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Indexanalyse:
Nasdaq 100: Das Kind liegt nicht im Brunnen … es fällt noch

Aktuelle Analyse des NASDAQ 100 Index

Es war nie die Frage, wann das Kartenhaus dieser scheinbar unerschütterlichen Dauer-Hausse in sich zusammenfällt, sondern wann. Das Dumme in solchen Situationen ist, dass niemand im Vorfeld hätte sagen können, wann und auf welchem Kursniveau es dazu kommen würde. Dass die Marktteilnehmer jetzt doch auf die Virus-Epidemie reagieren, weil es nicht mehr gelang, die Lage einfach schönzureden, ist zwar in der Sache folgerichtig. Aber das hätte ebenso eine Woche früher oder eine Woche später passieren können. Jetzt ist es passiert. Und die Dimension der Verkäufe macht deutlich:

Da hat sich im Vorfeld in der Tat eine Blase gebildet, die jetzt platzt. Manche mögen guter Dinge sein, dass das jetzt Einstiegskurse sind. Schließlich hat dieser bislang vier Handelstage dauernde Selloff schon „Correction Territory“ erreicht, wie die US-Akteure es ausdrücken. Am vergangenen Mittwoch hatte der Nasdaq 100 mit 9.736 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht, die „magische“ 10.000 war zum Greifen nah. Am Dienstag schloss er 900 Punkte tiefer. Das muss doch reichen? Das dürften viele denken, die noch keine Baisse erlebt haben und wohl wirklich blind ins fallende Messer greifen. Aber:

Nachdem es Ende Januar noch gelang, die ersten Risse in der Blase mit der Brechstange zu kitten, ging das jetzt schief. Der Index notiert unter dem Ende Januar markierten Zwischentief. Die neuen Rekorde danach haben ihm nichts genutzt. Damals mag es gelungen sein, die computergesteuerten Handelsprogramme noch auszubremsen, die Ende Januar durchaus eine chart- und markttechnische Konstellation vorgefunden hätten, um umgehend auszusteigen und/oder auf Short zu drehen. Diesmal, so scheint es, konnte man sie nicht mehr aufhalten. Daher muss man unterstellen: Das Kind liegt mitnichten im Brunnen … es fällt noch.

Sicher kann und wird es zu rasanten und womöglich auch weitreichenden Gegenbewegungen kommen. Aber die Chance, die Lawine jetzt noch aufzuhalten, ist noch einmal geringer als am Montagabend, denn allzu viel bärischer kann ein Chartbild nicht daherkommen. Wer sollte auf der Käuferseite antreten, wer die Short-Trader zum kurstreibenden Eindecken bringen? Und auf der Gegenseite stehen zahllose aus allen Wolken gefallene Kleinanleger ebenso wie Fonds, Pensionskassen, Versicherungen und andere große Adressen, die jetzt ein Szenario vorfinden, in dem sie erkennen müssen, dass der Versuch, sich dem Abgabedruck entgegen zu stellen, leicht damit enden kann, überrollt zu werden und den Schaden dadurch noch größer zu machten. Sehen wir uns den Nasdaq 100 auf Wochen- und Tagesbasis an:

Nasdaq 100 Chart auf Wochenbasis vom 25.02.2020, Kurs 8.834,86 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

Im Tageschart sehen wir, dass der Index mit einem großen Abwärts-Gap in die Woche startete, dann aber wenigstens auf dem Eröffnungslevel schloss. Das machte offenbar genug Hoffnung, um einige am Dienstag zum Handelsstart zugreifen zu lassen: Der Nasdaq 100 eröffnete im Plus. Doch fast genau auf Höhe des Verlaufshochs des Vortages drehte er ab und schloss tief im Minus. Und diesmal war dieses Minus im Handelsverlauf entstanden, wurde also direkt durch Verkäufe im regulären Handel verursacht: ganze 350 Punkte lagen zwischen dem Tageshoch und dem Schlusskurs. Wechseln wir jetzt zum Chart auf Wochenbasis: Da wird deutlich, dass der Index dadurch klar aus dem Oktober-Aufwärtstrendkanal herausgefallen ist und der Versuch, sich wieder hinein zu retten, durch den abverkauften Erholungsversuch des Dienstags gescheitert ist.

Sollte es nicht zu einer satten Gegenbewegung im Rest der Woche kommen, wäre zugleich auch noch ein Doppeltopp im RSI-Indikator auf Wochenbasis vollendet, was technisch orientierten Trader nicht entgehen dürfte. Und der Wochenchart zeigt auch auf, dass dieser Abstieg keineswegs bereits vor dem Ende stehen muss. Denn die wirklich markanten charttechnischen Unterstützungen, in deren Nähe dann stützende Short-Eindeckungen wahrscheinlicher würden, liegen noch 500 bis 600 Punkte entfernt, nämlich im Bereich 8.200/8.300 Punkte, wo die 200-Tage-Linie, die 2019er-Aufwärtstrendlinie und die alte, im Oktober überbotene Hausse-Begrenzung eine markante Kreuzunterstützung bilden.

Wobei man in einem derart emotionalen und nervösen Umfeld immer betonen muss: Ob sich solche charttechnischen Ankerpunkte als entscheidend erweisen werden oder nicht, kann man in solchen Phasen nie sicher vorhersehen. Da gilt: Alles kann … aber nichts muss!

Nasdaq 100 Chart auf Tagesbasis vom 25.02.2020, Kurs 8.834,86 Punkte, Kürzel NDX | Online Broker LYNX

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