalerweise gilt die Regel: Wenn nach oben nichts geht, pflegen die Trader es einfach mal auf der Gegenseite zu probieren. Agilen Tradern ist es ja letzten Endes egal, in welche Richtung ein Trend führt, solange er nur intensiv genug ist, um damit Geld zu verdienen. Und gerade der Rohstoffbereich wird normalerweise von charttechnisch und kurzfristig orientieren Tradern dominiert. Es ist die Widerstandslinie um 43,30 US-Dollar, an der sich die Bullen seit Anfang Juni die Zähne ausbeißen, eine Linie, die durch eine abverkaufte Gegenreaktion Anfang April definiert wurde. Dabei ist die Perspektive nach oben nicht einmal so grandios, denn schon bei 48,40 US-Dollar würde der nächste Widerstand warten, die untere Begrenzung des riesigen Abwärts-Gaps, das am 9. März entstanden war.

Vier Wochen sind bereits eine recht lange Zeit. Es mag zwar sein, dass große Adressen der Ölbranche versuchen, den Kurs aktiv vor einem erneuten Abwärtsschwenk zu bewahren. Aber würden ausreichend viele kurzfristige Trader die Seiten wechseln, von der Long- auf die Short-Seite switchen, dürfte es kaum möglich sein, einen solchen Druck aufzufangen. Und die Perspektive ist auf der Unterseite recht verlockend, wirklich markante Supportlinien fänden sich vorerst nicht, wenn Brent Crude die „Leitstrahlen“ der Aufwärtsbewegung durchbrechen würde, die mittlerweile bereits in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt sind. Dabei handelt es sich um die gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage bei aktuell 41,20 und 39,34 US-Dollar. Würden die mit Schlusskursen unter 36,80 US-Dollar so klar gebrochen, dass damit auch das letzte Zwischentief vom 13. Juni unterboten würde, wäre Brent Crude Oil auf der Short-Seite wieder höchst interessant.

Chart vom 02.07.2020, Kurs 42,74 US-Dollar, Kürzel COIL

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