Indexanalyse:
Nasdaq: Warum sich viele gerade am Allzeithoch fürchten

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Was tut man, wenn man zwar einerseits davon ausgeht, dass eine Hausse jederzeit in sich zusammenbrechen könnte, andererseits aber bis über die Halskrause Long investiert ist? Das ist eine Frage, die nicht nur so manchen US-Privatanleger betrifft. Sie betrifft auch und gerade die großen Adressen. Die Fonds, Hedgefonds, Versicherungen und Pensionskassen. Die also, die das Geld anderer anlegen. Die deswegen immer hoch investiert sein müssen, um nicht hinter die Performance der Konkurrenz zurückzufallen. Wo man genug Expertise und Erfahrung hat, um zu wissen, wie dünn der Eis für den US-Aktienmarkt derzeit ist. Und die wissen, dass die anderen großen Adressen das auch wissen.

Diese großen Spieler am Markt sind bei jedem Trend dabei, wenn es nach oben geht, ob sie wollen oder nicht. Das Geld muss arbeiten, sonst arbeitet es im nächsten Monat bei einem anderen Verwalter. Und wenn es abwärts geht, läuft man Gefahr, mit Mann und Maus mit in die Tiefe zu sausen, weil diese Portfolios so groß sind, dass man, wollte man auch nur auf eine Barreserve von zehn Prozent hochfahren, so viel auf den Markt werfen müsste, dass das genau die Abwärtslawine auslösen würde, der man entgehen will. Vor allem, wenn zu viele der „Großen“ zu selben Zeit so entscheiden.

Da könnte man denken, dass man da bei einem Chartbild wie diesem in diesen Kreisen erleichtert aufatmet. Bei einem Chartbild, in dem der technologielastige Apple (heute Abend) die trendbestimmenden, großen Technologie-Riesen bereits ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. Aber gerade solche neuen Rekordhochs sind ein guter Grund, sich zu fürchten.

Denn gerade dann, wenn ein solches neues Hoch, das rein charttechnisch betrachtet ein Kaufsignal darstellt, zu Käufen führt, ist das eine perfekte Gelegenheit, eigene, hohe Bestände in diese Käufe hinein zu reduzieren, ohne dabei gleich den Gesamtmarkt zu kippen. Und wenn man sich den Index auf Wochen- und Tagesbasis ansieht, stellt man fest, dass neue Hochs in der Tat schon seit fast zwei Jahren bald verhungern und Korrekturen beginnen.

Das ganze begann also, als deutlich wurde, dass Trumps Handelskrieg keine zeitlich begrenzte Turbulenz werden würde, sondern sich zu einem Schrecken ohne Ende entwickeln könnte. Wer die Gefahr kennt, sieht zu, „oben“ zu verkaufen. Zumal die US-Konjunkturdaten immer öfter ernüchternd ausfallen, man sehr wohl weiß, dass Leitzinssenkungen keine Strukturprobleme lösen und sich das bei den Unternehmensgewinnen sehr wohl auswirkt. Denn diese großen Adressen erkennen natürlich, dass die durch die Steuerreform begünstigten, gewaltigen Aktienrückkäufe das problematische Bild nur verschleiern.

Da man in diesen gewaltigen Portfolios gefangen ist, sind es genau diese großen Akteure, die immer dann, wenn die Hausse zu kippen droht, eingreifen und massiv kaufen. Vor allem, wenn die 200-Tage-Linie zu brechen droht, die wir im Chart auf Tagesbasis in beiden Varianten, als exponentieller und als einfacher gleitender Durchschnitt, abgebildet haben.

Chart auf Wochenbasis vom 29.10.2019, Kurs 8.047,51 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Aber natürlich will man dann die dadurch aufgeblähten Portfolios auch wieder reduzieren, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Die neue Rekordhochs bieten. Und ist Not am Mann, wenn wie momentan die Umsätze immer geringer werden, weil die Goldgräberstimmung der Anleger einem zusehends mulmigen Gefühl gewichen ist, passiert, was wir zum Wochenstart gesehen haben:

Die großen Adressen provozieren ein solches Kaufsignal. Es ist kein Zufall, dass der Nasdaq 100 am Freitagabend ausbruchsbereit unmittelbar am bisherigen Rekordhoch schloss. Dann wurden die Index-Futures, bei denen so etwas außerhalb des regulären US-Handels aufgrund der dann geringeren Umsätze billiger kommt, gezielt so hochgezogen, dass der Index am Montag gleich auf Rekordhoch eröffnete und für die anderen Marktteilnehmer dadurch eine „Friss oder Stirb“-Situation entstand – und schon war der Ausbruch vollzogen. Aber jetzt wird es erst richtig spannend, denn noch ist der Befreiungsschlag nicht gelungen. Die erste Berechnung des US-Bruttoinlandsprodukts heute um 13:30 Uhr (alles eine Stunde früher als sonst, weil in den USA noch keine Winterzeit gilt), US-Notenbankentscheidung um 19 Uhr, die Apple-Bilanz nach Handelsende. Drei wichtige Ereignisse an nur einem Tag … und der Nasdaq 100 sah am Dienstag keine Anschlusskäufe, sondern Gewinnmitnahmen. Damit ist die Frage:

Wagen die großen Adressen heute eine gezielte Attacke, um zu verhindern, dass der Index unter das alte Rekordhoch bei 8.027 Punkten rutscht und das neue Hoch dadurch zur Bullenfalle macht, die schnell umfassendere Abgaben auslösen kann? Oder versuchen sie es gar nicht erst, weil man fürchtet, dass andere solche Käufe erst recht nutzen würden, um auf Rekordniveau ihre Gewinne mitzunehmen? Heute kann ein Schlüsseltag sein. Und sollte der Nasdaq 100 den Tag deutlicher unter 8.027 Punkten beenden, wäre es an der Zeit, sich zu überlegen, ob man sich Gewinnmitnahmen auf der Long-Seite nicht besser anschließen sollte.

Chart auf Tagesbasis vom 29.10.2019, Kurs 8.047,51 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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